Reinebringen – Steiler Aufstieg zum epischen 360° Lofoten-Panorama
Du stehst am Fuße eines zerklüfteten Berges, der sich steil aus dem türkisfarbenen Fjord erhebt, umgeben von dramatischen Gipfeln, die wie aus einer anderen Welt wirken. Der Wind trägt den salzigen Duft des Atlantiks herüber, und vor Dir liegt Reine, das malerische Fischerdorf mit seinen roten Rorbuern, das wie aus einem Postkartenbuch entsprungen scheint. Die Wanderung auf den Reinebringen ist mehr als nur ein Aufstieg – sie ist eine Reise in die rohe, ungezähmte Schönheit Skandinaviens, die mit einem epischen 360°-Panorama auf die Lofoten mehr als belohnt wird.
In diesem Artikel tauchen wir tief in dieses Abenteuer ein, das Dich mit atemberaubenden Ausblicken belohnt und Deine Seele mit der Kraft der norwegischen Natur auflädt. Diese Tour wird für Dich unvergesslich und gehört auf jede Bucket-List!
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Geografische Fakten: Herz der Lofoten
Die Lofoten, eine Kette dramatischer Inseln im Nordatlantik, erstrecken sich vor der norwegischen Küste nördlich des Polarkreises und sind ein UNESCO-Gebiet, das für seine fjordgeprägten Berge und reiche Meereswelt berühmt ist. Reinebringen, mit einer Gipfelhöhe von rund 450 Metern, ragt auf der Südinsel Moskenesøya empor, der westlichsten der Lofoten, die am weitesten in den Atlantik ragt.
Der Berg Reinebringen thront direkt über dem Dorf Reine, das mit etwa 700 Einwohnern eines der ikonischsten Postkartenmotive Norwegens darstellt. Der Aufstieg misst etwa 3-4 Kilometer hin und zurück, mit über 400 Höhenmetern, die größtenteils über eine endlose Kette von Steinstufen gemeistert werden – eine “Sherpa-Treppe”, die von eigens eingeflogenen nepalesischen Sherpas geschaffen wurde. Der ursprüngliche, sehr ausgesetzte und rutschige Pfad, führte zu häufigen Unfällen und vielen Todesopfern, weshalb die Treppe geschaffen wurde.
Das Wunder der Lofoten
Diese Region entstand durch die Eiszeiten, als Gletscher die Felsen zu scharfen Graten und tiefen Fjorden schnitzten. Im Sommer genießt Du hier die endlose Mitternachtssonne, die den Himmel erhellt, im Herbst das magische Nordlicht, das über dem Panorama tanzt. Die Lofoten sind nicht nur geologisch ein Wunder: Sie beherbergen eine beeindruckende Fauna, wie Seevögel, Otter und Fischschwärme, die das Wasser zum Brodeln bringen. Reinebringen markiert den idealen Einstieg in diese wilde Welt, wo die Natur Dich mit ihrer Macht überwältigt und Dich klein fühlen lässt inmitten solcher Größe.
Hier spürst Du die Kraft der Lofoten unmittelbar!
Anreisewege: Mit dem Wohnmobil oder öffentlichen Verkehrsmitteln
Mit Deinem Wohnmobil erreichst du Reinebringen über die E10, die spektakuläre Hauptstraße der Lofoten. Entweder kommt Du von Narvik auf dem Landweg. Oder von Bodø aus mit der Fähre nach Moskenes (ca. 3,75 Stunden, buchbar über „Torghatten Nord“).
Hier ein Tip für die Fähre: Buche rechtzeitig! Die Fähre ist vor allem in der Urlaubszeit schon lange im voraus ausgebucht und am Fährterminal zu campieren macht nur bedingt Spaß (haben wir alles schon hinter uns…)
Wo Parken?
In Reine angekommen, such Dir am besten einen Stellplatz am Hafen: Der dedizierte Wohnmobilstellplatz (ca. 250 NOK/Nacht) bietet Ver- und Entsorgung, ist ruhig und nur 20 Fuß-Minuten vom Wanderstart entfernt. Es gibt zwar noch einen kleinen Parkplatz für 5-6 Camper direkt an der E10 und einen Wohnmobilstellplatz wenige Kilometer südlich von Reine unmittelbar vor einer Brücke mit schöner Aussicht, diese sind aber meist besetzt, da dies die ersten kostenlosen Plätze sind, welche die Touristen der Nachtfähren ansteuern.
Falls du öffentliche Verkehrsmittel bevorzugst, starte in Bodø mit der Fähre nach Moskenes, dann Bus 300 oder 742 Richtung Reine (Fahrpläne unter reisnordland.no, ca. 1 Stunde von Moskenes). Vom Busstopp Reine aus sind es 700 Meter bis zum Startpunkt des Trails.
Unabhängig vom Weg – die Anreise weckt Vorfreude, denn jede Kurve enthüllt neue Ausblicke, die dich auf das Highlight vorbereiten.
Beschreibung der Wanderung: Stufe für Stufe zum Reinebringen-Panorama
Der Start liegt an einer kleinen Teerstraße, die den Reinetunnel umgeht. Du folgst der Straße 700 Meter flach, vorbei an fjordblauen Wellen und rot-weißen Rorbuern, bis die ersten Stufen auftauchen – ein endloser Strom von über 1500 Steinstufen, die sich serpentinenartig den Hang hinaufwinden. Die Beine brennen schon nach den ersten 200 Höhenmetern, doch der Blick nach unten treibt Dich an. Du passierst einen kleinen Wasserfall. Bei Nässe ist es sehr rutschig, bei starkem Wind kann es auf dem Grat herausfordernd sein.
Der finale Anstieg führt über einen scharfen Grat, an dem es hunderte Meter senkrecht nach unten geht; der Wind peitscht, das Adrenalin steigt. Oben auf 448 Metern öffnet sich das Panorama: Reine tief unter Dir, majestätisch die Inselkette der Lofoten um Dich herum, Sakrisøy und Hamnøy mit ihren roten Hütten, die fernen Schneeberge des Festlands in Richtung Narvik. Die Mitternachtssonne taucht alles in goldenes Licht, Vögel kreischen, der Atlantik glitzert, über Dir kreist ein Seeadler. Einfach episch!
Der Abstieg folgt demselben Pfad – Knie schonend unbedingt mit Stöcken, plane dafür etwa 1,5 Stunden ein. Insgesamt je nach Kondition 2,5-4 Stunden.
Tipps zur Tour: Meistere die Herausforderungen
- Der Reinebringen ist rund ums Jahr stark besucht. Perlschnurartig schleppen sich die Karawanen auf der Treppe nach oben. Plane Deine Tour daher möglichst frühmorgens oder abends, um Menschenmassen zu vermeiden – bei Sonnenaufgang gehört die Welt dir allein.
- Überprüfe das Wetter via yr.no. Nebel macht den Gipfel unsichtbar und Dein Panorama ist weg, bei Regen wird der Pfad lebensgefährlich.
- Starte fit, mit Pausen für Fotos und nimm ausreichend Wasser mit
- Die Tour ist für Familien mit Kindern ab 10 Jahren machbar, aber mit Stöcken und ggfs. Sicherung. Probleme können bei kleinen Kindern die schon für Erwachsene recht hohen Stufen sein.
- Falls Du einen Hund hast – stell Dich darauf ein ihn zu tragen (zumindest haben wir das auf unserer Tour sehr oft gesehen)
- Oben gibt es keine Versorgung – pack Proviant ein, genieße Dein Picknick mit Ausblick.
- Im Sommer die Mitternachtssonne nutzen, im Herbst Abends die Nordlichter jagen – das Erlebnis ist umwerfend!
- Respektiere Leave-No-Trace: Müll mitnehmen, auf dem Pfad bleiben. Bei Sturm abbrechen – Sicherheit geht über alles!
Foto-Highlights: Fange die Lofoten-Magie ein
Der Gipfel ist das ultimative Highlight: Pack Dein Weitwinkel für das 360-Grad-Panorama ein! Die Golden Hour malt die Felsen rot-gold, die Mitternachtssonne schafft einen surrealen Glanz. Ein Abstieg bei Dämmerung fängt die Nordlichter ein. Verwende ein Stativ für Langzeitbelichtung, einen Polfilter gegen Reflexionen. Deine Shots werden episch – die wilde Schönheit Skandinaviens verewigt.
Leider sind Drohnenflüge mittlerweile verboten (Hinweisschild zu Beginn der Tour) – erfahrungsgemäß werden auf dem Gipfel trotzdem mehrere davon in der Luft sein (das war zumindest bei unserem letzten Besuch der Fall).
Unser Tip: Nutze als Alternative zur Drohne einen Insta360 3 Meter Stick (Anzeige) und die Insta360 (Anzeige), das gibt trotzdem epische „Drone-like“-Shots!
Tipps zur Ausrüstung: Bereitet euch auf die Wildnis vor
Feste Bergstiefel mit gutem Grip sind essenziell – glatte Stufen fordern Stabilität. Gute Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip: Merinobasis, Fleece-Mittelschicht, Gore-Tex-Jacke/Hose gegen Wind/Regen.
Nutze unbedingt Wanderstöcke (Anzeige) zur Knieentlastung und für Deine Sicherheit.
Ein wasserdichtes Erste-Hilfe-Set (Anzeige) gehört für uns zur Basisausrüstung für jede Tour!
Wir haben einen extra Artikel mit einer Checkliste für Hiking-Touren im hohen Norden verfaßt, in dem Du auch eine praktische PDF runterladen kannst. Nutze sie für Deine Reiseplanung!
Wenn Du einen tollen Kocher suchst, der Dich ein Leben begleitet und Dich auch in Polarregionen nie im Stich läßt, lies unseren Test: Trangia – Top Outdoor-Kocher im Test.
Fazit: Reinbringen mit seinem 360° Panorama ist eine der schönsten und einfachsten Lofoten-Wanderungen
Die Wanderung auf den Reinebringen ist mit Recht eine der kürzesten und schönsten Wanderungen auf den Lofoten. Leider sehr überlaufen, aber mit guter Tourplanung machbar, auch ohne viele Menschen um Dich herum.
Unterschätze sie aber nicht – Du spürst Deine Waden wochenlang!
Pack Deinen Camper, schnapp die Ausrüstung und erobere diesen Gipfel. Hast Du schon die Stufen bezwungen oder planst Deine Tour? Teile Deine Erlebnisse in den Kommentaren unten – lass uns die Abenteuerlust teilen!
Safe travels auf den Lofoten.
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