Anreise nach Norwegen und Schweden

Norwegen und Schweden sind weit weniger entfernt als man denkt. Mit den richtigen Verbindungen kommt man sogar im Schlaf den nordischen Ländern über Nacht näher und näher. Über die verschieden Möglichkeiten der Anreise informiert dieser Artikel.

Viele Wege führen mit Wohnwagen oder Wohnmobil nach Nordland. Prinzipiell kann man mit dem Auto auf dem Landweg oder mit dem Schiff anreisen.

Anreise über die Öresundbrücke-Brücke

Bis man bis zur Öresundbrücke kommt fährt man erstmal ein ganzes Stück durch Dänemark. Entweder über die A7 über die Deutsch-Dänische-Grenze. Zunächst musst Du die Storebaeltbrücke in Dänemark überqueren. Auch hier muss man eine Brückenmaut bezahlen. Der Preis für die Storebæltbrücke beträgt 52 Euro für PKW mit Wohnwagen oder für Wohnmobile über 6 Meter aber unter 3,5 Tonnen (Stand 2019). Das Überfahren dieser Brücke ist ein Erlebnis wird jedoch von der Überfahrt über die  Øresundbrücke noch übertroffen.Die Øresundbrücke-Brücke ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen und Eisenbahnverkehr. Zusammen mit dem Drogdentunnel und der künstlichen Insel Peberholm entsteht so die mautpflichtige Verbindung zwischen dem dänischen Kopenhagen und dem schwedischen Malmö. Seit dem 01.07.2000 läuft hier der Verkehr Tag und Nacht. Die Gesamtlänge der Brücke beträgt 7845 Meter. Die Brückenmaut für die Öresundbrücke beträgt nochmal mindestens 46 Euro für PKW/Gespanne bis 10 Meter (Stand 2019).

Brücke oder Fähre?
Überlegt Euch gut, ob Ihr lieber über den Landweg nach Skandinavien reist, oder die Fähre bucht. Die Fahrt über die Autobahn nach Norwegen oder Mittelschweden ist noch sehr lang, die Monokulturen neben den südschwedischen Autobahnen eher langweilig und die Spritkosten sind auch nicht zu verachten. Von den verlorenen Urlaubstagen und den quengelnden Kindern auf dem Rücksitz wollen wir gar nicht erst reden!

 

Anreise mit der Fähre nach Schweden und Norwegen

Fähren gibt es von Deutschland und Dänemark. Die Preisstaffelung ist sehr unterschiedlich und undurchsichtig. Nach unserer Erfahrung ist es am besten, eine Fähre so früh wie möglich zu buchen, um den bestmöglichen Preis geboten zu bekommen. Je knapper die Plätze werden, umso höher steigt der Preis. Wir buchen meist um Neujahr für den Sommerurlaub.

Ausprobiert haben wir schon folgende Fährangebote (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Fähre Travemünde – Trelleborg

Fahrzeit ca. 7 Stunden, es gibt Tag- und Nachtverbindungen. Subjektiv für uns eher sehr langweilig, mit Kindern auch richtig anstrengend, das Jungvolk will ja 7 Stunden lang bespasst werden. Es gibt zwar Animation für die lieben Kleinen, die ist jedoch bald langweilig und dann sind wieder die Eltern dran. Man muss nicht unbedingt eine Kabine buchen, kann dies aber tun um einen Rückzugsraum zu haben. Für uns war es nichts, haben wir nur einmal gemacht. Die Buchung ist über TT-Line online möglich.

Die “Vogelfluglinie”

Zwei kurze Fähren (Puttgarden – Rødby und Hellsingør – Helsingborg), die nahezu im Stundentakt unterwegs sind. Über gut ausgebaute Autobahnen passiert man Dänemark und kommt im Süden von Schweden, eben in Helsingborg, an. Mit ca. 120€ einfache Überfahrtkosten noch relativ günstig. Dürfte für die meisten eine gute Option sein. Günstiger ist es, wenn vorab über das Internet gebucht wird. Gegenrechnen sollte man aber den höheren Spritverbrauch für die Weiterfahrt in den Norden und den nicht zu unterschätzenden Zeitfaktor den die zusätzliche Fahrzeit verschlingt. Scandlines bringt Euch über diese Route nach Schweden.

Tipp
Als Routenalternative könnt Ihr auch mit der Fähre Puttgarden – Rødby (mit Scandlines) übersetzen und dann über die Øresundbrücke mit dem Auto nach Schweden fahren. Die Pause auf der Fähre ist nicht zu lang, die Überfahrt dauert etwa 45 Minuten. Frische Seeluft kann man außerdem Schnuppern. Die Strecke zwischen Rødby und Kopenhagen bzw. Øresundbrücke wurde in den vergangenen Jahren hervorragend ausgebaut und lässt sich gemütlich fahren. Für die Durchquerung Dänemarks mit dem Auto muss ca. 1,5 Stunden eingeplant werden. Der Verkehr in Dänemark und Schweden ist auch während der Hauptsaison nicht so dicht wie auf vielen deutschen Autobahnen.

Fähre Kiel – Göteborg

Ist für uns der absolute Klassiker, den wir am häufigsten für die An- und Abreise nach Nordland wählen. Die Fähre fährt Nachts, mit Kabine, Abreise ca. 18:00 Uhr in Kiel, Ankunft ca. 08:15 Uhr in Göteborg. Sehr schöne Einfahrt in den Hafen von Göteborg. Man spart sich etliche Kilometer Anreise und einen Tag Urlaub, da man ja nachts unterwegs ist. Wie wir finden, der beste Kompromiss zwischen Preis und gesparten Kilometern. Kosten ca. 400€ für die einfache Fahrt inklusive Wohnwagen bzw. Wohnmobil und 4er-Kabine innen. Zudem kann man rasch über die E6 nach Oslo düsen oder über die E45, den “Inlandsvägen” nach Nordschweden weiterreisen. Buchbar ist die Fährverbindung online über Stenaline.

Im Hafen von Göteborg

Shopping-Tipp
Wer rechtzeitig in Kiel ankommt, kann sein Fahrzeug in der Schlange vor der Fähre abstellen und schafft es vor der Verladung noch in die sehr gut sortierte Filiale vom Outdoorshop Unterwegs.biz. Er ist nur einige hundert Meter vom Terminal entfernt und man kann sein Outdoor-Equipment noch komplettieren! Wir sind jedesmal gerne dort shoppen! Doch Vorsicht – die Verladung beginnt in Kiel regelmäßig schon eine gute Stunde vor dem offiziellen Verladestart – bummelt nicht zu lange!

Fähre Hirtshals – Bergen

Mit keiner Fähre kommt man mit dem Auto/Wohnwagen/WoMo weiter nach Norden. Fährt auch nachts, Abfahrt in Hirtshals gegen 10:00 Uhr, Ankunft in Bergen am nächsten Morgen. Einfahrt durch den Bergenfjord bei schönem Wetter atemberaubend. In Bergen ist man bereits mitten im Fjordland und kann eine schöne Tour beginnen. Die Fähre ist einfach (norwegisch-puristisch), die Fahrt kann auch ganz schön lang werden (ca. 25h Fahrzeit). Will man möglichst rasch und unkompliziert nach Fjord-Norwegen, wäre diese Fähre unsere Wahl. Die Fähre passiert Norwegens Südkap (Kap Lindesnes) in Sichtweite. Wer interessiert ist, kann die Fähre über die norwegische Fjordline online buchen.

Fähre Kiel – Oslo

Die Fähre Kiel-Oslo ist auch interessant, da man sehr weit nach Norden kommt, die Fähre auch Nachts fährt und eine sehr gute Infrastruktur bietet. Es gibt auf der Fähre eine ganze Einkaufspassage. Leider ist der Preis sehr hoch, man muss mit Wohnwagen oder Wohnmobil etwa 800 Euro für eine Einzelfahrt incl. 4-er Kabine innen rechnen. Wir haben sie bisher noch nicht gebucht. Meist ist die Fährverbindung aber recht schnell ausgebucht, was für die Beliebtheit dieser Route spricht. Die Einfahrt durch den Oslofjord soll ebenfalls ein Erlebnis sein! Man sollte bei Interesse rechtzeitig buchen. Die Fähre ist über Colorline online buchbar.

Weitere Fähren

Auch die weiteren Fährverbindungen, die teilweise nur 4 Stunden unterwegs sind (Kurzstrecken) haben wir noch nicht probiert. Möglich wären z.B. noch Hirtshals-Larvik und Hirtshals-Kristiansand. Die Fährverbindungen sind über Colorline online buchbar. Auch von Fredrikshavn in Dänemark kann man direkt nach Göteborg in Schweden übersetzen. Ebenso ist als kurze Fähre die Überfahrt von Grenå nach Varberg (südlich von Göteborg) möglich. Als Fähranbieter könnt Ihr Euch jeweils an Stenaline wenden.

Auslaufen aus Hirtshals
Hochgeschwindigkeitsfähre in Hirtshals

Tipps für die Fähre

  • Das Essen auf den Fähren ist meist unverhältnismäßig teuer und nach unserer Erfahrung ein paniertes Irgendwas (besonders schlimm sind die “Buffets”). Uns war es bisher den Preis nicht wert. Daher haben wir auf den Fähren immer einen kleinen Wasserkocher, Frischwasser und Fertigessen dabei, meist noch z.B. Würstchen, Brot, Salami etc.. Das Essen schmeckt dann besonders gut an Deck mit herrlicher Aussicht auf das Meer und einer frischen Brise, die einem um die Nase weht. Zum Frühstück gibts dann z.B. Müsli mit Milch (lässt sich auch gut mitnehmen). Damit sind wir bisher immer gut gefahren. Vom gesparten Geld haben wir dann lieber lecker Fisch in Skandinavien gekauft.
  • Ein Multiladegerät ist immer gut, da nur 1-2 Steckdosen in der Kabine sind und die vielen Elektronikgeräte der Generation Y ja irgendwie geladen werden wollen…
  • Die Steckdosen in Schweden und Norwegen entsprechen denen in Deutschland, Adapter werden nicht benötigt.
  • Internet gibt es auf den meisten Fähren kostenlos, der WLAN-Empfang ist in den Kabinen aber oft schlecht bis unmöglich. Download kann man meist vergessen, vor allem wenn nach dem Ablegen der Fähre alle ins Internet wollen…
  • Morgens rechtzeitig aufstehen um die Einfahrt z.B. in den Bergen-/Oslofjord oder nach Göteborg nicht zu verpassen. Gerade wenn das Wetter schön ist, kann man auch gut an Deck frühstücken und unzählige Fotos schießen!
  • Eine Kabine mit Fenster ist nur unwesentlich teurer als eine Innenkabine (z.B. 25€ auf der Strecke Kiel-Oslo). Ein großes Fenster in der Kabine erhöht das Raumgefühl aber immens, so dass wir immer zu einer Fensterkabine raten würden. Die Aussicht ist auch meist klasse.
Top Tipp Kostenfalle Internet
Unbedingt aufpassen vor der Kostenfalle Internet auf offenem Meer! Hat man das feste Land hinter sich gelassen, bucht sich das Handy in das Satelliten-Internet “Internet @ Sea” ein. Zwar könnt ihr Euch kostenlos (meist stundenweise) in das WLAN des Schiffes einbuchen. Legt Ihr das Handy aber Nachts weg passiert im Schlaf folgendes: Das Handy verliert das WLAN und bucht sich ins Satelliten-Netz ein. Dann werden automatisch Updates u.a. gezogen wenn nicht die entsprechenden Einstellungen im Handy vorgenommen wurden. Ihr wacht mit einer Kostenrechnung von fast 60€ pro Gerät auf, erst dann erfolgt nämlich die automatische Trennung der Verbindung. Also unbedingt alle automatischen Updates und Hintergrundaktualisierungen ausschalten oder am besten das Handy auf Flugmodus stellen bevor ihr einschlaft. Ich spreche aus leidvoller Erfahrung. Nehmt diesen Ratschlag ernst!

Hat Euch der Artikel gefallen? Habt Ihr noch einen guten Tipp für die Anreise nach Schweden und Norwegen? Wir freuen uns über Euren Kommentar!

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Oft mit zu viel und zu schwerer Fotoausrüstung. Könnte das ganze Jahr im Reisemobil unterwegs sein, wenn die Arbeit nicht wäre...

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