Das erste Mal mit Wohnwagen oder Wohnmobil nach Norwegen

Skandinavien ist für viele Caravaner, Wohnmobilisten und solche, die es werden wollen, ein Traumziel. Wer aber noch nie in Nordland war, hat sicher viele Fragen, auf was denn genau im Vorfeld zu achten ist. Im Laufe der letzten 15 Jahre durften wir diese Region bereits viele Male sowohl mit Wohnwagen als auch mit Wohnmobil bereisen. Daher möchte ich an dieser Stelle helfen, einige typische Fehler zu vermeiden.

Reiseplanung

Vorfreude ist die schönste Freude! Für die Planung der Norwegenreise gibt es einige gute Quellen im Internet.

Suche im Internet

Information in Büchern

Bewährt für unsere persönliche Reiseplanung haben sich vor allem folgende Printmedien, die wir auf einer Norwegenreise immer mit uns führen:

Fazit zu den Reiseführern
Wer vorgefertigte Routen abfahren möchte, für den ist der Reiseführer “Norwegen mit dem Wohnmobil” oder die WOMO-Reihe eine gute Wahl. Die Velbinger-Reiseführer sind unkonventionell und eher auf Outdoor-Aktivitäten fokussiert. Eine Reiseroute ist damit nur schwer zu planen. Den DuMont-Reiseführer benutzen wir gerne, hier sind viele umfassende Informationen zu finden, aber auch keine fertigen Reiserouten.

Das Wetter in Norwegen

Gerade in Fjordnorwegen ist das Wetter wechselhaft und häufig auch im Sommer plötzlich regnerisch. Meist kommt das schlechte Wetter von der Westküste aus angerauscht und zieht dann weit ins Landesinnere. Wir haben die Erfahrung gemacht, das uns die bekannten Wetter-Apps, die man so für Deutschland auf dem Smartphone hat, für Norwegen wenig weiter helfen. Am genauesten trifft noch die Wettervorhersage von der norwegischen Seite Yr.no (englisch oder norwegisch) zu. Auch wenn wir noch so schöne Reiseplanungen für Fjordnorwegen im Vorfeld ausgetüftelt hatten, hat uns das anhaltend schlechte Wetter schon mehr als einmal auf die schwedische Seite Skandinaviens flüchten lassen, wo dann schönster Sonnenschein auf uns gewartet hat. Hier muss man halt entweder Ausdauervermögen und Regenjacken haben oder im Vorfeld flexibel planen.

Gerne nutzen wir auch für die kurzfristige Routenplanung die Webcam-App “LandWebcams” von Hubert Rivoire. Eine Klimatabelle für Norwegen findest Du z.B. auf Wetter.de.

Die beste Reisezeit für eine Norwegenurlaub

Das ist eine individuell sehr unterschiedliche Frage. Für uns ist die beste Reisezeit zwischen Mitte August und Mitte September. Zu dieser Zeit sind die norwegischen und schwedischen Schulferien schon wieder zu Ende und auch in Deutschland haben nur noch Bayern und Baden-Württemberg Schulferien. Zwar haben die meisten Attraktionen in Norwegen dann schon wieder geschlossen, aber auf den Campingplätzen hat es viele freie Plätze und die Mückenplage ist schon wieder stark abgeflaut. Das Wetter ist schon wieder etwas kühler geworden, aber es reicht immer noch, um ein Bad im Meer zu nehmen und es hat noch ausreichend Sonnentage.

Wer die Mitternachtssonne sehen will, der muss allerdings schon am 23.06. zu Mittsommer in Norwegen sein.

Eine Norwegenreise im Winter ist sicherlich eine besonders intensive Erfahrung, die wir in Ermangelung eines passenden Fahrzeuges bisher noch nicht machen konnten. Sobald jedoch unser neues Weltreisemobil auf Basis eines Iveco Daily 4×4 nächstes Jahr fertiggestellt sein wird, wollen wir das Abenteuer wagen und Euch an unseren Erlebnissen teilhaben lassen!

Fahrt mit Fjordline durch den Bergenfjord auf der Strecke Hirtshals-Bergen

Wie komme ich nach Norwegen?

Mit Wohnmobil oder Caravan wird man in der Regel mit der Fähre anreisen. Die einfachste aber auch leider teuerste Verbindung mit Colorline schippert von Kiel nach Oslo. Die Überfahrt mit der fahrenden Stadt kann schnell mal 1000€ pro Überfahrt kosten – je nach Länge und Höhe des Gefährts. Wir haben bisher meist die preisgünstigere Variante von Kiel nach Göteborg mit Stenaline genutzt (ca. 400€ einfach). Die Kabinen sind von einfach bis luxuriös buchbar und wir schlafen gerne nach einer langen Anfahrt quer durch Deutschland, während wir uns über Nacht weiter nach Norden bewegen. Von Göteborg reist man auf breiten schwedischen Strassen unkompliziert weiter in ca. 3 Stunden bis nach Oslo. Weiterhin gibt es noch einige kurze Fähren von Hirtshals nach Kristiansand und Larvik oder etwas länger nach Stavanger oder Bergen.

Einen Überblick über Häfen und Fahrtzeiten findest Du hier:

VonBisFahrzeitFährgesellschaft
KielOslo20hColorline
HirtshalsKristiansand2h 15min bis 3h 15minFjordline/Colorline
HirtshalsLarvik3h 45minColorline
HirtshalsStavanger10h 30minFjordline
HirtshalsBergen16h 30minFjordline
FrederikshavnOslo9h 15minStenaline
KopenhagenOslo17h 15minDFDS

Insgesamt finden wir, das man mit Stenaline (schwedisch gemütlich) deutlich komfortabler und günstiger reist, als mit Fjordline (norwegisch puristisch). Allerdings ist die Einfahrt in den Bergenfjord (Fähre Hirtshals-Bergen) bei schönem Wetter ein absolut tolles Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Und bei der Ankunft in Bergen ist man ja schon mitten in Fjordnorwegen!

Wer ohne Fähre nach Norwegen reisen möchte, kommt über die – ebenfalls kostenpflichtige – Öresundbrücke über Dänemark und Schweden nach Norwegen. Die Fahrzeit beträgt aus Deutschland bis Oslo mindestens 12 Stunden und zieht sich gewaltig in die Länge. Zumal Südschweden mit seinen riesigen Monokulturen zu beiden Seiten der Autobahn nicht unbedingt ein abwechslungsreiches Reiseziel darstellt. Von einer Anreise ohne Fähre kann ich aus Erfahrung nur abraten – zwar etwas billiger, aber deutlich langatmiger und sehr zeitintensiv. Wer nur die normalen Ferien für die Reise hat, sollte eine schnellere Reiseroute wählen.

Tipps zur Fährfahrt
  • Das Essen auf der Fähre ist meist sehr teuer und eher “naja”, unserer Meinung nach den Preis nicht wert.
  • Eventuell Verpflegung für Abendessen und Frühstück in einer Kühlbox mit auf die Fähre nehmen und ein Picknick an Deck oder in der Kabine genießen.
  • Wer einen Reise-Wasserkocher mitnimmt, kann sich günstig mit warmem Essen während der Überfahrt versorgen.

Fahren mit Caravan oder Wohnmobil

Der deutsche Führerschein wird in Norwegen anerkannt. Eine Winterreifenpflicht besteht nicht. Sommerreifen müssen jedoch bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Schneeketten ausgestattet werden. Aufgrund der hohen Breitenlage kann es vor allem in Nordnorwegen oder auf höher gelegenen Passstraßen wie dem Sognefjell zu jeder Jahreszeit Schnee geben – wir haben das selbst in den Sommerferien schon erlebt!

Auf Fahren nach Alkoholgenuss sollte unbedingt verzichtet werden.

Achtung
Die Promillegrenze liegt bei 0,2 Promille!

Überschreitungen werden sehr streng bis zu Gefängnisstrafen geahndet. Wir mussten teilweise schon direkt bei der Ausfahrt aus der Fähre anhalten und “pusten”, weil der norwegische Zoll schon vor dem Schiff Position bezogen hatte. Also sollte sich zumindest der Fahrer des WoMos/Gespanns während der Überfahrt in Abstinenz üben!

Geschwindigkeitsbeschränkungen und Straßenzustand

  • Schnellstraßen/Autobahnen: 90-100km/h (über 3,5t max. 80km/h)
  • Innerorts: 50km/h
  • Außerorts: 80km/h

Du solltest Dich auf jeden Fall an die vorgegebenen Geschwindigkeiten halten, denn Überschreitungen werden mit einem extrem schmerzhaften Bußgeld geahndet. In der Fjordgegend ist die Begrenzung meistens bei 60km/h. Plane also ein, dass man für eine Strecke mindestens die doppelte Zeit benötigt, wie in Deutschland. Auch die Routenplaner wie Google Maps geben die Fahrzeit so gut wie immer deutlich zu optimistisch an! Eine realistische Planung für eine Fahrt entlang eines Fjords liegt bei 30-40km/h.

Wer in Norwegen Caravan fährt, muss die Straßenverhältnisse vorher gut abschätzen!

Besonders die norwegischen Straßen am Fjord und über die Berge sind teilweise sehr eng, kurvig und steil. Hier sind Wohnmobilisten eindeutig im Vorteil. Caravaner sollten sich genau über ihre geplante Reiseroute im Vorfeld informieren, um große Augen während der Fahrt zu vermeiden. Eine gute Quelle ist z.B.

Speziell für Caravaner

Die Straßen Norwegens wurden in den letzten Jahren immer besser ausgebaut, so dass immer weniger Straßen für Wohnwagengespanne ungeeignet sind (z.B. die Serpentinenstraße nach Lysebotn, Tunnel-Umgehungsstraßen wie z.B. über das Aurlandsfjell sowie weitere kleine, unbefestigte Wege).
Bei der Höhe des Wohnwagens und des Wohnmobils gibt es keine Einschränkungen. Die Breite ist aber auf 2,55m limitiert. Ab 2,30m Breite müssen weiße Reflektoren an den Außenspiegeln angebracht werden.
Die Gesamtlänge des Gespanns (Auto + Anhänger) darf 18,75m nicht überschreiten.
Die Höchstgeschwindigkeit, auch auf Autobahnen, beträgt 80km/h. Es wird empfohlen schnelleren Fahrzeugen Platz zu machen und häufiger rechts ran zu fahren um diese passieren zu lassen. Ausweichbuchten finden sich gerade auf einspurigen Straßen in regelmäßigen Abständen, erfordern aber das sichere Rückwärtsfahren mit dem Gespann.

Mautgebühren

In Norwegen sind Autobahnen, Überlandstraßen und das Stadtgebiet von Oslo mautpflichtig. Eine genaue Übersicht auch über Zahlungsmethoden per Chip auch in deutscher Sprache bietet AutoPass. Die Kontrolle erfolgt durch automatische Stationen, die einfach durchfahren werden können, ohne anzuhalten. Die Rechnung ergeht später per Post, ohne weitere Extragebühren.

Wenn Du öfter nach Norwegen willst, ist es sinnvoll sich bei AutoPass zu registrieren, da man so die “Fastline” nutzen kann ohne anhalten und bezahlen zu müssen. Weiterhin bekommt man auf die Mautgebühr und auf die Fährpassagen 10-25% Rabatt, was je nach Reiseroute einiges an Geld sparen kann. Die kleine Box wird – ähnlich wie die GoBox in Österreich – einfach hinter der Windschutzscheibe befestigt. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen müssen den AutoPass sogar zwingend nutzen! Welche Mautgesellschaft man bei der Vertragswahl auswählt, ist erstmal egal, zahlen muss man sowieso, hat uns bei der Bestellung über o.a. Webseite jedoch zunächst verwirrt.

Tipp
AutoPass rechtzeitig vor Reiseantritt bestellen – der Versand kann einige Wochen dauern!

Benzin- und Dieselpreise

Auch wenn Norwegen, dank seiner Öl- und Gasvorräte, quasi an der Quelle sitzt, sind die Benzin- und Gaspreise vergleichsweise hoch, ebenso die Dieselpreise.

Typische Preisspannen der Treibstoffe sind ungefähr:

  • 1 Liter Diesel 1,50 – 1,65 €
  • 1 Liter Super 1,60 – 1,75 €
  • 1 Liter LPG 0,65 – 0,80 €

Aktuelle Preise können auf https://de.globalpetrolprices.com für Benzin und Diesel nachgesehen werden.

Inlandsfähren

Gerade, wenn es Dich in die Fjordgegend zieht, wirst Du öfter mal eine Fähre nutzen müssen, da die Straße einfach am Fjord vor einer Fähre endet. In der Regel ist das völlig unkompliziert. Hinfahren, anstellen, vor oder auf der Fähre bezahlen (einfach im Fahrzeug warten, es kommt ein Mitarbeiter zum Kassieren, in der Regel immer per Kreditkarte oder ec-Karte). Aussteigen und Fährfahrt genießen. Meist kann man an Bord einen kleinen Snack kaufen, es werden Toiletten vorgehalten und es gibt ein Aussichtsdeck.

Am Häufigsten wirst Du mit dem Unternehmen “Fjord1” fahren. Deswegen hier ein Link für Fahrplan- und Preisauskünfte (auf englisch): Fährgesellschaft Fjord 1. Ein typischer Preis für eine Fjordüberquerung liegt für ein Wohnmobil bei ca. 30-45€. Für die Passage Bodø nach Moskenes auf den Lofoten haben wir über 300€ hinblättern müssen. Die Spannbreite ist also groß.

Es gibt noch die Möglichkeit, wenn man wirklich häufig Fähren nutzt und auch öfter in Norwegen unterwegs ist, sich die so genannte “Ferjekort” zu kaufen. Hierdurch ist ein satter Rabatt auf den Fährpreis (Fahrzeug + Fahrer) von 50% möglich. Sie kostet 50 NOK und muss vorab mit 3500 NOK beladen werden. Wir haben diese Karte selbst noch nicht ausprobiert und deswegen keine persönlichen Erfahrungen. Auf einem Beitrag des Nordlandblogs wird hierüber aber Genaueres berichtet. Wir werden das bei unserer nächsten Reise mal probieren!

Die Sache mit dem Gas…

Zur Befüllung der Gasflaschen gibt es ein recht engmaschiges Autogas-Tankstellennetz. Die rund 100 Stationen sind mit „LPG“ ausgeschildert. Eine Übersicht findet sich auf dieser Seite. Zudem können bei der Firma AGA (www.aga.no) Gasflaschen erworben werden. Am Ende der Reise werden diese dann wieder zurück genommen, wofür 400 NOK gezahlt werden.
Auf Fähren sind die Gasflaschen in jedem Fall zuzudrehen! Dies wird auch stichprobenartig überprüft und man erhält vor der Fährauffahrt einen Aufkleber, mit dem der Gaskasten “verplombt” werden muss. Gerade bei längeren Fährfahrten lohnt es sich daher nicht, den Kühlschrank zu befüllen, weil das Essen auftauen wird.

Das Nachfüllen von Alugasflaschen ist möglich, jedoch gibt es noch kein sehr dichtes Netz. Informieren wo sich die Nachfüllstationen befinden, kann man sich auf dieser Seite.

Übernachten mit Wohnmobil und Caravan

In Norwegen gibt es ungefähr 800 Campingplätze. In den touristischen Hauptregionen liegen meist mehrere nebeneinander. Die meisten Plätze haben eine gute bis sehr gute Infrastruktur und liegen landschaftlich reizvoll. Es gibt jedoch noch immer “norwegisch puristische” Plätze, wo man kaum etwas geboten bekommt. Viele Campingplätze sind mit Küchen ausgestattet.

Gute Quellen zur Recherche über Campingplätze sind:

  • die Webseite Camping.info.
  • Die App “Campercontact” von NKC
  • Die App “Stellplatz Scandinavia” von Magnus Gronbeck
  • Die App “Womo Stellplatz” von Lukas Koerdt

Wild übernachten ist möglich und grundsätzlich erlaubt (siehe unseren Beitrag über das Jedermannsrecht), jedoch nicht immer gern gesehen, da es in den letzten Jahren überhand nahm und zudem oft Müll in der Natur entsorgt wurde. Auf zahlreichen Plätzen entlang der Hauptstraßen ist daher Camping verboten (“Camping forbudt”) oder das Parken zwischen 20 und 8 Uhr nicht gestattet. Regelungen dieser Art sollten beachtet werden, sonst kann es wieder teuer werden oder man muss des Nächtens den Platz räumen.

Zollbestimmungen

Die norwegischen Zollbestimmungen sind sehr streng. Insbesondere der Import von Alkohol, aber auch Tabakwaren unterliegt sehr strengen Begrenzungen. Kleine Überschreitungen werden streng geahndet. Die Ein- und Ausfuhr von Landes- und Fremdwährung ist unbeschränkt möglich, ab einem Wert von 25.000 NOK aber registrierungspflichtig. Bei der Ausreise ist insbesondere zu beachten, dass der norwegische Zoll Anglern die Ausfuhr von maximal 15kg Fisch pro Person gestattet. Jegliche Überschreitung der Zollobergrenzen bei der Ein- oder Ausfuhr von Waren mit dem PKW oder im Wohnmobil wird im Regelfall allein dem Fahrer des Fahrzeugs angelastet. Dies auch dann, wenn mehrere Personen im Fahrzeug beteuern, Eigentümer der Waren zu sein. Dadurch können empfindliche Strafen für den Fahrer fällig werden.

Über die genauen zollrechtlichen Vorschriften, die bei einer Einreise nach Norwegen zu beachten sind, informiert – auch auf deutscher Sprache der norwegische Zoll.

Ein- und Ausfuhr von Heimtieren

Für Reisen mit bestimmten Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) gilt folgende Regelung:
Das Tier muss eine Identifikation (gut lesbare Tätowierung vor dem 3. Juli 2011) bzw. einen Mikrochip haben.

Das Tier muss gemäß den Empfehlungen des Impfstoffproduzenten (normalerweise frühestens wenn es drei Monate alt ist) gegen Tollwut geimpft worden sein. Es darf nicht vor dem 21. Tag nach der Impfung eingeführt werden. Die Forderung nach einer Tollwutimpfung gilt auch bei der Einreise mit Tieren aus tollwutfreien Staaten.

Hunde müssen 120 bis 24 Stunden vor Einreise gegen Bandwurmbefall behandelt worden sein. Die Einfuhr von einigen Terriern und Wolfshunden ist verboten. Genaue Informationen bietet die Botschaft des Königreichs Norwegen.

Medizinische Versorgung

Wer auf medizinische Betreuung angewiesen ist, sollte sich vorher über die bestehenden Möglichkeiten im dünn besiedelten Norwegen informieren. Regional unterschiedlich kann es im Gesundheitswesen in einigen Bereichen Engpässe geben. Außerhalb der regelmäßigen Dienstzeiten von 8 bis 16 Uhr können die örtlichen Notfallzentralen (legevakt) kontaktiert werden.

Notrufnummern
Die zentrale Notrufnummer in Norwegen lautet 112 (Polizei), bzw. 113 (Rettungsdienste und Notarzt).

Beim zahnärztlichen Notdienst (tannlegevakt) muss in der Regel vor Ort in bar oder üblicherweise per Kreditkarte gezahlt werden. Bei allen anderen Behandlungen ist zur Deckung evtl. anfallender Behandlungskosten die Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card) erforderlich, welche über die heimische Krankenkasse erhältlich ist. Weitere Informationen sind bei der Deutschen Verbindungsstelle für Krankenversicherung im Ausland zu erfragen.

Nur nebenbei: Auf Spitzbergen wird die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card) nicht anerkannt – doch bis dorthin dürfte kaum ein WoMo-Tourist oder Caravaner vorstoßen…

Allgemein wird empfohlen eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholung abzuschließen. Hier bitte darauf achten, das die Rückholung nicht nur bei “medizinischer Notwendigkeit” erfolgt, das muss nämlich nicht immer der Fall sein, auch wenn man gerne zurück in die Heimat möchte, aber die Behandlung auch in Norwegen durchgeführt werden kann…

Impfungen

Ebenso wie in Deutschland kommt die FSME in Norwegen landesweit vor. Daher ist es wichtig, seinen Impfschutz auf diese virale Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird zu checken: Bist Du unter 50 Jahren, sollte die letzte Impfung nicht länger als 5 Jahr her sein. Ab dem 50. Lebensjahr, wenn der Immunschutz schwächer wird, sollte man sich alle 3 Jahre impfen lassen. Im Gegensatz zur bakteriellen Borreliose, die erst 12 Stunden nach einem Zeckenstich übertragen werden kann, wird die virale FSME unmittelbar mit dem Stich übertragen. Da es keine ursächliche Behandlung der FSME gibt, hilft nur die rechtzeitige Impfung!

Ansonsten sollte jeder über den auch in Deutschland empfohlenen Immunschutz für Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung (Polio) haben. Auch eine Impfung gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) und Pneumokokken (bei über 60-jährigen) sollte vorhanden sein. Die Impfung gegen Hepatitis A (Übertragung über durch Fäkalkeime verunreinigtes Trinkwasser) ist sicher sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig.

Einkaufen in Norwegen

Bezahlen

In Norwegen wird so gut wie alles mit “Plastikgeld” bezahlt. Die ec-Karte ist in den letzten Jahren zum ubiquitären Zahlungsmittel geworden. Alternativ sind auch Kreditkarten überall möglich – selbst Parkgebühren lassen sich so bezahlen. Oft muss aber bei Kreditkarte noch die PIN eingegeben werden, die reine Unterschrift reicht oft nicht aus.

Tipp
Kreditkarten-PIN vor der Reise nach Norwegen nicht vergessen!

Das vorherige Wechseln und die Mitnahme von NOK aus Deutschland ist absolut nicht notwendig.

Lebensmittel

Da in Norwegen die Lebensmittelpreise schwindelerregend hoch sind, empfehlen wir den Einkauf beim Discounter als günstigste Alternative. Die wichtigsten Ketten sind Rema 1000, Coop, Kiwi und Bunnpris. In größeren Dörfern und Städten findet man meist mindestens einen der besagten Supermärkte. Wenn man sich mehr in ländlicheren Gegenden aufhält, wird man auch häufiger auf die Kette Joker treffen. Wenn möglich, sollte man die Preise der Läden vergleichen. Im Großen und Ganzen konnten wir Rema 1000 als den günstigsten Discounter verzeichnen. Auf dem Land sind die Preise meist höher als in der Stadt und im Norden sind die Preise höher als im Süden. Insgesamt solltest Du für Lebensmittel etwa das doppelt bis dreifache des Preises, den Du aus Deutschland gewohnt bist, einplanen. Besonders frisches Obst und Gemüse ist gerne noch deutlich teurer. Für Alkohol und Tabakwaren gilt das Gleiche.

Wir hoffen, das wir Euch mit diesen Reisetipps für Eure erste Norwegenreise mit dem Wohnmobil oder dem Caravan helfen konnten! Wenn Ihr noch weitere gute Tipps habt, die wir hier nicht aufgelistet haben, hinterlaßt gerne einen Kommentar, wir freuen uns auf Eure Reaktionen!

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Oft mit zu viel und zu schwerer Fotoausrüstung. Könnte das ganze Jahr im Reisemobil unterwegs sein, wenn die Arbeit nicht wäre...

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