Vogelbeobachtung auf der Vogelinsel Runde

Südwestlich von Alesund, an der westnorwegischen Küste, mitten im Atlantik, befindet sich die Vogelinsel Runde, die zur Gemeinde Herøy gehört. Es handelt sich dabei um Skandinaviens südlichste Brustinsel für Seevögel. Sie besitzt eine Fläche von ca. 6,5 Quadratkilometern und einen Umfang von knapp 20 Kilometern. Es kommen dort vor allem die niedlichen Papageientaucher, Dreizehenmöwen, Trottellummen und Eissturmvögel vor. Insgesamt leben auf der Vogelinsel Runde über 200 Vogelarten in den bis zu 250 Meter hohen Klippen. Über eine halbe Million Seevögel teilen sich die Insel mit etwa 100 menschlichen Einwohnern. Die Insel ist durch Tunnel und Brücke auch ohne Fähre erreichbar.

Über Brücken kommt man mit dem Wohnmobil problemlos auf die Insel.

Übernachten kann man am besten auf dem Campingplatz in Goksøyr. Die Zufahrt ist eng und eher etwas für Wohnmobile. Aber auch keinere Wohnwägen kommen dorthin. Die letzen Kilometer verlaufen über ein kleines Sträßchen entlang der Steilküste der Insel und durch einen kurvigen kurzen Tunnel. Auf der Insel werden auch viele Privatunterkünfte vermietet, da es immer mehr Touristen auf die Insel zieht, um die Vögel beim Brüten zu beobachten. Es gibt auch einen Hafen, von dem aus Bootsfahrten zu den steilen Klippen, in denen die Vögel leben, angeboten werden. Die beste Zeit zur Vogelbeobachtung ist Mai bis Ende Juli. Ab September bestehen gute Voraussetzungen, um das Polarlicht zu sehen.

Die Vogelinsel Runde hat eine sehr informative Website, die man über diesen Link erreicht.

Auch wenn man nicht auf dem Campingplatz Goksøyr übernachtet, ist direkt nebenan ein Parkplatz (auch für WoMos), den man als Startplatz für eine Wanderung auf die Vogelfelsen nutzen kann. Festes Schuhwerk und regen-/windfeste Kleidung ist Pflicht. Ein starkes Teleobjektiv und ein Stativ machen sich sicher auch gut für Fototouristen. Zunächst geht es steil bergan auf gutem Weg bis auf das Plateau der Insel. Ab hier werden die Wege eher zu kleinen, oft sehr rutschigen Pfaden, die nach Regenperioden eher einer Schlammpiste ähneln (manchmal wären Gummistiefel sicher optimaler als Wanderschuhe…). Man kann in weitem Bogen stundenlang über die Insel wandern, bis man endlich die steilen Klippen in der Ferne auftauchen sieht (es gibt auch einen direkteren Weg quer über die Insel). Dort fällt die Insel steil ab und man kann von oben sehr schön in die Klippen zu den Nistplätzen hinein fotografieren. Eine Brotzeit an dieser Stelle ist sicher eine gute Idee!

Auch muss man auf die richtige Jahreszeit achten, um die beliebten Papageientaucher aus der Nähe fotografieren zu können. Wir haben leider nur einen einzigen Vogel dieser Art auf den vielen Fotos sichten können und das war eher eine Zufallsaufnahme (wer entdeckt den kleinen schwarzen Vogel auf den Fotos?). Insgesamt ist die Wanderung über die Insel aber ein tolles Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man mal in der Gegend ist – wir werden sicherlich nochmal kommen, dann aber auf die richtige Brutzeit achten!

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Oft mit zu viel und zu schwerer Fotoausrüstung. Könnte das ganze Jahr im Reisemobil unterwegs sein, wenn die Arbeit nicht wäre...

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