Vogelinsel Runde in Norwegen: Papageientaucher und Vogelfelsen erleben
Die Vogelinsel Runde gehört für uns zu den faszinierendsten Naturzielen an der norwegischen Küste. Die kleine Insel liegt südwestlich von Ålesund direkt am offenen Meer und ist vor allem für ihre riesigen Seevogelkolonien bekannt.
Besonders berühmt ist Runde für die Papageientaucher, die während der Brutzeit an die steilen Vogelfelsen zurückkehren. Aber auch Basstölpel, Seeadler und zahlreiche weitere Seevögel lassen sich auf und rund um die Insel beobachten.
Wir haben Runde selbst besucht und sind zu Fuß hinauf zu den Vogelfelsen gewandert. Dabei haben wir schnell gemerkt: Runde ist weit mehr als nur ein Ziel für Vogelbeobachter. Schon die Wanderung über die Insel, der Blick auf den Atlantik und die raue Landschaft machen einen Besuch lohnenswert.
In diesem Beitrag zeigen wir Dir, was wir auf der Vogelinsel Runde in Norwegen erlebt haben, wo Du Papageientaucher beobachten kannst und was Du über Wanderung, Anreise und Camping wissen solltest.
Vogelinsel Runde auf einen Blick
| Vogelinsel Runde | |
|---|---|
| Lage | Møre og Romsdal, südwestlich von Ålesund |
| Bekannt für | große Seevogelkolonien |
| Highlight | Papageientaucher |
| Vogelfelsen | Rundebranden und weitere Brutgebiete |
| Rundebranden | etwa 300 m hoch |
| Wandern | markierte Wanderwege |
| Papageientaucher | besonders während der Brutzeit |
| Camping | Campingmöglichkeiten auf der Insel |
| Besucherzentrum | Runde Environmental Centre / Opplev Runde |
| Unser Tipp | für Vogelbeobachtung genügend Zeit einplanen |
Rundebranden gilt als einer der bedeutenden Vogelfelsen Norwegens. Für Runde werden rund 80 dort brütende und insgesamt mehr als 300 nachgewiesene Vogelarten genannt.
Warum ist Runde die Vogelinsel Norwegens?
Runde liegt unmittelbar am offenen Meer und bietet zahlreichen Seevogelarten ideale Bedingungen zum Brüten.
Während der Brutsaison bevölkern riesige Vogelkolonien die steilen Felsen der Insel. Die offizielle Tourismusinformation nennt rund 100.000 Seevögel während der Brutzeit.
Zu den bekanntesten Bewohnern gehören natürlich die Papageientaucher.
Aber wenn Du nur wegen ihnen nach Runde kommst, übersiehst Du schnell, wie vielfältig die Vogelwelt tatsächlich ist.
Je nach Jahreszeit und Beobachtungsort kannst Du unter anderem auf verschiedene Möwenarten, Seeadler, Basstölpel und weitere Seevögel treffen.
Für uns liegt gerade darin der Reiz von Runde:
Du weißt vorher nie genau, was Dir während einer Wanderung vor die Kamera oder das Fernglas kommt.
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Wann kann man auf Runde Papageientaucher sehen?
Die Papageientaucher – norwegisch Lunde – sind für viele Besucher der eigentliche Grund für eine Reise nach Runde.
Wenn auch Du hauptsächlich wegen der kleinen schwarz-weißen Seevögel kommst, spielt der Reisezeitpunkt eine entscheidende Rolle.
Die Papageientaucher kommen zur Brutzeit an die Vogelfelsen von Runde. Aktuelle Besucherinformationen nennen insbesondere den Zeitraum April bis Juli.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Du bei einem Besuch automatisch Papageientaucher aus nächster Nähe sehen wirst.
Wetter, Tageszeit und das Verhalten der Tiere spielen ebenfalls eine Rolle.
Unser Tipp zur Beobachtung der Papageientaucher
Plane die Papageientaucher nicht wie eine Sehenswürdigkeit mit festen Öffnungszeiten.
Nimm Dir Zeit.
Gerade dadurch unterscheidet sich Runde für uns von vielen klassischen Reisezielen. Du kommst nicht oben an, machst ein Foto und gehst wieder zurück.
Du setzt Dich hin, beobachtest den Himmel und die Felsen – und wartest darauf, was passiert.
Unsere Vogelbeobachtung auf Runde
Natürlich hatten auch wir die Kamera dabei. Trotzdem haben wir irgendwann gemerkt, dass Runde kein Ort ist, den man ausschließlich durch das Teleobjektiv erleben sollte. Überall am Himmel herrscht Bewegung, vom Meer ziehen ständig neue Vögel heran und an den steilen Felsen gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken.
Zunächst geht es steil bergan auf gutem Weg bis auf das Plateau der Insel. Ab hier werden die Wege eher zu kleinen, oft sehr rutschigen Pfaden, die nach Regenperioden eher einer Schlammpiste ähneln (manchmal wären Gummistiefel sicher optimaler als Wanderschuhe…). Man kann in weitem Bogen stundenlang über die Insel wandern, bis man endlich die steilen Klippen in der Ferne auftauchen sieht (es gibt auch einen direkteren Weg quer über die Insel). Dort fällt die Insel steil ab und man kann von oben sehr schön in die Klippen zu den Nistplätzen hinein fotografieren. Eine Brotzeit an dieser Stelle ist sicher eine gute Idee!
Auch muss man auf die richtige Jahreszeit achten, um die beliebten Papageientaucher aus der Nähe fotografieren zu können. Wir haben leider nur einen einzigen Vogel dieser Art auf den vielen Fotos sichten können und das war eher eine Zufallsaufnahme (wer entdeckt den kleinen schwarzen Vogel auf den Fotos?). Insgesamt ist die Wanderung über die Insel aber ein tolles Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man mal in der Gegend ist – wir werden sicherlich nochmal kommen, dann aber auf die richtige Brutzeit achten!
Fotografieren auf Runde
Für Vogelfotografie ist ein Teleobjektiv natürlich von Vorteil.
Mindestens genauso wichtig sind für uns aber Geduld und Rücksicht auf die Tiere.
Wir würden niemals versuchen, für ein besseres Foto näher an Brutplätze heranzukommen oder markierte Wege beziehungsweise erlaubte Bereiche zu verlassen.
👉 Die Vögel bestimmen die Distanz – nicht das gewünschte Foto.
Runde besitzt empfindliche Schutzgebiete und während der Brutzeit gelten besondere Naturschutzregeln.
Wanderung zu den Vogelfelsen auf Runde
Die Vogelfelsen erreichst Du zu Fuß.
Vom Bereich Goksøyr führt der Weg hinauf auf das Bergplateau. Schon der Aufstieg gehört für uns zum Erlebnis, denn mit zunehmender Höhe wird der Blick über die Insel und das Meer immer beeindruckender.
Der Rundebranden liegt auf ungefähr 300 Metern Höhe. Die offiziellen Wanderinformationen beschreiben den Weg als markiert; Teile führen über feuchtes beziehungsweise mooriges Gelände.
Wie lange läuft man zu den Vogelfelsen?
Für geführte Touren wird für den Weg zu den Vogelfelsen ungefähr 45 Minuten angegeben. Die entsprechende geführte Runde umfasst etwa 4,5 Kilometer und 200 bis 300 Höhenmeter.
Diese Angabe würde ich allerdings nur als Orientierung verstehen.
Wie lange Du tatsächlich brauchst, hängt davon ab, welchen Weg Du gehst, wie häufig Du zum Fotografieren stehen bleibst und welche Bereiche der Insel Du miteinander kombinierst.
Unsere Erfahrung: Die Wanderung ist mindestens eine Halbtagestour, bei Lust am Fotografieren auch durchaus länger.
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Was solltest Du für die Wanderung mitnehmen?
Wir würden auf Runde auf jeden Fall an Folgendes denken:
- feste, möglichst wasserdichte Schuhe
- wind- und regendichte Kleidung
- Fernglas
- Kamera beziehungsweise Teleobjektiv
- ausreichend Getränke
- je nach Jahreszeit zusätzliche warme Kleidung
Vor allem den Wind an der exponierten Küste solltest Du nicht unterschätzen.
Rundebranden – der berühmte Vogelfelsen
Der Rundebranden ist einer der bekanntesten Punkte der Insel und erreicht ungefähr 300 Meter Höhe.
Von oben hast Du einen beeindruckenden Blick über das Meer, die umliegenden Inseln und die Küstenlandschaft. Laut der regionalen Tourismusinformation zählt Rundebranden zu den bedeutenden Vogelfelsen Norwegens.
Der Weg führt teilweise über mooriges Gelände.
👉 Gute Schuhe sind deshalb nicht nur bei Regen sinnvoll.
Welche Vögel kann man auf Runde beobachten?
Papageientaucher sind die Stars der Insel – aber Runde bietet wesentlich mehr.
Mehr als 300 Vogelarten wurden auf der Insel nachgewiesen, rund 80 Arten brüten dort.
Je nach Jahreszeit kannst Du unter anderem verschiedene Seevögel und Greifvögel beobachten.
Wir haben jede Menge Basstölpel, einige Papageientaucher und einige Seeadler beobachten können. Ein wirklich impossantes Spektakel.
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Anreise zur Vogelinsel Runde
Runde liegt in der Gemeinde Herøy in Møre og Romsdal südwestlich von Ålesund.
Die Insel ist über Straßen und Brücken mit dem Festland verbunden und lässt sich daher auch mit Auto, Wohnmobil oder Wohnwagen erreichen.
Eine Fähre direkt auf die Insel brauchst Du mit dem Fahrzeug nicht.
Je näher Du Runde kommst, desto mehr lohnt es sich, für die Anfahrt etwas Zeit einzuplanen. Die Landschaft ist bereits Teil des Erlebnisses.
Runde ohne eigenes Fahrzeug
Runde lässt sich grundsätzlich auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Aktuell wird beispielsweise eine Verbindung von Ålesund per Schnellboot nach Hareid und anschließend per Bus nach Goksøyr auf Runde beschrieben. Dabei sind Umstiege erforderlich.
Wenn Du ohne eigenes Fahrzeug anreist, solltest Du die aktuellen Verbindungen vorher prüfen.
Camping auf der Vogelinsel Runde
Wenn Du mit Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs bist, lohnt sich eine Übernachtung auf Runde besonders.
Der große Vorteil:
Du musst Deinen Besuch nicht auf wenige Stunden reduzieren und kannst Deine Vogelbeobachtung viel flexibler planen.
Im Bereich Goksøyr gibt es Campingmöglichkeiten; auch die offiziellen Wanderinformationen nennen Goksøyr Camping als Unterkunft in der Nähe des Rundebranden.
Unsere Erfahrung: Der Campingplatz ist einfach, funktionell, sauber und liegt direkt am Fuße des Vogelfelsens. Für einen Besuch auf Runde ist es also eine praktische Wahl.
Die Zufahrt ist einspurig. Aber auch keinere Wohnwägen kommen bis dorthin. Die letzen Kilometer verlaufen über ein kleines Sträßchen entlang der Steilküste der Insel und durch einen kurvigen kurzen Tunnel. Auf der Insel werden auch viele Privatunterkünfte vermietet, da es immer mehr Touristen auf die Insel zieht, um die Vögel beim Brüten zu beobachten. Es gibt auch einen Hafen, von dem aus Bootsfahrten zu den steilen Klippen, in denen die Vögel leben, angeboten werden. Die beste Zeit zur Vogelbeobachtung ist Mai bis Ende Juli. Ab September bestehen gute Voraussetzungen, um das Polarlicht zu sehen.
Freistehen auf Runde?
Runde besitzt empfindliche Naturschutzbereiche und gerade während der Brutzeit gelten besondere Schutzbestimmungen. Für die Region Ålesund/Runde weist Visit Norway ausdrücklich auf besondere Regeln zum Schutz der Tierwelt hin.
Wenn Du mit Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs bist, solltest Du deshalb vorhandene Camping- und Übernachtungsmöglichkeiten bevorzugen und Beschilderungen vor Ort beachten.
👉 Die allgemeinen Regeln erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zum Freistehen mit dem Wohnmobil in Norwegen.
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Runde Environmental Centre
Wenn das Wetter nicht mitspielt oder Du mehr über die Natur der Insel erfahren möchtest, lohnt sich auch ein Blick ins Runde Environmental Centre beziehungsweise zu Opplev Runde.
Dort findest Du Informationen über die Vogelwelt und die Küstenökologie. Außerdem werden geführte Wanderungen und weitere Aktivitäten angeboten. Die Touristeninformation für Runde befindet sich ebenfalls dort.
Für uns wird das Besucherzentrum allerdings immer die Ergänzung zur Natur draußen bleiben.
Der eigentliche Grund, nach Runde zu fahren, wartet oben auf den Vogelfelsen.
Lohnt sich Runde auch außerhalb der Papageientaucher-Saison?
Ja – allerdings mit einer anderen Erwartung.
Wenn Dein Hauptziel ausschließlich Papageientaucher sind, solltest Du Deine Reise natürlich auf deren Brutzeit abstimmen.
Die Insel selbst verschwindet danach aber nicht.
Auch außerhalb der klassischen Papageientaucherzeit bleiben:
- die Küstenlandschaft
- Rundebranden
- Wanderwege
- andere Vogelarten
- das offene Meer
- Runde Fyr
Vogelbeobachtung ist auf Runde grundsätzlich das ganze Jahr über möglich.
Wer außerhalb des Sommers kommt, erlebt die Insel vermutlich deutlich ruhiger und rauer.
Auch Wanderungen zum Runde Fyr sind eine Alternative. Aktuelle geführte Touren zum Leuchtturm werden ausdrücklich auch außerhalb der Sommersaison angeboten.
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Unser Fazit zur Vogelinsel Runde
Die Vogelinsel Runde ist für uns eines dieser Reiseziele, bei denen nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit im Mittelpunkt steht.
Natürlich wollten auch wir die Papageientaucher sehen.
Aber am Ende sind uns genauso die Wanderung über die Insel, die Aussicht vom Vogelfelsen, das offene Meer und die enorme Zahl an Vögeln in Erinnerung geblieben.
Wenn Du gerne wanderst, fotografierst oder Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachtest, würden wir Runde bei einer Reise durch diese Region Norwegens unbedingt einplanen.
Unser wichtigster Tipp:
👉 Nimm Dir Zeit.
Runde funktioniert für uns nicht als schneller Zwischenstopp. Gerade bei der Vogelbeobachtung lohnt es sich, einfach einmal sitzen zu bleiben, das Fernglas oder die Kamera bereitzuhalten und zu beobachten, was um Dich herum passiert.
Und manchmal ist der schönste Moment genau der, mit dem Du vorher überhaupt nicht gerechnet hast.
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