Der Reinebringen gehört zu den bekanntesten Wanderungen auf den Lofoten – und wenn Du oben stehst, verstehst Du schnell, warum. Unter Dir liegen Reine, die kleinen Inseln und tief eingeschnittenen Fjorde, während sich ringsherum die schroffen Berge der Lofoten erheben.
Dabei ist der Reinebringen mit seinen 484 Metern nicht besonders hoch. Der Aufstieg hat es trotzdem in sich: Über die steile Sherpa-Treppe geht es nahezu ohne Verschnaufpause bergauf. Oben wartet dafür eines der Panoramen, für die die Lofoten berühmt geworden sind.
Wir zeigen Dir in diesem Beitrag, was Dich bei der Wanderung auf den Reinebringen erwartet, wie anstrengend der Aufstieg ist und worauf Du bei Planung und Ausrüstung achten solltest.
ℹ️ Wichtig: Der Reinebringen ist kein Winterwanderziel. Schnee und Eis machen die steilen Stufen gefährlich. Informiere Dich deshalb vor Deiner Wanderung über die aktuellen Bedingungen und mögliche Sperrungen.
Reinebringen im Herzen der Lofoten
Der Reinebringen liegt auf Moskenesøya im Süden der Lofoten und erhebt sich unmittelbar über dem bekannten Fischerdorf Reine. Obwohl der Berg lediglich 484 Meter hoch ist, bietet sich von oben ein beeindruckender Blick über Reine, den Reinefjord und die umliegende Bergwelt.
Der Aufstieg erfolgt heute größtenteils über eine aus Natursteinen angelegte Sherpa-Treppe. Sie ersetzt auf weiten Teilen den früheren, stark beanspruchten Pfad und führt steil den Berghang hinauf. Gerade weil der Reinebringen zu den beliebtesten Wanderzielen der Lofoten gehört, musst Du besonders in der Hauptsaison mit vielen anderen Wanderern rechnen.
Die geringe Höhe solltest Du dabei nicht unterschätzen: Der Weg gewinnt auf relativ kurzer Strecke mehr als 400 Höhenmeter. Das bedeutet viele steile Stufen und einen entsprechend anstrengenden Aufstieg.
Anreise zum Reinebringen
Reine liegt auf Moskenesøya im Süden der Lofoten und ist mit dem Wohnmobil über die E10 erreichbar. Kommst Du vom norwegischen Festland, kannst Du entweder über die Straßenverbindung via Narvik auf die Lofoten fahren oder mit der Fähre von Bodø nach Moskenes übersetzen.
Wir nutzen gerne die Fähre, denn Moskenes liegt nur wenige Kilometer von Reine entfernt. Gerade in der Hauptsaison solltest Du Dich rechtzeitig um die Überfahrt kümmern und die aktuellen Fahrpläne prüfen.
Unser Tipp aus eigener Erfahrung: Eine Reservierung kann im Sommer einiges an Stress ersparen. Wir haben selbst schon am Fährterminal auf eine Überfahrt gewartet – und können uns spannendere Plätze für eine Nacht auf den Lofoten vorstellen.
Parken am Reinebringen
Wenn Du mit Auto oder Wohnmobil anreist, kannst Du am Reine Ytre Havn parken. Von dort gehst Du zunächst durch Reine in Richtung Reinehalsen und anschließend entlang der E10 Richtung Å.
Vor dem Straßentunnel wechselst Du auf die alte Straße außerhalb des Tunnels. Sie führt Dich schließlich zum Einstieg der Reinebringen-Treppe. Vom Parkplatz bis zum eigentlichen Beginn des Aufstiegs solltest Du mit rund 30 Minuten Fußweg rechnen.
Gerade in der Hauptsaison ist rund um Reine sehr viel los. Plane deshalb genügend Zeit für Parkplatzsuche und den zusätzlichen Fußweg ein.
Mit Bus und Fähre zum Reinebringen
Auch ohne eigenes Fahrzeug kannst Du den Reinebringen erreichen. Die Fähre verbindet Bodø mit Moskenes, von wo aus Busverbindungen weiter nach Reine führen.
Die nächstgelegene Haltestelle für die Wanderung ist Reine kryss (Moskenes). Da sich Linien und Fahrpläne ändern können, solltest Du die aktuelle Verbindung vor Deiner Tour bei Reis Nordland prüfen.
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Wanderung auf den Reinebringen: Stufe für Stufe zum Panorama
Der eigentliche Aufstieg beginnt an der alten Straße, die außerhalb des Reinetunnels verläuft. Sobald Du die ersten Steinstufen erreichst, ist die Richtung kaum noch zu verfehlen: Von hier geht es fast durchgehend steil bergauf.
Die aus Natursteinen gebaute Sherpa-Treppe zieht sich in zahlreichen Stufen den Hang hinauf. Schon nach den ersten Höhenmetern merkst Du, dass die geringe Höhe des Reinebringen täuscht. Der Aufstieg ist technisch nicht besonders schwierig, verlangt durch die Steigung und die vielen Stufen aber einiges an Kondition.
Zwischendurch lohnt es sich immer wieder, stehen zu bleiben und zurückzuschauen. Mit jedem Höhenmeter wird der Blick auf Reine, den Reinefjord und die umliegenden Berge eindrucksvoller.
Bei Nässe solltest Du besonders vorsichtig unterwegs sein. Die Steine können rutschig werden, und auch starker Wind kann die Wanderung unangenehm machen. Bei schlechten Wetterbedingungen würden wir auf den Aufstieg verzichten.
Oben auf dem 484 Meter hohen Reinebringen wartet schließlich die Belohnung: Unter Dir liegen Reine und der Reinefjord, dahinter ragen die schroffen Berge der Lofoten aus dem Meer. Auch Sakrisøy und Hamnøy lassen sich in der zerklüfteten Inselwelt erkennen.
Für uns gehört dieser Ausblick zu den spektakulärsten Panoramen der Lofoten. Gerade bei klarem Wetter kann man hier oben lange stehen und immer wieder neue Details in der Landschaft entdecken.
Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg. Dabei solltest Du Dir Zeit lassen, denn die vielen steilen Stufen können insbesondere für die Knie anstrengend werden. Wanderstöcke können beim Abstieg angenehm sein, sind aber aus unserer Sicht kein zwingender Bestandteil der Ausrüstung.
Für die gesamte Wanderung solltest Du – abhängig von Kondition, Pausen und Besucheraufkommen – etwa 2 bis 4 Stunden einplanen. Hinzu kommt gegebenenfalls der Fußweg vom Parkplatz zum Einstieg.
Wie viele Stufen hat der Reinebringen?
Der Aufstieg auf den Reinebringen führt heute über rund 2.000 Steinstufen. Die von nepalesischen Sherpas errichtete Steintreppe ersetzt große Teile des früheren, deutlich gefährlicheren Aufstiegs. Trotz der Treppen solltest Du die Wanderung nicht unterschätzen: Der Aufstieg ist steil und verlangt Kondition.
Kann man den Reinebringen im Winter wandern?
Die Wanderung auf den Reinebringen wird im Winter nicht empfohlen. Visit Lofoten empfiehlt die Tour nur, wenn der Berg schnee- und eisfrei ist. Durch Schnee, Eis und die Steilheit kann der Aufstieg erheblich gefährlicher werden.
Tipps zur Tour: Meistere die Herausforderungen
- Der Reinebringen ist rund ums Jahr stark besucht. Perlschnurartig schleppen sich die Karawanen auf der Treppe nach oben. Plane Deine Tour daher möglichst frühmorgens oder abends, um Menschenmassen zu vermeiden – bei Sonnenaufgang gehört die Welt dir allein.
- Überprüfe das Wetter via yr.no. Nebel macht den Gipfel unsichtbar und Dein Panorama ist weg, bei Regen wird der Pfad lebensgefährlich.
- Starte fit, mit Pausen für Fotos und nimm ausreichend Wasser mit
- Mit Kindern: Die Tour ist steil und der Gipfelbereich klein und häufig stark überlaufen. Visit Lofoten weist darauf hin, dass lokale Bergführer und Einheimische von der Tour mit kleinen Kindern abraten. Bei älteren, bergerfahrenen Kindern sollten Kondition, Trittsicherheit, Wetter und Andrang individuell berücksichtigt werden.
- Falls Du einen Hund hast – stell Dich darauf ein ihn zu tragen (zumindest haben wir das auf unserer Tour sehr oft gesehen)
- Oben gibt es keine Versorgung – pack Proviant ein, genieße Dein Picknick mit Ausblick.
- Im Sommer die Mitternachtssonne nutzen, im Herbst Abends die Nordlichter jagen – das Erlebnis ist umwerfend!
- Respektiere Leave-No-Trace: Müll mitnehmen, auf dem Pfad bleiben. Bei Sturm abbrechen – Sicherheit geht über alles!
Fotografieren am Reinebringen
Der Reinebringen ist natürlich auch fotografisch ein Highlight. Für das klassische Panorama über Reine, den Reinefjord und die umliegenden Berge eignet sich ein Weitwinkelobjektiv besonders gut.
Spannend wird es vor allem bei tief stehender Sonne. Im Sommer kannst Du die langen Abende und die Mitternachtssonne nutzen, während sich im Herbst mit etwas Glück völlig andere Lichtstimmungen ergeben.
Ein Stativ kann für Langzeitbelichtungen und Aufnahmen bei wenig Licht sinnvoll sein. Bedenke aber, dass Du die komplette Fotoausrüstung über viele steile Stufen nach oben tragen musst – wir würden deshalb eher leichtes Gepäck bevorzugen.
Wichtig für Drohnenpiloten: Informiere Dich vor dem Flug unbedingt über die aktuellen Drohnenregeln und Schutzgebiete. In geschützten Bereichen des Lofotodden-Nationalparks ist das Fliegen mit Drohnen verboten. Beachte außerdem die Beschilderung vor Ort.
Unser Tipp: Wir nutzen für ungewöhnliche Perspektiven gerne eine 360°-Kamera mit langem Selfiestick. Damit lassen sich auch ohne Drohne interessante Aufnahmen aus einer erhöhten Perspektive machen.
Welche Ausrüstung brauchst Du für den Reinebringen?
Für die Wanderung brauchst Du keine außergewöhnliche Bergsteigerausrüstung. Gutes Schuhwerk mit griffiger Sohle ist für uns aber selbstverständlich. Gerade bei Nässe können die Steinstufen unangenehm rutschig werden.
Auch das Wetter auf den Lofoten solltest Du nicht unterschätzen. Wir setzen deshalb auf mehrere Kleidungsschichten und haben eine wind- und regendichte Außenschicht dabei. So kannst Du Dich unterwegs schnell an wechselnde Bedingungen anpassen.
Wanderstöcke können vor allem beim Abstieg angenehm sein und die Knie auf den vielen Stufen entlasten. Ob Du sie benötigst, hängt aber von Deinen persönlichen Vorlieben ab.
Ein kleines Erste-Hilfe-Set gehört für uns bei Wanderungen grundsätzlich in den Rucksack. Dazu kommen ausreichend Wasser, etwas Verpflegung und – je nach Wetter – zusätzliche warme Kleidung.
ℹ️ Unsere komplette Wanderausrüstung: Eine ausführliche Packliste für Wanderungen im hohen Norden haben wir separat zusammengestellt – inklusive Checkliste zum Herunterladen.
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Fazit: Lohnt sich die Wanderung auf den Reinebringen?
Für uns ganz klar: Der Reinebringen gehört zu den spektakulärsten Wanderungen auf den Lofoten. Die Tour ist vergleichsweise kurz, durch den steilen Treppenaufstieg aber deutlich anstrengender, als die reine Streckenlänge vermuten lässt.
Der größte Nachteil ist die enorme Beliebtheit der Wanderung. Gerade in der Hauptsaison kann es auf der Treppe und am Aussichtspunkt sehr voll werden. Wenn Du Deine Tour zeitlich etwas geschickt planst, kannst Du den Reinebringen aber auch deutlich ruhiger erleben.
Und unterschätze die vielen Stufen nicht: Deine Waden wirst Du anschließend vermutlich noch eine Weile spüren.Dafür entschädigt Dich oben ein Panorama über Reine, Fjorde und Berge, das für uns zu den großen Highlights unserer Lofoten-Reisen gehört.
Warst Du schon auf dem Reinebringen? Wie hast Du den Aufstieg und vor allem die vielen Stufen erlebt? Schreib uns Deine Erfahrungen gerne in die Kommentare!
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