Kraniche am Hornborgasjön

Der Hornborgasjön (Link zur Besucherinformation) ist einer der weltbesten Spots, um alljährliche viele tausende Kraniche zu beobachten. Zwischen Ende März und Ende April sollen sich dort bis zu 30.000 Tiere auf dem kleinen See drängeln. Der Hornborgasjön liegt nur wenige Kilometer südwestlich von Skövde zwischen Vänern und Vättern, den beiden größten Seen des Landes und ist mit Auto und Wohnmobil gut zu erreichen. Auf einem kleinen Parkplatz vor Ort haben einige Wohnmobile Platz und es gibt mehrere Picknicktische um bei Vogelgeschrei zu speisen. Rund um den See gibt es Wanderwege bis zu 8 Kilometer Länge. Kamera, Fotoapparat und Fernglas sind Pflicht!

Der See selbst hat heute etwa eine Fläche von 30 Quadratkilometern und ist bis zu 2 Meter tief. Er wurde nach 150-jähriger Trockenlegung Mitte der 1990er Jahre renaturiert. Umgeben ist er von einem Schilfgürtel. Viele Zugvögel nutzen ihn im Frühjahr und Herbst als Rastplatz um sich von den Strapazen der Reise zu erholen. Man kann über 100 Vogelarten am See beobachten. Früher gab es viele Kartoffelfelder um den See. Im Frühjahr ernährten sich die Kraniche von den nach der Ernte übrig gebliebenen Kartoffeln. Seit den 70er Jahren werden aber keine Kartoffeln mehr angebaut. Und so legt man jedes Jahr große Mengen an Korn aus, um den Speiseplan der Kraniche aufzuwerten und sie an diesem Ort zu halten. In der Hochsaison wird jeden Tag bis zu einer Tonne Getreide verfüttert! Die Kraniche selbst kommen im März aus ihren Überwinterungsquartieren in Spanien und rasten am See, bevor sie sich zu den Nistplätzen weiter im Norden Europas auf den Weg machen. Zuvor haben sie einen Nonstop-Flug von Rügen hinter sich gebracht, was einer Strecke von 500 Kilometern entspricht. Am Hornborgasjön läßt sich dann zwischen Sonnenauf- und Untergang der berühmte Kanichtanz “trandansen” beobachten.

Hat man geparkt, wird man über einen Holzsteg am Wasser entlang zum kleinen aber feinen Naturum geführt, das über die hiesige Vogelwelt informiert. Mit dem Aufzug gelangt man dann bis zur Spitze des Gebäudes und kann durch große Glasfenster und mithilfe eines Fernrohres dem Treiben der Vögel zusehen. Der Eintritt ist schwedentypisch kostenlos.

Weiter über die Holzstege gelangt man zu mehreren Vogelbeobachtungshüttchen direkt am Seeufer. Hier können die Tiere aus nächster Nähe gefilmt und beobachtet werden. Es gibt Sitzgelegenheiten. Der Hauptweg endet an einem großen runden Aussichtsturm, von dem aus sich ein Teil des Sees überblicken läßt.

Als wir den See Ende Mai besucht haben, war der Großteil der Kraniche schon wieder weitergezogen. Wir konnten nur wenige dieser Tiere beobachten. Dafür gab es Unmengen an Möwen, Schwänen und Wildgänsen, die hier ihre Jungen aufziehen. Zur Hauptbesuchszeit sollen hier in 4 Wochen bis 150.000 Besucher vor Ort sein. Ende Mai waren wir nur eine Handvoll Personen auf dem Gelände und konnten alles ausgiebig und in Ruhe beobachten. Auch für Kinder ein spannendes Erlebnis!

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Oft mit zu viel und zu schwerer Fotoausrüstung. Könnte das ganze Jahr im Reisemobil unterwegs sein, wenn die Arbeit nicht wäre...

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Wow prächtige Tiere sind das. Schweden ist natürlich auch ein Traumziel für Camper und Urlauber. An jedem Fleck hält die Natur etwas besonderes bereit.

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