Der Vildmarksvägen – Wilderness Road von Strömsund nach Vilhelmina

Der Vildmarksvägen – eine 500 Kilometer lange Straße durch Schwedens Wildnis, die sich von Strömsund über das karge Fjellplateau Stekenjokk bis nach Vilhelmina erstreckt. Dabei geht es direkt durch Jämtland und das südliche Herz Lapplands mit seinen riesigen Wäldern und tiefblauen Seen. Die Region gilt als eine der braunbärenreichsten der Erde und ist gleichzeitig mit nur durchschnittlich einem Menschen pro Quadratkilometer sehr dünn besiedelt. Also ideale Voraussetzungen für Freunde der Wildnis!

Der Vildmarksvägen beginnt und endet an der Europastraße E45, dem Inlandsvägen. Die Straße ist mit Wohnwagen und Wohnmobil gut zu befahren und wurde erst vor wenigen Jahren ausgebessert. Bis dahin waren unvermittelt nach Kurven auftauchende tiefe Schlaglöcher schon mal eine Herausforderung für so manches Gespann. Es gibt nicht sehr viele Tankstellen auf der Strecke, so dass immer die Tanknadel im Auge behalten werden sollte. Bei halb vollem Tank lieber nachtanken!

Plant Euch für den Vildmarksvägen auf jeden Fall genug Zeit ein. Einfach nur an 2 Tagen durchsausen ist zwar möglich, aber viel zu schade um die umwerfende Natur. Mindestens 3-4 Tage Zeit sind unserer Meinung nach das Mindeste, wenn ihr noch die eine oder andere Wanderung unternehmen wollt!

Interessante Informationen und Downloads über den Vildmarksvägen findet Ihr auf dieser Seite.

Mittlerweile gut befahrbar: Der Vildmarksvägen
Aussicht in der Nähe des Stekenjokk

Entlang der Strecke gibt es viele interessante Dinge zu erleben. Wir haben die wichtigsten für Euch an dieser Stelle rausgepickt:

Stekenjokk

Stekenjokk bezeichnet die Gegend um den gleichnamigen ehemaligen Grubenort etwa 140 Kilometer nordwestlich von Vilhelmina gelegen. Es ist eine imposante Hochebene, durch welche der Vildmarksvägen hindurchführt. Dort befindet sich auch das mächtige Bergmassiv Klimpfjäll. Die Straße zum Stekenjokk ist nur von Ende Mai bis Mitte Oktober geöffnet und es muss jederzeit mit Schnee gerechnet werden. Es gibt hier sehr viele seltene Vogelarten wie die Schneeeule und den Königsadler. Daher ist während der Brutzeit auch oft ein großer Teil der Hochebene für Wanderer gesperrt.

Übernachtungstipps am Stekenjokk

Für Wohnmobilfahrer würden wir den kleinen Parkplatz direkt neben einer großen Erste-Hilfe-Hütte aus Beton mit einem nicht zu übersehenden Roten Kreuz darauf empfehlen. In der Nähe ist ein schöner Wasserfall an dem man mit den Kindern herrlich spielen kann.

Als Wohnwagenfahrer ist der große Parkplatz “Stekenjokk-Plateau” besser geeignet, der sich nur wenige Kilometer weiter direkt neben der Straße befindet. Es gibt keinerlei Komfort, keinen Strom, keine Entsorgung. Aber die Natur die den Abenteurer hier erwartet entschädigt mehr als genug dafür.

Fatmomakke, das historische Sami-Dorf

Das alte Sami-Dorf liegt etwa 120 Kilometer nordwestlich von Vilhelmina. Erreichbar ist es direkt vom Vildmarksvägen über eine wenige Kilometer lange Schotterstraße. Das Dorf liegt malerisch am Ufer eines kleinen Sees und besteht aus einer zentralen Kirche umgeben von traditionellen Blockhäusern und Samikaten. Durch den Ort führen kleine Wege auf denen man herrlich flanieren kann. Mehrmals im Jahr finden hier noch Kirchfeste statt.

Besichtigung von Fatmomakke

In Fatmomakke gibt es auch einen kleinen Campingplatz, an dem man direkt am See herrlich und ruhig die Nacht verbringen kann. Im Souvenirshop nebenan gibt es eine große Sammlung von Fliegen und Blinkern, die man natürlich auch käuflich erwerben kann. Das Angeln am still daliegenden See ist absolut entspannend.

Der Trappstegsforsen – der angeblich schönste Wasserfall Schwedens

Trappstegsforsen – der angeblich schönste Wasserfall Schwedens

Der Trappstegsforsen liegt ca. 7km entfernt von Säxnäs und ist angeblich der schönste Wasserfall Schwedens. Direkt neben dem Wasserfall den der Fluss Kultsjön geschaffen hat, ist ein großer Parkplatz und natürlich der obligatorische Kiosk/Imbiss, an dem man sich stärken kann. Hier gibt es leckere und riesige Burger zu guten Preisen. Leider ist der Parkplatz oft von Fahrzeugen überfüllt. Daher solltet Ih versuchen nicht zu spät oder zu den typischen Essenszeiten hier anzukommen. Angelkarten für die umliegenden Seen und Flüsse sind am Kiosk zu erwerben. Für eine Fotosafari kann man nach einem üppigen Mal an dem langgezogenen treppenartigen Wasserfall schön entlanglaufen und seiner Leidenschaft in aller Ruhe frönen. Stativ nicht vergessen!

 

Besichtigung des Hällingsafallet

Der impossante Wasserfall Hällingsafallet

Der schöne Wasserfall kann von Gäddede aus über eine ca. 25 Kilometer lange Schotterstraße erreicht werden. Für Wohnmobile ist die Straße gut befahrbar, Wohnwägen sollten lieber draussen bleiben. Vom Parkplatz des Hällingsafallet aus, erreicht man in wenigen Minuten über einen kleinen Steig den Wasserfall, der einem schon von weitem entgegendröhnt. In einem kleinen Besucherbuch kann man sich eintragen und dann einen der Wanderwege um die Schlucht, in welche der Wasserfall 43 Meter hinabstürzt, entlangwandern. Die Schlucht ist mittlerweile 800 Meter lang und bis zu 60 Meter breit. Angeblich handelt es sich hier um den größten Canyon in Nordeuropa.

Gäddede

In Gäddede gibt es eine Tankstelle, einen ICA und einen Campingplatz, auf dem man zur Not auch seine Chemietoilette gegen eine kleine Gebühr von (damals) 20SEK entsorgen kann. Der Campingplatz liegt an einem kleinen See und man direkt vom Platz mit dem Kanu in See stechen. In der Touristeninformation (direkt neben der Tankstelle) bekommt man alle Informationen zum Vildmarksvägen auch in schriftlicher Form und in deutscher Sprache.

Nature Scandinavia bietet im Gebiet einige schöne Unternehmungen im Bereich des Vildmarksvägen an, über die Ihr Euch im Folgenden genauer informieren könnt (Vielen Dank für die Überlassung der schönen Bilder von Nature Scandinavia an dieser Stelle!).

Korallgrottan

Die Korallgrottan (de.: Korallenhöhle) wurde 1985 entdeckt und ein paar Jahre darauf starteten die ersten geführten Touren durch die Höhle. Sie ist Schwedens längste Höhle mit über 6 Kilometern Höhlensystem, dass auch noch komplett unberührt ist (d.h. keine Holzstege oder Geländer). An den Eingängen wurden verschlossene Eisentore angebracht, man kann also nur mit einem Guide in die Höhle gelangen.

In der Höhle wartet dann Kriechen, Klettern und wunderschöne Formationen auf die Gäste! Für nähere Informationen zur Tour hier klicken: http://naturescandinavia.se/korallgrottan-details/

Bjurälvan

Bjurälven

Bjurälven ist ein Naturreservat, in welchem man eine Tageswanderung durch Schwedens spannendste Karstlandschaft machen kann. In der Karstlandschaft gibt es viele Dolinen zu sehen und man kann den Fluss Bjurälven beobachten, wie er immer wieder im Boden verschwindet und woanders wieder hervorsprudelt. Hier ist auch Schwedens längste Unterwasserhöhle (die kann von Touristen jedoch nicht besichtigt werden, aber man sieht wie das Wasser aus der Höhle dringt). Außerdem, wenn man sich Kanus leiht (oder z.b. über Naturescandinavia eine Bibersafari bucht) kann man Schwedens älteste Bibersafari besuchen. Nachdem Biber in Schweden ausgestorben waren, wurden ein paar Biber aus Norwegen über Stockholm nach Bjurälven transportiert, um Biber wieder in Schweden anzusiedeln. Seit ihrer Ankunft 1921 ist Bjurälven ein Biberparadies!

Für eine Wanderung zum Bjurälven, die lange durch dichten Wald führt, ist es wichtig keinesfalls das Mückenspray zu vergessen. Wir sind hier von den kleinen Tierchen fast aufgefressen worden. Zum Schluss hat sich die Wanderung auch ganz schön gezogen, also ausreichend zu essen und zu trinken mitnehmen. Auch Schlechtwetterkleidung und festes Schuhwerk ist umbedingt zu empfehlen!

Mehr Infos zur Tour in Bjurälven: http://naturescandinavia.se/geological-hike-in-bjuralven/

Mehr Infos zur Bibersafari: http://naturescandinavia.se/beaver-safari-in-bjuralven/

Langzeitbelichtung am Brakkåfallet

Brakkåfallet

Der Canyon mit dem Wasserfall liegt ca. 10 Minuten von einem kleinen Parkplatz an der Hauptstraße von Blåsjön entfernt. Die Klippen sind ca. 25 Meter hoch. Brakkåfallet ist ein hübscher Ort, um Mittagspause zu machen und ein bisschen die Natur zu erkunden. Dort kann man tolle Bilder machen und wenn man abenteuerlich veranlagt ist, werden dort auch Abseiltouren angeboten. Die kurze, aber steile Wanderung zum Wasserfall führt über einen kleinen Pfad, der Trittsicherheit erfordert. Allerdings ist man schnell am Ziel und der kurze Ausflug ist gut geeignet um sich die Füße zu vertreten. Stativ und Zubehör für Langzeitbelichtungen nicht vergessen!

Brakkafållet

Mehr Infos zum Abseilen: http://naturescandinavia.se/abseiling-in-brakkafallet/

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Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Oft mit zu viel und zu schwerer Fotoausrüstung. Könnte das ganze Jahr im Reisemobil unterwegs sein, wenn die Arbeit nicht wäre...

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