Wanderung auf den Olafonken im Rondane Nationalpark – Einsamkeit, Weite und echtes Fjell-Gefühl

Wanderung auf den Olafonken im Rondane Nationalpark – Einsamkeit, Weite und echtes Fjell-Gefühl

Einleitung: Unterwegs im ältesten Nationalpark Norwegens

Der Rondane Nationalpark ist ein Ort, an dem Norwegen noch so wirkt, wie man es sich aus Erzählungen vorstellt: weit, ruhig, rau und ursprünglich. Wer hier unterwegs ist, sucht keine spektakulären Seilbahnen oder überlaufenen Aussichtspunkte, sondern das echte Erlebnis in der Natur. Genau in diese Kategorie fällt auch die Wanderung auf den Olafonken – einen wenig bekannten Gipfel, der mit Einsamkeit, großartigen Ausblicken und einer intensiven Nähe zur Landschaft überzeugt.

Diese Tour richtet sich an alle, die das Wandern im Rondane Nationalpark abseits der bekannten Routen erleben möchten. Der Olafonken ist kein prominenter Gipfel, sondern ein großer Steinhaufen mit herrlicher Aussicht – genau das macht seinen Reiz aus. Statt Trubel erwarten dich Stille, Wind, weite Horizonte und das Gefühl, ganz für dich allein im Fjell unterwegs zu sein.

Ausgangspunkt der Wanderung ist ein Parkplatz am südöstlichen Ende des Nationalparks direkt an der Straße Nr. 27 bei den Koordinaten 61.711949, 10.164718. Der Gipfel des Olafonken liegt bei 61.707600, 10.152250. Die Route ist ideal als Halbtageswanderung geeignet und lässt sich individuell anpassen.

Ausgangspunkt der Wanderung - hier kann man auch ruhig und abgelegen übernachten
Die Landschaft des Rondane ist von oben farbenprächtig und spektakulär

Kurzübersicht der Tour

  • Region: Rondane Nationalpark, Norwegen

  • Tourentyp: Halbtageswanderung

  • Startpunkt: Parkplatz bei 61.711949, 10.164718

  • Gipfel: Olafonken (61.707600, 10.152250)

  • Charakter: Einsame Fjellwanderung, weglos in Gipfelnähe, kraxeln über Steine macht Trittsicherheit zur Pflicht

  • Anforderung: mittel bis anspruchsvoll

  • Beste Jahreszeit: Juli bis September

Der Startpunkt: Ankommen im Fjell

Schon die Anfahrt zum Parkplatz ist ein Erlebnis. Die Straße führt durch offene Landschaften, vorbei an flachen Tälern, kleinen Seen und weiten Hochebenen. Am Parkplatz selbst wird schnell klar, dass dies kein klassischer Hotspot ist. Keine Souvenirbuden, keine Menschenmengen – nur Natur, Wind und Weite.

Der Parkplatz bei 61.711949, 10.164718 bietet ausreichend Platz und ist ein idealer Ausgangspunkt für mehrere Wanderungen in diesem Teil des Rondane Nationalparks. Schon hier lohnt es sich, kurz innezuhalten, die Ausrüstung zu checken und sich auf die Ruhe einzustellen, die dich auf den nächsten Kilometern begleiten wird.

Ideal ist er auch zum Übernachten geeignet, da sowohl der Parkplatz, als auch der Olafonken noch ausserhalb der Grenzen des Nationalparks liegen. Es gibt einige Spots um den Parkplatz herum am nahegelegenen See, die nur mit 4×4 und Bodenfreiheit erreichbar sind. Aber hier gilt besonders: Leave just Footprints! Nehmt Euren Müll wieder mit und verhaltet Euch als respektvolle Gäste in dieser herrlichen Landschaft!

Moos, Flechten und gedrungene Bäumchen - typisch für den Rondane Nationalpark

Vorbereitung: Was du für die Wanderung auf den Olafonken brauchst

Auch wenn die Tour technisch nicht extrem ist, solltest du sie nicht unterschätzen. Das Wetter im Rondane kann schnell wechseln, und gerade auf den offenen Hochflächen bist du Wind und Wetter schutzlos ausgesetzt. Die Tour ist steinig, immer wieder weglos und kann sehr rutschig werden bei Regen.

Ausrüstungsempfehlung

  • Knöchelhohe, wasserdichte Wanderschuhe mit guter Sohle

  • Wetterfeste Kleidung im Zwiebelschalenprinzip

  • Regenjacke und ggf. Regenhose

  • Mütze und Handschuhe (auch im Sommer sinnvoll)

  • Ausreichend Wasser (mindestens 2 Liter)

  • Proviant für einen halben Tag

  • Offline-Karten oder GPS-Gerät

  • Erste-Hilfe-Set

  • Sonnenbrille und Sonnenschutz

Wenn Du unsere Checkliste für eine Hiking-Tour im hohen Norden als PDF runterladen möchtest, kannst Du in diesem Blogbeitrag weiterlesen:

[Hiking im hohen Norden – was muss alles mit?]

Beste Zeit für die Tour

Die ideale Zeit für die Wanderung auf den Olafonken liegt zwischen Anfang Juli und Mitte September. Vorher können Schneefelder den Weg erschweren, später werden die Tage deutlich kürzer und das Wetter unbeständiger.

Zunächst auf gutem Weg vom Parkplatz in Richtung Gipfel

Der Weg: Vom Parkplatz ins Herz des Rondane

Vom Parkplatz aus folgst du zunächst einem gut erkennbaren Pfad, der dich sanft in die offene, moosige Landschaft des Rondane führt. Der Untergrund ist typisch für das Fjell: fest, stellenweise steinig, aber gut begehbar. Schon nach kurzer Zeit öffnet sich der Blick, und der Pfad steigt zunehmend steiler werdend auf den Gipfel zu.

Die Landschaft wirkt auf den ersten Blick karg, entfaltet aber schnell ihren eigenen Charme. Moose, Flechten und niedrige Sträucher dominieren das Bild. Immer wieder durchziehen kleine Wasserläufe das Gelände, die je nach Jahreszeit mehr oder weniger Wasser führen.

Das Wandern im Rondane Nationalpark ist geprägt von Weite. Es gibt kaum markante Wegpunkte, stattdessen orientierst du dich an Geländeformen, Höhenlinien und deinem Ziel – dem Olafonken.

Schnell wird es steiniger und unübersichtlicher, teilweise weglos
Trittsicherheit ist hier Pflicht
Die Straße Nr. 27 bleibt im Tal im Blick

Aufstieg Richtung Olafonken

Je näher du dem Gipfel kommst, umso steiler und steiniger wird der Pfad, der stellenweise auch gar nicht mehr klar erkennbar ist. Die Steine werden immer größer und du mußt in sehr steilen Passagen teilweise auch mit den Händen nachhelfen. 

Trittsicherheit ist vor allem im oberen Bereich wichtig, da lose Steine und unebener Untergrund Konzentration erfordern. Du solltest den Weg nicht bei schlechter Sicht, starkem Wind oder Regen angehen. Es kann sehr rutschig werden!

Ein großer Vorteil dieser Route: Du kannst deinen Weg relativ frei wählen. Es gibt keine festen Serpentinen oder markierten Kehren. Das erlaubt es dir, Pausen dort einzulegen, wo es sich für dich richtig anfühlt – ein Luxus, den man auf vielbegangenen Routen selten hat.

Da der Berg relativ unbekannt ist, wirst du auch nicht vielen Menschen begegnen.

Die Ausblicke nach unten sind spektakulär
Nach einem relativ kurzen aber knackigen Abstieg ist der Gipfel erreicht

Der Gipfel: Olafonken

Oben angekommen, wirst du nicht von einem Gipfelkreuz oder einer Hütte empfangen. Stattdessen erwartet dich genau das, was den Olafonken so besonders macht: ein großer aufgestapelter Steinhaufen, farbenfrohe Ausblicke bis zum Horizont in alle Richtungen und absolute Ruhe.

Der Gipfel liegt bei 61.707600, 10.152250 und bietet eine beeindruckende Rundumsicht. Du blickst über die weiten Hochebenen des Rondane, siehst benachbarte Gipfel, flache Täler und – bei klarer Sicht – scheinbar endlose Landschaften.

Hier oben wird deutlich, warum das Fjell so viele Menschen in seinen Bann zieht. Es ist kein Ort für schnelle Selfies, sondern für lange Blicke, tiefes Durchatmen und das Gefühl, Teil der Landschaft zu sein.

Aussicht und Fotomotive

Der Olafonken ist ein idealer Ort für Landschaftsfotografie. Besonders eindrucksvoll sind:

  • Die weiten Ebenen mit ihren sanften Farbverläufen

  • Kontraste zwischen dunklem Gestein und hellem Himmel

  • Lichtstimmungen am frühen Morgen oder späten Nachmittag

  • Wolkenschatten, die über das Fjell ziehen

  • Mystische Nebelschwaden, die durch die Täler wabern

Da kaum andere Wanderer unterwegs sind, kannst du dir Zeit nehmen, Perspektiven zu wechseln und die Stille wirken zu lassen.

Welches Foto- und Videoequipment sich auf unseren Reisen bewährt hat, kannst du in unserem Blogbeitrag nachlesen:
[Unser Top Foto- und Videoequipment für Overlander]

Der Gipfel ist durch einen Steinhaufen markiert - hier gibt es keinen Schutz vor den Elementen
Der Berg ist einfach ein großer Steinhaufen
Die Umgebung ist auch hier geprägt von farbenprächtigen Flechten und Mooren

Flora und Fauna im Rondane Nationalpark

Auch wenn die Landschaft auf den ersten Blick karg erscheint, ist sie voller Leben. Mit etwas Aufmerksamkeit entdeckst du:

  • Flechten und Moose, die den Boden wie ein Teppich überziehen

  • Kleine alpine Blütenpflanzen in geschützten Mulden

  • Vögel, die den kurzen Sommer nutzen

  • Mit Glück Rentiere, die frei durch den Nationalpark ziehen

Gerade in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend sind Tierbeobachtungen am wahrscheinlichsten.

Typische Flora des Rondane kurz unterhalb des Gipfels

Abstieg: Zurück zum Parkplatz

Für den Abstieg kannst du entweder denselben Weg wählen oder eine leicht variierte Route gehen, sofern Sicht und Wetter es zulassen. Achte darauf, dir markante Punkte einzuprägen oder per GPS zu speichern, da sich das Gelände von oben schnell ähnlich anfühlen kann.

Wir empfehlen Euch, den Gipfel in westlicher Richtung zu verlassen, ein Stück abzusteigen und dann nach Süden abzudrehen und den Gipfel gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden um zurück zum Parkplatz zu kommen. Hier wanderst Du auf einem gut sichtbaren Pfad, dem leichter zu folgen ist, als der Aufstiegsroute. Wer einen leichteren Aufstieg sucht, kann primär auch diesen Weg wählen – ohne Kletterei und leichter zu laufen.

Der Rückweg bietet noch einmal neue Perspektiven. Was beim Aufstieg im Fokus stand, wirkt nun ganz anders. Plane genügend Zeit ein, um entspannt und sicher zurückzukehren.

Zunächst verläßt man den Gipfel in westlicher Richtung
Danach biegt man auf gut sichtbarem Pfad nach Süden
Der Berg wird gegen den Uhrzeigersinn umrundet bis man den Ausgangspunkt erreicht

Sicherheit und Verantwortung

Der Rondane Nationalpark ist ein geschützter Naturraum. Entsprechend wichtig ist ein respektvoller Umgang:

  • Bleib auf bestehenden Pfaden, wo möglich

  • Hinterlasse keinen Müll

  • Störe keine Tiere

  • Informiere dich vorab über das Wetter. Optimal ist hierfür YR.no

Gerade bei einsamen Touren wie dieser ist eine realistische Selbsteinschätzung entscheidend.

Fazit: Warum sich die Wanderung auf den Olafonken lohnt

Die Wanderung auf den Olafonken ist keine Tour für jeden – und genau das macht sie so besonders. Wer spektakuläre Infrastruktur sucht, wird hier nicht fündig. Wer jedoch das echte Wandern im Rondane Nationalpark erleben möchte, findet am Olafonken eine perfekte Kombination aus Einsamkeit, Natur und Weite.

Diese Tour schenkt dir Zeit, Ruhe und einen intensiven Zugang zur Landschaft. Sie ist ideal für alle, die Norwegen nicht nur sehen, sondern spüren wollen.

Wenn du nach einer Wanderung suchst, die lange nachwirkt – dann ist der Olafonken genau der richtige Gipfel.

Die Wanderung läßt sich wunderbar mit einem Besuch bei den Moschusochsen im Dovrefjäll kombinieren. Lies dazu unseren Blogbeitrag:
[Moschusochsen im Dovrefjäll – Auge in Auge mit den stoischen Riesen] 

Wenn Du schon mal auf dem Olafonken warst, dann hinterlasse gerne einen Kommentar hierzu um die Community wachsen zu lassen! Wir freuen uns auf Deine Rückmeldung!

Dein Team von Nordlandcamper.de!

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs und ist dem beruflichen Hamsterrad entkommen.

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