Der Nigardsbreen – Gestern und Heute

“Unser größtes Problem ist, dass wir uns nicht mehr vorstellen, was wir anstellen.”
Gunther Anders, Philosoph, in Franz Alt: Die Sonne schickt uns keine Rechnung

Weltweit sind die Gletscher auf dem Rückzug als Folge des Klimawandels. Auch am Nigardsbreen, einer touristisch sehr erschlossenen Gletscherzunge des Jostedalsbreen, dem größten europäischen Festlandgletscher, macht diese Entwicklung leider nicht halt. Wir haben diesen tollen Gletscher nun schon mehrfach besucht und waren bei unserem bisher letzten Besuch im Sommer 2018 erschrocken, wie weit sich der Gletscher in nur wenigen Jahren seit unserem vorherigen Besuch im Jahr 2012 zurückgezogen hatte. Zwar fahren die Boote weiterhin über den Gletschersee und verkürzen die Wanderung zum Gletschertor damit um “satte” 20 Minuten, doch nunmehr ist es auch vom Bootsanleger doch noch ein ganzes Stück zu gehen, bevor so mancher fußfaule Tourist am Fotopunkt angekommen ist. Zwar haben wir auch in diesem Jahr die beeindruckende Höhe der Eismassen bestaunt, doch die deutlichen Risse im Eis unterhalb der Besucher, die an Seilen gesichert über den Gletscher geführt wurden und der rapide Rückzug des “ewigen Eises” haben uns nachdenklich gemacht.

An dieser Stelle möchte ich einfach ein paar Bilder sprechen lassen.

Der Nigardsbreen im Jahr 2012

Bei unserem ersten Besuch im Jahr 2012 sah der Nigardsbreen noch so aus:

Der Nigardsbreen im Jahr 2018

Hier der Gletscher im Jahr 2018. Der Unterschied besonders beim ersten Bild vom Besucherparkplatz aus aufgenommen ist schon frappierend. Es wird nicht mehr lange dauern und vom Parkplatz aus wird kein Gletscher mehr zu sehen sein. Im letzten Bild der Galerie sind unterhalb der Besucher auf dem Gletscher die Risse im Eis deutlich zu sehen. Unterhalb des Gletschers war ein Guide mit Funkgerät zur Beobachtung der Risse im Eis abgestellt – das fanden wir – sehr subjektiv – dann doch nicht wirklich vertrauenserweckend.

Was meint Ihr dazu? Habt Ihr an anderen Stellen in Skandinavien ähnlich Erfahrungen gemacht?

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Oft mit zu viel und zu schwerer Fotoausrüstung. Könnte das ganze Jahr im Reisemobil unterwegs sein, wenn die Arbeit nicht wäre...

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