Schweden 2015 – Glaskogen Nationalpark

Im Glaskogen Nationalpark
Im Glaskogen Nationalpark

Als erstes Ziel für diesen Urlaub steht der Glaskogen Nationalpark auf dem Programm. Die in Westvärmland in der Nähe von Arvika gelegene 28.000ha große Wildnis ist ein Traum für Wanderer und Kanufahrer. Es gibt über 300km Wanderwege und man kann locker eine Woche mit dem Kanu abtauchen. Ausgangspunkt ist Lenungshammar im Zentrum des Naturreservats, wo sich alle Wege kreuzen.

Die Anreise mit dem Wohnwagen gestaltet sich abenteuerlich, denn es geht von der E18 aus südöstlicher Richtung kommend über knapp 30km Schotterpiste mit teils üblen Schlaglöchern. Die naheliegendste Anfahrt nach Lenungshammar von Südwesten über die 172 von Ärjäng kommend ist leider sehr steil, schlottrig und zumindest für LKW´s gesperrt. Als kürzeste und schönste Zufahrt (zwar ebenfalls über 10km Schotterpiste, aber zumindest gut planierte Schotterpiste) empfehlen wir über Arvika die 172 in südwestlicher Richtung zu fahren und dann bei 59.600872, 12.311229 nach Süden Richtung Lenungshammar abzubiegen. Wir haben auf dem Weg nach Lenungshammar eine Radkappe des Wohnwagens eingebüßt. Es ist also empfehlenswert diese vor der Fahrt in den Glaskogen zweitweise zu demontieren 🙂

Der Campingplatz in Lenungshammar ist weitläufig in einem Wäldchen verteilt, man steht aber immer im Sichtkontakt mit seinen Nachbarn und nur wenige Plätze sind am Seeufer verfügbar. Im See selbst ist baden leider verboten und der Weg zur Entsorgung abhängig vom Standplatz sehr weit. WLAN gibt es keines, mit dem Handy hatten wir nur Edge-Empfang. Der Campingplatz ist sehr einfach, ist halt ein Naturcampingplatz und das weiß man vorher. Wir haben im Vorfeld die Wander- und Autokarte über das Internet bestellt (Kosten ca. 20 Euro), man kann sie aber auch etwas günstiger direkt vor Ort im kleinen Shop kaufen. Im Shop selbst gibt es die wichtigsten Grundnahrungsmittel zu kaufen, mehr aber auch nicht… Da es in der näheren Umgebung keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gibt, sollte man alles mitbringen, was man vor Ort benötigt. Gut ist auch, sich über sein Smartphone vorher die Umgebung mit Wanderwegen offline zu sichern (ich benutze für iOS “Pocket Earth” und “MotionX-GPS”).

Wanderungen gibt es im Glaskogen mehr als genug, einige auch direkt von Lenungshammar aus auf gut markierten und ausgebauten Wegen. Die Glaskogen-Besucherkarte muss nur gekauft werden, wenn auch im Park mehrtägige Wanderungen unternommen werden. Tageswanderer brauchen sie nicht (wurde uns zumindest im Shop vor Ort so gesagt). Lange Hosen sind für die Wanderung zu empfehlen, da es teilweise durch sehr dichten Wald geht und es dort auch Zecken gibt. Eine familienfreundliche Rundwanderung von Lenungshammar aus haben wir auf Outdooractive.com veröffentlicht: Kleine Glaskogen-Rundwanderung.

Im Shop kann man auch Kanus ausleihen und schöne Touren unternehmen, die Preise hierfür sind fair, man bekommt die komplette Ausrüstung gestellt. Eine Tagestour durch das Seengebiet im Norden macht großen Spaß. Wir hatten eine kleine Insel (mit Trockenklo…) als Ziel und haben dort gemütlich gepicknickt und geangelt. Auf Outdooractive.com haben wir die Tour mit allen Daten veröffentlicht: Glaskogen-Kanutagestour. Leider gibt es für Skandinavien bisher sehr wenig Inhalte auf Outdooractive.com.

Wir haben in Lenungshammar 3 Nächte verbracht und haben die Zeit sehr genossen. Lediglich das Badeverbot war schade da wir uns bei der Hitze gerne etwas erfrischt hätten.

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Oft mit zu viel und zu schwerer Fotoausrüstung. Könnte das ganze Jahr im Reisemobil unterwegs sein, wenn die Arbeit nicht wäre...

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Hallo nordlandcamper,
    zunächst mal vielen Dank für diese tolle Seiten. Wir stehen kurz vor unserem ersten Urlaub in Schweden. Noch sammle ich interessante Punkte dafür.
    Ihr schreibt hier etwas von Badeverbot in Glaskogen. Gilt das generell oder war das nur lokal bzw 2015 ?
    Vorab schonmal vielen Dank
    Gruß Rainer

    1. Hallo Rainer,
      ja, das mit dem Badeverbot hatte uns auch überrascht. Wir waren nur einmal 2015 dort. Damals durfte man nicht vom Stellplatz aus in den angrenzenden See hüpfen. Obst heute noch so ist, kann ich nicht sagen. Ist ja sonst eher unüblich in Schweden.
      Auf jeden Fall viel Spaß im Urlaub!

  2. Hallo Matthias,
    im September 2018 haben wir es bis in den Glaskogen geschafft. Das war sicherlich der schönste Teil unseres Schweden Urlaubs. (Danke nochmal für deine Tips) . Der Campingplatz hat doch sehr an Canada erinnert. Allein dafür hat es sich schon gelohnt. Wir waren fünf Tage dort, hatten das eigene Kanu dabei (jederzeit wieder) und konnten bei angenehmen Temperaturen die Natur auch zu Fuß genießen. Die Wanderkarte fand ich für das bisschen Papier viel zu teuer (würde ich nicht mehr kaufen). PocketEarth habe ich mittlerweile sehr lieb gewonnenen und nutze es auch für Wanderungen im heimischen Pfälzer Wald .
    Deshalb vielen Dank nochmal.
    Gruß Rainer

Schreibe einen Kommentar

5 + sechs =

Menü schließen