Das Glaskogen Naturreservat in Värmland war eines unserer ersten großen Naturziele in Schweden. Bereits 2015 haben wir hier drei Nächte verbracht, sind gewandert und mit dem Kanu durch die Seenlandschaft gepaddelt.
Seitdem hat sich einiges verändert. Aus unserem alten Reisebericht ist deshalb inzwischen ein Artikel geworden, den wir nicht mehr einfach nur aktualisieren wollten. Viele Informationen zu Anfahrt, Camping und Infrastruktur waren nach mehr als zehn Jahren überholt.
Was geblieben ist, ist unsere Begeisterung für den Glaskogen: ausgedehnte Wälder, unzählige Seen, rund 300 Kilometer Wanderwege und sehr gute Möglichkeiten zum Kanufahren machen das Gebiet zu einem spannenden Ziel, wenn Du in Schweden gerne draußen unterwegs bist.
In diesem Beitrag verbinden wir deshalb unsere eigenen Erfahrungen aus dem Glaskogen mit den aktuellen Informationen zu Camping, Wohnmobil, Wandern und Kanufahren.
Glaskogen: Das Wichtigste auf einen Blick
Das Glaskogen Naturreservat liegt in Värmland im Westen Schwedens, südwestlich von Arvika.
Der Glaskogen ist ein Naturreservat und kein Nationalpark.
Rund 300 Kilometer markierte Wanderwege führen durch Wälder und entlang zahlreicher Seen.
Die vielen miteinander verbundenen Seen machen den Glaskogen zu einem schönen Paddelrevier.
In Lenungshammar gibt es einen Naturcampingplatz mit Infocenter, Sanitäranlagen und weiterer Infrastruktur.
Neben Lenungshammar gibt es im Reservat 13 ausgewiesene einfache Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen.
Lenungshammar ist mit Infocenter, Campingplatz und Kanuverleih ein guter Ausgangspunkt für den Glaskogen.
Wir haben drei Nächte in Lenungshammar verbracht und den Glaskogen zu Fuß und mit dem Kanu erkundet.
Was ist der Glaskogen?
Der Glaskogen liegt im Westen der schwedischen Provinz Värmland. Anders als der Name vermuten lässt, besteht das Gebiet nicht aus einem einzigen Wald. Dich erwartet eine typische mittelschwedische Landschaft aus ausgedehnten Wäldern, Seen, Mooren und kleinen Anhöhen.
Für uns liegt genau darin der Reiz. Es gibt nicht das eine große Highlight, zu dem alle Besucher fahren. Stattdessen kannst Du hier mehrere Tage draußen verbringen und das Gebiet zu Fuß oder vom Wasser aus erkunden.
Besonders gut ausgebaut ist die Infrastruktur für Wanderer und Paddler. Rund 300 Kilometer markierte Wanderwege durchziehen das Reservat. Die Wege sind orange markiert, an Kreuzungen gibt es Wegweiser und unterwegs findest Du immer wieder Windschutzhütten, Rastplätze und einfache Übernachtungshütten.
Gleichzeitig ist der Glaskogen groß genug, dass Du Dich schnell weit entfernt von Straßen und Campingplätzen fühlst.
Lenungshammar: Das Zentrum des Glaskogen
Lenungshammar liegt ziemlich zentral im Naturreservat und ist für uns der sinnvollste Ausgangspunkt, wenn Du zum ersten Mal in den Glaskogen kommst.
Hier befinden sich das Infocenter, der Campingplatz und der Kanuverleih. Im Infocenter bekommst Du außerdem Informationen zu Wanderwegen und Kanutouren sowie Karten, Angelkarten und die Glaskogen Conservation Card.
Direkt daneben liegt der Campingplatz, sodass Du von hier aus ohne große Fahrerei zu Wanderungen oder Paddeltouren starten kannst.
Genau deshalb hatten auch wir uns bei unserem ersten Besuch für Lenungshammar als Basis entschieden.
Camping im Glaskogen: Unsere Erfahrungen in Lenungshammar
Wir haben bei unserem Besuch drei Nächte auf dem Campingplatz in Lenungshammar verbracht.
Was uns damals besonders gefallen hat, war die naturnahe Anlage. Die Stellplätze verteilen sich zwischen den Bäumen und wirken dadurch deutlich weniger wie ein klassischer Campingplatz mit sauber aufgereihten Parzellen.
Unser Eindruck von 2015 war allerdings auch: Luxuscamping solltest Du hier nicht erwarten. Für uns war das kein Nachteil – wir waren schließlich wegen des Glaskogen hier.
Seit unserem Besuch hat sich die Infrastruktur weiterentwickelt. Heute gehören unter anderem Duschen, Toiletten, Küche und Waschmaschine zur Ausstattung. Außerdem gibt es in Lenungshammar unter anderem Sauna, Café, Shop, Infocenter und Kanuverleih.
Besonders interessant finden wir, dass die Campingplätze weiterhin stark in die Natur integriert sind. Genau das war schon bei unserem Besuch einer der Gründe, warum wir Lenungshammar mochten.
Mit dem Wohnmobil im Glaskogen
Wenn Du mit dem Wohnmobil unterwegs bist, musst Du im Glaskogen zwischen dem Campingplatz in Lenungshammar und den einfachen Stellplätzen innerhalb des Reservats unterscheiden.
Aktuell gibt es 13 ausgewiesene Plätze, an denen Wohnmobile beziehungsweise Wohnwagen für maximal zwei Nächte stehen dürfen. Die Plätze können über das Buchungssystem des Glaskogen reserviert werden beziehungsweise vor Ort über einen QR-Code.
Wichtig: An diesen einfachen Plätzen gibt es keinen Service. Außerdem ist Camping mit Wohnmobilen innerhalb des Glaskogen außerhalb der dafür ausgewiesenen Plätze nicht erlaubt.
Wenn Du Sanitäranlagen und weitere Infrastruktur möchtest, ist deshalb der Campingplatz in Lenungshammar die komfortablere Variante.
ℹ️ Welche Regeln grundsätzlich beim Übernachten außerhalb von Campingplätzen gelten, erklären wir Dir ausführlich in unserem Beitrag Freistehen in Schweden mit dem Wohnmobil.
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Anfahrt zum Glaskogen und nach Lenungshammar
Unsere erste Anreise nach Lenungshammar im Jahr 2015 ist uns bis heute in Erinnerung geblieben.
Damals waren wir noch mit Wohnwagen unterwegs und hatten uns für eine Zufahrt entschieden, die über längere Schotterabschnitte führte. Schlaglöcher und Wellblechpiste waren teilweise so ausgeprägt, dass unser Wohnwagen unterwegs sogar eine Radkappe verloren hat.
Unsere damalige Erkenntnis lautete deshalb: Bei solchen Strecken besser vorher alles sichern, was sich irgendwie lösen kann.
Diese Erfahrung liegt inzwischen allerdings mehr als zehn Jahre zurück. Straßenzustände und mögliche Zufahrten verändern sich – unsere damalige Route würden wir deshalb heute nicht mehr als allgemeingültige Anfahrtsempfehlung veröffentlichen.
Wenn Du mit einem größeren Wohnmobil oder Gespann nach Lenungshammar fährst, solltest Du Deine Route deshalb aktuell planen und nicht blind einer alten GPS-Empfehlung folgen.
Wandern im Glaskogen
Rund 300 Kilometer Wanderwege machen den Glaskogen zu einem Gebiet, in dem Du sowohl kurze Tageswanderungen als auch mehrtägige Touren unternehmen kannst.
Die Wanderwege sind orange markiert. An vielen Strecken findest Du Windschutzhütten, Rastplätze und teilweise einfache Übernachtungshütten. Trotzdem empfiehlt die Verwaltung bei längeren Touren ausdrücklich, ein eigenes Zelt mitzunehmen, da Hütten und Windschutzhütten bereits belegt sein können.
Wir selbst sind bei unserem Aufenthalt eine kleinere Rundtour direkt von Lenungshammar gelaufen. Uns gefiel dabei vor allem die typische Glaskogen-Landschaft: viel Wald, kleine Seen und immer wieder das Gefühl, schon nach kurzer Zeit weit weg vom Campingplatz zu sein.
Für die Tourenplanung würden wir heute die aktuelle Glaskogen-Karte verwenden. Gerade bei längeren Wanderungen solltest Du außerdem die aktuellen Wegmeldungen prüfen. Nach Stürmen oder anderen Waldschäden können einzelne Abschnitte zeitweise beeinträchtigt sein.
Kanufahren im Glaskogen
Mindestens genauso gut wie zu Fuß lässt sich der Glaskogen vom Wasser aus entdecken.
Wir haben uns in Lenungshammar ein Kanu ausgeliehen und damit eine Tagestour durch die Seenlandschaft unternommen. Ausrüstung und Boot bekamen wir direkt vor Ort.
Unser Ziel war eine kleine Insel, auf der wir eine längere Pause gemacht, gepicknickt und geangelt haben. Genau diese Tour gehört für uns bis heute zu den schönsten Erinnerungen an den Glaskogen.
Vom Kanu aus verändert sich die Wahrnehmung der Landschaft völlig. Statt über Waldwege bewegst Du Dich zwischen bewaldeten Ufern und kleinen Inseln und findest problemlos Plätze für eine Pause.
In Lenungshammar gibt es weiterhin ein Canoe Center, an dem Du Kanus ausleihen kannst.
Wenn Du mehr als eine Tagestour planst, solltest Du Dich vorher über Route, Umtragestellen, Wetter und die aktuell geltenden Regeln informieren.
Glaskogen Conservation Card
Ein Teil der Infrastruktur im Glaskogen wird über die Glaskogen Conservation Card finanziert. Dazu gehören beispielsweise Einrichtungen, die Wanderern und anderen Outdoor-Besuchern im Reservat zur Verfügung stehen.
Wenn Du solche Infrastruktur nutzen möchtest, solltest Du Dich vor Deinem Besuch über die aktuell geltenden Bedingungen der Conservation Card informieren.
Wir würden hier bewusst keine alten Preise nennen. Sowohl Kosten als auch Leistungen können sich ändern und lassen sich aktuell direkt beim Infocenter beziehungsweise über die offizielle Glaskogen-Seite prüfen.
Mobilfunk im Glaskogen
Bei unserem Besuch 2015 hatten wir teilweise gerade einmal EDGE-Empfang. Seitdem hat sich das Mobilfunknetz natürlich weiterentwickelt – trotzdem weist selbst die Glaskogen-Verwaltung darauf hin, dass die Mobilfunkabdeckung innerhalb des großen Naturreservats stellenweise sehr schlecht sein kann.
Offline-Karten gehören für uns deshalb auch heute noch auf das Smartphone beziehungsweise Navigationsgerät, bevor wir zu längeren Touren starten.
ℹ️ Wie wir unterwegs online bleiben und welche Technik wir nutzen, erklären wir in unserem Bereich Internet & Technik im Wohnmobil.
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Wie lange solltest Du für den Glaskogen einplanen?
Wir haben bei unserem ersten Besuch drei Nächte in Lenungshammar verbracht und fanden das für einen ersten Eindruck sehr passend.
Wenn Du nur eine Wanderung machen möchtest, reicht natürlich auch ein Tagesausflug. Sobald Du aber zusätzlich paddeln, mehrere Wanderungen unternehmen oder einfach ein wenig Zeit am Wasser verbringen möchtest, würden wir mindestens zwei bis drei Tage einplanen.
Für längere Wander- oder Kanutouren kannst Du im Glaskogen problemlos deutlich mehr Zeit verbringen.
Unser Fazit zum Glaskogen
Der Glaskogen war eines unserer ersten intensiveren Naturerlebnisse in Schweden – und auch mehr als zehn Jahre später erinnern wir uns gerne daran.
Wir haben drei Nächte in Lenungshammar verbracht, sind durch die Wälder gewandert und mit dem Kanu über die Seen gepaddelt. Gerade diese Mischung macht das Naturreservat für uns interessant.
Wenn Du einen einzelnen spektakulären Aussichtspunkt suchst, bist Du hier wahrscheinlich falsch. Der Glaskogen lebt vielmehr davon, dass Du Dir Zeit nimmst und draußen unterwegs bist.
Heute ist die Infrastruktur umfangreicher als bei unserem Besuch 2015. Lenungshammar bietet einen guten Ausgangspunkt mit Campingplatz, Infocenter und Kanuverleih, während im Reservat zusätzlich einfache ausgewiesene Plätze für Wohnmobile zur Verfügung stehen.
Für uns ist der Glaskogen deshalb weiterhin ein schönes Ziel für alle, die Schweden nicht nur durch die Windschutzscheibe erleben möchten.
ℹ️ Weitere selbst besuchte Naturziele, Wanderungen und Outdoor-Erlebnisse findest Du in unserem Bereich Schweden Outdoor.
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Hallo nordlandcamper,
zunächst mal vielen Dank für diese tolle Seiten. Wir stehen kurz vor unserem ersten Urlaub in Schweden. Noch sammle ich interessante Punkte dafür.
Ihr schreibt hier etwas von Badeverbot in Glaskogen. Gilt das generell oder war das nur lokal bzw 2015 ?
Vorab schonmal vielen Dank
Gruß Rainer
Hallo Rainer,
ja, das mit dem Badeverbot hatte uns auch überrascht. Wir waren nur einmal 2015 dort. Damals durfte man nicht vom Stellplatz aus in den angrenzenden See hüpfen. Obst heute noch so ist, kann ich nicht sagen. Ist ja sonst eher unüblich in Schweden.
Auf jeden Fall viel Spaß im Urlaub!
Hallo Matthias,
im September 2018 haben wir es bis in den Glaskogen geschafft. Das war sicherlich der schönste Teil unseres Schweden Urlaubs. (Danke nochmal für deine Tips) . Der Campingplatz hat doch sehr an Canada erinnert. Allein dafür hat es sich schon gelohnt. Wir waren fünf Tage dort, hatten das eigene Kanu dabei (jederzeit wieder) und konnten bei angenehmen Temperaturen die Natur auch zu Fuß genießen. Die Wanderkarte fand ich für das bisschen Papier viel zu teuer (würde ich nicht mehr kaufen). PocketEarth habe ich mittlerweile sehr lieb gewonnenen und nutze es auch für Wanderungen im heimischen Pfälzer Wald .
Deshalb vielen Dank nochmal.
Gruß Rainer
Hallo Matthias,
Besten Dank für die Tipps, der Glaskogen Naturpark und Camping ist wirklich sehr schön und eine empfehlenswerte Destination wenn man in dieser Gegend in Schweden auf Reise ist. Wir waren diesen Sommer im 2023 für 3 Tage da. Wir hatten einer der schönen Plätze direkt am See mit Abendsonne. Die Anfahrt mit Caravan haben wir über geteerte Strassen (mit leichtem Umweg gemäss Navi) von Westen her genommen, das hat sich wirklich gelohnt (Danke für den Hinweis!). Die Schotterpiste scheint ihrem Namen gerecht zu werden, wir haben ein paar Wohnmobile und VW California gesehen welche bis Mitte des Fahrzeugs arg eingesandet bzw. voll Staub und Dreck waren. Schwimmen scheint zudem mittlerweile wieder erlaubt zu sein, Badestellen sind auch in der Campingplatzkarte eingetragen.
Lieber Reto, freut mich, dass Ihr gut angekommen seid. Wir haben uns beim ersten Besuch im Glaskogen noch mit einem WoWa über die Schotterpiste gekämpft und diverse Blessuren davongetragen. Schön das wir Euch warnen konnten. Vg! Matthias