Norwegische Gletscher – Damals und Heute

Norwegische Gletscher - Damals und Heute

In diesem Video möchte ich die Folgen der Klimaveränderung am Beispiel norwegische Gletscher zeigen – Damals und Heute, die wir im Jahr 2003 und zehn Jahre später im Jahr 2013 noch einmal besucht haben. Beim Vergleich der Fotos ist mir ganz zweierlei geworden. Die Qualität der Fotos von 2003 ist zwar noch bescheiden, aber die Veränderungen sind trotzdem deutlich zu erkennen…

Gletscherschwund in Norwegen: Sichtbare Spuren des Klimawandels

Während wir mit unserem Fahrzeug um die norwegischen Fjorde fahren, fällt der Blick immer wieder auf die schrumpfenden Gletscher an den Berghängen. Diese eisigen Riesen, die einst Täler formten und Wasser speicherten, ziehen sich merklich zurück. Der Gletscherschwund in Norwegen dient als greifbares Mahnmal des Klimawandels und verändert nicht nur die Landschaft, sondern auch unser Overlanding-Abenteuer.

Norwegens Gletscher, die rund 60 Prozent der gesamten Gletschermasse Skandinaviens ausmachen, haben seit 1900 über 70 Prozent ihres Volumens verloren. Besonders betroffen sind der Jostedalsbreen, der größte Gletscher Europas mit 487 Quadratkilometern, und der Nigardsbreen im Jostedalen. Zwischen 2000 und 2020 schmolz der Nigardsbreen jährlich um durchschnittlich 20 Meter, getrieben durch steigende Temperaturen, die im Sommer bis zu 2 Grad über dem langjährigen Mittel liegen. Satellitenbilder zeigen, dass allein 2022 Norwegens Gletscher 5 Prozent ihres Eises einbüßten – ein Rekordjahr.

Die Welt wird sich verändern

Diese Veränderungen wirken sich auch direkt auf unsere Reisen aus. Gletscherseen wie der Lovatnet entstanden neu, wo früher Eis dominierte. Wanderwege zum Gletscherrand werden länger, und Steinlawinenrisiken steigen durch instabile Moränen. In Sogn og Fjordane, wo der Briksdalsbreen jährlich 10 bis 15 Meter zurückweicht, müssen Routen angepaßt werden – früher erreichten wir den Rand per Fuß, heute parken wir weiter entfernt und marschieren länger. Der Schwund treibt auch mehr Schmelzwasser in Flüsse wie den Sognefjord, was Sommertouren spektakulärer, aber unvorhersehbarer macht.

Langfristig verliert Norwegen Trinkwasserreserven – Gletscher speichern 30 Prozent des Sommerwassers für Flüsse. Der Trend setzt sich fort: Prognosen deuten auf einen vollständigen Sommer-Schwund der kleineren Gletscher bis 2050 hin, was Fjäll-Routen trockener und staubiger macht.

Trotz allem bleibt Norwegen ein Paradies für Overlander. Der Gletscherschwund erinnert uns, jetzt loszufahren, bevor die Eiswände nur noch Erinnerung sind. Unsere Tracks von Nigardsbreen bis Briksdal zeigen: Die Wildnis verändert sich rasant, doch sie ruft lauter denn je.

Pack die Ausrüstung, check die GPS-Tracks und erlebe Norwegens Gletscher, solange sie noch glänzen!

Der Svartisen zieht sich von Jahr zu Jahr immer weiter zurück.

Weitere Videos von uns gibts auf unserem [Youtube-Kanal].

im Jahr 2022 haben wir eine [Wanderung zum Svartisen] unternommen. Lest gerne unseren Blogbeitrag dazu.

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs und ist dem beruflichen Hamsterrad entkommen.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Chris

    Hallo,

    es ist erschreckend, wie schnell der Klimawandel vonstatten geht. Meine Kinder sind noch klein – ob sie solche Gletscher überhaupt noch zu sehen bekommen? Danke für die beeindruckenden Bilder!

    1. Matthias

      Lieber Chris, wir waren dieses Jahr nochmal am Buarbreen. Auch hier ist leider ein deutlicher Rückgang der Gletscherzunge zu sehen. Wirklich bedrückend.

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Blick auf den Gletscher