Fulufjället Nationalpark: Unsere Wanderung zum Njupeskär

Der Fulufjället Nationalpark war eines unserer ersten großen Wanderziele in Schweden. Bereits 2015 waren wir hier unterwegs und sind vom heutigen Naturum durch die Wälder und Moore bis zum Njupeskär gewandert.

Der Wasserfall ist mit 93 Metern Gesamthöhe und 70 Metern freiem Fall eines der Wahrzeichen des Nationalparks. Noch mehr beeindruckt hat uns aber die Landschaft drumherum: dichter alter Wald, Moore, das Fjällplateau und immer wieder kleine Bäche und Wasserläufe.

Unser erster Bericht über diese Wanderung stammt aus dem Jahr 2015. Seitdem hat sich nicht nur bei uns viel verändert. Auch die Infrastruktur und Informationen zum Nationalpark wurden weiterentwickelt.

Deshalb haben wir unseren alten Reisebericht komplett überarbeitet. Unsere eigenen Erlebnisse und Fotos bleiben natürlich erhalten – ergänzt um aktuelle Informationen zu Wanderwegen, Parkplatz, Naturum, Camping und einem Besuch mit dem Wohnmobil.

Fulufjället Nationalpark: Das Wichtigste auf einen Blick

📍 Lage

Der Fulufjället Nationalpark liegt in Dalarna im Westen Schwedens, direkt an der Grenze zu Norwegen.

🌲 Nationalpark

Der Nationalpark wurde 2002 gegründet und umfasst 38.483 Hektar.

💦 Njupeskär

Der Wasserfall ist 93 Meter hoch, davon entfallen 70 Meter auf den freien Fall.

🥾 Wandern

Rund 140 Kilometer markierte Wanderwege erschließen den Nationalpark.

🥾 Njupeskärsleden

Der gelb markierte Rundweg zum Njupeskär ist rund 4 Kilometer lang.

🅿️ Haupteingang

Der Njupeskär-Eingang mit großem Parkplatz und Naturum liegt rund 25 Kilometer westlich von Särna.

🚐 Wohnmobil

Parken für eine Wanderung ist erlaubt. Übernachten am Parkplatz des Njupeskär-Eingangs ist jedoch nicht gestattet.

🌲 Besonderheit

Im Nationalpark steht Old Tjikko, eine Fichte mit einem rund 9.550 Jahre alten Wurzelsystem.

Der Fulufjället Nationalpark in Schweden

Der Fulufjället Nationalpark liegt im Westen Dalarnas unmittelbar an der norwegischen Grenze. Auf norwegischer Seite schließt sich der Fulufjellet Nationalpark an.

Charakteristisch für den schwedischen Nationalpark ist das große, relativ flache Fjällplateau. Dessen steile Flanken gehen in Bergbirken- und Nadelwälder sowie ausgedehnte Moorlandschaften über.

Der Nationalpark wurde am 1. August 2002 gegründet und umfasst heute 38.483 Hektar.

Eine Besonderheit des Fulufjället ist dabei auf den ersten Blick kaum zu erkennen: Hier weiden keine Rentiere.Dadurch konnten sich auf dem Fjällplateau besonders ausgeprägte Flechtenteppiche entwickeln.

Für uns war der Fulufjället 2015 einer der Orte, an denen wir zum ersten Mal intensiver mit der schwedischen Fjälllandschaft in Kontakt kamen.

Anfahrt zum Fulufjället Nationalpark

Der wichtigste Ausgangspunkt für einen ersten Besuch ist der Njupeskär-Eingang. Hier befinden sich das Naturum, ein großer Parkplatz und der Ausgangspunkt mehrerer Wanderwege.

Von Särna fährst Du zunächst auf der Straße 70 nach Norden. Nach etwa vier Kilometern zweigst Du Richtung Mörkret und Gördalen ab. In Mörkret folgst Du anschließend der Ausschilderung zum Fulufjället Nationalpark.

Der Haupteingang liegt ungefähr 25 Kilometer westlich von Särna.

Neben dem Njupeskär-Eingang gibt es weitere Zugänge zum Nationalpark. Wenn Du zum ersten Mal hier bist und vor allem den Njupeskär besuchen möchtest, ist der Haupteingang aber der naheliegendste Ausgangspunkt.


Parkplatz am Fulufjället Nationalpark

Direkt am Naturum Fulufjället befindet sich ein großer Parkplatz. Von hier starten zahlreiche Wanderwege, darunter die beliebte Wanderung zum Njupeskär.

Auch mit einem Wohnmobil kannst Du hier für Deinen Besuch beziehungsweise eine Wanderung parken.

Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen Parken und Übernachten: Auf dem Parkplatz am Njupeskär-Eingang ist das Übernachten im Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt grundsätzlich nicht erlaubt. Eine Ausnahme besteht lediglich im Winter vom 1. Dezember bis 31. März im Rahmen der besonderen Campingregelung für Zone 4.

ℹ️ Welche Regeln grundsätzlich beim Übernachten mit dem Wohnmobil gelten, erklären wir Dir ausführlich in unserem Ratgeber Freistehen in Schweden mit dem Wohnmobil.

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Naturum Fulufjället: Besucherzentrum am Haupteingang

Direkt am Njupeskär-Eingang befindet sich das Naturum Fulufjället.

Wenn Du zum ersten Mal im Nationalpark bist, lohnt sich ein kurzer Besuch. Du bekommst dort aktuelle Informationen zu Wanderwegen und Bedingungen im Fjäll und kannst Dir in der Ausstellung einen Überblick über Natur und Geschichte des Fulufjället verschaffen.

Direkt daneben befindet sich außerdem während der Sommersaison ein Café beziehungsweise Restaurant.

Viele der Wanderwege im südlichen Teil des Nationalparks beginnen direkt am Naturum. Damit ist der Platz für einen Tagesbesuch der ideale Ausgangspunkt.

Im Naturum mit Blick auf den Park

Wandern im Fulufjället Nationalpark

Mit rund 140 Kilometern markierter Wanderwege bietet der Fulufjället deutlich mehr als nur den bekannten Wasserfall.

Du kannst hier kurze Spaziergänge unternehmen, zum Njupeskär wandern oder auf längeren Touren hinauf auf das Fjällplateau gehen.

Für einen ersten Besuch würden wir trotzdem mit dem Gebiet rund um den Njupeskär beginnen. Hier bekommst Du auf relativ kurzer Strecke bereits viel von der unterschiedlichen Landschaft des Nationalparks zu sehen.

Njupeskärsleden – die klassische Wanderung

Die bekannteste kurze Wanderung ist der Njupeskärsleden.

Der gelb markierte Rundweg ist etwa 4 Kilometer lang und führt vom Naturum zum Njupeskär und wieder zurück. Große Teile verlaufen über befestigte Wege und breite Holzstege.

Trotzdem solltest Du die kurze Distanz nicht mit einem komplett ebenen Spaziergang verwechseln. Einzelne Abschnitte sind steil und hinter der Njupeskärstugan folgen zahlreiche Treppen.

Der südliche Teil der Strecke wurde barrierearm ausgebaut.

Der Weg zum Wasserfall ist gut ausgebaut.

Unsere Wanderung zum Njupeskär

Unser Besuch im Fulufjället liegt inzwischen einige Jahre zurück. 2015 waren wir hier noch in einer ganz anderen Phase unserer Skandinavienreisen unterwegs.

Vom heutigen Naturum machten wir uns zu Fuß auf den Weg Richtung Njupeskär. Schon der Weg dorthin gefiel uns: Er führt durch Wald und Moorlandschaften, über Holzstege und immer weiter hinein in das Tal des Njupån.

Natürlich war der Wasserfall unser eigentliches Ziel. Trotzdem sind es bei solchen Wanderungen oft die kleinen Dinge am Weg, die uns später genauso in Erinnerung bleiben – moosbewachsene Bäume, Wasserläufe und immer wieder neue Fotomotive.

Njupeskär: Schwedens höchster freier Wasserfall

Der Njupeskär fällt insgesamt 93 Meter in die Tiefe. Besonders beeindruckend sind die 70 Meter freier Fall – damit besitzt der Njupeskär den höchsten freien Wasserfall Schwedens.

Der Weg führt bis in die Schlucht unterhalb des Wasserfalls. Je nach Wasserführung bekommst Du dort entsprechend viel Gischt ab.

Gerade im Frühjahr ist allerdings Vorsicht geboten. Die Nationalparkverwaltung sperrt den letzten Abschnitt in die Njupeskär-Schlucht im Winter. Solange noch Schnee an den Hängen und auf den Stegen liegt, wird ausdrücklich davon abgeraten, hinunterzugehen. Es besteht Gefahr durch Lawinen sowie herabfallendes Eis, Schnee und Gestein.

Schneereste können dort teilweise noch bis Anfang Juni liegen.

Mehr als Njupeskär: weitere Wanderungen

Lavskrikeleden – kurze und barrierearme Runde

Wenn Du eine einfache Tour suchst, ist der Lavskrikeleden interessant. Der etwa 2 Kilometer lange Weg beginnt am Naturum und führt durch Moor- und Waldlandschaft. Er ist auch für Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen ausgelegt.

Jaktfalksleden – hinauf aufs Fjäll

Deutlich anspruchsvoller ist der Jaktfalksleden. Die rund 6 Kilometer lange Tour führt von der Njupeskärstugan hinauf auf das Fjäll.

Die Nationalparkverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass der Weg insbesondere bei Regen schwierig sein kann, weil Du mehrere Kilometer über Steine gehst.

Old Tjikko

Eine weitere Möglichkeit ist die Wanderung zu Old Tjikko. Von der Njupeskärstugan führt die Route hinauf auf das Fjäll. In Kombination mit dem Rückweg ergibt sich vom Haupteingang eine Tour von ungefähr 9 Kilometern.


Old Tjikko: 9.550 Jahre altes Wurzelsystem

Old Tjikko wird häufig als einer der ältesten Bäume der Welt bezeichnet. Dabei ist eine kleine Unterscheidung wichtig.

Der heute sichtbare Stamm ist nicht 9.550 Jahre alt. So alt ist das genetisch identische Wurzelsystem, aus dem sich die Fichte immer wieder neu gebildet hat.

Im Februar 2023 brach bei einem Wintersturm etwa ein Meter der Spitze ab. Dieser Teil wird heute im Naturum gezeigt.

Wenn Du zu Old Tjikko wanderst, solltest Du Abstand halten und auf dem vorhandenen Pfad bleiben. Die Vegetation auf dem Fjäll ist empfindlich.

Blick über den Nationalpark

Camping und Übernachten im Fulufjället Nationalpark

Die Regeln zum Übernachten unterscheiden sich je nach Zone des Nationalparks. In Zone 4 ist Zelten und Campen grundsätzlich verboten; eine Ausnahme besteht am Parkplatz des Njupeskär-Eingangs zwischen 1. Dezember und 31. März.

Für Wohnmobile und Wohnwagen ist besonders wichtig:

Auf den Parkplätzen am Njupeskär-Eingang, bei Brottbäckstugan und Göljån darf nicht übernachtet werden.

In der Umgebung gibt es Campingmöglichkeiten beispielsweise bei Mörkret, Gördalen und Särna.

Regeln im Fulufjället Nationalpark

Die Regeln unterscheiden sich teilweise nach den vier Schutzzonen. Für einen normalen Tagesbesuch solltest Du vor allem Folgendes wissen:

  • 🐕 Hunde müssen an der Leine bleiben.
  • 🚁 Drohnen dürfen im Nationalpark nicht geflogen werden.
  • 🚲 Radfahren ist nicht erlaubt.
  • 🔥 Feuer ist nur entsprechend der jeweiligen Zonenregeln beziehungsweise an dafür vorgesehenen Feuerstellen erlaubt.
  • ⛺ Übernachten und Zelten ist nicht überall erlaubt.
  • 🫐 Beeren und Pilze darfst Du für den eigenen Bedarf sammeln.

Gerade bei einer längeren Tour oder einer geplanten Übernachtung würde ich deshalb vorab die aktuelle Karte mit den vier Schutzzonen prüfen. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bereich.


Fulufjället mit dem Wohnmobil

Der Nationalpark lässt sich sehr gut in eine Wohnmobilreise durch Dalarna integrieren. Der Njupeskär-Haupteingang ist auch mit größeren Fahrzeugen erreichbar und bietet einen großen Parkplatz.

Was wir allerdings nicht mehr machen würden, ist den Parkplatz automatisch als Stellplatz zu betrachten.

Du kannst Dein Wohnmobil dort für Deine Wanderung abstellen – übernachten darfst Du dort außerhalb der genannten Winterausnahme nicht.

Wenn Du mehrere Tage im Fulufjället verbringen möchtest, bietet sich deshalb ein Campingplatz beziehungsweise eine andere zulässige Übernachtungsmöglichkeit außerhalb des entsprechenden Schutzbereichs an.

ℹ️ Weitere selbst besuchte Nationalparks, Wanderungen und Naturziele findest Du in unserem Bereich Schweden Outdoor.

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Wie viel Zeit solltest Du für Fulufjället einplanen?

Wenn Du lediglich zum Njupeskär wandern und das Naturum besuchen möchtest, kannst Du den Fulufjället gut als Halbtagesziel einplanen.

Wir würden uns trotzdem nicht zu sehr beeilen. Gerade wenn Du fotografierst, vergeht auf dem Weg zum Wasserfall schnell mehr Zeit als die reine Wanderstrecke vermuten lässt.

Wenn Du zusätzlich auf das Fjäll möchtest, Old Tjikko besuchen oder eine der längeren Wanderungen unternehmen willst, würden wir einen ganzen Tag oder mehrere Tage einplanen.

Unser Fazit zum Fulufjället Nationalpark

Der Fulufjället Nationalpark ist für uns deutlich mehr als nur die Kulisse für den Njupeskär.

Natürlich ist der 93 Meter hohe Wasserfall das bekannteste Ziel und für einen ersten Besuch absolut sehenswert. Uns gefällt aber gerade die Kombination aus altem Wald, Mooren, Wasserläufen und dem offenen Fjällplateau.

Wenn Du wenig Zeit hast, bietet Dir der 4 Kilometer lange Njupeskärsleden einen guten ersten Eindruck. Mit mehr Zeit lohnt es sich, weiter hinauf aufs Fjäll zu wandern und die stark besuchten Wege rund um den Wasserfall hinter sich zu lassen.

Unser eigener Besuch liegt inzwischen einige Jahre zurück. Gerade deshalb war es höchste Zeit, unseren alten Reisebericht von 2015 zu überarbeiten und die damaligen Erlebnisse mit den heutigen Informationen zum Nationalpark zu verbinden.

Fulufjället würden wir auch heute wieder in eine Reise durch Dalarna einbauen.

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs auf der Suche nach mehr Freiheit und mehr Norden.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Lutz

    Im Fulufjället hat es uns auch sehr gut gefallen. Dein Foto vom Wasserfall ist echt gelungen. Mach weiter so mit Deiner sehr informativen Website!
    Kurz vor dem Nationalparkcenter gibt es übrigens auch noch einen kleinen Stellplatz für Camper direkt an einem Bachlauf. Kennst Du den?

  2. Viercampen.de

    Der Nationalpark ist wirklich toll. Der Besuch vom Wasserfall sicherlich ein muss!
    VG

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Du betrachtest gerade Fulufjället Nationalpark: Unsere Wanderung zum Njupeskär
Blick auf den Njupeskär