HKB 20/974 Dönnes auf Dønna – auf den Spuren der deutschen Küstenartillerie
Wer auf der norwegischen Insel Dønna unterwegs ist, entdeckt nicht nur spektakuläre Küstenlandschaften, Berge und kleine Ortschaften. Abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es auch interessante Spuren der jüngeren Geschichte zu entdecken. Eine davon ist das HKB 20/974 Dönnes, eine ehemalige deutsche Küstenbatterie aus dem Zweiten Weltkrieg.
Im äußersten Norden der Insel liegen heute noch zahlreiche Überreste des ehemaligen Kystforts. Zwischen Felsen und Gras verstecken sich Geschützstellungen, Bunker, Unterstände und weitere militärische Anlagen. Vieles davon ist auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen. Erst bei einer Wanderung durch das Gelände erschließt sich nach und nach die Dimension der ehemaligen Küstenbatterie.
Für uns war der Besuch deshalb eine interessante Mischung aus Norwegen-Natur, kleiner Wanderung und Geschichte. Wer mit dem Wohnmobil auf Dønna unterwegs ist und sich für historische Orte, Lost Places oder die deutsche Küstenverteidigung in Norwegen interessiert, sollte das HKB 20/974 Dönnes auf seine Liste setzen.
In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie ihr zur ehemaligen Küstenbatterie kommt, was ihr beim Parken mit dem Wohnmobil beachten solltet, wie die Wanderung über das Gelände verläuft und welche Geschichte hinter den heute noch sichtbaren Überresten steckt.
HKB 20/974 Dönnes: Küstenbatterie auf Dønna
Dønna liegt vor der Küste von Helgeland in Nordnorwegen und gehört zur faszinierenden Inselwelt von Nordland. Die Insel ist vor allem für ihre abwechslungsreiche Landschaft bekannt. Meer, Schären, Berge und kleine Küstenstraßen machen Dønna zu einem schönen Ziel für eine Wohnmobilreise.
Doch Dønna hat auch eine interessante militärhistorische Vergangenheit.
Während des Zweiten Weltkriegs errichteten die deutschen Streitkräfte an vielen strategisch wichtigen Punkten entlang der norwegischen Küste Küstenbatterien. Eine dieser Anlagen entstand bei Dønnes im Norden von Dønna.
Die Batterie trug später die Bezeichnung HKB 20/974 Dönnes. Die Abkürzung HKB steht für „Heeres-Küsten-Batterie“.
Heute sind die Geschütze verschwunden. Die massiven Betonstellungen und zahlreiche weitere Überreste sind jedoch noch vorhanden. Dadurch lässt sich bei einem Rundgang recht gut nachvollziehen, wie die Anlage ursprünglich aufgebaut war.
Besonders spannend ist dabei, dass die Natur inzwischen wieder einen großen Teil des Geländes zurückerobert hat. Gras wächst über Beton, Büsche verdecken Gebäudereste und manche Anlagen sind nur noch zu erkennen, wenn man genau hinschaut.
Genau das macht den Besuch für uns so interessant.
Anfahrt zum HKB 20/974 Dönnes
Die Anreise nach Dønna gehört bereits zum Erlebnis. Wer mit dem Wohnmobil von Sandnessjøen kommt, setzt zunächst mit der Fähre nach Bjørn auf Dønna über.
Die Fährverbindung ist für die Insel ein wichtiger Bestandteil der Verkehrsanbindung. Entsprechend sollte man bei der Reiseplanung unbedingt den aktuellen Fahrplan berücksichtigen.
Die Fähre bringt euch von Sandnessjøen nach Bjørn. Von dort geht es mit dem Wohnmobil auf der Straße weiter in Richtung Norden.
Je weiter man auf Dønna fährt, desto stärker verändert sich die Landschaft. Die Straße führt durch offene Küstenbereiche, vorbei an einzelnen Höfen und immer wieder mit Blick auf das Meer.
Unser Ziel ist der Bereich Dønnes beziehungsweise Nordøyvågen im Norden der Insel.
Wer zum ersten Mal nach Dønna kommt, sollte sich nicht ausschließlich auf das eigentliche Ziel konzentrieren. Die Fahrt über die Insel ist bereits ein schöner Teil des Ausflugs.
Tipp für Wohnmobilfahrer
Plant für die Anfahrt ausreichend Zeit ein. Dønna ist kein Ziel, das man sinnvollerweise „mal eben“ auf der Durchreise abhakt.
Gerade mit dem Wohnmobil lohnt es sich, die Insel langsam zu erkunden und mehrere Zwischenstopps einzuplanen.
Für die Fährfahrt solltet ihr den aktuellen Fahrplan vorab kontrollieren. Fahrzeiten können sich saisonal ändern.
Parken am HKB 20/974 Dönnes
Bei einem historischen Militärgelände darf man nicht mit einem großen Besucherparkplatz rechnen.
Das HKB 20/974 Dönnes ist kein klassisches Freilichtmuseum mit Kasse, Besucherzentrum und ausgeschildertem Rundweg. Die Überreste liegen verteilt in der Landschaft und es ist wirklich ein „Lost Place“ ohne Infrastruktur.
Wer mit einem Wohnmobil unterwegs ist, sollte deshalb besonders darauf achten, keine Zufahrten zu blockieren und nicht auf offensichtlich privaten Flächen zu parken.
Auf unserer Karte haben wir zwei kleine Parkmöglichkeiten markiert, wo man neben der Straße maximal 1-2 Camper abstellen kann. Von da aus geht es zu Fuß weiter. Vermeidet es unbedingt, noch weiter zu fahren, da alle weiteren Parkmöglichkeiten offensichtlich zu Privatgrundstücken gehören.
Die letzten Meter lassen sich besser zu Fuß zurücklegen.
Das hat außerdem einen großen Vorteil: Schon der Weg vom Fahrzeug zum Gelände gehört zur Erkundung. Sobald man zu Fuß unterwegs ist, nimmt man die vielen kleinen Spuren wesentlich besser wahr.
Wichtig beim Parken
Die örtliche Situation kann sich verändern. Deshalb sollte man sich immer an vorhandene Beschilderungen und örtliche Hinweise halten.
Ein Parkplatz ist außerdem nicht automatisch ein offizieller Wohnmobilstellplatz. Wer auf Dønna übernachten möchte, sollte dafür einen ausgewiesenen Camping- oder Stellplatz nutzen.
Für einen Besuch des HKB 20/974 reicht es, das Wohnmobil an einer geeigneten Stelle abzustellen und die Anlage anschließend zu Fuß zu erkunden.
WICHTIG: Die Stichstraße endet an einem Privatgrundstück. Der Trailhead beginnt unmittelbar zuvor und zweigt rechts von der Straße leicht übersehbar ins Unterholz ab. Das Privatgrundstück darf laut einem Schild vor Ort nicht betreten werden. Haltet Euch daran!
- All Posts
- Affiliate
- Aktienauswahl
- Apps
- Ausrüstung
- Baden
- Beleuchtung
- Bike
- Buchvorstellung
- Campingplatz
- Checkliste
- CMT
- Depotverwaltung
- Draisine
- Drohne
- EcoFlow
- Fähre
- Finnland
- Fjell
- Fluss
- Fotografie
- Funkmast
- Gedankensplitter
- Gletscher
- Hotspot
- Iveco Daily 4x4
- Jedermannsrecht
- Kanu
- Kosten
- Küste
- Lazerlamps
- Leitertec
- Lightbar
- Lofoten
- Maut
- Mitternachtssonne
- Mücken
- Multimedia
- Nationalpark
- Naturreservat
- Navigation
- Norwegen
- Optionshandel
- Packraft
- Polarlicht
- Produkttest
- Raspberry Pi
- Roadtrip
- Schärenküste
- Schweden
- See
- Server
- Software
- Solar
- Stellplatz
- Strom
- Technik
- Tierbeobachtung
- Traumstraße
- TravelMed
- Trinkwasser
- Twitterbot
- Vanlife
- Video
- Wanderung
- Wasserfall
- Webcam
- Zoll

Wanderung durch das ehemalige Kystfort
Die Erkundung des HKB 20/974 Dönnes ist weniger eine klassische Wanderung auf einem perfekt markierten Wanderweg als ein Spaziergang beziehungsweise eine kleine Erkundungstour durch ein ehemaliges Militärgelände.
Genau darin liegt für uns der Reiz.
Am Anfang führt der schmale Trailhead über eine Sumpfwiese und durch lichten Birkenwald. Dann taucht plötzlich der erste Betonrest auf. Ein Stück weiter entdeckt man eine Geschützstellung. Hinter einer Böschung befindet sich ein weiterer Unterstand.
Je länger man unterwegs ist, desto deutlicher wird, dass es sich hier nicht um ein einzelnes Bauwerk handelt, sondern um eine große militärische Anlage, das sich die Natur Stück für Stück zurückerobert.
Festes Schuhwerk ist deshalb empfehlenswert. Der Untergrund kann uneben und bei Regen rutschig sein.
Wer sich Zeit lässt und nicht nur den offensichtlichsten Weg nimmt, entdeckt deutlich mehr.
Die vier Geschützstellungen
Das Herzstück der ehemaligen Küstenbatterie waren vier schwere Geschütze.
Die Batterie war mit vier französischen 15,5-cm-Kanonen K 416(f) ausgestattet. Die Geschütze waren Beutewaffen, die nach dem deutschen Westfeldzug von den deutschen Streitkräften übernommen und anschließend unter anderem bei Küstenbatterien in Norwegen eingesetzt wurden.
Mit einer Reichweite von ungefähr 17 Kilometern konnten die Geschütze weit in das vorgelagerte Seegebiet wirken.
Heute stehen die Kanonen nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz. Dafür sind die massiven Geschützstellungen erhalten.
Wer vor einer solchen Stellung steht, bekommt einen Eindruck davon, welche Dimensionen die Anlage einst hatte.
Die Betonbauten wirken heute teilweise unscheinbar. Wenn man sich jedoch vorstellt, dass hier einst schwere Geschütze standen und von dieser Position aus das Meer überwacht werden sollte, verändert sich der Blick auf das Gelände.
Bunker und weitere militärische Anlagen
Eine Küstenbatterie bestand natürlich nicht nur aus ihren Hauptgeschützen.
Damit eine Batterie funktionieren konnte, benötigte sie eine ganze Reihe zusätzlicher Einrichtungen.
Auf dem Gelände des HKB 20/974 Dönnes befanden sich unter anderem:
- Munitions- und Unterstandsanlagen
- Kommandoeinrichtungen
- weitere Geschützstellungen
- Maschinengewehrstellungen
- Flak
- Panzerabwehrwaffen
- Granatwerfer
- Scheinwerfer
- Versorgungs- und Infrastruktur
Ein Teil dieser Anlagen ist heute noch sichtbar.
Besonders interessant ist, wie stark die militärischen Bauwerke in die Landschaft integriert wurden. Felsen und natürliche Geländeerhebungen dienten als Schutz und Tarnung.
Viele Bunker liegen deshalb nicht frei auf einer Fläche, sondern wirken fast wie ein Bestandteil der Landschaft.
Die Geschichte des HKB 20/974 Dönnes
Die Geschichte der Batterie beginnt im Jahr 1942.
Ursprünglich wurde die Anlage als HKB 1/751 aufgestellt. Im November 1942 war die Batterie zumindest teilweise einsatzbereit.
Die ursprüngliche Planung sah eine Bewaffnung mit vier deutschen 10,5-cm-Geschützen vor. Tatsächlich erhielt die Batterie später vier französische 15,5-cm-Kanonen K 416(f).
Diese französischen Beutegeschütze waren für die deutsche Küstenverteidigung von großer Bedeutung. Sie konnten aufgrund ihrer Reichweite ein großes Seegebiet abdecken.
Im Januar 1943 wurde die Batterie zunächst als 20./Heeres-Küsten-Artillerie-Regiment 974 bezeichnet. Im April 1943 folgte schließlich die Bezeichnung HKB 20/974.
Unter dieser Bezeichnung ist die Anlage heute bekannt.
Warum wurden auf Dønna Küstenbatterien gebaut?
Die norwegische Küste hatte für die deutsche Kriegführung eine große strategische Bedeutung.
Norwegen besitzt eine extrem lange und stark gegliederte Küste. Zahlreiche Inseln, Fjorde und geschützte Buchten boten natürliche Ankerplätze und wichtige Verkehrswege.
Gleichzeitig musste die deutsche Besatzungsmacht damit rechnen, dass alliierte Schiffe und Streitkräfte bestimmte Küstenbereiche angreifen könnten.
Küstenbatterien sollten deshalb wichtige Seewege und Küstenabschnitte kontrollieren.
Das Prinzip war relativ einfach: Von einer gut positionierten Batterie aus konnte ein großes Gebiet überwacht und bei Bedarf beschossen werden.
Die Lage des HKB 20/974 Dönnes wird verständlich, wenn man sich heute von den Geschützstellungen aus den Blick über das Meer anschaut.
Was heute nach idyllischer norwegischer Küste aussieht, war damals ein strategisch wichtiger Beobachtungs- und Verteidigungsstandort.
Die Batterie war Teil eines größeren Systems
Beim Rundgang wird schnell klar, dass die Küstenbatterie nicht isoliert betrachtet werden sollte.
Entlang der norwegischen Küste entstand während des Zweiten Weltkriegs ein umfangreiches System verschiedener militärischer Anlagen.
Dazu gehörten Küstenbatterien, Beobachtungsstellen, Radarstationen, Flugabwehrstellungen und weitere Einrichtungen.
Auch auf Dønna gab es neben der Küstenbatterie zusätzliche militärische Infrastruktur.
Besonders interessant ist die ehemalige Radarstellung „Dattel“.
Die Radarstellung „Dattel“ auf Dønna
Die deutsche Militärpräsenz auf Dønna beschränkte sich nicht auf das HKB 20/974.
Im Bereich des Dønnesfjellet und in der weiteren Umgebung befanden sich Radar- und Funkmessanlagen.
Unter der Bezeichnung „Dattel“ sind unter anderem eine Freya-Anlage und eine Wassermann-Anlage überliefert.
Die Aufgabe solcher Anlagen bestand darin, Flugzeuge beziehungsweise Schiffe frühzeitig zu erkennen und deren Bewegungen zu verfolgen.
Damit wird deutlich, dass Dønna während des Zweiten Weltkriegs Bestandteil eines wesentlich größeren Überwachungssystems war.
Heute sind von diesen Anlagen vor allem Fundamente und andere bauliche Überreste zu finden.
Für einen normalen Besuch des HKB 20/974 muss man diese zusätzlichen Anlagen nicht zwingend einplanen. Wer sich allerdings intensiver mit der Militärgeschichte von Dønna beschäftigt, findet auf der Insel noch weitere interessante Spuren.
Ein Lost Place mitten in Norwegen
Was uns am HKB 20/974 besonders gefällt, ist die Atmosphäre.
Es handelt sich nicht um ein klassisches Museum. Es gibt keine aufwendig restaurierten Gebäude und keine Ausstellung, die einem die Geschichte in chronologischer Reihenfolge erklärt.
Stattdessen steht man mitten in der Landschaft.
Der Beton ist verwittert. Pflanzen wachsen über Mauern. Manche Anlagen sind teilweise eingestürzt oder kaum noch zu erkennen.
Das macht die Geschichte gleichzeitig greifbar und ein wenig geheimnisvoll.
Man muss selbst entdecken, was sich hinter der nächsten Böschung befindet.
Und genau deshalb sollte man für den Besuch nicht nur zehn Minuten einplanen.
Wer aufmerksam unterwegs ist, wird immer wieder neue Details entdecken.
Vorsicht bei den Bunkern
So spannend die Erkundung auch ist: Das HKB 20/974 ist kein offiziell erschlossenes Museumsgelände.
Die alten Anlagen können beschädigt oder instabil sein.
Nicht jede Öffnung sollte betreten werden. Dunkle Bunker, Schächte und unbekannte Hohlräume sollte man grundsätzlich meiden, wenn der Zugang nicht eindeutig sicher ist.
Auch auf ungesicherten Mauern oder Dächern hat man nichts verloren.
Eine Taschenlampe kann für sicher zugängliche Bereiche hilfreich sein, sie sollte aber keinesfalls dazu verleiten, in unbekannte Bereiche vorzudringen.
Mit Kindern ist besondere Vorsicht geboten.
Und natürlich gilt auch hier: Nichts mitnehmen.
Auch scheinbar wertlose Metallstücke oder andere Reste gehören zum historischen Ort.
Wie lange dauert die Wanderung?
Für die Erkundung des HKB 20/974 Dönnes sollte man ungefähr zwei bis drei Stunden einplanen.
Das hängt allerdings stark davon ab, wie intensiv man sich mit den einzelnen Anlagen beschäftigt.
Wer nur die wichtigsten Geschützstellungen sehen möchte, ist schneller unterwegs.
Wer dagegen jeden sichtbaren Bunker, jede Stellung und jeden Betonrest erkunden möchte, kann problemlos länger bleiben.
Die Tour ist keine anspruchsvolle Bergwanderung. Die Herausforderung liegt eher im teilweise unebenen Gelände.
Festes Schuhwerk ist daher wichtiger als eine besondere Kondition.
Nach Regen kann das Gelände deutlich schwieriger begehbar sein.
Was sollte man mitnehmen?
Für einen Besuch des ehemaligen Kystforts braucht es keine spezielle Ausrüstung.
Wir würden dennoch folgende Dinge empfehlen:
Festes Schuhwerk:
Die Wege sind teilweise uneben und können bei Nässe rutschig sein.
Wetterfeste Kleidung:
Das Wetter an der norwegischen Küste kann sich schnell verändern.
Taschenlampe/Stirnlampe:
Für die Erkundung eindeutig zugänglicher Bereiche kann eine kleine Taschenlampe praktisch sein.
Kamera:
Das Gelände bietet zahlreiche interessante Motive – von den Betonstellungen bis zum Blick über die Küste.
Zeit:
Der wichtigste Punkt. Wer nur schnell ein Foto macht, wird einen großen Teil der Anlage übersehen.
HKB 20/974 Dönnes mit dem Wohnmobil besuchen
Für Wohnmobilreisende ist Dønna ein schönes Ziel abseits der großen Touristenrouten.
Die Insel lässt sich gut mit anderen Sehenswürdigkeiten verbinden. Wer ohnehin im Norden von Dønna unterwegs ist, kann den Besuch des HKB 20/974 beispielsweise mit Dønnes und dem Dønnesfjellet kombinieren.
Auch die Fahrt über die Insel selbst lohnt sich.
Wir würden deshalb empfehlen, den Besuch nicht als reinen Zwischenstopp zwischen zwei Fährverbindungen zu planen.
Besser ist es, einen ganzen Tag für Dønna einzuplanen.
So bleibt genügend Zeit, die Landschaft zu genießen und zwischendurch immer wieder anzuhalten.
Gerade das macht für uns den Reiz einer Wohnmobilreise durch Norwegen aus: Nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten abarbeiten, sondern auch Orte entdecken, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken.
Dønna: Geschichte trifft spektakuläre Landschaft
Das Besondere am HKB 20/974 Dönnes ist letztlich die Kombination aus Geschichte und Landschaft.
Auf der einen Seite stehen die massiven Überreste der deutschen Küstenbefestigung. Auf der anderen Seite befindet sich eine typisch nordnorwegische Küstenlandschaft mit Meer, Felsen und weitem Horizont.
Der Kontrast könnte kaum größer sein.
Vor mehr als 80 Jahren war die Gegend militärisch geprägt. Heute ist es ein ruhiger Ort, an dem man die Landschaft genießen kann.
Gerade dadurch wird der Besuch auch zu einer Gelegenheit, über die Geschichte dieser Region nachzudenken.
Der Zweite Weltkrieg hat in Norwegen viele Spuren hinterlassen. Küstenbatterien wie das HKB 20/974 Dönnes sind ein Teil dieser Geschichte.
Sie erinnern daran, dass die scheinbar abgelegenen Inseln und Küstenabschnitte Nordnorwegens keineswegs außerhalb des Kriegsgeschehens lagen.
Lohnt sich der Besuch des HKB 20/974 Dönnes?
Unser Fazit: eindeutig ja – vor allem für geschichtsinteressierte Norwegenreisende.
Das HKB 20/974 Dönnes ist keine klassische Sehenswürdigkeit, die man in wenigen Minuten besichtigt.
Der Reiz liegt vielmehr in der eigenen Entdeckung.
Zwischen Gras und Felsen findet man die Überreste einer ehemaligen deutschen Küstenbatterie. Die vier Geschützstellungen lassen die ursprüngliche Größe der Anlage erahnen, während Bunker und weitere militärische Einrichtungen zeigen, wie umfangreich eine solche Batterie tatsächlich war.
Besonders spannend ist die Geschichte der französischen 15,5-cm-Kanonen und die Einbindung des Standorts in das größere deutsche Küstenverteidigungs- und Überwachungssystem.
Für uns ist das HKB 20/974 deshalb ein perfektes Ziel für alle, die auf ihren Norwegenreisen gerne Geschichte, Natur und ein wenig Abenteuer miteinander verbinden.
Wer mit dem Wohnmobil auf Dønna unterwegs ist, sollte sich Zeit nehmen. Das Fahrzeug abstellen, festes Schuhwerk anziehen und einfach loslaufen.
Je länger man unterwegs ist, desto mehr entdeckt man.
Und irgendwann steht man an einer der alten Geschützstellungen und blickt hinaus auf das Meer.
Heute ist es dort still.
Die Betonreste erinnern jedoch daran, dass dieser Ort einst gebaut wurde, um genau dieses Meer zu überwachen und zu verteidigen.
HKB 20/974 Dönnes – praktische Informationen
Ziel: HKB 20/974 Dönnes
Lage: Nordøyvågen/Dønnes, Insel Dønna, Nordland, Norwegen
Anreise: Mit der Fähre von Sandnessjøen nach Bjørn, anschließend über Dønna Richtung Norden
Parken: In der Nähe des Geländes; örtliche Beschilderung beachten und keine privaten Zufahrten blockieren
Dauer: etwa 2–3 Stunden für die Erkundung
Schwierigkeit: leicht bis moderat, abhängig von Wetter und gewählter Route
Ausrüstung: festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung
Historische Bezeichnung: zunächst HKB 1/751, später HKB 20/974
Hauptbewaffnung: vier französische 15,5-cm-Kanonen K 416(f)
Reichweite: etwa 17 Kilometer
Weitere Anlagen: unter anderem Bunker, Unterstände, Flak-, MG-, Pak- und Granatwerferstellungen sowie Scheinwerferanlagen
Weitere Militärgeschichte auf Dønna: Radarstellung „Dattel“ mit Freya- und Wassermann-Anlagen
Unser Tipp
Plant euren Besuch möglichst bei trockenem Wetter und nehmt euch ausreichend Zeit für die Erkundung. Gerade bei schlechtem Wetter können die unebenen Bereiche rund um die ehemaligen Stellungen rutschig werden.
Und noch etwas: Schaut nicht nur auf die großen Geschützstellungen. Viele der interessantesten Details befinden sich etwas abseits und sind auf den ersten Blick kaum sichtbar.
Weitere Sehenswürdigkeiten auf Dønna
Wer schon auf der Insel ist, sollte den Besuch des HKB 20/974 nicht als einzigen Programmpunkt betrachten.
Dønna bietet zahlreiche weitere interessante Ziele. Besonders die Umgebung von Dønnes lässt sich gut mit einem Besuch des Küstenforts verbinden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Dønnes kirke, eine historische mittelalterliche Kirche
- Dønnesfjellet mit seinem Aussichtspunkt
- die abwechslungsreiche Küstenlandschaft der Insel
- kleine Buchten und Strände
- weitere Spuren der militärischen Vergangenheit Dønnas
So lässt sich aus dem Besuch des ehemaligen Kystforts ein abwechslungsreicher Tagesausflug machen.
Fazit: Ein besonderer Lost Place auf Dønna
Das HKB 20/974 Dönnes gehört für uns zu den interessanteren historischen Zielen auf Dønna.
Nicht, weil hier spektakuläre Gebäude stehen würden.
Sondern weil sich die Geschichte erst beim Erkunden erschließt.
Die alten Geschützstellungen, Bunker und Betonreste liegen verstreut in der Landschaft und erzählen von einer Zeit, in der die norwegische Küste stark militärisch geprägt war.
Gleichzeitig ist die Umgebung heute wunderschön und ruhig.
Genau dieser Gegensatz macht den Besuch so besonders.
Wer auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Ziel abseits der bekannten Norwegen-Sehenswürdigkeiten ist, gerne wandert und sich für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs interessiert, sollte das HKB 20/974 Dönnes bei seiner Reiseplanung für Dønna berücksichtigen.
Einsteigen, zur Fähre fahren, Dønna entdecken – und dann zu Fuß auf Zeitreise gehen.
Euer Team von Nordlandcamper.de!


