4x4 durch Nordeuropa
Die Fesseln lösen…
Meine Frau und ich haben fünfzehn Jahre lang Seite an Seite gearbeitet. Wir haben Diagnosen gestellt, Wunden versorgt, Ultraschallbilder betrachtet, Medikamente erklärt, Menschen getröstet – und in unzählige dankbare, manchmal verzweifelte Gesichter gesehen.
Seitdem hat sich das Gesundheitssystem deutlich gewandelt – in vielen Fällen nicht zum Positiven – wie viele oft am eigenen Leib erfahren müssen.
Lange Wartezeiten auf Facharzttermine, Hausarztpraxen die keine Patienten mehr aufnehmen können, überlastete Telefonanlagen, schwierige Verhältnisse in Krankenhäusern und verstopfte Notaufnahmen sind nur einige Stichworte des heutigen „normal“.
Aber auch für Ärzte hat sich die Situation nicht zum Besseren verändert: Immer schlechtere Vergütung, ein Hamsterrad das sich immer schneller dreht, 5-Minuten-Medizin, eine GOÄ die zuletzt 1996 angepaßt wurde (damals schon gab es für die Beratung eines Privatpatienten 10,72€, heute, knapp 30 Jahre später, sind es immer noch 10,72€), deutlich gestiegene Kosten überall (Löhne, Computersystem, Praxissoftware, Telematikinfrastruktur, Verbrauchskosten, Steuerberater, Versicherungen etc. pp.), ohne das sich die Möglichkeit ergibt, diese Kosten irgendwie „weiterzugeben“, da die Krankenkassen unsere Vergütung vorgeben. Zunehmende Alterung der Bevölkerung, Verrentungswelle bei Ärzten, Terminknappheit bei Fachärzten, führt immer mehr dazu, das man als Hausarzt heute als „Facharzt für Alles“ mißbraucht wird und das Hamsterrad sich immer schneller dreht. Von dem Zeitfresser der irrsinnigen Bürokratie, trotz „Digitalisierung“, möchte man gar nicht erst reden. Und die Aussicht, das dies erst die Spitze des Eisbergs ist, wenn man noch 5-10 Jahre in die deutsche Zukunft blickt.
Das Leben ist endlich!
Wenn dieser Beruf eine Tatsache lehrt, dann ist es das Wissen, das das Leben endlich ist und auch schnell Entscheidungen treffen kann, die so gar nicht in die eigene Lebensplanung passen. Krankheiten können Träume schnell und unabhängig vom eigenen Lebensalter platzen lassen.
Dabei stellte sich uns immer mehr die Frage, warum wir das Ganze eigentlich noch machen.
Unser Traum ist schon lange der hohe Norden mit seiner wilden Einsamkeit, rauen Natur und herzlichen Menschen. Diese Region bereisen wir schon seit mehr als 2 Jahrzehnten, zuletzt in unserem 4×4-Weltreisemobil. Und immer, wenn sich der Urlaub dem Ende neigte, hatten wir auf der Heimreise das Gefühl, in die falsche Richtung zu fahren, als würde ein Gummiband uns umso stärker zurückziehen, je weiter wir uns entfernten.
Nachdem dieses deutsche Gesundheitssystem in den letzten Jahren immer weniger das widerspiegelt, weshalb wir unsere Berufe vor vielen Jahren ergriffen haben und unsere Kinder mittlerweile aus dem Haus sind, haben wir beschlossen, unseren lange gehegten Traum nun umzusetzen.
Träume leben – jetzt!
Wir lassen alles hinter uns, lösen uns von den Fesseln des KV-Systems und starten in unserem 4×4-Weltreisemobil auf eine Reise ohne Rückfahrkarte in den Norden. Wir sind gespannt, welche Abenteuer uns dort erwarten und was das Schicksal für uns bereithält. Auch unsere berufliche Zukunft liegt noch im Ungewissen – wir sind aber sicher, das sich irgendwo wieder ein Platz für uns findet. Ob dies nochmal im Gesundheitssystem sein wird, wissen wir auch noch nicht. Offen sind wir für vieles, um unserem Leben eine neue, positive Richtung zu geben.
Aber vor allem haben wir erlebt, wie schnell sich ein Leben verändern kann:
Der fitte 55-Jährige mit der geplanten Weltreise, der nach einem Schlaganfall nicht mehr gehen konnte.
Die Frau, die „nur noch ein paar Jahre arbeiten“ wollte, bevor sie sich einen Camper kaufte – und dann die Diagnose Krebs erhielt.
Die ältere Dame, die mir sagte: „Herr Doktor, ich hätte das alles früher machen sollen.“
Diese Begegnungen haben uns gezeigt: Das Leben wartet nicht auf uns.
Daher starten wir jetzt! Begleitet und gerne ein Stück des Wegs und wartet selbst nicht zu lange um Träume zu leben!
Eure Heike und Matthias
Danke für diese sehr informative Website.
Wir waren dieses Jahr nach über 20 Jahren wieder in Schweden, sind dann soweit nach Norden bis wir Rentiere gesehen haben ( Höhe Östersund ) und sind dann ohne vorbeitet zu sein nach Trondheim um von dort aus die Fjorde zu erkunden – wir waren mehr als begeistert.
Reisebericht demnächst auf unserer HP
Grüße Horst
Hallo,
mich hat der Bericht WLAN-/DVB-T-Antenne für den Wohnwagen sehr interesiert.
Leider kann ich die genaue Beschreibung incl. PDF-Download der Konfigurationsschritte und die Idee zum CPE210 im Threat im Wohnwagen-Forum nicht finden.
Ist es möglich mir diese per Mail zukommen zu lassen?
Mit freundlichen Grüssen
Jürgen Hinz
Hallo Jürgen! Der Link zum WoWa-Forum ging mittlerweile ins Leere. Hier ist der aktuelle Link zum Thread:
http://wohnwagen-forum.de/index.php?thread/73319-wlan-vom-campingplatz-optimal-und-für-mehrere-geräte-nutzen-mit-dem-tp-link-cpe2/&pageNo=1
Viel Spaß beim Nachbauen!
Hallo Matthias,
ihr habt einen wirklich schönen und informativen Blog. Gerne lassen wir uns von eurer Begeisterung mitnehmen. Vielen Dank dafür!
Wir planen für 2019 einen Aufenthalt in Glaskogen.
Viele Grüße
Julia und Günther
Hallo Heike und Matthias,
bei der Suche nach der Wilderness Road bin ich auf eue Homepage gestoßen. Ich bin begeistert von den Beiträgen. Ich war schon zweimal mit dem Wohnwagen in Schweden, 2021 soll es mit dem Wohnmobil dorthin gehen. Die Vildmarksvägen werde ich auf alle Fälle befahren, ansonsten lasse ich mich mit meiner Frau einfach mal treiben. Vielleicht auch mal einen Abstecher nach Norwegen machen.
Vielen Dank für die vielen nützlichen Tipps.
Gruß´Thomas
Wir müssen gerade lachen, um Alternativpläne für einen hoffentlich möglichen Reisesommer 2021 zu Irland, Wales, England oder Schottland zu haben schauen wir uns nach Norwegen um und landen hier.
Sehr schön und informativ, der Daily dürfte nicht die schlechteste Wahl sein.
Viele Grüße aus der Halbinselstraße
Liebe Heike, lieber Matthias,
kurzes freundliches Kennenlernen auf dem neuen Stellplatz in Wangen. Grosse Begeisterung für euer 4×4 Womo teilen dürfen. Für eure nächste Tour in den Norden macht doch mal hier einen Stopp am Stettiner Haff in Altwarp. Wenn ihr rechtzeitig Bescheid gebt, sind wir an einem Wochenende auch dort. schöner kleiner Hafen, Fischbrötchen, Stille. Das Dorf hat einen eigenen Kaufmannsladen, dort bekommt man fast alles. Schreibt uns gern auch, wenn ihr mal Berlin und das schöne Umland Potsdam-Mittelmark kennenlernen möchtet. Ganz liebe Grüsse Jaecky und Jens aus Teltow