WLAN-/DVB-T-Antenne für den Wohnwagen im Eigenbau

Einen kostengünstigen Funkmast für den Wohnwagen zusammenzubauen ist kein Hexenwerk.

Die Hardware

Zunächst benötigen wir den entsprechenden Empfänger für das WLAN des Campingplatzes, das in der Regel im 2,4GHz-Netz abgestrahlt wird. Die Reichweite ist oft gering und die Empfangsqualität im Wohnwagen entsprechend schlecht. Ein idealer Sektor-Empfänger ist der TP-Link CPE210. Er kann das WLAN-Signal über weite Distanzen empfangen und baut vor Ort ein zweites WLAN auf, in das man sich in guter Qualität mit seinen Geräten einloggen kann. Hierbei wird dem Campingplatz-WLAN vorgegaukelt, es handelt sich immer um das gleiche Gerät, auch wenn sich beispielsweise 5 eigene Geräte in das WLAN des CPE210 eingeloggt haben. Das bedeutet, wir brauchen auch nur für ein Gerät einen Zugangscode zum Internet erwerben. Das Gerät wird über PoE mit Strom versorgt. Es genügt also ein Flachband-Netzwerkkabel, das PoE unterstützt und leicht durch ein Fenster aus dem Wohnwagen hinausgeleitet werden kann. Der CPE210 ist aktuell für knapp 50€ im Internet zu bekommen. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, die 2,4GHz-Variante zu kaufen (es existiert auch eine 5GHz-Version, die hier nicht geeignet ist)!

Nun wird noch eine DVB-T-Antenne benötigt. Hier genügt z.B. die Vivanco TVA 500 Außenantenne für TV/Radio (42 dB, Multi-Directional) grau. Die Kosten liegen bei knapp 35€. Das Antennenkabel ist 8 Meter lang und kann mittels einer Fensterdurchführung (ich habe mich für diese entschieden) in den Wohnwagen geleitet werden. Das Antennenkabel wird nun im Wohnwagen mit dem Tivizen iPlug DVB-T-Empfänger verbunden, der ein WLAN aufspannt, welches mit iOS und Android abgegriffen werden kann (entsprechende Apps vorhanden). Über dieses WLAN kann nun das TV-Signal von den Geräten empfangen und wiedergegeben werden. Da das Gerät über einen Ein-/Aus-Schalter verfügt, kann das WLAN bequem ausgeschaltet werden, wenn es nicht benötigt wird.

Der Zusammenbau

Nun müssen die Einzelteile noch zu einer funktionierenden Einheit zusammengebaut werden. Als Funkmast habe ich ein herkömmliches HT-Rohr verwendet, das oben mit einem Blinddeckel verschlossen wurde. Die DVB-T-Antenne und der CPE210 wurden mit Kabelbindern ganz oben am Mast fixiert, die Kabel durch den Mast nach unten geleitet. Den Mast kann man z.B. am Heckradträger mittels Rohrschellen leicht fixieren und die verbleibenden Kabelreste im HT-Rohr verstecken. Am unteren Ende des HT-Rohrs habe ich einen Stopfen aus Holz gebaut, der bis auf ein kleines Loch wo die Kabel durchlaufen das Rohr nach unten verschließt und so die Kabel vor herausfallen sichert.

Eine weitere Aufbaumöglichkeit wäre, die Hardware an einen mobilen SAT-Mast aus dem Camping-Fachhandel zu schrauben.

Die Softwarekonfiguration

Die Softwarekonfiguration ist kein Hexenwerk. Eine genaue Beschreibung incl. PDF-Download der Konfigurationsschritte (und die Idee zum CPE210) findet sich in diesem Threat im Wohnwagen-Forum. Herzlichen Dank an dieser Stelle an den Threatersteller für die gute Idee und die genaue Beschreibung der Konfiguration!

Der Mast in Aktion

Während unserer diesjährigen Schwedenreise konnte ich den Mast ausgiebig testen. Wir haben den Mast während 5000km am Heckträger montiert gelassen und nur vor der Abfahrt die Rohrschellen etwas gelockert und den Mast nach unten geschoben, so dass er nicht mehr über das Heck des Wohnwagens hinausschaut. Alles hat gut gehalten, die WLAN-Verbindung zum Campingplatz problemlos. Der CPE210 sollte dabei, da er ein Sektorempfänger ist, zum WLAN-Sender ausgerichtet werden, um einen optimalen Empfang zu ermöglichen.

Und hier noch ein Bild vom Mast:

WLAN- und DVB-T-Empfänger

WLAN- und DVB-T-Empfänger

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