Unsere Intention
Nachdem wir lange Zeit mit dem Zelt unterwegs waren und irgendwann über einen Caravan zum eigenen Wohnmobil vorgestoßen sind, konnten wir einige Jahre schöne Reisen unternehmen. Was uns allerdings oft gestört hat, war die Tatsache, das man mit den herkömmlichen Wohnmobilen einfach dort stehen bleiben muss, wo wir gerne noch viel weiter gefahren wären. Weiterhin lockt uns die Einsamkeit und die Ruhe der Natur weit draußen.
Die lange Entscheidung
Dadurch fiel Ende 2018 der Entschluss, unser Wohnmobil zu verkaufen und auf ein Weltreisemobil umzusteigen. Nicht unbedingt ein klassisches Expeditionsmobil – diese sind uns zu wenig wohnlich – sondern ein guter Kompromiss zwischen gemütlicher und bequemer Einrichtung auf der einen Seite sowie Geländegängigkeit auf der anderen Seite. Wir möchten nicht unbedingt die allerletzte Buckelpiste nehmen können um uns dort festzufahren, wo sonst niemand mehr hinkommt, aber wir wollen ein Weltreisemobil, in dem man auch bequem über Jahre wohnen kann. Da sich unsere Reiseziele eher auf der Nordhalbkugel und halbwegs zivilisierten Regionen befinden, können wir auch mit der verbauten „Elektronik“ gut leben. Zwar wäre ein Unimog aus dem letzten Jahrtausend sicher „in der Pampa“ einfacher zu reparieren gewesen, aber für unsere derzeitigen Urlaubsreisen zu unpraktisch.
Die Qual der Wahl...
Auch sind unsere Kinder mittlerweile so groß geworden, dass sie bald Ihr eigenes Ding verwirklichen werden und schon jetzt kaum mehr zu motivieren sind, mit Mama und Papa in die „Blechbüchse“ zu steigen um den Urlaub zu verbringen („…da hat’s ja nicht mal WLAN…“). Da benötigen wir kein Reisemobil mehr mit 4 festen Betten, wie wir es derzeit noch besitzen.
Also haben wir unter anderem auf der CMT viele Hersteller besucht, uns die Webseiten der namhaften Individualausbauer genau angesehen und im Internet viel recherchiert. Einige Hersteller konnten wir schon aufgrund des Preises aussortieren, denn die Featureliste solcher Mobile kennt nach oben bekanntlich keine Grenzen. Andere Kabinen waren uns viel zu kühl eingerichtet, oder sie sahen durch die Leichtbauweise fast genauso wackelig aus, wie unser derzeitiges Wohnmobil, das wir mühsam bis auf 4 Tonnen auflasten lassen konnten um uns alle 4 und das Urlaubszubehör transportieren zu können.
Es wird ein Dopfer mit einem Iveco Daily 4x4 als Basisfahrzeug
Schließlich sind wir auf Dopfer-Reisemobilbau in Neuburg an der Kammel gestoßen. Deren Kabinenausbau aus warmem Holz in bester Schreinerqualität hat uns sofort angesprochen. Am Tag der offenen Tür im Februar 2019 konnten wir einen ganzen Vormittag mit Herrn Dopfer die diversen Modelle besichtigen und bereits erste Pläne schmieden. Wir haben uns sehr gut aufgehoben und beraten gefühlt. Es wurde sehr viel Wert auf die individuellen Wünsche des Kunden und deren Verwirklichung gelegt. Nach einigem Hin und Her war für uns klar, das wir uns von dem Familienbetrieb, der im Jahr etwa 15-20 Mobile auf die Reise schickt, unser Traummobil bauen lassen wollen.
Im März 2019 haben wir dann unser „Traummobil“ geordert. Die Wartezeit soll ein Jahr betragen. Unsere Konfiguration wird so aussehen:
Ein guter Kompromiss
Wir denken, das wir mit dieser Konfiguration einen guten Kompromiss für uns zwischen Geländegängigkeit und langfristiger Bewohnbarkeit der Kabine im Hinblick auf Komfort gefunden haben.
Doch nun heißt es leider WARTEN…
Die Wartezeit können wir uns auf jeden Fall mit der Planung von Reisen versüßen, die wir bisher mit einem herkömmlichen Wohnmobil nicht durchführen konnten. Gerne möchten wir nach Island, eine Nordkapreise im Winter oder als langfristiges Ziel die Panamericana verwirklichen.
Unser neuer Familienzuwachs wird uns ab 2020 sicher überall dorthin begleiten – dorthin wo die Freiheit und das Abenteuer warten!
Update vom 23.02.2020
Mittlerweile ist unser Familienzuwachs aus dem IVECO-Werk in Italien über den Kabinenbauer in der Firma Dopfer eingetroffen. Nun erfolgt dort der Ausbau der Kabine, was nochmal etwa 8-10 Wochen andauern wird. Ein erstes Foto haben wir auch schon! Die Spannung steigt!
Update vom 23.08.2020
Schon wieder ist ein halbes Jahr vorbei, die Corona-Welle ist über die Erde geschwappt und so hat sich die Auslieferung unseres Mobils bis in den Juli 2020 verschoben. Doch irgendwann war es dann soweit und wir konnten unser neues Familienmitglied in Empfang nehmen. Unser erstes großes Reiseziel war im August eine 4-wöchige Norwegenreise durch Fjordnorwegen. In diesen 6000 gefahrenen Kilometern konnten wir den Daily schon mal auf Herz und Nieren prüfen und ein erstes Fazit führen:
Erstes Fazit
- Der Daily lässt sich nach kurzer Eingewöhnungsphase aus der hohen Sitzposition sehr gut fahren. Er wirkt deutlich wendiger als unser alter Fiat Ducato. Die Sitze sind bequem und ermöglichen ein stundenlanges ermüdungsfreies Fahren ohne große Rückenschmerzen.
- Die 180PS reichen im Allgemeinen gut aus um das 6,2 Tonnen schwere (vollbetankte und beladene) Mobil zu bewegen. Bei längeren steileren Autobahnabschnitten landet man jedoch sukzessive bei 60km/h. Hier wünscht man sich eventuell ein paar PS mehr – aber man hat ja Urlaub und die 180PS sind ein guter Kompromiss zwischen Kosten und Wünschen.
- Die Zuladungsreserve bis 7 Tonnen ist noch üppig und auch unsere Fully-eBikes passen mit demontierten Vorderreifen noch in die Heckgarage und sind damit „aus dem Schussfeld“.
- Von verschiedener Seite haben wir von Problemen mit lauten Geräuschen des Verteilergetriebes erfahren. Unser Daily hatte bisher keinerlei ungewöhnliche Geräuschentwicklung gezeigt, wir hoffen, das wir auch weiterhin davon verschont bleiben.
- Die Reisegeschwindigkeit auf der Autobahn ist bei uns etwa 80-95km/h gewesen. Darüber hinaus nehmen erwartungsgemäß die Fahrgeräusche zu und eine Unterhaltung im Fahrerhaus muss mit etwas erhöhter Lautstärke geführt werden – aber der Daily ist ja keine Limousine und daher war das ja zu erwarten.
- Über die gesamte Reise (ca. 6000km) hatten wir einen Durchschnittsverbrauch von 16,5l Diesel/100km. Dabei sind wir durchaus auch viel Pässe und steile Schotterpisten gefahren. Ein durchaus passabler Wert. Der AdBlue-Tank (25l), dürfte für ca. 5000km reichen, bevor er ganz leer ist.
Update vom 04.06.2021
Wir sind bisher knapp 10.000km mit dem Daily unterwegs gewesen. Bisher glücklicherweise unfallfrei und weiterhin sehr zufrieden mit der Wahl unseres Fahrzeugs und unseres Aufbauers. In der Zwischenzeit haben wir noch ein paar Änderungen vorgenommen, die uns das Leben auf Reisen erleichtern sollen:
- Am Heck wurde neben dem Ersatzrad ein abschließbarer Alustaukasten angebracht, der als Stauraum für z.B. Aufblaskanu, Radanhänger oder Stromgenerator dient.
- Die Heckgarage haben wir durch zusätzliche Aluschienen funktionell aufgewertet. Nun lassen sich dort deutlich mehr Dinge sicher verstauen als zuvor. Vor allem die Aluschienen an der Staukastendecke können wunderbar zum Verzurren von leichten aber sperrigen Gegenständen wie z.B. Angeln oder Duschzelt genutzt werden.
Bisher durchgeführte Reparaturen
An dieser Stelle möchten wir die bisher notwendigen Reparaturen am Fahrzeug nach Kilometerlaufleistung auflisten.


Viel Freude mit dem Daily. Habt Ihr schon eine Probefahrt gemacht? Wie hört sich euer Verteilergetriebe an? Laut? Sehr laut?
Bin gespannt auf Eure Erfahrung. Bitte berichtet darüber.
Moin!
Ich bin heute auf der Suche mach Schweden Infos erstmalig hier gelandet.
Ein guter Einstieg und Eure „Entwicklung“ könnte auch uns/mich treffen. Wir sind seit seit zwei Jahren mit einem Tandem unterwegs, wollen aber gerne abseits vom Rummel und kleinen Stellplätzen sein. Das Autarkpaket muss ja auch nochmal seine volle Funktion für uns erbringen.
Ich lese hier mal weiter mit. Ist das Weltreisemobil denn aufgrund Corona schon geliefert worden?
Gruß
Thorben
Lieber Thorben, wir haben unseren Daily inzwischen seit kurzem erhalten und sind bisher mehr als glücklich damit. Hervorragende Qualität vom Kabinenbauer und vom Ausbauer! Wir werden demnächst einen neuen Bericht dazu verfassen. VG und danke für Deinen Kommentar!
Siggi
Hallo Matthias und Heike,
viel Spass mit eurem neuen.
Liebe Moni, lieber Siggi,
Danke Euch für die lieben Grüße! Wir sind ganz happy nach der ersten Norwegen-Reise mit dem Daily. Bleibt gesund in Zeiten von Corona! Vielleicht klappt ja wieder mal ein Treffen am Stellplatz. Wir freuen uns darauf!
Hallo Heike und Matthias,
wir stehen auch kurz vor der Anschaffung eines Expeditionsmobils. Der Iveco war bisher unser Favorit, jetzt habe ich aber „viel“ unerfreuliches über die Qualität des Iveco gelesen. Seit ihr nach noch immer zufrieden mit dem Fahrzeug? Vorallem Stichwort Verteilergetriebe !? —->Bitte habt gute Nachrichten, sonst sind wir wieder am Anfang :-/
Grüße Benjamin
ich bekomme bei meinem Daily 4×4 bei 21.000 Kilometer bereits das 4 te Ausgleichsgetriebe. Bei jeder Fahrt stirbt der Motor einmal ab EDC kontrollieren lassen aber die Werkstatt findet den Fehler nicht. Bis dato keine Reise ohne Panne. Freude macht das Fahrzeug keine.
servus aus dem Irak,
würde mich nach meiner Rückkehr im Mai gerne mal über das Fahrzeug austauschen. Habe so ziemlich das selbe. Leider eine große Menge Ärger mit Getriebe, Lenkgetriebe u.ä Aufbau ist nach wie vor bestens
Ja gerne ich bin sehr nahe daran meinen Iveco wieder zu verkaufen, tauche mich gerne über die Probleme aus.
Servus, etwas spät, aber es war einiges los….Am 2.Mai das Fahrzeug zu Wagner in Donauwörth zur Generalüberholung. Auf Kulanz gab es von Iveco ein neues Verteilergetriebe allerdings ohne Übernahme der Einbauküchen. Leider war es nicht sofort lieferbar so dass ich das Fahrzeug erst am 8.Juli abholen konnte. Leider nur 70km bis Neu-Ulm….Also wieder Abschleppdienst und nun warte ich 8.November auf den Wagen. IVECO liefert ein verändertes Verteilergetriebe und jeder Einbauschritt wird von Iveco autorisiert. Nun muss auch der Ölkühler geändert werden. Dabei wurden angescheuerte Ölleitungen entdeckt. Leitungen sind natürlich wieder nicht sofort lieferbar.
Hallo Daily 4×4 Fahrer,
wir haben mit unserem Fahrzeug erst 8.000km zurückgelegt. Wir verlieren etwas Kühlwasser, aber ansonsten alles so wie es sein sollte. Das Fahrzeug ist insgesamt zu laut und auch nicht gerade ‚übermotorisiert‘.
Wir haben auch einen Dopfer-Aufbau. Mich stört eher das Fahrverhalten. Unser Fahrzeug ist links- und hecklastig, es gibt starke Wankbewegungen und das Fahrzeug schaukelt sich bei Bodenwellen gefährlich auf. Obwohl die Dopfer-Version mit verstärkten Federn ausgerüstet ist. bin ich überzeug, dass das Fahrwerk zu schwach für den Aufbau ist. Hat jemand schon Erfahrung mit einer Optimierung gemacht oder hat jemand ähnliche Probleme?
Schöne Grüße,
Achim @giraffe_gone_global
Eventuell mal Sturz und Spur sowie den Luftdruck der Reifen überprüfen lassen. Bei uns war beides mächtig ab Werk falsch eingestellt! Danach ein normales Fahrverhalten. ist halt ein Leicht-LKW
Ich habe bei meiner 7 To Variante das Aufschaukel mittels Stoßdämpfer vorne und hinten von der Firma Marquart wesentlich verbessern können. Hoffe jetzt bei 35.000 Kilomter auf das 5 Verteilergetriebe, derart laut zwischen 70 und 90, dass der Radio unnötig ist.
Hallo. ich wollte mir auch einen Iveco daily anschaffen. Wenn ich habe die ganzen Probleme hier lese, bin ich mir nicht mehr sicher, ob es die richtige Entscheidung wäre.
ich fahre Fiat Ducato 2.8 jtd.
20 Jahre alt. Jedes Jahr ca. 4000 € Kosten ohne Versicherung und Steuern.
Aber bei Neuen auch gleich wieder Kosten und Ärger.
Das will ich einfach nicht mehr.
Gibt es denn keine Fahrzeuge mit längerer Garantie.
Könnt ihr mir bitte Tipps geben?
Ich wünsche allen Campern einen guten Rutsch ins neue Jahr.
herzlichst Dieter
Es gibt beim Daily z.B einen Wartungsvertrag oder Garantieverlängerung sicher nicht ganz günstig aber in Anbetracht der bisherigen Reparaturen bin ich froh diesen abgeschlossen zu haben. Der Ärger mit dem Fahrzeug bleibt aber die Kosten überschaubar, dass 4te Vgt ist immer noch nicht akzeptabel aber ich bin dran.
Hallo Matthias, schöne Seite. Danke dafür.
Wir fahren ein ganz ähnliches Fahrzeug, auch von Dopfer, jetzt bei 30.000 km. Sehr guter Aufbau. Iveco mit einigen Problemen.
Aber wir bilden uns nicht ein, dass es anderswo keine Probleme gibt. Insgesamt sind wir mit der Fahrzeugkonfiguration bei dem Gewicht sehr zufrieden. Reisefertig 6,2t.
Bisherige Iveco Geschichte:
– AdBlue Tank undicht (PE-Flansch zu weich, die Muttern ziehen sich heraus, Flansch-Ecken brechen)
– Lenkhydraulik undicht, mehrfache Reparaturfahrten, beim 5. Versuch gelungen
– Ausgleichsgetriebe getauscht aufgrund jaulender Geräusche, jetzt akzeptabel
– Aktuell: 2. AdBlue Tank wieder undicht, gleiches Problem, Fehlkonstruktion.
Eigene Aufrüstungen:
– Umbau von AGM 360 Ah auf Li-Ion 450 Ah
– Austausch des 90 Liter Kunststofftanks gegen Alu 210 Liter
– Einbau Doppelboden Heckgarage
– Einbau Waschmaschine 230V mit Warmwasserbezug über Thermostatmischer
– Einbau Klimagerät 12V
– Umbau auf LED Abblendlicht
– Stossdämpfertausch Marquart
Beste Grüße Mike
Lieber Mike, sehr ähnliche Erfahrungen und schöne Umbauten. Seid ihr mit den neuen Stoßdämpfern zufrieden? Wir überlegen die uns auch. Von Marquart schwärmen ja alle. Und wo habt Ihr die Waschmaschine untergebracht – frage für meine Frau 🙂
Hallo Matthias, den Stossdämpferunterschied merke ich nur beim Schlingern (Spurrinnen) oder Ausweichmanövern. Ist aber besser als vorher. Die Heckgarage habe ich senkrecht geteilt durch eine feste Platte. So stehen links 2 Klapp-E-Bikes und auf der anderen Seite habe ich die Waschmaschine (2,5 kg Daewoo) an die Trennwand geschraubt. Davor passt noch die Engel Kühl-/Tiefkühltruhe. Das Ding ist der Traum. Top leise und nur 32W Aufnahmeleistung. LG Mike