Kystriksveien: Unser Roadtrip entlang der Helgelandküste

Wenn Du in Norwegen möglichst schnell von Süden in Richtung Bodø fahren möchtest, wirst Du wahrscheinlich die E6 nehmen. Wenn dagegen schon der Weg ein wichtiger Teil Deiner Reise sein soll, gibt es eine deutlich spannendere Alternative: den Kystriksveien entlang der norwegischen Helgelandküste.

Die Küstenstraße führt von Steinkjer bis nach Bodø und verbindet auf rund 650 Kilometern Fjorde, Berge, Inseln, kleine Küstenorte und immer wieder das offene Meer miteinander. Dazu kommen zahlreiche Fährüberfahrten und Abstecher zu einigen der bekanntesten Naturhighlights dieser Region. Der Kystriksveien ist deshalb keine Strecke, die wir möglichst schnell hinter uns bringen würden – für uns liegt sein Reiz gerade darin, unterwegs immer wieder anzuhalten und die eigentliche Route für Wanderungen und andere Ausflüge zu verlassen.

Wir haben entlang der Strecke inzwischen einige sehr unterschiedliche Orte besucht. Dazu gehören der Torghatten, die Insel Vega mit der Vegatrappa, ein altes Küstenfort auf den Insel Dønna, der Svartisen, ein Abstecher in den Láhko Nationalpark und schließlich der Saltstraumen kurz vor Bodø. In diesem Beitrag zeigen wir Dir unsere bisherigen Highlights und geben Dir Tipps für Deinen eigenen Roadtrip mit dem Wohnmobil.

Kystriksveien auf einen Blick
Land Norwegen
Region Trøndelag & Nordland
Strecke Steinkjer – Bodø
Länge Rund 650 Kilometer
Wichtige Straße Fv17
Landschaftsroute Helgelandskysten: Holm – Godøystraumen
Charakter Küstenstraße mit zahlreichen Fähren und Abstechern
Reisezeit Mehrere Tage einplanen
Geeignet für Wohnmobil, Wohnwagen, Auto & Motorrad
Unsere Highlights Torghatten, Vega, Dønna, Svartisen, Láhko & Saltstraumen

Was ist der Kystriksveien?

Als Kystriksveien wird die Küstenverbindung zwischen Steinkjer und Bodø bezeichnet. Wesentlicher Bestandteil der Strecke ist die Fv17, die sich über weite Teile durch eine abwechslungsreiche Küstenlandschaft zieht. Statt langer Tunnel und möglichst schneller Verbindungen erwarten Dich hier Fjorde, kleinere Orte, Berge, Inseln und immer wieder Fähranleger.

Genau das macht für uns den Reiz dieser Route aus. Eine Fähre ist hier nicht einfach nur eine notwendige Unterbrechung der Fahrt, sondern gehört zum Roadtrip dazu. Du verlässt das Wohnmobil, stehst für eine Weile an Deck und siehst die Landschaft aus einer völlig anderen Perspektive. Wenig später geht es auf der anderen Seite des Fjords weiter und die Landschaft verändert sich erneut.

Wer nur möglichst schnell nach Bodø möchte, wird mit dem Kystriksveien wahrscheinlich nicht glücklich. Für eine Reise, bei der Landschaft und Erlebnisse wichtiger sind als die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit, ist die Strecke dagegen wie gemacht.

Kystriksveien und Helgelandskysten – was ist der Unterschied?

Die Begriffe Kystriksveien und Helgelandskysten werden häufig synonym verwendet, bezeichnen aber nicht genau dieselbe Strecke. Das ist vor allem bei der Reiseplanung wichtig, weil unterschiedliche Kilometerangaben sonst schnell für Verwirrung sorgen.

Der Kystriksveien beschreibt die längere Küstenverbindung von Steinkjer bis Bodø mit einer Gesamtlänge von ungefähr 650 Kilometern. Die offizielle Norwegische Landschaftsroute Helgelandskysten ist dagegen ein 433 Kilometer langer Abschnitt zwischen Holm im Süden und Godøystraumen im Norden. Sie bildet damit den landschaftlich besonders bekannten Kernbereich des Kystriksveien.

Wenn wir in diesem Beitrag vom Kystriksveien sprechen, meinen wir grundsätzlich die komplette Reise in Richtung Bodø. Dort, wo es speziell um die offizielle Landschaftsroute geht, verwenden wir dagegen die Bezeichnung Helgelandskysten.

Viele Fähren, grandiose Landschaft, oft an der Küste - wer das mag, ist beim Kystriksveien richtig!

Kystriksveien oder E6 – welche Route ist die bessere?

Die beiden Strecken erfüllen völlig unterschiedliche Zwecke. Die E6 ist die sinnvollere Wahl, wenn Du möglichst effizient größere Entfernungen zurücklegen möchtest. Der Kystriksveien ist dagegen eine Route, für die Du Dich bewusst entscheiden solltest, weil Du die Küste erleben möchtest.

Schon die zahlreichen Fährverbindungen sorgen dafür, dass sich die Fahrzeit nur schwer mit einer normalen Straßenroute vergleichen lässt. Hinzu kommen Aussichtspunkte, Wanderungen und Abstecher, für die Du unterwegs immer wieder zusätzliche Zeit benötigst. Genau deshalb würden wir den Kystriksveien nicht als landschaftlich schönere Umleitung betrachten, sondern als eigenes Reiseziel.

Wenn Du ausreichend Zeit hast, kannst Du beide Straßen außerdem wunderbar miteinander kombinieren. So musst Du auf einer längeren Norwegenreise nicht zweimal dieselbe Strecke fahren und kannst beispielsweise in einer Richtung die Küste und in der anderen das Landesinnere kennenlernen.

Wie viel Zeit solltest Du für den Kystriksveien einplanen?

Die rund 650 Kilometer reine Streckenlänge sagen beim Kystriksveien wenig darüber aus, wie lange Du tatsächlich unterwegs sein wirst. Natürlich kannst Du große Teile der Strecke innerhalb weniger Tage fahren. Damit würdest Du aus unserer Sicht aber genau das auslassen, was diese Route besonders macht.

Allein einige unserer bisherigen Stopps lassen sich kaum sinnvoll zwischen zwei längere Fahretappen quetschen. Für den Torghatten solltest Du Zeit für die Wanderung einplanen, Vega ist ein eigener Inselabstecher und auch ein Besuch am Svartisen ist kein kurzer Parkplatzstopp. Wenn Du zusätzlich wandern möchtest oder mehrere Nächte an besonders schönen Orten bleibst, werden aus wenigen Fahrtagen schnell eine Woche oder mehr.

Wir würden deshalb keine starre Zahl an Tagen vorgeben. Plane lieber anhand der Orte und Aktivitäten, die Du wirklich erleben möchtest, und baue etwas Reserve für Fähren, Wetter und spontane Stopps ein. Gerade mit dem Wohnmobil gehört für uns die Freiheit, an einem schönen Ort auch einmal länger zu bleiben, zu den großen Vorteilen dieser Route.

Fähren gehören zum Kystriksveien dazu. Mindestens 6, wenn Du die ganze Strecke ohne Abstecher fährst.

Die Fähren auf dem Kystriksveien

Fähren gehören zum Kystriksveien genauso wie Fjorde und Berge. Allein auf der offiziellen Landschaftsroute Helgelandskysten liegen sechs Fährverbindungen, sodass Du Deine Reise nicht wie eine normale Straßenetappe planen solltest.

Zu den Fährverbindungen entlang dieses Abschnitts gehören Holm–Vennesund, Horn–Anddalsvågen, Forvik–Tjøtta, Levang–Nesna, Kilboghamn–Jektvik und Ågskardet–Forøy. Je nach weiteren Abstechern können zusätzliche Fähren hinzukommen, beispielsweise wenn Du Inseln wie Vega besuchen möchtest.

Besonders schön fanden wir, dass die Überfahrten die Reise immer wieder entschleunigen. Statt permanent hinter dem Steuer zu sitzen, hast Du zwischendurch Gelegenheit auszusteigen, die Küste vom Wasser aus zu betrachten und eine Pause zu machen. Bei gutem Wetter gehören diese Fährpassagen für uns deshalb zu den Erlebnissen der Strecke und nicht zu den lästigen Unterbrechungen.

Fahrpläne würden wir vor und während der Reise immer aktuell prüfen. Abfahrtszeiten und Frequenzen können sich saisonal ändern und gerade außerhalb der Hauptreisezeit solltest Du Dich nicht auf ältere Angaben aus Reiseberichten verlassen.

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Mit der Fähre über den Polarkreis

Eine der besonderen Fährpassagen liegt zwischen Kilboghamn und Jektvik. Während dieser Überfahrt querst Du den Polarkreis auf dem Wasser. Bei gutem Wetter ist das ein schöner Moment auf dem Weg nach Norden und gleichzeitig eine Erinnerung daran, wie weit Du inzwischen tatsächlich gekommen bist.

Der Polarkreis liegt bei ungefähr 66,5 Grad nördlicher Breite und markiert die Region, in der die Sonne im Sommer zumindest theoretisch für mindestens einen Tag nicht untergeht und im Winter entsprechend nicht über den Horizont steigt. Die genauen Bedingungen hängen natürlich zusätzlich von Gelände und Standort ab.

Wenn Du ohnehin auf dieser Fähre unterwegs bist, lohnt es sich deshalb, nicht die gesamte Überfahrt im Wohnmobil beziehungsweise im Aufenthaltsbereich zu verbringen. Gerade die Passage des Polarkreises gehört für uns zu den kleinen Erlebnissen, die einen Roadtrip auf dem Kystriksveien besonders machen.

Mit der Fähre über den Polarkreis - ein tolles Erlebnis!

Unsere Highlights entlang des Kystriksveien

Die Helgelandküste bietet so viele mögliche Stopps, dass daraus problemlos eine sehr lange Liste entstehen könnte. Wir möchten Dir hier aber bewusst vor allem die Orte vorstellen, die wir selbst besucht und erlebt haben. Dadurch wächst dieser Hub nach und nach mit unseren eigenen Reisen, statt zu einer Sammlung recherchierter Sehenswürdigkeiten zu werden.

Unsere bisherigen Highlights unterscheiden sich dabei deutlich voneinander. Vom riesigen Loch im Torghatten über eine Treppenwanderung auf Vega bis zum Gletscher und einem weniger bekannten Nationalpark ist einiges dabei. Richtung Bodø wartet schließlich mit dem Saltstraumen noch ein völlig anderes Naturphänomen.

Torghatten – durch das berühmte Loch im Berg

Der Torghatten liegt auf der Insel Torget südlich von Brønnøysund und ist eines der bekanntesten Naturziele entlang der Helgelandküste. Seine Besonderheit ist schon aus einiger Entfernung zu erkennen: Ein riesiges natürliches Loch führt mitten durch den Berg.

Wir sind zum Felsloch hinaufgewandert, vollständig hindurchgegangen und anschließend auf demselben Weg wieder zurückgelaufen. Erst wenn Du selbst unter der gewaltigen Felsdecke stehst, bekommst Du ein Gefühl für die Dimensionen dieser natürlichen Öffnung. Auf der anderen Seite kommt noch die Aussicht auf die Inselwelt der Helgelandküste hinzu.

Besonders praktisch war für uns die Übernachtung auf dem Campingplatz direkt am Torghatten. Dort konnten wir unser Wohnmobil stehen lassen und zu Fuß zur Wanderung starten.

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Vega und die Vegatrappa – Abstecher auf die Insel

Für Vega musst Du den eigentlichen Verlauf des Kystriksveien verlassen und mit der Fähre auf die Insel übersetzen. Wenn Du gerne wanderst und genügend Zeit für Deinen Roadtrip eingeplant hast, kann sich dieser Abstecher aber sehr lohnen.

Unser Ziel auf Vega war die Vegatrappa, eine spektakuläre Treppenwanderung am Ravnfloget. Über zahlreiche Stufen geht es steil den Berg hinauf, wobei sich mit zunehmender Höhe ein immer weiterer Blick über Vega und die umliegende Inselwelt öffnet.

Vega solltest Du unserer Meinung nach nicht als kurzen Abstecher zwischen zwei Fährfahrpläne quetschen. Die Insel eignet sich viel besser dafür, das Tempo für eine Weile herauszunehmen und ihr etwas mehr Zeit zu geben.

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Dønna – Küstenbatterie aus dem Zweiten Weltkrieg

Ein weiterer Abstecher vom Kystriksveien führt auf die Insel Dønna westlich von Sandnessjøen. Dort haben wir die ehemalige deutsche Küstenbatterie HKB 20/974 Dønnes besucht, deren Überreste noch heute an die Besatzungszeit während des Zweiten Weltkriegs erinnern. Zwischen den erhaltenen Stellungen und Relikten lässt sich das Gelände auf eigene Faust erkunden, wodurch dieser Stopp einen deutlichen Kontrast zu den vielen Naturzielen entlang der Helgelandküste bildet. Wenn Du Dich neben Landschaft und Wanderungen auch für die Geschichte Norwegens interessierst, ist Dønna deshalb ein spannender zusätzlicher Abstecher auf Deinem Roadtrip.

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Svartisen – Gletscherlandschaft am Kystriksveien

Mit dem Svartisen wartet entlang der Helgelandküste ein völlig anderes Landschaftserlebnis. Der Gletscher gehört zu den größten Gletschergebieten Norwegens und ist an verschiedenen Stellen zugänglich.

Besonders bekannt ist der Bereich des Engabreen, eines Gletscherarms des Svartisen. Schon die Umgebung mit Fjord, Bergen und Gletscher vermittelt ein völlig anderes Bild als die Küstenlandschaft weiter südlich. Für uns ist genau dieser Wechsel einer der Gründe, warum der Kystriksveien so abwechslungsreich ist.

Auch für den Svartisen solltest Du genügend Zeit einplanen und Dich vorab über die aktuellen Möglichkeiten vor Ort informieren. Anreise und Weitertransport sind Teil des Ausflugs und machen den Besuch zu mehr als einem kurzen Stopp am Straßenrand.

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Láhko Nationalpark – Abstecher in eine ungewöhnliche Karstlandschaft

Der Láhko Nationalpark liegt nicht unmittelbar am Kystriksveien. Für uns gehört er trotzdem in diesen Roadtrip, weil er sich als größerer Abstecher von der Küstenroute einbauen lässt und landschaftlich noch einmal etwas völlig anderes bietet.

Der Nationalpark schützt eine ausgedehnte alpine Karstlandschaft mit hellen Kalksteinformationen, kleinen Seen und einer kargen Bergwelt. Wir haben Láhko mit einer Wanderung und dem Besuch des Storglomvassdamms verbunden. Gerade weil der Nationalpark deutlich weniger bekannt ist als viele klassische Sehenswürdigkeiten entlang der norwegischen Küste, haben wir diesen Abstecher besonders interessant gefunden.

Wenn Du nur wenige Tage für den Kystriksveien hast, würde ich Láhko nicht zwanghaft in die Route pressen. Hast Du dagegen ausreichend Zeit und wanderst gerne, erweitert der Nationalpark die Küstenreise um ein ganz anderes Landschaftserlebnis.

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Saltstraumen – gewaltige Gezeitenströmung vor Bodø

Kurz bevor Du Bodø erreichst, wartet mit dem Saltstraumen noch einmal ein ganz anderes Naturphänomen. Durch den schmalen Sund bewegen sich bei den Gezeiten enorme Wassermengen, wodurch starke Strömungen und große Strudel entstehen können.

Entscheidend ist dabei der richtige Zeitpunkt. Wenn Du bei weitgehend ruhigem Wasser ankommst, wirkt der Saltstraumen wesentlich unspektakulärer als während einer starken Strömungsphase. Wir würden den Besuch deshalb nicht einfach nach der aktuellen Fahrzeit planen, sondern vorher prüfen, wann sich die Strömung besonders gut beobachten lässt.

Der Saltstraumen eignet sich hervorragend als nördlicher Höhepunkt eines Roadtrips auf dem Kystriksveien. Von hier ist es nicht mehr weit bis Bodø, während hinter Dir bereits Hunderte Kilometer Küstenlandschaft liegen.

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Weitere Stopps entlang der Helgelandküste

Natürlich bestehen Kystriksveien und Helgelandskysten nicht nur aus diesen fünf Zielen. Schon während der Fahrt kommst Du durch zahlreiche kleinere Küstenorte und an Aussichtspunkten, Rastplätzen, Stränden und Fähranlegern vorbei. Gerade die offizielle Landschaftsroute wurde an verschiedenen Stellen mit architektonisch gestalteten Rast- und Aussichtspunkten ergänzt.

Dazu kommen mögliche Inselabstecher und Wanderungen, für die sich problemlos weitere Tage einplanen lassen. Wir möchten diesen Beitrag aber bewusst nicht mit Orten füllen, die wir selbst noch nicht besucht haben. Sobald auf zukünftigen Reisen weitere eigene Erlebnisse entlang des Kystriksveien hinzukommen, werden wir sie hier ergänzen.

So bleibt diese Übersicht unsere persönliche Sammlung von Orten entlang der Route und keine möglichst vollständige Liste sämtlicher Sehenswürdigkeiten der Helgelandküste.

Mitternachtssonne am Kystriksveien. Kann es einen schöneren Abend geben?

Kystriksveien mit dem Wohnmobil

Mit dem Wohnmobil passt der Kystriksveien hervorragend zu unserer Art zu reisen. Du bist flexibel genug, um zwischen den einzelnen Etappen länger an einem Ort zu bleiben, und kannst Wanderungen oder Inselabstecher leichter in den Reiseverlauf integrieren.

Gleichzeitig solltest Du Dich darauf einstellen, dass die Strecke nicht überall mit einer breiten Fernstraße vergleichbar ist. Abschnitte können schmaler und kurviger sein und die zahlreichen Fähren bestimmen immer wieder den Rhythmus der Reise. Gerade mit einem größeren Wohnmobil würden wir deshalb nicht mit einer zu ambitionierten Tagesplanung starten.

Für uns ist das allerdings kein Nachteil. Der Kystriksveien ist keine Straße, auf der wir möglichst viele Kilometer am Tag schaffen möchten. Wenn Du diese Einstellung mitbringst, passt die Route sehr gut zum Reisen mit dem Wohnmobil.

Junger Elch auf dem Kystriksveien
Auch Seeadler wirst Du wahrscheinlich sehen.

Übernachten entlang des Kystriksveien

Entlang der Strecke findest Du Campingplätze und andere Übernachtungsmöglichkeiten, sodass Du Deine Tagesetappen relativ flexibel gestalten kannst. Wir würden die Übernachtungsplätze dabei nicht ausschließlich danach auswählen, wie viele Kilometer wir an einem Tag geschafft haben, sondern sie möglichst mit unseren geplanten Aktivitäten verbinden.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Torghatten Camping. Wir standen dort im Sommer 2023 mit unserem Wohnmobil auf einem normalen Stellplatz und konnten von dort direkt zu unserer Wanderung aufbrechen. Dadurch wurde aus dem Torghatten kein kurzer Zwischenstopp, sondern ein entspanntes Etappenziel.

Genau solche Kombinationen gefallen uns auf längeren Roadtrips besonders gut: ankommen, das Wohnmobil stehen lassen und die Umgebung anschließend zu Fuß erkunden. Weitere Übernachtungsplätze würden wir hier erst ergänzen, wenn wir sie selbst genutzt haben und aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen können.

Beste Reisezeit für den Kystriksveien

Für einen klassischen Roadtrip entlang der Helgelandküste bieten sich vor allem die Sommermonate an. Dann sind die Tage sehr lang, touristische Angebote besser verfügbar und Wanderungen sowie Inselabstecher lassen sich einfacher in die Reise integrieren.

Trotzdem solltest Du Dich auch im Sommer nicht auf stabiles Wetter verlassen. Die Lage unmittelbar an der Küste sorgt dafür, dass sich die Bedingungen schnell ändern können. Regen, Wind und deutlich kühlere Tage gehören genauso zu einer Reise durch Nordland wie sonnige Abschnitte.

Gerade wenn Du mehrere Wanderungen geplant hast, würden wir deshalb etwas zeitlichen Spielraum lassen. Ein zusätzlicher Tag kann den Unterschied machen, wenn eine Tour bei starkem Regen oder tiefen Wolken wenig sinnvoll wäre.

Der Svartisen ist eine sehr lohnende Tageswanderung direkt am Kystriksveien.

In welche Richtung solltest Du den Kystriksveien fahren?

Grundsätzlich kannst Du den Kystriksveien natürlich sowohl von Steinkjer nach Bodø als auch in umgekehrter Richtung fahren. Wir würden die Entscheidung deshalb nicht von einer vermeintlich schöneren Fahrtrichtung abhängig machen, sondern vom Verlauf Deiner gesamten Norwegenreise.

Fährverbindungen, Aussichtspunkte und die wichtigsten Abstecher funktionieren in beiden Richtungen. Wenn Du eine größere Rundreise planst, kann es besonders interessant sein, die Küstenroute mit der E6 zu kombinieren. Dadurch erhältst Du auf Hin- und Rückfahrt völlig unterschiedliche Eindrücke und musst längere Abschnitte nicht zweimal fahren.

Wichtiger als die Richtung ist für uns letztlich die verfügbare Zeit. Wer den Kystriksveien unter Zeitdruck fährt, verpasst einen großen Teil dessen, was diese Strecke ausmacht.

Unsere Tipps für Deinen Roadtrip auf dem Kystriksveien

Plane Deine Tagesetappen lieber etwas kürzer, als Du es von einer normalen Fernstraße gewohnt bist. Fährverbindungen, Fotostopps und spontane Abstecher kosten Zeit, gehören für uns aber gerade zum Erlebnis dieser Strecke. Aktuelle Fährzeiten würden wir spätestens am jeweiligen Reisetag noch einmal kontrollieren und nicht ausschließlich mit einem lange vorher erstellten Reiseplan arbeiten.

Auch bei den Highlights würden wir nicht versuchen, möglichst viele Punkte abzuhaken. Wenn Du gerne wanderst, können Torghatten, Vega oder Láhko schnell einen großen Teil eines Tages einnehmen. Dafür erinnerst Du Dich später wahrscheinlich stärker an diese Erlebnisse als an weitere hundert gefahrene Kilometer.

Ein bisschen Flexibilität ist deshalb vielleicht der wichtigste Tipp für den Kystriksveien. Gerade an der Helgelandküste lohnt es sich, den Reiseplan gelegentlich an Wetter, Fähren und die Orte anzupassen, die Dir unterwegs besonders gut gefallen.

Am Ureddplassen kann man sehr schön Pause machen.

Lohnt sich der Kystriksveien?

Für uns gehört der Kystriksveien zu den Straßen, bei denen die Route selbst ein wesentlicher Teil der Reise ist. Die Kombination aus Küstenlandschaft, Fjorden, Inseln und Fährpassagen sorgt dafür, dass sich die Strecke völlig anders anfühlt als eine schnelle Fahrt auf der E6.

Hinzu kommen außergewöhnliche Ziele wie der Torghatten, Vega und der Svartisen sowie zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen und spontane Stopps. Besonders mit dem Wohnmobil kannst Du Dir die Freiheit nehmen, einzelne Etappen kurz zu halten und dort länger zu bleiben, wo es Dir gefällt.

Wenn Du dagegen nur möglichst schnell nach Bodø oder weiter in Richtung Norden möchtest, ist der Kystriksveien nicht die effizienteste Verbindung. Genau darin liegt aber auch seine Stärke: Diese Straße ist kein notwendiger Weg nach Norden, sondern ein eigenes Reiseziel.

Unsere Tipps für den Kystriksveien
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Unser Fazit zum Kystriksveien

Der Kystriksveien verbindet vieles, was wir an Norwegen besonders mögen: spektakuläre Landschaften, kleine Straßen, Fährfahrten, Wanderungen und die Möglichkeit, den Reiseplan immer wieder spontan zu verändern. Statt möglichst schnell von Steinkjer nach Bodø zu fahren, wird die Strecke selbst zu einem mehrtägigen Roadtrip.

Unsere bisherigen Stopps zeigen dabei schon, wie abwechslungsreich die Helgelandküste ist. Wir sind durch das riesige Loch im Torghatten gewandert, auf Vega über die Vegatrappa gestiegen, haben den Svartisen erlebt, einen Abstecher in die Karstlandschaft des Láhko Nationalparks gemacht und schließlich den Saltstraumen besucht. Trotzdem haben wir längst nicht alles gesehen, was entlang dieser Küste möglich ist.

Genau deshalb soll dieser Beitrag mit unseren zukünftigen Reisen weiter wachsen. Wenn Du den Kystriksveien selbst mit dem Wohnmobil fahren möchtest, würden wir vor allem eines empfehlen: Plane genügend Zeit ein. Auf dieser Route wäre es schade, wenn der Blick ständig auf die noch verbleibenden Kilometer statt auf die Landschaft vor der Windschutzscheibe fällt.

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Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs auf der Suche nach mehr Freiheit und mehr Norden.

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