Láhko Nationalpark: Wanderung durch Norwegens Karstlandschaft

Der Láhko Nationalpark gehört zu den weniger bekannten Nationalparks Norwegens – und genau das macht ihn für uns so interessant. Auf dem Glomfjordfjellet nördlich des Polarkreises erwartet Dich eine ungewöhnliche Landschaft aus Fjell, Seen und spektakulären Karstformationen, die sich deutlich von vielen anderen Wandergebieten in Norwegen unterscheidet.

Wir sind vom Storglomvassdamm in den Nationalpark gewandert. Schon die Anfahrt über die schmale Bergstraße mit ihren langen Tunneln ist ein Erlebnis für sich. Oben angekommen beginnt eine einsame Wanderung durch eine Landschaft, in der Wasser, Kalkgestein und Eis über lange Zeit außergewöhnliche Formen geschaffen haben.

In diesem Beitrag zeigen wir Dir unsere Wanderung durch den Láhko Nationalpark, den Ausgangspunkt am Storglomvassdamm und was Du für eine Tour in dieser abgelegenen Fjellregion wissen solltest.

🏔️ Láhko Nationalpark: Das Wichtigste

🌿 Nationalpark

Der Láhko Nationalpark wurde 2012 gegründet und schützt eine Fläche von rund 189 km².

📍 Lage

Der Nationalpark liegt auf dem Glomfjordfjellet in Nordland und erstreckt sich über Teile der Gemeinden Meløy, Gildeskål und Beiarn.

🪨 Besonderheit

Láhko schützt Norwegens größtes zusammenhängendes Gebiet mit alpinem Karst – mit ungewöhnlichen Felsformen, Spalten und unterirdischen Wasserläufen.

🥾 Unsere Wanderung

Wir starten unsere Tour am Storglomvassdamm und wandern von dort zu Fuß in die einsame Fjell- und Karstlandschaft des Nationalparks.

🧭 Orientierung

Im Nationalpark gibt es nur wenig Infrastruktur. Gute Vorbereitung, passende Karten und eine zuverlässige Navigation sind deshalb besonders wichtig.

🐕 Hunde

Vom 1. April bis 20. August gilt die allgemeine Leinenpflicht. Darüber hinaus solltest Du besonders auf Wildtiere und Rentiere Rücksicht nehmen.

Blick in den wasserreichen Lahko-Nationalpark mit dem impossanten Staudamm

Wo liegt der Láhko Nationalpark?

Der Láhko Nationalpark liegt in der Provinz Nordland nördlich des Polarkreises und erstreckt sich über Teile der Gemeinden Meløy, Gildeskål und Beiarn. Der 2012 gegründete Nationalpark umfasst rund 189 Quadratkilometer auf dem Glomfjordfjellet.

Láhko unterscheidet sich deutlich von vielen bekannteren Nationalparks Norwegens. Statt spektakulärer Gipfel oder großer Gletscher prägen hier vor allem helle Kalkfelsen, Seen, weite Fjellflächen und außergewöhnliche Karstformationen die Landschaft.

Gerade diese Kombination und die Abgeschiedenheit machen den Nationalpark für uns besonders interessant. Während unserer Wanderung begegneten wir nur wenigen anderen Menschen und hatten große Teile der Landschaft praktisch für uns allein.

Die Zufahrtsstraße endet an einem kleinen Parkplatz links neben dem Staudamm

Anfahrt zum Láhko Nationalpark und Storglomvassdamm

Schon die Anfahrt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung ist ein kleines Abenteuer. Wir fahren hinauf zum Storglomvassdamm, der hoch über dem Glomfjord liegt und einen interessanten Zugang zum Láhko Nationalpark ermöglicht.

Die Straße führt durch eine beeindruckende Berglandschaft und teilweise durch lange Tunnel. Gerade mit einem größeren Wohnmobil solltest Du Dir für die Anfahrt ausreichend Zeit nehmen und nicht davon ausgehen, dass Du hier mit der gleichen Geschwindigkeit unterwegs bist wie auf einer normalen Hauptstraße.

Am Ende der Straße erreichst Du den Bereich des Storglomvassdamms. Schon hier wird deutlich, wie abgelegen die Landschaft ist, durch die Du anschließend wanderst.

Für uns gehört deshalb bereits die Anfahrt zum Erlebnis dieser Tour.

Hat man beide Tunnel passiert, ist man schon mitten im Gebirge

Ausgangspunkt der Wanderung

Der Startpunkt unserer Wanderung liegt an den Koordinaten 66.775643, 14.152729. Hier befindet sich ein kleiner, unscheinbarer Parkplatz, der vor allem von Einheimischen, Anglern oder wenigen Wanderern genutzt wird. Das liegt vor allem an der spektakulären Anreise. Vom RV17, dem bekannten Kystiksveien, zweigt direkt nach einem Tunnel (bei Fahrtrichtung Nord) eine kleine Stichstraße ab, die als Versorgungsstraße für zwei Staudämme gebaut wurde. Diese Straße zählt angeblich zu den gefährlichsten Straßen Norwegens, was schon durch die riesigen, kraterartigen Einschläge großer Steinbrocken in den Beton der Straße deutlich wird. Sie führt serpentinenartig steil bergan, durch 2 lange einspurige und unbeleuchtete Tunnel (einer davon der steilste Tunnel, den wir je gefahren sind). Die Straße endet in der grandiosen Bergwelt Norwegens, weit über den tiefhängenden Wolken, die einen oft auf Meereshöhe begleiten). Auch wenn es im Tal regnet, kann hier oben die Sonne scheinen.

Spektakulär ist auch der riesige Staudamm und der dahinterliegende Stausee, der direkt von in der Ferne sichtbaren Gletschern gespeist wird. Hier ist der Ausgangspunkt unserer Rundwanderung durch den Nationalpark.

Storglomvassdamm – der riesige Staudamm im Gebirge

Der Parkplatz selbst liegt, genauso wie der Staudamm, noch außerhalb der Grenzen des Nationalparks. Als wir vor Ort waren, haben dort auch mehrere Einheimische in ihren Fahrzeugen übernachtet, wir haben kein Verbotsschild gesehen.

Schon beim Aussteigen wird klar:
Hier beginnt kein klassischer Wanderweg mit Hinweistafeln, sondern echtes Outdoor-Gelände.

Ausgangspunkt der Wanderung ist ein Parkplatz neben dem Staudamm

Unsere Wanderung vom Storglomvassdamm in den Nationalpark

Vom Storglomvassdamm machen wir uns zu Fuß auf den Weg in den Láhko Nationalpark. Schon nach kurzer Zeit lassen wir die technische Infrastruktur rund um den Staudamm hinter uns und tauchen immer tiefer in die offene Fjelllandschaft ein.

Die Wanderung führt uns durch eine Landschaft, die zunächst karg wirkt, bei genauerem Hinsehen aber unglaublich abwechslungsreich ist. Immer wieder wechseln sich Felsflächen, kleine Seen und Wasserläufe ab.

Was uns besonders auffällt, sind die ungewöhnlichen Formen des Gesteins. Manche Flächen wirken zerklüftet, andere fast ausgewaschen oder von tiefen Rinnen und Spalten durchzogen.

Erst wenn man sich etwas genauer mit dem Láhko Nationalpark beschäftigt, versteht man, warum diese Landschaft so anders aussieht.

Milchiges Gletscherwasser speist den riesigen Stausee
Zunächst wandert man auf gut sichtbarem Pfad
Tiefhängende Wolken verdecken immer wieder die Sicht

Erste Schritte in die Weite

Vom Parkplatz aus führt ein klar erkennbarer Weg in den Nationalpark. Wir orientieren uns an:

  • Geländestrukturen
  • kleinen Trampelpfaden
  • Seen und offenen Flächen zwischen niedriger Vegetation
  • Die Pfade sind mit sehr weit auseinanderliegenden Steinmännchen und Holzstäben markiert. Bei Nebel hat man hier ohne Navi keine Chance!

Schon nach wenigen Minuten stellt sich ein Gefühl von Weite und Ruhe ein. Die Geräusche werden leiser, die Landschaft öffnet sich. Der Blick schweift über die spektakulären schneebedeckten Berggipfel am Horizont, kleine Wasserläufe und erste Seen, die wie Spiegel in der Landschaft liegen.

Als besonderes Highlight sind die atemberaubenden Steinstrukturen im Nationalpark, die von vergangenen Eiszeiten erzählen und die wir so noch nirgendwo anders gesehen haben.

Spektakuläre Steinstrukturen im Lahko-Nationalpark
Das Wandern entlang der Steinstrukturen ist ein besonderes Erlebnis

Karstlandschaft: Das Besondere am Láhko Nationalpark

Eine der größten Besonderheiten des Láhko Nationalparks liegt direkt unter Deinen Füßen: Karst.

Große Teile des Nationalparks bestehen aus kalkreichem Gestein. Wasser kann dieses Gestein über sehr lange Zeiträume langsam lösen und dadurch außergewöhnliche Landschaftsformen entstehen lassen. Dazu gehören unter anderem Rinnen, Spalten, Höhlen und unterirdische Wasserwege.

Láhko schützt das größte zusammenhängende alpine Karstgebiet Norwegens. Genau diese geologischen Prozesse erklären viele der ungewöhnlichen Steinstrukturen, die uns während unserer Wanderung aufgefallen sind.

An manchen Stellen verschwindet Wasser zwischen den Felsen, während andernorts kleine Seen und Wasserläufe die helle Gesteinslandschaft unterbrechen. Zusammen mit der offenen Fjelllandschaft entsteht dadurch ein Landschaftsbild, das wir so von vielen anderen Wanderungen in Norwegen nicht kennen.

Auch botanisch hat der kalkreiche Untergrund Auswirkungen: Auf den nährstoffreichen Böden wachsen Pflanzen, die auf kalkarme Fjelllandschaften weniger typisch sind.

Für uns ist genau diese Mischung aus Karst, Wasser und einsamer Fjelllandschaft der eigentliche Reiz des Láhko Nationalparks.


Seen und Wasser prägen die Landschaft

Neben den Karstformationen sind es vor allem die vielen Seen und Wasserläufe, die unsere Wanderung durch Láhko prägen.

Immer wieder öffnen sich zwischen den Felsen kleine Wasserflächen, während sich dahinter die weite Fjelllandschaft fortsetzt. Bei ruhigem Wetter spiegeln sich Himmel und Berge im Wasser und sorgen für einige der schönsten Eindrücke unserer Tour.

Gleichzeitig solltest Du Dich in einer solchen Landschaft nicht darauf verlassen, dass Wasser überall problemlos zugänglich oder automatisch als Trinkwasser geeignet ist.

ℹ️ Warum wir auch im hohen Norden nicht grundsätzlich ungefiltertes Wasser aus Bächen und Seen trinken, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zu Trinkwasser beim Wandern in Skandinavien.

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Die Gletscher scheinen nur einen Steinwurf entfernt und dominieren den Ausblick

Orientierung und Vorbereitung

Láhko ist kein Nationalpark, in dem Dich an jeder Wegkreuzung ein Wegweiser erwartet. Gerade diese geringe Infrastruktur macht einen Teil des Reizes aus – verlangt aber auch etwas mehr Eigenverantwortung.

Wir würden uns hier nicht ausschließlich auf eine Mobilfunkverbindung verlassen. Eine Offlinekarte bzw. zuverlässige GPS-Navigation gehört für uns bei solchen Touren zur Grundausstattung.

Auch das Wetter solltest Du im Blick behalten. In der offenen Fjelllandschaft gibt es nur wenig Schutz, und die Bedingungen können sich schnell verändern.

Warme Kleidung, Regen- und Windschutz sowie ausreichend Verpflegung gehören deshalb auch dann in den Rucksack, wenn die Bedingungen beim Start gut aussehen.

ℹ️ Gerade bei Wanderungen in abgelegenen Regionen gehört für uns außerdem ein kleines Tourenset zur Ausrüstung. Was wir dafür einpacken und worauf wir bei Verletzungen und Notfällen achten, findest Du in unserem Ratgeber Erste Hilfe beim Wandern.

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Beste Reisezeit für den Láhko Nationalpark

Für eine Wanderung im Láhko Nationalpark sind vor allem die schneeärmeren Monate des Sommers und frühen Herbstes interessant. Wann Wege und höher gelegene Bereiche tatsächlich gut begehbar sind, hängt allerdings vom jeweiligen Winter und den aktuellen Wetterbedingungen ab.

Auch im Sommer solltest Du im Fjell mit schnellen Wetterwechseln, niedrigen Temperaturen, Wind und Niederschlag rechnen.

Wir würden die Tour deshalb nicht allein nach dem Kalender planen, sondern kurz vor dem Start noch einmal Wetter, Schneelage und aktuelle Bedingungen prüfen.


Für wen eignet sich eine Wanderung in Láhko?

Láhko ist aus unserer Sicht besonders interessant, wenn Du einsame Fjelllandschaften magst und nicht für jede Wanderung einen bekannten Aussichtspunkt oder ein spektakuläres Gipfelziel brauchst.

Hier ist vielmehr der Weg selbst das Erlebnis.

Die ungewöhnlichen Karstformationen, die vielen Seen und die Weite sorgen dafür, dass es unterwegs immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Gleichzeitig solltest Du Dich in weitgehend unerschlossenem Gelände sicher bewegen und mit Karte beziehungsweise GPS umgehen können.

Wenn Du dagegen vor allem kurze, perfekt ausgeschilderte Wanderwege mit viel touristischer Infrastruktur suchst, gibt es in Norwegen geeignetere Ziele.

Das Gelände ist eher hügelig als bergig
Bei aufziehendem Nebel bist Du schnell orientierungslos
Pausenplätze finden sich praktisch überall
Behalte das Wetter stets im Blick und vergiß nicht Dein Navi!
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Regeln und Rücksichtnahme im Nationalpark

Der Láhko Nationalpark schützt eine empfindliche Fjell- und Karstlandschaft. Entsprechend selbstverständlich sollte es sein, keine Spuren zu hinterlassen, Müll wieder mitzunehmen und Tiere nicht zu stören.

Besonders vorsichtig solltest Du mit den teilweise empfindlichen Karstformationen umgehen. Pflanzen und Tiere profitieren ebenfalls davon, wenn Du Dich möglichst rücksichtsvoll durch die Landschaft bewegst.

Für Hunde gilt die allgemeine Leinenpflicht vom 1. April bis 20. August. Darüber hinaus solltest Du Deinen Hund insbesondere in der Nähe von Wild- und Rentieren jederzeit unter Kontrolle haben.

Wenn Du im Nationalpark eine Drohne einsetzen möchtest, solltest Du vorab die aktuell geltenden Schutzbestimmungen für Láhko sowie die allgemeinen norwegischen Drohnenregeln prüfen. Schutzgebiete können zusätzliche Einschränkungen haben.

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Unser Fazit zum Láhko Nationalpark

Der Láhko Nationalpark gehört für uns zu den Orten in Norwegen, die nicht durch einen einzelnen spektakulären Aussichtspunkt beeindrucken. Es ist vielmehr die ungewöhnliche Kombination aus Einsamkeit, Fjell, Seen und Karstlandschaft, die diese Wanderung besonders macht.

Schon die Anfahrt zum Storglomvassdamm ist außergewöhnlich. Von dort führt die Wanderung immer weiter hinein in eine Landschaft, die mit ihren hellen Felsen und eigenartigen Karstformationen teilweise fast unwirklich erscheint.

Wenn Du gerne abseits der bekanntesten Wanderziele unterwegs bist und Dich auch in wenig erschlossenem Gelände wohlfühlst, ist Láhko für uns ein echter Tipp in Nordnorwegen.

Gerade weil hier nicht an jeder Ecke die nächste Sehenswürdigkeit wartet, ist es ein Ort, an dem wir wieder genau das gefunden haben, was wir an Skandinavien besonders mögen: Weite, Ruhe und viel Platz zum Entdecken.

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Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs auf der Suche nach mehr Freiheit und mehr Norden.

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