Polarlichter in Schweden: Die besten Orte & unsere Tipps
Es gibt Reiseerlebnisse, bei denen wir auch nach vielen Jahren noch jedes Mal stehen bleiben und einfach nur in den Himmel schauen.
Polarlichter gehören definitiv dazu.
Gerade wenn wir im Herbst oder Winter im Norden Skandinaviens unterwegs sind, wandert unser Blick abends deshalb regelmäßig nach oben. Manchmal kündigt sich die Aurora schon vorher in den entsprechenden Vorhersagen an. Manchmal entdecken wir aber auch einfach einen schwachen grünen Bogen am Horizont, aus dem sich wenige Minuten später ein beeindruckendes Schauspiel entwickelt.
Schweden bietet dafür hervorragende Voraussetzungen. Vor allem Schwedisch-Lappland mit Kiruna und Abisko gehört zu den Regionen Europas, in denen Deine Chancen auf Polarlichter besonders gut sind.
Aber musst Du wirklich bis nach Abisko fahren? Wann beginnt die Polarlichtsaison in Schweden? Und kannst Du Nordlichter sogar weiter südlich sehen?
In diesem Artikel zeigen wir Dir, wann und wo Du in Schweden Polarlichter sehen kannst und worauf wir bei der Suche nach Nordlichtern achten.
Kann man in Schweden Polarlichter sehen?
Ja – und im Norden des Landes sogar regelmäßig.
Der wichtigste Grund dafür ist die geografische Lage. Der Norden Schwedens liegt in einem Bereich, über dem Polarlichter bei entsprechender Sonnenaktivität häufig auftreten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Du einfach nach Lappland fahren und dort garantiert jeden Abend Polarlichter sehen wirst.
Damit Du die Aurora tatsächlich beobachten kannst, müssen mehrere Dinge zusammenpassen:
- ausreichende Polarlichtaktivität
- ein möglichst dunkler Himmel
- möglichst wenig störendes Licht
- ausreichend klare Sicht auf den Himmel
- und natürlich musst Du im richtigen Moment draußen sein
Gerade der letzte Punkt wird gerne unterschätzt.
Polarlichter halten sich nicht an unseren Reiseplan. Sie können stundenlang sichtbar sein, nach wenigen Minuten wieder verschwinden oder erst auftauchen, wenn Du längst im Bett liegst.
Ein bisschen Geduld gehört deshalb immer dazu.
Wann kann man in Schweden Polarlichter sehen?
Für eine gezielte Polarlichtreise nach Nordschweden würden wir vor allem den Zeitraum September bis März ins Auge fassen.
In Kiruna und Abisko können Polarlichter teilweise bereits Ende August beziehungsweise Anfang September beobachtet werden. Auch im April sind Sichtungen grundsätzlich noch möglich. Entscheidend ist aber immer, ob der Himmel am jeweiligen Ort überhaupt dunkel genug wird.
Deshalb ist „Winter“ als Antwort auf die Frage nach der besten Reisezeit eigentlich zu ungenau.
Polarlichter im September und Oktober
Den Herbst finden wir für einen Roadtrip besonders interessant.
Die Nächte sind im Norden wieder dunkel genug und gleichzeitig musst Du nicht zwangsläufig mit den extremen winterlichen Bedingungen rechnen.
Solange Seen noch nicht zugefroren sind, kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Polarlichter können sich auf einer ruhigen Wasseroberfläche spiegeln. Für Fotografen kann das mindestens genauso interessant sein wie eine verschneite Winterlandschaft.
Dazu kommen die Herbstfarben in Lappland.
Wenn Du Schweden ohnehin mit dem Wohnmobil bereist und nicht zwingend eine tief verschneite Winterlandschaft suchst, kann der September deshalb ein ausgesprochen spannender Monat für die Polarlichtsuche sein.
Polarlichter im Winter
Im Winter werden die Nächte lang – ganz im Norden sogar extrem lang.
Rund um Kiruna steigt die Sonne Anfang Dezember bis Anfang Januar zeitweise überhaupt nicht über den Horizont. Vollständig schwarz ist es tagsüber trotzdem nicht. Rund um die Mittagszeit gibt es eine längere Dämmerungsphase.
Für Polarlichtbeobachtungen stehen in dieser Jahreszeit aber sehr viele dunkle Stunden zur Verfügung.
Dafür kommen andere Herausforderungen hinzu: Schnee, Eis, sehr niedrige Temperaturen und winterliche Straßenverhältnisse.
Gerade mit dem Wohnmobil solltest Du eine Winterreise nach Nordschweden deshalb nicht nur nach den Polarlichtern planen. Fahrzeug, Reifen, Heizung und die gesamte Ausrüstung müssen zu den Bedingungen passen.
Polarlichter im März
Auch der März kann eine sehr interessante Reisezeit sein.
Die Tage werden bereits deutlich länger, gleichzeitig sind die Nächte noch dunkel genug für Polarlichter.
Dadurch kannst Du tagsüber mehr unternehmen und hast abends trotzdem noch gute Voraussetzungen für die Nordlichtsuche.
Und im Sommer?
Im hohen Norden ist nicht fehlende Sonnenaktivität das Hauptproblem, sondern das Licht.
Rund um Abisko und Kiruna geht die Sonne im Frühsommer wochenlang überhaupt nicht unter. Selbst vor und nach der eigentlichen Mitternachtssonne bleiben die Nächte sehr hell. Polarlichter können dann zwar physikalisch auftreten, Du kannst sie am hellen Himmel aber nicht sinnvoll beobachten.
Für eine Polarlichtreise ist der Sommer deshalb die falsche Jahreszeit.
Wo kann man in Schweden am besten Polarlichter sehen?
Wenn Polarlichter Dein Hauptziel sind, würden wir so weit wie möglich in den Norden Schwedens fahren.
Dort steigen die Chancen deutlich gegenüber Südschweden.
Besonders interessant sind für uns folgende Regionen:
Abisko
Abisko ist wahrscheinlich der bekannteste Polarlichtort Schwedens – und das nicht ohne Grund.
Der kleine Ort liegt weit im Norden am Torneträsk und unmittelbar am Abisko Nationalpark. Durch die geringe Besiedlung findest Du in der Umgebung viele Bereiche mit wenig künstlichem Licht.
Noch interessanter ist allerdings das Wetter.
Abisko liegt östlich des skandinavischen Gebirges. Feuchte Luftmassen aus westlicher Richtung verlieren beim Überqueren der Berge einen großen Teil ihrer Feuchtigkeit. Auf der östlichen Seite sinkt die Luft wieder ab und Wolken können sich teilweise auflösen.
Dadurch liegt Abisko in einem ausgeprägten Regenschatten.
Die Niederschlagsunterschiede sind erstaunlich: Abisko gehört zu den trockensten Orten Schwedens, während im nur wenige Dutzend Kilometer entfernten Riksgränsen wesentlich mehr Niederschlag fällt.
Und genau das kann für die Polarlichtsuche entscheidend sein.
Denn die beste Aurora nützt Dir wenig, wenn zwischen Dir und dem Polarlicht eine geschlossene Wolkendecke liegt.
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Was hat es mit dem „Blue Hole“ von Abisko auf sich?
Im Zusammenhang mit Polarlichtern wirst Du bei der Recherche über Abisko fast zwangsläufig auf das sogenannte Blue Hole stoßen.
Damit wird ein lokaler Effekt beschrieben, bei dem sich über beziehungsweise rund um Abisko eine Lücke in der Bewölkung bilden kann, obwohl die umliegenden Regionen stärker bewölkt sind.
Wir würden daraus allerdings keine Garantie machen.
Meteorologisch nachvollziehbar und durch Klimadaten gut belegt ist die besondere Regenschattenlage von Abisko. Daraus abzuleiten, dass über Abisko jeden Abend zuverlässig ein wolkenfreies Loch entsteht, wäre uns dagegen zu pauschal.
Abisko hat sehr interessante meteorologische Voraussetzungen – aber auch dort können Wolken Deine Polarlichtnacht beenden.
Genau deshalb würden wir trotz des guten Rufs immer die aktuelle Bewölkung prüfen.
Aurora Sky Station in Abisko
Oberhalb von Abisko befindet sich am Berg Nuolja die bekannte Aurora Sky Station.
Sie ist speziell auf die Beobachtung von Polarlichtern ausgerichtet und bietet einen weiten Blick über die Umgebung und den Torneträsk.
Du musst allerdings nicht auf die Aurora Sky Station fahren, um in Abisko Polarlichter sehen zu können.
Das ist gerade für uns als Individualreisende wichtig.
Wenn die Bedingungen stimmen, brauchst Du im Grunde nur einen dunklen Ort mit möglichst freiem Himmel. Davon gibt es rund um Abisko und generell in Nordschweden genügend.
Die Sky Station kann ein besonderes Erlebnis sein – eine Voraussetzung für Polarlichter ist sie nicht.
Kiruna und Umgebung
Auch Kiruna ist ein sehr guter Ausgangspunkt für die Polarlichtsuche.
Die Stadt liegt weit nördlich des Polarkreises und damit in einer Region, in der Polarlichter während der dunklen Jahreszeit regelmäßig auftreten können.
Innerhalb der Stadt stört allerdings künstliches Licht.
Wir würden deshalb nicht mitten zwischen Straßenlaternen auf die perfekte Aurora warten, sondern einen dunkleren Platz außerhalb der stärker beleuchteten Bereiche suchen.
Mit dem Wohnmobil hast Du dabei einen großen Vorteil: Du bist mobil.
Wenn die Wetterkarte zeigt, dass wenige Kilometer entfernt deutlich weniger Wolken liegen, kannst Du Deinen Standort wechseln.
Und genau diese Flexibilität kann bei der Polarlichtsuche mehr wert sein als ein berühmter Aussichtspunkt.
Jukkasjärvi
Östlich von Kiruna liegt Jukkasjärvi, vielen vor allem durch das Icehotel bekannt.
Auch diese Region eignet sich gut für die Polarlichtsuche.
Sobald Du Dich von größeren Lichtquellen entfernst, findest Du hier weite, dunkle Bereiche mit freiem Blick auf den Himmel.
Jukkasjärvi lässt sich außerdem sehr gut mit Kiruna und Abisko zu einer Reise durch den äußersten Norden Schwedens verbinden.
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Gällivare und Schwedisch-Lappland
Du musst Dich aber nicht auf Kiruna und Abisko beschränken.
Große Teile von Schwedisch-Lappland bieten hervorragende Voraussetzungen.
Auch rund um Gällivare, Jokkmokk und in den dünn besiedelten Regionen dazwischen kannst Du Polarlichter beobachten.
Für uns hat diese große Fläche einen besonderen Reiz.
Wir müssen nicht zwingend an einem bekannten „Polarlicht-Spot“ stehen. Häufig reicht eine dunkle Stelle irgendwo unterwegs, an der der Blick nach Norden beziehungsweise möglichst weit über den Himmel frei ist.
Gerade das passt hervorragend zu unserer Art zu reisen.
Die Norrskensvägen – Polarlichtstraße durch Nordschweden
Eine passende Roadtrip-Verbindung für dieses Thema ist die Route 99 entlang des Torneälven.
Sie führt von Haparanda im Norden immer weiter durch das Tornetal bis Richtung Karesuando und wird auch als Norrskensvägen – Polarlichtstraße – vermarktet.
Unabhängig vom Namen ist die Strecke für einen Roadtrip interessant: Du bewegst Dich immer weiter nach Norden, durch dünn besiedelte Landschaft und schließlich weit hinein nach Schwedisch-Lappland.
Eine eigene Polarlichtgarantie besitzt natürlich auch diese Straße nicht.
Aber als Teil einer Reise durch Nordschweden passt sie hervorragend zum Thema.
Kann man Polarlichter auch in Südschweden sehen?
Ja.
Und das ist ein Punkt, bei dem der Kp-Index interessant wird.
Bei stärkerer geomagnetischer Aktivität kann sich der Bereich, in dem Polarlichter sichtbar sind, deutlich weiter nach Süden ausdehnen. Dann sind Sichtungen auch in Mittelschweden und bei besonders starken Ereignissen sogar im Süden des Landes möglich.
Polarlichter wurden beispielsweise auch aus Regionen gemeldet, die weit von Lappland entfernt liegen.
Für eine gezielte Polarlichtreise würden wir trotzdem nicht nach Südschweden fahren.
Der Unterschied liegt in der Wahrscheinlichkeit.
Im hohen Norden können bereits deutlich schwächere Polarlichtereignisse sichtbar werden. Weiter südlich bist Du wesentlich stärker auf intensive geomagnetische Aktivität angewiesen.
Wenn Polarlichter der Hauptgrund Deiner Reise sind, ist Nordschweden deshalb die deutlich bessere Wahl.
Wenn Du dagegen ohnehin im Süden oder in der Mitte Schwedens unterwegs bist, lohnt sich bei entsprechender Vorhersage trotzdem der Blick nach draußen.
Brauche ich einen hohen Kp-Index für Polarlichter in Schweden?
Nein – zumindest nicht im hohen Norden.
Das ist einer der häufigsten Fehler bei der Polarlichtsuche.
Der Kp-Index beschreibt die globale geomagnetische Aktivität. Ein hoher Wert kann darauf hindeuten, dass sich die Polarlichtzone weiter nach Süden ausdehnt.
Daraus folgt aber nicht:
Niedriger Kp = keine Polarlichter.
Gerade weit im Norden Schwedens kannst Du auch bei vergleichsweise niedrigen Kp-Werten Polarlichter sehen.
Deshalb würden wir eine Nacht in Abisko oder Kiruna niemals allein deshalb abschreiben, weil irgendeine App nur einen niedrigen Kp-Wert anzeigt.
Wenn Du genauer verstehen möchtest, was der Wert bedeutet und warum einfache Tabellen nach dem Muster „Kp 5 = Polarlichter bis Stadt X“ problematisch sind, haben wir dazu einen eigenen Artikel geschrieben:
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Die Bewölkung ist oft wichtiger als die Polarlicht-App
Bei unserer eigenen Polarlichtsuche schauen wir nicht nur auf die Sonnenaktivität.
Mindestens genauso wichtig ist für uns die Bewölkung.
Das schönste Polarlicht kann direkt über Dir stattfinden – wenn eine geschlossene Wolkendecke dazwischenliegt, wirst Du davon nichts sehen.
Deshalb vergleichen wir möglichst die Polarlichtprognose mit der normalen Wettervorhersage.
Dabei reicht es nicht immer, nur auf ein Wettersymbol für den gesamten Abend zu schauen.
Gerade in den Bergen können sich die Bedingungen auf relativ kurzer Distanz unterscheiden. Ein Blick auf detailliertere Wolkenprognosen kann deshalb ausgesprochen hilfreich sein.
Mit dem Wohnmobil haben wir dabei einen entscheidenden Vorteil:
Wir können den Wolken ein Stück weit davonfahren.
Natürlich funktioniert das nicht immer. Aber wenn 30 oder 50 Kilometer weiter ein größeres wolkenfreies Gebiet vorhergesagt wird, kann ein Standortwechsel die Chancen erheblich verbessern.
Was ist wichtiger: Kp-Index oder klarer Himmel?
Wenn wir uns zwischen einer Nacht mit hoher Polarlichtaktivität unter einer geschlossenen Wolkendecke und einer Nacht mit geringerer Aktivität unter klarem Himmel entscheiden müssten, würden wir uns immer für den klaren Himmel entscheiden.
Denn Wolken sind eine ziemlich effektive Sichtschutzwand.
Für unsere Planung betrachten wir deshalb immer mehrere Faktoren gemeinsam:
Polarlichtaktivität + Bewölkung + Dunkelheit + Standort.
Erst daraus entsteht ein brauchbares Bild.
Wie dunkel muss es für Polarlichter sein?
Je dunkler Dein Standort ist, desto leichter kannst Du schwache Polarlichter erkennen.
Das bedeutet nicht, dass Du bei einer starken Aurora keine Straßenlaterne in zehn Kilometern Umkreis haben darfst.
Aber künstliches Licht reduziert den Kontrast.
Gerade schwache Polarlichter können dadurch mit bloßem Auge wesentlich schwerer zu erkennen sein.
Wir suchen deshalb möglichst einen Platz:
- außerhalb größerer Orte
- ohne direkte Straßenbeleuchtung
- mit freiem Blick auf möglichst viel Himmel
- und natürlich mit möglichst wenig Bewölkung
Auch helles Mondlicht kann den Kontrast schwacher Polarlichter reduzieren. Eine kräftige Aurora kann aber selbst bei Mondschein beeindruckend sein.
Wir würden deshalb keine Reise ausschließlich nach den Mondphasen planen.
In welche Richtung musst Du schauen?
Darauf gibt es keine pauschale Antwort.
Weiter südlich erscheinen Polarlichter häufig zunächst tief am nördlichen Horizont.
Im hohen Norden Schwedens kann die Situation völlig anders aussehen. Wenn Du Dich im Bereich des Polarlichtovals befindest, kann die Aurora über große Teile des Himmels reichen oder direkt über Dir auftreten.
Deshalb schauen wir nicht nur stur nach Norden.
Ein möglichst freier Rundumblick ist viel hilfreicher.
Wie sehen Polarlichter mit bloßem Auge aus?
Dieser Punkt ist uns besonders wichtig, weil Fotos im Internet schnell falsche Erwartungen erzeugen.
Eine Kamera kann Farben und Strukturen deutlich stärker erfassen, als wir sie in bestimmten Situationen mit unseren Augen wahrnehmen.
Eine schwache Aurora kann deshalb zunächst wie ein blasser oder leicht grünlicher Schleier wirken. Auf dem Smartphone oder der Kamera erscheint derselbe Bogen möglicherweise bereits deutlich grün.
Bei einer starken Aurora sieht das völlig anders aus.
Dann können grüne Bögen, Strahlen und sich schnell verändernde Strukturen auch mit bloßem Auge ausgesprochen deutlich sein.
Manchmal entwickelt sich aus einem zunächst unscheinbaren Bogen innerhalb kurzer Zeit ein Polarlicht, das große Teile des Himmels einnimmt.
Genau deshalb lohnt es sich, auch schwache Strukturen eine Weile zu beobachten.
Polarlichter mit dem Smartphone erkennen
Das Smartphone ist für uns inzwischen nicht nur eine Kamera, sondern manchmal sogar ein kleines Hilfsmittel bei der Polarlichtsuche.
Wenn wir uns nicht sicher sind, ob ein schwacher heller Bogen am Himmel eine Wolke oder bereits eine Aurora ist, machen wir ein Foto.
Aktuelle Smartphones können bei längerer Belichtung häufig schon Grün erkennen, während unser Auge noch kaum Farbe wahrnimmt.
Das bedeutet natürlich nicht, dass jedes grüne Nachtfoto automatisch ein Polarlicht zeigt.
Aber als erster Hinweis kann die Kamera erstaunlich hilfreich sein.
Polarlichter in Schweden mit dem Wohnmobil erleben
Für uns ist das wahrscheinlich eine der schönsten Möglichkeiten, Polarlichter zu erleben.
Du musst nach der Beobachtung nicht zurück in ein Hotel fahren und bist nicht an einen bestimmten Aussichtspunkt gebunden.
Wenn wir einen guten Standort gefunden haben, können wir einfach draußen warten und zwischendurch wieder ins warme Wohnmobil gehen.
Gerade bei niedrigen Temperaturen ist das ein erheblicher Vorteil.
Noch wichtiger ist aber die Flexibilität.
Wir können unsere Route nach dem Wetter verändern, einen zusätzlichen Abend in einer Region bleiben oder bei ungünstiger Bewölkung weiterfahren.
Trotzdem nicht einfach irgendwo stehen bleiben
Bei aller Begeisterung für Polarlichter gilt natürlich auch nachts:
Wir stellen das Wohnmobil nicht einfach auf einer Fahrbahn, in einer unübersichtlichen Kurve oder an einer ungeeigneten Stelle ab, nur weil gerade die Aurora erscheint.
Im Winter kommen Schnee und teilweise hohe Schneewälle hinzu. Parkbuchten können eingeschränkt nutzbar oder vollständig zugeschoben sein.
Ein spektakulärer Himmel ist kein Grund, die Verkehrssicherheit zu vergessen.
Wir suchen deshalb lieber vorher einen geeigneten Platz und warten dort auf die Nacht.
Polarlichter fotografieren
Polarlichter zu fotografieren ist heute wesentlich einfacher als noch vor einigen Jahren.
Moderne Smartphones können erstaunliche Ergebnisse liefern. Mit einer System- oder Spiegelreflexkamera hast Du dagegen deutlich mehr Kontrolle über Belichtungszeit, ISO und Blende.
Entscheidend ist dabei, dass es keine universelle Einstellung für jedes Polarlicht gibt.
Eine schwache, langsam wandernde Aurora braucht eine andere Belichtung als ein sehr helles Polarlicht, das sich schnell über den Himmel bewegt.
Genau deshalb behandeln wir das Thema ausführlich in unserem eigenen Fotografieartikel:
→ Polarlichter fotografieren: Einstellungen für Kamera & Handy
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Unsere Tipps für die Polarlichtsuche in Schweden
Nach unseren bisherigen Erfahrungen würden wir vor allem diese Punkte beachten:
Fahre nach Norden.
Wenn Polarlichter ein Hauptziel Deiner Reise sind, erhöhen Kiruna, Abisko und Schwedisch-Lappland Deine Chancen gegenüber Südschweden deutlich.
Plane mehrere Nächte ein.
Eine einzelne Nacht kann bewölkt sein. Je länger Du in einer geeigneten Region bleibst, desto größer wird die Chance auf eine passende Kombination aus Aktivität und klarem Himmel.
Beobachte die Wolken.
Eine gute Aurora-Prognose hilft Dir nicht, wenn der Himmel vollständig bedeckt ist.
Verlasse Dich nicht nur auf den Kp-Index.
Gerade in Nordschweden können Polarlichter auch bei niedrigen Werten sichtbar sein.
Suche Dunkelheit.
Entferne Dich möglichst von direkter Beleuchtung und gib Deinen Augen etwas Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
Bleib flexibel.
Mit dem Wohnmobil kannst Du auf Wetteränderungen reagieren. Diesen Vorteil würden wir nutzen.
Zieh Dich wärmer an, als Du zunächst für nötig hältst.
Beim Warten auf Polarlichter bewegst Du Dich kaum. Dadurch fühlt sich eine kalte Nacht schnell deutlich kälter an als bei einer Wanderung.
Schau regelmäßig nach draußen.
Keine App ersetzt den Blick zum Himmel.
Sind Polarlichter in Abisko garantiert?
Nein.
Auch Abisko kann Dir keine Polarlichter garantieren.
Der Ort kombiniert zwar mehrere günstige Faktoren: die weit nördliche Lage, wenig Lichtverschmutzung und besondere klimatische Bedingungen durch die Lage östlich des Gebirges.
Trotzdem brauchst Du weiterhin Polarlichtaktivität und einen ausreichend freien Himmel.
Wir würden Abisko deshalb als sehr guten Ausgangspunkt, aber niemals als Polarlichtgarantie betrachten.
Wann ist die beste Uhrzeit für Polarlichter in Schweden?
Polarlichter können grundsätzlich während der gesamten dunklen Nacht auftreten.
Deshalb würden wir uns nicht auf eine vermeintlich perfekte Uhrzeit festlegen.
Für Reisende ist vor allem wichtig, dass es ausreichend dunkel ist und die aktuelle Aktivität sowie die Bewölkung passen.
Wenn eine App um 22 Uhr wenig Aktivität anzeigt, bedeutet das nicht, dass um Mitternacht nichts passieren kann.
Und wenn um 21 Uhr bereits ein deutliches Polarlicht am Himmel steht, würden wir sicher nicht bis zu irgendeiner statistisch besseren Uhrzeit warten.
Wenn der Himmel klar ist und die Bedingungen interessant aussehen: rausgehen und nachsehen.
Wie viele Tage solltest Du für Polarlichter in Schweden einplanen?
Je mehr, desto besser.
Wir würden nicht für einen einzigen Abend nach Nordschweden fahren und fest mit Polarlichtern rechnen.
Schon eine geschlossene Wolkendecke kann sämtliche Pläne zunichtemachen.
Wenn Polarlichter für Dich ein wichtiges Reiseziel sind, würden wir mehrere Nächte in Nordschweden einplanen und die Reise mit anderen Erlebnissen verbinden.
Abisko, Kiruna und Schwedisch-Lappland bieten schließlich auch tagsüber genügend Gründe für eine Reise.
Dann ist ein Abend ohne Aurora keine verlorene Nacht – und wenn der Himmel plötzlich grün wird, ist es der Bonus, auf den Du gehofft hast.
Unser Fazit: Polarlichter in Schweden
Schweden gehört für uns zu den spannendsten Ländern Europas, wenn Du Polarlichter mit einem Roadtrip verbinden möchtest.
Vor allem Schwedisch-Lappland rund um Kiruna und Abisko bietet sehr gute Voraussetzungen. Weite, dünn besiedelte Landschaften, lange dunkle Nächte und die Lage weit im Norden spielen Dir dabei in die Karten.
Abisko besitzt durch seine Lage im Regenschatten des skandinavischen Gebirges zusätzlich interessante meteorologische Voraussetzungen.
Trotzdem würden wir unsere Reise niemals nur auf einen einzelnen berühmten Polarlichtort ausrichten.
Für uns besteht die beste Strategie aus Zeit, Flexibilität, einem dunklen Standort und einem möglichst wolkenfreien Himmel.
Und dann heißt es irgendwann nur noch:
Licht aus. Raus aus dem Wohnmobil. Und nach oben schauen.
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