Datenvolumen im Ausland sparen: So reduzieren wir den Datenverbrauch im Wohnmobil

Datenvolumen im Ausland sparen: So reduzieren wir den Datenverbrauch im Wohnmobil

100 GB Datenvolumen klingt erst einmal nach ziemlich viel.

Bis das Notebook im Hintergrund ein großes Update herunterlädt, die Urlaubsfotos automatisch in die Cloud wandern und abends noch ein Film in hoher Auflösung gestreamt wird.

Wer mit dem Wohnmobil längere Zeit im Ausland unterwegs ist, merkt schnell: Nicht unbedingt das bewusste Surfen verbraucht die meisten Daten. Häufig sind es die vielen Geräte und Dienste, die im Hintergrund munter weiterarbeiten.

Auf unseren längeren Reisen durch Skandinavien hängen Smartphone, Tablet, Notebook und weitere Geräte regelmäßig am mobilen Internet. Als Internetzugang nutzen wir je nach Situation unsere Smartphones, einen fest eingebauten Teltonika RUTX11 (Anzeige), unseren mobilen Netgear Nighthawk M7 Pro (Anzeige) oder den Starlink Mini.

Trotzdem möchten wir nicht unnötig Daten übertragen.

Deshalb haben wir unser Camper-Netzwerk inzwischen so eingerichtet, dass wir den Datenverbrauch an verschiedenen Stellen reduzieren. Dazu gehören ganz einfache Maßnahmen wie Offline-Karten und eine angepasste Streamingqualität – aber auch DNS-Werbeblocker und ein Pi-hole auf einem Raspberry Pi (Anzeige), der unerwünschte Verbindungen bereits auf DNS-Ebene blockiert.

In diesem Artikel zeigen wir Dir, welche Maßnahmen sich bei uns bewährt haben und wo sich besonders einfach Datenvolumen sparen lässt.

Kurz gesagt: So sparen wir unterwegs Datenvolumen

Werbung und Tracking:
DNS-Werbeblocker können einen Teil unerwünschter Verbindungen verhindern. Bei uns übernimmt diese Aufgabe ein Pi-hole im Camper-Netzwerk.

Windows-Notebook:
Das Camper-WLAN wird als getaktete Verbindung eingerichtet.

Smartphones und Tablets:
Datensparmodus aktivieren und Hintergrundaktivitäten kontrollieren.

Cloud:
Automatische Foto- und Dateisynchronisation unterwegs begrenzen.

Streaming:
Auflösung reduzieren und Filme, Musik und Podcasts möglichst vorher herunterladen.

Navigation:
Offline-Karten bereits vor der Reise speichern.

Updates:
Große Betriebssystem-, App- und Kartenupdates möglichst über eine unbegrenzte Verbindung durchführen.

Mehrere Geräte im Camper:
Nicht nur den Verbrauch eines Smartphones betrachten. Notebook, Smartphones und Tablets können gemeinsam erhebliche Datenmengen verursachen.

Unser wichtigster Tipp:
Finde zuerst heraus, wohin Dein Datenvolumen verschwindet. Erst danach lohnt es sich, einzelne Maßnahmen zu optimieren.

Wie viel Datenvolumen Du brauchst, ist natürlich nur ein Teil der Frage, wie Du unterwegs online bleibst. In unserem Überblick zum Internet im Wohnmobil in Skandinavien zeigen wir Dir, welche Möglichkeiten wir in Norwegen, Schweden und Finnland nutzen – von Mobilfunk und Roaming bis zu Starlink.

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Warum Datenvolumen im Ausland überhaupt noch ein Thema ist

Innerhalb der EU und des EWR ist mobiles Internet durch Roaming wesentlich unkomplizierter geworden.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Dir im Ausland immer Dein komplettes heimisches Datenvolumen ohne Einschränkungen zur Verfügung steht.

Insbesondere bei sehr günstigen oder unbegrenzten Tarifen kann der Anbieter für die Nutzung im EU-/EWR-Ausland ein Fair-Use-Datenvolumen festlegen.

Und auch eine lokale Prepaid-SIM ist nicht zwangsläufig unbegrenzt.

Auf einer zweiwöchigen Reise spielt das häufig kaum eine Rolle. Wer aber mehrere Wochen oder Monate mit dem Wohnmobil unterwegs ist und sein mobiles Internet intensiv nutzt, sieht das schnell anders.

Bei uns kommt noch hinzu:

Das Wohnmobil ist unterwegs praktisch ein kleines rollendes Netzwerk.

Das Wohnmobil als kleines Heimnetzwerk

Früher war mobiles Internet ziemlich einfach.

Ein Smartphone ging ins Internet – fertig.

Heute sieht es bei vielen Campern eher so aus:

  • zwei Smartphones,
  • Tablet,
  • Notebook,
  • Smartwatch,
  • Kamera,
  • eventuell Fernseher oder Streaming-Stick,
  • Navigationsgeräte,
  • Raspberry Pi,
  • Smart-Home-Technik
  • und weitere WLAN-Geräte.

Wenn ein Router im Wohnmobil ein normales WLAN bereitstellt, erkennen die verbundenen Geräte nicht zwangsläufig, dass hinter diesem WLAN möglicherweise eine SIM-Karte mit begrenztem Datenvolumen steckt.

Für das Notebook sieht das Camper-WLAN zunächst genauso aus wie das heimische WLAN.

Und zu Hause darf es schließlich Updates, Cloud-Dateien und Backups herunterladen.

Genau deshalb lohnt es sich, das Camper-Netzwerk bewusst auf einen sparsamen Umgang mit Daten einzustellen.

Wo verschwindet das Datenvolumen?

Bevor Du anfängst, an allen möglichen Einstellungen herumzuschrauben, solltest Du zunächst herausfinden, welche Geräte und Anwendungen tatsächlich Daten verbrauchen.

Die üblichen Verdächtigen sind:

Streaming

Video gehört zu den größten Datenverbrauchern.

Ob YouTube, Netflix, Mediatheken oder andere Streamingdienste: Je höher die Auflösung und Bitrate, desto größer ist in der Regel der Datenverbrauch.

Ein paar Minuten Video sind normalerweise kein Problem.

Mehrere Stunden jeden Abend können dagegen einen erheblichen Unterschied machen.

Cloud-Synchronisation

Google Drive, OneDrive, Dropbox, iCloud und ähnliche Dienste sind zu Hause ausgesprochen praktisch.

Im Wohnmobil können sie unbemerkt große Datenmengen verursachen.

Besonders Fotos und Videos sind kritisch.

Du kommst nach einem tollen Tag zurück, Smartphone und Notebook verbinden sich mit dem Camper-WLAN – und plötzlich werden mehrere Gigabyte Fotos und Videos in die Cloud übertragen.

Betriebssystem-Updates

Windows, macOS, Android und iOS werden regelmäßig aktualisiert.

Solche Updates können groß sein.

Noch unangenehmer:

Du hast den Download möglicherweise gar nicht bewusst gestartet.

App-Updates

Ein einzelnes App-Update ist häufig nicht dramatisch.

Wenn aber mehrere Geräte gleichzeitig zahlreiche Apps aktualisieren, sieht die Sache anders aus.

Werbung und Tracking

Viele Webseiten und Apps bauen zusätzliche Verbindungen zu Werbenetzwerken, Analyseplattformen und Trackingdiensten auf.

Eine einzelne Anfrage verursacht kaum Datenverkehr.

Über viele Geräte, Apps und Webseiten summiert sich unnötiger Datenverkehr aber.

Und genau hier kommen DNS-Filter ins Spiel.

1. DNS-Werbeblocker: Datensparen ohne zusätzliche Hardware

Du möchtest Werbung und Tracking bereits auf Netzwerkebene reduzieren, aber dafür keinen eigenen Raspberry Pi betreiben?

Dann ist ein filternder DNS-Dienst eine interessante und vergleichsweise einfache Möglichkeit.

Vereinfacht gesagt benötigt Dein Gerät DNS, um aus einem Namen wie beispiel.de die Adresse des zuständigen Servers zu ermitteln.

Normalerweise verwendet Dein Smartphone, Tablet oder Notebook dafür einen automatisch zugewiesenen DNS-Resolver.

Diesen kannst Du bei vielen Geräten und Routern durch einen anderen DNS-Dienst ersetzen.

Ein filternder DNS-Dienst prüft die angefragten Domains. Steht eine Domain beispielsweise auf einer Blockliste für Werbung oder Tracking, wird die Anfrage entsprechend blockiert.

Dadurch kann verhindert werden, dass Dein Gerät anschließend überhaupt eine normale Verbindung zu diesem Werbe- oder Trackingserver aufbaut.

Das ist für eine mobile Verbindung interessant:

Was gar nicht erst heruntergeladen wird, verbraucht auch kein Datenvolumen.

AdGuard DNS und NextDNS

Zwei bekannte Beispiele sind AdGuard DNS und NextDNS.

AdGuard bietet öffentliche DNS-Server an, bei denen unter anderem Werbung und Tracker gefiltert werden können.

NextDNS geht stärker in Richtung individuell konfigurierbarer DNS-Dienst. Dort können unter anderem verschiedene Filterlisten und Schutzmechanismen verwendet werden.

Daneben existieren weitere Anbieter.

Wir würden allerdings nicht einfach irgendeinen DNS-Server aus einer Liste im Internet übernehmen. Schließlich läuft anschließend ein wichtiger Teil Deiner Namensauflösung über diesen Anbieter.

DNS auf dem Endgerät ändern

Der große Vorteil dieser Lösung:

Du brauchst keine zusätzliche Hardware.

Je nach Betriebssystem kannst Du den DNS-Dienst direkt auf Deinem Smartphone, Tablet oder Notebook einrichten.

Bei modernen Geräten können dabei auch verschlüsselte DNS-Verfahren wie DNS over HTTPS (DoH) oder DNS over TLS (DoT) zum Einsatz kommen.

Damit funktioniert die Filterung unabhängig davon, ob Dein eigentlicher Internetzugang über:

  • Mobilfunk,
  • eine ausländische Prepaid-SIM,
  • einen Smartphone-Hotspot,
  • Campingplatz-WLAN
  • oder Starlink

bereitgestellt wird.

Gerade für jemanden, der nur ein oder zwei Geräte verwendet, ist das eine sehr einfache Lösung.

Noch komfortabler: DNS im Camper-Router ändern

Wenn mehrere Geräte im Wohnmobil verwendet werden, wird eine zentrale Konfiguration interessanter.

Unterstützt Dein Router die entsprechende DNS-Konfiguration, kannst Du einen filternden DNS-Dienst dort eintragen.

Dann musst Du nicht jedes Endgerät einzeln konfigurieren.

Das Prinzip lautet:

Internet → Camper-Router → Smartphones, Tablets, Notebooks und weitere Geräte

Der Router kann den Geräten über seine Netzwerkkonfiguration den gewünschten DNS-Resolver bereitstellen.

Ob das bei Deinem Router genauso funktioniert, hängt von dessen Firmware und Konfiguration ab.

Für ein dauerhaftes Camper-Netzwerk ist die zentrale Variante aber wesentlich komfortabler als fünf einzeln gepflegte Geräte.

Datenschutz bei externen DNS-Diensten

Einen Punkt solltest Du nicht vergessen:

Wenn Du einen externen DNS-Dienst verwendest, verarbeitet dieser Deine DNS-Anfragen.

Deshalb lohnt sich vor der Einrichtung ein Blick in die Datenschutzbedingungen des jeweiligen Anbieters.

Interessant sind unter anderem folgende Fragen:

  • Werden DNS-Anfragen protokolliert?
  • Wie lange werden Daten gespeichert?
  • Kann die Protokollierung deaktiviert werden?
  • Wo werden die Daten verarbeitet?
  • Wie finanziert sich der Dienst?

Ein kostenloser DNS-Server sollte nicht allein deshalb vertrauenswürdig erscheinen, weil seine IP-Adresse in irgendeinem Forum empfohlen wird.

Was ein DNS-Werbeblocker nicht kann

DNS-Blocking ist kein vollständiger Ersatz für einen Inhaltsblocker im Browser.

Der DNS-Filter entscheidet im Wesentlichen anhand der angesprochenen Domain.

Werden gewünschte Inhalte und Werbung über dieselben Domains ausgeliefert, kann der DNS-Dienst nicht einfach die gesamte Domain sperren, ohne gleichzeitig die gewünschten Inhalte zu beeinträchtigen.

Deshalb funktioniert DNS-Blocking beispielsweise bei bestimmten Formen von Videowerbung nur eingeschränkt oder gar nicht.

Für uns ist es deshalb eine erste Filterstufe im Netzwerk und kein universeller Werbeblocker.

2. Pi-hole: Der eigene DNS-Filter im Wohnmobil

Wir gehen in unserem Camper noch einen Schritt weiter und verwenden Pi-hole.

Bei uns läuft Pi-hole auf einem Raspberry Pi im Wohnmobil.

Das Grundprinzip ähnelt dem öffentlichen DNS-Werbeblocker.

Ein Gerät möchte eine Domain aufrufen und stellt eine DNS-Anfrage. Pi-hole prüft, ob diese Domain aufgrund der eingerichteten Regeln beziehungsweise Listen blockiert werden soll.

Bei einer blockierten Anfrage verhindert Pi-hole die normale DNS-Auflösung.

Dadurch können viele Verbindungen zu Werbe-, Tracking- und Telemetriediensten bereits verhindert werden, bevor die entsprechenden Inhalte übertragen werden.

Das hat für uns mehrere Vorteile:

weniger Werbung, weniger Tracking und weniger unnötiger Datenverkehr.

Und das Schöne daran:

Pi-hole arbeitet zentral.

Wir müssen nicht auf jedem einzelnen Gerät einen eigenen Werbeblocker installieren.

Smartphone, Tablet und Notebook können davon profitieren, solange sie unser entsprechend eingerichtetes Camper-Netzwerk verwenden.

Wie viel Datenvolumen spart Pi-hole?

Hier würden wir keine pauschale Zahl versprechen.

Es hängt stark davon ab, welche Webseiten, Apps und Dienste Du verwendest.

Wer hauptsächlich E-Mails schreibt, wird einen anderen Effekt feststellen als jemand, der jeden Tag zahlreiche werbefinanzierte Webseiten und Apps nutzt.

Wichtig ist außerdem:

Der Anteil blockierter DNS-Anfragen entspricht nicht der eingesparten Datenmenge.

Wenn Pi-hole beispielsweise einen bestimmten Prozentsatz der DNS-Anfragen blockiert, bedeutet das keinesfalls automatisch, dass Du denselben Prozentsatz Deines Datenvolumens sparst.

Eine blockierte Anfrage hätte vielleicht nur wenige Daten verursacht, eine andere hätte mehrere zusätzliche Inhalte nachgeladen.

Für uns steht deshalb nicht die Jagd nach einer möglichst spektakulären Prozentzahl im Vordergrund.

Wir möchten schlicht vermeiden, dass unsere begrenzte mobile Verbindung Daten für Inhalte überträgt, die wir überhaupt nicht benötigen.

Pi-hole oder öffentlicher DNS-Werbeblocker?

Für den Einstieg ist ein öffentlicher DNS-Werbeblocker einfacher.

Öffentlicher DNS-Filter:

  • keine zusätzliche Hardware,
  • schnell eingerichtet,
  • wenig Wartungsaufwand.

Pi-hole:

  • eigener DNS-Filter im Campernetz,
  • eigene Blocklisten und Regeln,
  • individuelle Ausnahmen,
  • Statistiken über DNS-Anfragen,
  • mehr Kontrolle,
  • dafür zusätzliche Hardware und Administration.

Für uns lohnt sich Pi-hole, weil wir ohnehin ein dauerhaftes Netzwerk im Wohnmobil betreiben.

Wer dagegen nur mit Smartphone und Tablet unterwegs ist, dürfte mit einem guten filternden DNS-Dienst wesentlich schneller ans Ziel kommen.

Unser Pi-hole im Wohnmobil

Wir betreiben Pi-hole auf einem Raspberry Pi (Anzeige).

Der kleine Rechner arbeitet geräuschlos und benötigt nur wenig Strom. Bei uns wird er über die EcoFlow River 2 Pro (Anzeige) versorgt.

Damit haben wir einen zentralen DNS-Filter für unser Camper-Netzwerk, ohne dafür einen großen Server betreiben zu müssen.

Die Einrichtung und unsere Erfahrungen damit haben wir in einem separaten Artikel ausführlich beschrieben:

Pi-Hole im Camper – Datenvolumen im Ausland reduzieren

Wenn Du Pi-hole selbst einsetzen möchtest, findest Du dort unsere praktische Umsetzung.

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3. Windows-WLAN als getaktete Verbindung einstellen

Dieser Tipp ist besonders wichtig, wenn Du mit einem Windows-Notebook über einen mobilen Router ins Internet gehst.

Windows weiß zunächst nicht unbedingt, dass Dein WLAN eigentlich über eine SIM-Karte läuft.

Du kannst dem Betriebssystem deshalb mitteilen:

Dieses Netzwerk hat begrenztes Datenvolumen.

Windows bezeichnet das als getaktete Verbindung.

Unter Windows 11 findest Du die entsprechende Option in den Eigenschaften der jeweiligen Netzwerkverbindung.

Danach behandelt Windows dieses Netzwerk zurückhaltender. Bestimmte Hintergrundaktivitäten, Synchronisationen und Downloads können eingeschränkt werden.

Für einen mobilen Hotspot oder Camper-Router mit begrenztem Datenvolumen ist das eine der ersten Einstellungen, die wir überprüfen würden.

4. Windows-Updates kontrollieren

Auch mit einer getakteten Verbindung solltest Du Updates im Blick behalten.

Wir würden wichtige Sicherheitsupdates nicht dauerhaft verhindern.

Das Ziel lautet nicht:

Nie wieder Updates.

Sondern:

Große Downloads möglichst dann durchführen, wenn eine geeignete Verbindung zur Verfügung steht.

Wenn wir beispielsweise auf einem Campingplatz ein schnelles und tatsächlich brauchbares WLAN haben, ist das ein guter Zeitpunkt für größere Downloads.

Dasselbe gilt, wenn gerade eine unbegrenzte Internetverbindung verfügbar ist.

Ein mehrere Gigabyte großes Update muss nicht unbedingt über eine begrenzte Roaming-SIM laufen.

5. Smartphone auf Datensparmodus stellen

Auch Smartphones besitzen entsprechende Funktionen.

Android

Android bietet einen Datensparmodus, der insbesondere den mobilen Datenverkehr von Apps im Hintergrund einschränken kann.

Für wichtige Anwendungen lassen sich Ausnahmen festlegen.

Das ist praktisch, denn ein Messenger soll beispielsweise weiterhin zuverlässig funktionieren, während andere Apps nicht ständig im Hintergrund Daten austauschen müssen.

Je nach Smartphone-Hersteller und Android-Version können Bezeichnung und Menüführung etwas unterschiedlich aussehen.

iPhone und iPad

Apple bietet mit dem Datensparmodus beziehungsweise Low Data Mode eine vergleichbare Funktion.

Dabei können unter anderem Hintergrundaktivitäten, automatische Downloads, Backups und bestimmte Synchronisationsvorgänge reduziert beziehungsweise pausiert werden.

Besonders interessant für Camper:

Der Modus lässt sich auch für einzelne WLAN-Verbindungen aktivieren.

Du kannst Dein Camper-WLAN damit als Verbindung behandeln, bei der das iPhone sparsamer mit Daten umgehen soll.

6. Vorsicht mit automatischen Foto-Backups

Das ist für Reisende besonders relevant.

Gerade im Urlaub entstehen schließlich mehr Fotos und Videos als zu Hause.

Moderne Smartphones nehmen hochauflösende Bilder und Videos auf. Entsprechend groß können die Dateien werden.

Wenn diese anschließend automatisch über Google Fotos, iCloud oder einen anderen Cloud-Dienst hochgeladen werden, kann Dein Datenvolumen schnell schrumpfen.

Wir würden deshalb überprüfen:

Wann werden Fotos synchronisiert?

Die Einstellung „nur über WLAN“ klingt zunächst perfekt.

Aber Achtung:

Das WLAN Deines Wohnmobilrouters ist technisch ein WLAN, obwohl dahinter möglicherweise eine Mobilfunk-SIM steckt.

Für das Smartphone sieht es also nach WLAN aus – für Deinen Mobilfunktarif bleibt es trotzdem mobiler Datenverkehr.

Genau diese Unterscheidung wird im Camper wichtig.

7. Cloud-Synchronisation auf dem Notebook kontrollieren

Dasselbe Problem betrifft Notebooks.

OneDrive, Dropbox, Google Drive und andere Dienste können große Dateien automatisch synchronisieren.

Wer unterwegs Fotos bearbeitet oder Videos produziert, erzeugt schnell mehrere Gigabyte neue Daten.

Bei einer begrenzten Verbindung würden wir deshalb prüfen, welche Ordner tatsächlich unterwegs synchronisiert werden müssen.

Nicht jede Datei muss sofort in die Cloud.

Manches kann warten, bis wieder eine unbegrenzte Verbindung verfügbar ist.

8. Streamingqualität reduzieren

Streaming ist einer der Bereiche, in denen Du besonders einfach viel Datenvolumen sparen kannst.

Auf einem kleinen Notebook- oder Tablet-Display brauchst Du nicht zwangsläufig dieselbe Auflösung wie auf einem großen Fernseher zu Hause.

Bei begrenztem Datenvolumen reduzieren wir deshalb lieber bewusst die Qualität.

Der Unterschied zwischen niedrigerer und maximaler Streamingqualität kann sich über mehrere Abende deutlich bemerkbar machen.

Dabei geht es nicht darum, Filme in schlechter Qualität anzusehen.

Oft reicht schon der Wechsel von maximaler Auflösung auf eine vernünftige mittlere Einstellung.

9. Filme, Musik und Podcasts vorher herunterladen

Noch besser als sparsames Streaming ist:

gar nicht mobil streamen.

Viele Streamingdienste ermöglichen die Offline-Nutzung heruntergeladener Inhalte.

Vor einer längeren Fahrt können deshalb Filme, Serien, Musik und Podcasts über eine unbegrenzte Verbindung gespeichert werden.

Das bietet einen weiteren Vorteil:

Die Inhalte funktionieren anschließend auch dort, wo überhaupt kein Mobilfunkempfang vorhanden ist.

Gerade in abgelegenen Regionen Skandinaviens ist das angenehm.

10. Offline-Karten herunterladen

Navigation gehört für uns zu den Dingen, die auch ohne Internet funktionieren müssen.

Wir laden deshalb Kartenmaterial möglichst vorher herunter.

Google Maps und verschiedene andere Navigations-Apps bieten Offline-Karten an.

Damit reduzierst Du nicht nur den Datenverbrauch.

Du bist auch nicht davon abhängig, dass ausgerechnet an der nächsten Kreuzung Mobilfunkempfang vorhanden ist.

Gerade in Nordschweden, Nordnorwegen oder Finnisch-Lappland ist das für uns wichtiger als die eigentliche Datenersparnis.

Offline-Karten sind in erster Linie eine Frage der Zuverlässigkeit – das gesparte Datenvolumen gibt es obendrauf.

11. Automatische App-Updates kontrollieren

Smartphones und Tablets können Apps automatisch aktualisieren.

Zu Hause ist das komfortabel.

Unterwegs möchten wir zumindest wissen, wann größere Downloads stattfinden.

Besonders nach längeren Phasen ohne geeignete Verbindung kann einiges zusammenkommen.

Deshalb lohnt sich ein Blick in die Einstellungen des jeweiligen App-Stores.

Wir würden Updates nicht grundsätzlich monatelang verhindern. Sie müssen aber auch nicht unbedingt über eine begrenzte Reise-SIM erfolgen.

12. Autoplay bei Videos ausschalten

Ein unterschätzter Datenverbraucher sind automatisch startende Videos.

Soziale Netzwerke, Nachrichtenseiten und andere Angebote beginnen teilweise mit der Wiedergabe, obwohl Du das Video gar nicht bewusst ansehen wolltest.

Wer viel durch entsprechende Feeds scrollt, kann dadurch mehr Daten übertragen als erwartet.

Wenn die jeweilige App eine entsprechende Einstellung anbietet, deaktivieren wir Autoplay beziehungsweise reduzieren die Videoqualität bei begrenzten Verbindungen.

13. Nicht jedes Campingplatz-WLAN ist automatisch die bessere Lösung

Große Downloads einfach über das Campingplatz-WLAN durchführen?

Theoretisch eine gute Idee.

Praktisch kennen wahrscheinlich viele Camper das Ergebnis.

Der Access Point steht irgendwo an der Rezeption, der Stellplatz weit entfernt und am Abend greifen zahlreiche Gäste gleichzeitig auf die Verbindung zu.

Campingplatz-WLAN kann hervorragend sein.

Es kann aber auch praktisch unbrauchbar sein.

Unser Teltonika RUTX11 (Anzeige) kann vorhandenes WLAN als Internetzugang verwenden.

Wenn ein Campingplatz eine gute Verbindung anbietet, können wir diese deshalb in unser eigenes Camper-Netz übernehmen.

Unsere Geräte bleiben mit unserem gewohnten WLAN verbunden, während sich lediglich der eigentliche Internetzugang ändert.

Das ist komfortabel und ermöglicht es uns, eine gute externe WLAN-Verbindung gezielt für größere Downloads zu verwenden.

14. Den Datenverbrauch direkt am Router beobachten

Ein zentraler Router hat noch einen weiteren Vorteil:

Du bekommst einen besseren Überblick über den gesamten Datenverkehr.

Wenn mehrere Geräte über denselben Router online gehen, ist der Datenverbrauch eines einzelnen Smartphones nicht mehr die ganze Wahrheit.

Der Router sieht den Datenverkehr, der über die entsprechende Verbindung läuft.

Gerade bei längeren Reisen lohnt es sich deshalb, regelmäßig zu kontrollieren, wie sich der Verbrauch entwickelt.

Wenn plötzlich an einem Tag mehrere Gigabyte verschwunden sind, solltest Du herausfinden, warum.

Oft ist irgendein automatischer Dienst der Verursacher.

15. Datenwarnungen und Limits verwenden

Eine weitere einfache Maßnahme:

Warte nicht darauf, dass Dein Datenvolumen plötzlich aufgebraucht ist.

Wenn Betriebssystem, Smartphone oder Router entsprechende Funktionen anbieten, kannst Du Warnungen beziehungsweise Limits verwenden.

Android bietet beispielsweise Funktionen für Datenwarnungen und Datenlimits.

Bei einem begrenzten Tarif ist eine Warnung deutlich vor Erreichen der Grenze sinnvoll.

Dann bleibt genügend Zeit zu reagieren.

Das ist wesentlich angenehmer, als plötzlich gedrosselt zu werden, während Du gerade eine wichtige Verbindung benötigst.

16. Mehr Datenvolumen ist manchmal die beste Optimierung

Bei all diesen Tipps sollte man realistisch bleiben.

Du kannst sehr viel Zeit damit verbringen, die letzten Megabyte einzusparen.

Wenn Du aber jeden Abend mehrere Stunden streamst und gleichzeitig beruflich große Dateien überträgst, ist möglicherweise schlicht ein größerer Datentarif die bessere Lösung.

Wir betrachten Datensparen deshalb nicht als Selbstzweck.

Wir wollen vor allem unnötigen Datenverkehr verhindern.

Daten, die wir tatsächlich für Navigation, Kommunikation, Unterhaltung oder Arbeit benötigen, dürfen natürlich übertragen werden.

Starlink verändert die Rechnung – aber nicht das Prinzip

Mit unserem Starlink Mini hat sich der Umgang mit Datenvolumen teilweise verändert.

Bei einem Unlimited-Tarif müssen wir schließlich nicht mehr jedes Gigabyte zählen.

Trotzdem bleiben viele unserer Maßnahmen sinnvoll.

Warum?

Weil wir Starlink nicht ständig verwenden.

Wenn Mobilfunk gut funktioniert, nutzen wir häufig unsere Mobilfunkverbindung. Starlink ist für uns eine zusätzliche, technisch unabhängige Internetverbindung.

Und bei einem begrenzten Starlink-Tarif spielt das übertragene Datenvolumen ohnehin wieder eine unmittelbare Rolle.

Deshalb behalten wir Pi-hole, Offline-Karten und unsere anderen Einstellungen auch mit Starlink bei.

Unsere Internet-Technik im Wohnmobil

Über die Jahre hat sich bei uns ein mehrstufiges System entwickelt.

Smartphone

Für einfache Dinge ist das Smartphone häufig alles, was wir brauchen.

Ein Hotspot ist schnell eingerichtet und benötigt keine zusätzliche Hardware.

Teltonika RUTX11

Unser fest installierter Teltonika RUTX11 (Anzeige) läuft über 12 Volt und bietet unter anderem zwei SIM-Slots.

Außerdem kann er vorhandenes WLAN als Internetquelle verwenden.

Damit haben wir im Wohnmobil ein dauerhaftes eigenes Netzwerk.

Netgear Nighthawk M7 Pro

Als mobilen Router beziehungsweise zusätzliche Lösung verwenden wir einen Netgear Nighthawk M7 Pro (Anzeige).

Das Gerät ist teuer, hat uns bislang aber nie im Stich gelassen.

Raspberry Pi mit Pi-hole

Der Raspberry Pi (Anzeige) filtert in unserem Netzwerk einen Teil unerwünschter DNS-Anfragen.

Damit reduzieren wir Werbung, Tracking und unnötigen Netzwerkverkehr.

Starlink Mini

Wenn Mobilfunk nicht ausreicht oder wir eine unabhängige zweite Verbindung benötigen, kommt unser Starlink Mini zum Einsatz.

Damit sind wir nicht ausschließlich von terrestrischen Mobilfunknetzen abhängig.

Welche Maßnahmen bringen am meisten?

Wenn Du nicht gleich Dein gesamtes Camper-Netzwerk umbauen möchtest, würden wir mit den einfachen Dingen beginnen.

Potenziell besonders großer Effekt

Streamingqualität reduzieren
Vor allem bei regelmäßigem Video-Streaming.

Cloud-Foto- und Video-Uploads kontrollieren
Besonders wichtig, wenn unterwegs viele hochauflösende Videos entstehen.

Große Systemupdates gezielt herunterladen
Ein einzelner Download kann bereits erhebliche Datenmengen verursachen.

Besonders sinnvoll bei mehreren Geräten

Camper-WLAN als getaktete Verbindung konfigurieren

Hintergrundaktivitäten reduzieren

App-Updates kontrollieren

Datenverbrauch zentral am Router beobachten

Kleine Einsparungen, die sich summieren können

DNS-Werbeblocker

Pi-hole

Autoplay deaktivieren

Werbung und Tracking reduzieren

Offline-Karten und Offline-Inhalte verwenden

Der größte Fehler wäre aus unserer Sicht, sich ausschließlich auf einen einzigen Trick zu konzentrieren.

Die Kombination macht den Unterschied.

DNS-Werbeblocker oder Pi-hole – was würden wir empfehlen?

Wer mit einem Smartphone oder wenigen Geräten reist und möglichst wenig Aufwand möchte, sollte sich zunächst einen filternden DNS-Dienst ansehen.

Dafür brauchst Du keinen Raspberry Pi und keinen zusätzlichen Stromverbraucher im Wohnmobil.

Wer dagegen ein dauerhaftes Camper-Netzwerk mit mehreren Geräten betreibt und gerne selbst die Kontrolle behält, für den wird Pi-hole interessant.

Unsere persönliche Entwicklung sah letztlich genauso aus:

Mit zunehmender Technik im Wohnmobil wurde auch unser Netzwerk professioneller.

Heute gefällt uns die zentrale Lösung über Pi-hole sehr gut.

Notwendig ist sie deshalb aber noch lange nicht.

Für viele Reisende dürfte ein sauber konfigurierter DNS-Werbeblocker bereits die wesentlich einfachere Lösung sein.

Unser Fazit: Datenvolumen sparen, ohne ständig darüber nachzudenken

Wir möchten auf Reisen nicht jeden Abend eine Tabelle öffnen und kontrollieren, wie viele Megabyte wir tagsüber verbraucht haben.

Technik soll uns das Reisen erleichtern und nicht zu einer weiteren Aufgabe werden.

Deshalb versuchen wir, das Problem möglichst grundsätzlich zu lösen.

Unsere Geräte wissen, dass bestimmte Verbindungen begrenzt sind.

Große Downloads finden möglichst über geeignete Verbindungen statt.

Filme, Karten und Musik laden wir nach Möglichkeit vorher herunter.

Cloud-Synchronisation läuft nicht völlig unkontrolliert.

Und mit unserem Pi-hole blockieren wir einen Teil der Verbindungen, die wir überhaupt nicht benötigen.

Das Ergebnis ist nicht:

Null Datenverbrauch.

Das wollen wir auch gar nicht.

Unser Ziel lautet:

Unser Datenvolumen für die Dinge verwenden, für die wir es tatsächlich brauchen.

Gerade auf längeren Reisen durch Schweden, Norwegen und Finnland hat sich dieses Prinzip für uns bewährt.

Und wenn das Mobilfunknetz irgendwann gar nicht mehr mitspielen möchte?

Dann steht bei uns immer noch der Starlink Mini im Schrank.

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Matthias

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