Pi-hole im Camper: Raspberry Pi als Werbeblocker

Stell Dir vor, Du bist mit Deinem Camper im Ausland unterwegs. Für die Planung Deiner Tour nutzt Du zahlreiche Apps und Webseiten: Du suchst nach dem nächsten Stellplatz, einer Wanderung, einer LPG-Tankstelle oder Informationen zu Deinem nächsten Reiseziel. Dabei läuft ein Teil des Datenverkehrs im Hintergrund für Werbung und Tracking.

Mit Pi-hole im Camper kannst Du einen Teil dieser unnötigen Datenübertragungen bereits im eigenen Netzwerk blockieren. Dafür läuft Pi-hole bei uns auf einem Raspberry Pi und filtert bestimmte DNS-Anfragen, bevor die entsprechenden Inhalte überhaupt geladen werden.

Das ersetzt natürlich keinen großen Datentarif. Gerade wenn Du viel streamst, Videos schaust oder große Updates herunterlädst, entsteht dort weiterhin der mit Abstand größte Datenverbrauch. Pi-hole ist für uns deshalb vor allem eine praktische Ergänzung unseres Camper-Netzwerks: weniger Werbung und Tracking, weniger unnötiger Datenverkehr und ein zentraler Filter für mehrere Geräte.

Pi-hole als Werbeblocker im Camper

Pi-hole arbeitet als netzwerkweiter DNS-Filter. Statt auf jedem Smartphone, Tablet oder Notebook einen eigenen Werbeblocker einzurichten, werden bestimmte Anfragen bereits zentral im Camper-Netzwerk gefiltert.

Das bringt uns unterwegs gleich mehrere Vorteile:

  • Weniger Werbung und Tracking: Viele bekannte Werbe- und Tracking-Domains werden bereits auf DNS-Ebene blockiert.
  • Weniger unnötiger Datenverkehr: Inhalte von blockierten Domains müssen gar nicht erst vollständig übertragen werden.
  • Zentrale Lösung: Smartphones, Tablets und Notebooks können vom Pi-hole profitieren, wenn sie über das entsprechend konfigurierte Camper-Netzwerk online gehen.
  • Raspberry Pi mit geringem Platzbedarf: Pi-hole benötigt nur wenig Rechenleistung und lässt sich deshalb gut auf einem Raspberry Pi betreiben.

ℹ️ Wie viel Datenvolumen brauchst Du unterwegs? Unser tatsächlicher Verbrauch liegt mit Streaming, YouTube und normaler Internetnutzung bei rund 300 GB im Monat. Wie sich dieser Verbrauch zusammensetzt, zeigen wir Dir in unserem Ratgeber zum Datenvolumen im Wohnmobil.

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Welche Hardware brauchst Du für Pi-hole im Camper?

Für Pi-hole brauchst Du keine besonders leistungsfähige Hardware. Im Camper sind für uns vielmehr ein geringer Stromverbrauch, kompakte Abmessungen und ein zuverlässiger Dauerbetrieb wichtig. Wir haben die Komponenten selbst getestet und setzen auf ein möglichst einfaches Setup.

Für unser Pi-hole-System verwenden wir folgende Hardware:

  • Raspberry Pi 5 mit 4 oder 8 GB RAM: Für Pi-hole allein ist diese Leistung eigentlich überdimensioniert. Auch ältere und günstigere Raspberry-Pi-Modelle reichen dafür grundsätzlich aus. Wir haben uns trotzdem für den Raspberry Pi 5 entschieden, weil wir eine aktuelle Plattform mit USB-C, WLAN und genügend Reserven für weitere Anwendungen wollten.
  • MicroSD-Karte: Pi-hole benötigt nur wenig Speicherplatz. Für ein einfaches Setup reicht bereits eine kleine Karte aus. Wir haben unterwegs trotzdem eine zweite MicroSD-Karte als Reserve dabei, falls die verwendete Karte ausfallen sollte.
  • USB-C-Stromversorgung: Der Raspberry Pi 5 kann über das offizielle 27-Watt-USB-C-Netzteil versorgt werden. Im Camper kommt alternativ eine geeignete USB-C-Stromversorgung infrage – abhängig davon, wie Dein Bordnetz aufgebaut ist.
  • Gehäuse mit Kühlung: Ein passendes Gehäuse schützt den Raspberry Pi und sorgt gleichzeitig für eine ausreichende Kühlung. Gerade bei einem dauerhaft laufenden System solltest Du auf einen geeigneten Einbauort und ausreichende Wärmeabfuhr achten.
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Pi-hole im Camper: So funktioniert der Werbeblocker

Pi-hole macht Deinen Raspberry Pi zu einem zentralen DNS-Filter für Dein Camper-Netzwerk. Ruft eines Deiner Geräte eine Domain auf, prüft Pi-hole die DNS-Anfrage. Befindet sich die Domain auf einer verwendeten Blockliste, wird die Anfrage blockiert.

Dadurch lassen sich viele Werbe-, Tracking- und Telemetrie-Domains bereits auf Netzwerkebene herausfiltern. Das funktioniert unabhängig davon, ob Du mit Smartphone, Tablet oder Notebook unterwegs bist – vorausgesetzt, das jeweilige Gerät verwendet Deinen Pi-hole als DNS-Server.

Wichtig ist aber: Pi-hole blockiert nicht automatisch jede Werbung. Werbung, die beispielsweise von derselben Domain wie der eigentliche Inhalt ausgeliefert wird, lässt sich auf DNS-Ebene nicht ohne Weiteres herausfiltern. Auch Apps und Geräte können eigene DNS-Lösungen verwenden und den lokalen DNS-Server unter Umständen umgehen.

Für uns ist Pi-hole deshalb kein vollständiger Ersatz für andere Werbe- oder Tracking-Schutzmaßnahmen, sondern ein zentraler zusätzlicher Filter im Camper-Netzwerk.

Raspberry Pi für Pi-hole vorbereiten

Bevor Du Pi-hole installierst, musst Du zunächst Deinen Raspberry Pi vorbereiten. Wir betreiben Pi-hole auf einem Raspberry Pi 5, grundsätzlich reicht dafür aber auch deutlich schwächere Hardware.

Am einfachsten installierst Du das Betriebssystem mit dem kostenlosen Raspberry Pi Imager.

1. Raspberry Pi OS installieren

Wähle im Raspberry Pi Imager Raspberry Pi OS Lite, wenn Du den Pi ausschließlich als Server ohne grafische Benutzeroberfläche betreiben möchtest.

Im Imager kannst Du bereits wichtige Einstellungen für den späteren Betrieb festlegen:

  • Hostname
  • Benutzername und Passwort
  • WLAN-Zugangsdaten, falls Du WLAN verwenden möchtest
  • Zeitzone und Tastaturlayout
  • SSH für den Fernzugriff

Anschließend schreibst Du das Betriebssystem auf die MicroSD-Karte und steckst diese in den Raspberry Pi.

2. Raspberry Pi starten

Verbinde den Raspberry Pi mit Deinem Camper-Netzwerk und anschließend mit der Stromversorgung. Für einen dauerhaft betriebenen Pi-hole bevorzugen wir nach Möglichkeit eine Ethernet-Verbindung zum Router.

Die IP-Adresse des Raspberry Pi findest Du normalerweise in der Benutzeroberfläche Deines Routers.

3. Per SSH verbinden

Von Deinem Notebook kannst Du Dich anschließend per SSH mit dem Raspberry Pi verbinden:

ssh BENUTZERNAME@IP-ADRESSE

Dabei verwendest Du den Benutzernamen und das Passwort, die Du zuvor im Raspberry Pi Imager festgelegt hast.

4. System aktualisieren

Vor der Installation von Pi-hole aktualisieren wir zunächst Raspberry Pi OS:

sudo apt update

sudo apt full-upgrade -y

Danach kannst Du den Raspberry Pi neu starten:

sudo reboot

Damit ist der Raspberry Pi für die Installation von Pi-hole vorbereitet.

Pi-hole auf dem Raspberry Pi installieren

Pi-hole stellt einen automatischen Installer zur Verfügung. Die schnelle Variante startest Du im Terminal mit:

curl -sSL https://install.pi-hole.net | bash

Der Installer führt Dich anschließend durch die Einrichtung.

Dabei legst Du unter anderem fest, über welche Netzwerkschnittstelle Dein Pi-hole erreichbar ist und welchen externen DNS-Resolver Pi-hole für nicht blockierte Anfragen verwenden soll.

Wichtig ist außerdem, dass Dein Pi-hole im Camper-Netzwerk dauerhaft unter derselben IP-Adresse erreichbar ist. Je nach Router und Netzwerkkonfiguration kannst Du dafür beispielsweise eine feste Zuordnung der IP-Adresse im Router verwenden.

Nach der Installation erreichst Du die Weboberfläche von Pi-hole über Deinen Browser. Dort kannst Du unter anderem Statistiken ansehen, Domains freigeben oder blockieren und die Konfiguration anpassen.

Das Passwort für die Weboberfläche kannst Du bei Bedarf über das Terminal ändern:

pihole setpassword

Pi-hole im Camper-Netzwerk einrichten

Nach der Installation muss Dein Smartphone oder Notebook Pi-hole auch tatsächlich als DNS-Server verwenden. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten.

Variante 1: Pi-hole zentral über den Router verwenden

Wenn Dein Camper-Router die entsprechende Konfiguration unterstützt, kannst Du die IP-Adresse Deines Pi-hole als DNS-Server an die Geräte im lokalen Netzwerk verteilen.

Das hat einen großen Vorteil: Du musst nicht jedes Smartphone, Tablet oder Notebook einzeln konfigurieren. Geräte, die ihre Netzwerkeinstellungen automatisch vom Router beziehen, können dann Pi-hole als DNS-Server verwenden.

Wie genau Du diese Einstellung vornimmst, hängt von Deinem Router ab. Bei einem mobilen Netgear-Router können die Menüs beispielsweise anders aussehen als bei einem Teltonika- oder anderen Reise-Router.

Einen öffentlichen DNS-Server wie 1.1.1.1 oder 8.8.8.8 solltest Du dabei nicht einfach als zweiten DNS-Server an die Endgeräte verteilen, wenn sämtliche normalen DNS-Anfragen über Pi-hole laufen sollen. Andernfalls können Geräte Pi-hole umgehen.

Variante 2: Pi-hole nur auf einzelnen Geräten verwenden

Wir nutzen häufig die zweite Variante, weil wir damit flexibler entscheiden können, welche Geräte Pi-hole verwenden.

Dazu stellst Du in den Netzwerkeinstellungen des jeweiligen Geräts die IP-Adresse Deines Pi-hole als DNS-Server ein.

Der genaue Weg unterscheidet sich zwischen Android, iOS, Windows, macOS und anderen Betriebssystemen. Entscheidend ist letztlich, dass das jeweilige Gerät seine normalen DNS-Anfragen an die lokale IP-Adresse des Pi-hole sendet.

Diese Variante hat für uns unterwegs einen weiteren Vorteil: Wenn wir Pi-hole einmal nicht verwenden möchten, müssen wir nicht gleich die Konfiguration des gesamten Camper-Netzwerks ändern.

Pi-hole aktualisieren und Probleme beheben

Im normalen Betrieb läuft Pi-hole weitgehend unauffällig im Hintergrund. Trotzdem solltest Du das System und die verwendeten Listen gelegentlich kontrollieren.

Einige hilfreiche Befehle sind:

Blocklisten aktualisieren:

pihole -g

Den Pi-hole aktualisieren:

pihole -up

Status prüfen:

pihole status

Passwort für die Weboberfläche ändern:

pihole setpassword

Wenn eine Webseite oder App nach der Einrichtung nicht mehr richtig funktioniert, lohnt sich ein Blick in die Pi-hole-Weboberfläche. Dort kannst Du nachvollziehen, welche Domains blockiert wurden und eine benötigte Domain gegebenenfalls freigeben.

Wir würden allerdings nicht pauschal Tracking-Domains wie Google Analytics freigeben, sondern nur dann eine Domain auf die Allowlist setzen, wenn dadurch tatsächlich eine von uns benötigte Funktion blockiert wird.

Unsere Erfahrungen mit Pi-hole im Camper

Für uns liegt der größte Vorteil von Pi-hole weniger in einer spektakulären Einsparung beim Datenvolumen als in der zentralen Kontrolle über Werbung und Tracking im Camper-Netzwerk.

Im Dashboard sehen wir, wie viele DNS-Anfragen verarbeitet und wie viele davon blockiert werden. Eine hohe Zahl blockierter Anfragen bedeutet allerdings nicht automatisch, dass entsprechend viele Megabyte oder Gigabyte eingespart wurden. Eine einzelne DNS-Anfrage ist schließlich noch keine große Datenübertragung.

Wer unterwegs wirklich viel Datenvolumen verbraucht, sollte deshalb zuerst auf Streaming, Videoqualität, Cloud-Synchronisation und größere Downloads schauen. Pi-hole ist für uns eine sinnvolle Ergänzung – aber kein Ersatz für einen ausreichend dimensionierten Datentarif.

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Fazit: Lohnt sich Pi-hole im Camper?

Wenn Du ohnehin einen Raspberry Pi im Camper betreibst oder gerne an Deinem eigenen Netzwerk tüftelst, ist Pi-hole eine interessante Erweiterung. Mit relativ wenig Hardware bekommst Du einen zentralen DNS-Filter, der viele Werbe- und Tracking-Domains für mehrere Geräte im Netzwerk blockieren kann.

Für uns ist dabei nicht allein das eingesparte Datenvolumen entscheidend. Viel interessanter ist die Kombination aus zentralem Werbe- und Trackingfilter, eigener Kontrolle und einem Raspberry Pi, den wir im Camper auch für weitere Aufgaben nutzen können.

Hinweise: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn Du über einen dieser Links etwas kaufst, erhalten wir eine Provision. Für Dich ändert sich der Preis nicht. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. In diesem Artikel werden teilweise KI-generierte Bilder zur Illustration verwendet.

Die Anzeige der Produkte wurde mit dem WordPress-Plugin „Affiliate-Toolkit“ umgesetzt.

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs auf der Suche nach mehr Freiheit und mehr Norden.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Fabrizio

    Hi Matthias, I wasn’t familiar with PiHole. Are the instructions you wrote for Mac iOS? My Netgear M1 router. I’ll definitely try installing an ad blocker.
    Ciao

    1. Matthias

      Hi Fabrizio, you need a raspberrypi for that. Than you need to connect with SSH to the raspberrypi. The Commands in the article has to be inserted at the bash-prompt of the raspberrypi. Not difficult, but a small project, if you are not familiar with this.
      Greetings!

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