ETF-Auswahl leicht gemacht: So findest Du mit justETF passende ETFs für Dein Portfolio

ETF-Auswahl leicht gemacht: So findest Du mit justETF passende ETFs für Dein Portfolio

Der ETF-Dschungel und wie Du mit dem richtigen Filter den Überblick behältst

Im letzten Trading2Travel-Beitrag haben wir uns damit beschäftigt, wie ein gut diversifiziertes Portfolio aufgebaut werden kann und welche Rolle ETFs, Einzelaktien, Rohstoffe und Bitcoin dabei spielen.

Dabei haben wir festgestellt: Ein breit gestreuter ETF kann einen hervorragenden Kern für den langfristigen Vermögensaufbau bilden.

Doch dann kommt die nächste Frage:

Welchen ETF soll ich eigentlich kaufen?

Allein bei europäischen ETFs ist die Auswahl riesig. Unterschiedliche Indizes, Anbieter, Kosten, Fondsgrößen, Ausschüttungsarten und Replikationsmethoden machen die Entscheidung nicht unbedingt einfacher.

Genau hier kommt justETF ins Spiel.

Die Plattform bietet eine umfangreiche ETF-Datenbank und einen ETF-Screener, mit dem sich die große Auswahl anhand verschiedener Kriterien systematisch eingrenzen lässt. Neben ETFs finden sich dort auch Informationen zu physisch besicherten ETCs.

Für mich ist justETF deshalb weniger ein Ort, an dem man nach dem „besten ETF“ sucht.

Es ist vielmehr ein Werkzeug, mit dem man eine eigene Vorauswahl treffen und verschiedene ETFs miteinander vergleichen kann.

Und genau so sollte man es meiner Meinung nach auch nutzen.


1. Warum ein ETF-Screener überhaupt sinnvoll ist

Nehmen wir an, Du möchtest Dein Portfolio um einen globalen Aktien-ETF ergänzen.

Eine einfache Google-Suche führt schnell zu zahlreichen Treffern:

  • MSCI World
  • MSCI ACWI
  • FTSE All-World
  • MSCI World ex USA
  • S&P 500
  • ESG-Varianten
  • Quality-Varianten
  • Minimum-Volatility-Varianten
  • ausschüttende Varianten
  • thesaurierende Varianten

Und plötzlich stehen nicht mehr zwei oder drei ETFs zur Auswahl, sondern Dutzende.

Das Problem ist dabei nicht unbedingt die große Auswahl.

Das Problem ist, dass man schnell beginnt, nach dem falschen Kriterium auszuwählen:

„Welcher ETF hat in den vergangenen fünf Jahren am meisten Rendite gemacht?“

Das kann eine interessante Information sein – sollte aber nicht das erste und wichtigste Auswahlkriterium sein.

Viel sinnvoller ist ein anderer Ansatz:

Zuerst definieren, was der ETF im eigenen Portfolio leisten soll.

Danach sucht man gezielt nach Produkten, die diese Aufgabe erfüllen.


2. Der wichtigste Schritt: Was soll der ETF überhaupt abbilden?

Bevor Du justETF öffnest, solltest Du eine Frage beantworten:

Was möchte ich mit diesem ETF erreichen?

Zum Beispiel:

„Ich möchte einen möglichst breit diversifizierten ETF für den langfristigen Vermögensaufbau.“

Dann brauchst Du keinen Themen-ETF für künstliche Intelligenz und wahrscheinlich auch keinen ETF, der nur 20 Unternehmen enthält.

Oder:

„Ich möchte mein bestehendes Portfolio um Schwellenländer ergänzen.“

Dann sieht die Suche schon wieder ganz anders aus.

Oder:

„Ich möchte gezielt europäische Unternehmen beimischen.“

Auch dafür gibt es passende Filter.

Der ETF-Screener funktioniert deshalb am besten, wenn Du nicht mit dem Produkt beginnst, sondern mit der Aufgabe des Produkts.


3. Schritt für Schritt durch den justETF-Screener

Die ETF-Suche von justETF bietet eine Vielzahl von Filtern. Dazu gehören unter anderem Anlageklasse, Region und Land, Index, Fondsgröße, Ausschüttungsart, Replikationsmethode, Anbieter, Fondsdomizil und Sparplanfähigkeit. Auch nach Börsenplätzen und verschiedenen Themen lässt sich die Auswahl eingrenzen.

Für einen langfristigen ETF-Sparplan würde ich allerdings nicht alle verfügbaren Filter gleichzeitig aktivieren.

Das macht die Suche unnötig kompliziert.

Stattdessen würde ich Schritt für Schritt vorgehen.


Filter Nummer 1: Anlageklasse

Der erste Filter ist eigentlich selbstverständlich:

Aktien

Wenn Du einen ETF für den langfristigen Vermögensaufbau suchst, möchtest Du zunächst die Aktien-ETFs von Anleihen-, Rohstoff- oder anderen Produkten trennen.

justETF ermöglicht die Auswahl verschiedener Anlageklassen. In der Datenbank werden beispielsweise Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Rohstoffe und weitere Kategorien getrennt dargestellt.

Für unseren Beispiel-Screener wählen wir deshalb:

Anlageklasse → Aktien


Filter Nummer 2: Region und Länder

Wenn der ETF den Kern Deines Portfolios bilden soll, würde ich zunächst nach einem globalen Aktien-ETF suchen.

Das kann beispielsweise über die Region oder den zugrunde liegenden Index erfolgen.

Warum?

Weil wir nicht versehentlich einen ETF auswählen möchten, der zwar hervorragend gelaufen ist, aber nur einen kleinen Ausschnitt des Aktienmarktes abbildet.

Ein globaler ETF kann beispielsweise Unternehmen aus Nordamerika, Europa, Japan, Pazifikregion und Schwellenländern enthalten – abhängig vom jeweiligen Index.

Hier lohnt sich allerdings der Blick ins Detail.

Denn:

„Welt“ bedeutet bei verschiedenen Indizes nicht automatisch dasselbe.

Ein MSCI World enthält beispielsweise entwickelte Märkte.

Ein All-World-Ansatz kann zusätzlich Schwellenländer enthalten.

Deshalb sollte man nicht allein nach dem Namen des ETFs entscheiden.


Filter Nummer 3: Fondsgröße

Die Fondsgröße ist ein weiteres Kriterium, das ich bei der Vorauswahl berücksichtigen würde.

justETF ermöglicht beispielsweise die Filterung nach Fondsgröße und zeigt entsprechende Schwellenwerte an.

Warum ist die Größe interessant?

Ein größerer ETF verfügt häufig über eine längere Historie und ein höheres verwaltetes Vermögen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass ein großer ETF besser ist.

Ein kleiner ETF kann ebenfalls hervorragend sein.

Aber bei zwei ansonsten vergleichbaren Produkten würde ich tendenziell eher den etablierten ETF bevorzugen.

Als praktische Vorauswahl kann man beispielsweise nach ETFs mit einem Fondsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro suchen.

Bei einem sehr langfristigen Anlagehorizont würde ich anschließend prüfen, ob es innerhalb der verbleibenden Auswahl auch noch deutlich größere Fonds gibt.

Wichtig:

Fondsgröße allein ist kein Qualitätsmerkmal.

Sie ist lediglich ein Filter, der helfen kann, die Auswahl einzugrenzen.


Filter Nummer 4: Kosten – TER

Jetzt kommen wir zu einem der bekanntesten ETF-Kriterien:

TER – Total Expense Ratio

Die TER gibt die laufenden Kosten des Fonds an.

Grundsätzlich gilt:

Bei ansonsten vergleichbaren ETFs können niedrigere laufende Kosten ein Vorteil sein.

Aber auch hier sollte man nicht ausschließlich auf die TER schauen.

Denn die tatsächliche Abweichung von der Indexentwicklung kann beispielsweise durch weitere Faktoren beeinflusst werden.

Deshalb ist später ein Blick auf die tatsächliche Wertentwicklung und insbesondere die Tracking Difference sinnvoll.

Ein ETF mit 0,15 Prozent TER ist nicht automatisch besser als einer mit 0,20 Prozent.

Wenn der zweite ETF seinen Index in der Praxis besser abbildet, kann die Rechnung anders aussehen.

Mein Vorgehen wäre daher:

TER als Filter verwenden – aber nicht als alleinige Kaufentscheidung.


Filter Nummer 5: Ausschüttend oder thesaurierend

Jetzt kommt eine sehr persönliche Entscheidung.

Thesaurierend

Erträge werden automatisch wieder im Fonds angelegt.

Das kann für einen langfristigen Vermögensaufbau praktisch sein.

Ausschüttend

Erträge werden an den Anleger ausgezahlt.

Das kann interessant sein, wenn man regelmäßig Erträge aus dem Depot beziehen möchte.

Für einen Anleger, der beispielsweise 20 oder 30 Jahre Vermögen aufbauen möchte und die Erträge nicht benötigt, würde ich mir zunächst die thesaurierenden Varianten ansehen.

Wer hingegen bereits vom Depot leben oder regelmäßige Ausschüttungen erhalten möchte, kann bewusst nach ausschüttenden ETFs suchen.

justETF bietet für beide Varianten entsprechende Filter.


Filter Nummer 6: Replikationsmethode

Jetzt wird es etwas technischer.

Ein ETF muss schließlich irgendwie seinen Index abbilden.

Dabei gibt es unterschiedliche Methoden, unter anderem:

  • vollständig physische Replikation
  • Sampling
  • Swap-basierte Replikation

justETF bietet hierfür entsprechende Filtermöglichkeiten.

Wer es möglichst einfach halten möchte, kann bei der ersten Vorauswahl beispielsweise auf physisch replizierende ETFs fokussieren.

Das ist aber keine pauschale Aussage, dass Swap-ETFs grundsätzlich schlechter wären.

Im Gegenteil:

Synthetische ETFs können je nach Index und Produktstruktur sehr effizient sein.

Für einen Einsteiger ist die physische Replikation allerdings oft leichter zu verstehen.

Und:

Wenn Du die Funktionsweise eines Produkts nicht verstehst, solltest Du es nicht nur wegen einer besseren historischen Rendite kaufen.


Filter Nummer 7: Alter des ETFs

Ein weiterer interessanter Filter ist das Auflagedatum beziehungsweise die Historie eines ETFs.

justETF ermöglicht unter anderem die Eingrenzung nach einem Mindestalter.

Warum ist das interessant?

Ein sehr neuer ETF hat naturgemäß noch keine lange Historie.

Ein etablierter ETF kann dagegen bereits mehrere Marktphasen durchlaufen haben.

Zum Beispiel:

  • steigende Börsen
  • Börsencrashs
  • steigende Zinsen
  • fallende Zinsen
  • Inflation
  • Rezessionen

Das macht die Vergangenheit natürlich nicht zu einer Garantie für die Zukunft.

Aber es liefert mehr Daten, anhand derer man das Produkt beurteilen kann.

Für eine erste Vorauswahl finde ich deshalb einen ETF mit mindestens drei bis fünf Jahren Historie interessant.

Bei einem Kerninvestment würde ich anschließend prüfen, ob es einen vergleichbaren ETF mit noch längerer Historie gibt.


Filter Nummer 8: Sparplanfähigkeit

Für Trading2Travel ist dieser Punkt besonders interessant.

Denn wenn Du langfristig Vermögen aufbauen möchtest, ist ein ETF-Sparplan eine sehr einfache Möglichkeit, regelmäßig zu investieren.

justETF ermöglicht die Filterung nach Sparplanfähigkeit und zeigt dabei auch Angebote verschiedener Broker an.

Dabei solltest Du aber zwei Dinge auseinanderhalten:

Ist der ETF grundsätzlich sparplanfähig?

und

Ist er bei meinem Broker kostenlos oder besonders günstig besparbar?

Das ist nicht dasselbe.

Deshalb würde ich diesen Filter erst relativ spät einsetzen.

Denn ein ETF sollte zunächst zu Deiner Anlagestrategie passen.

Erst danach würde ich prüfen, ob er bei Deinem Broker problemlos per Sparplan gekauft werden kann.


4. Mein Filter-Vorschlag für einen langfristigen Welt-ETF

Angenommen, ich möchte einen ETF für den langfristigen Vermögensaufbau finden.

Meine erste Suche würde ungefähr so aussehen:

KriteriumBeispielhafte Auswahl
AnlageklasseAktien
RegionWelt
Fondsgröße> 500 Mio. €
Fondsalter> 5 Jahre
AusschüttungThesaurierend
ReplikationPhysisch
Kostenmöglichst niedrig
SparplanJa, wenn benötigt
Anbieterzunächst offen
Indexanschließend vergleichen

Damit sollte die ursprüngliche Auswahl bereits deutlich kleiner werden.

Aber jetzt kommt der wichtigste Schritt:

Nicht einfach den ersten Treffer kaufen.


5. Jetzt beginnt die eigentliche Analyse

Der Screener ist nur die erste Stufe. Angenommen, am Ende bleiben zehn ETFs übrig. Dann würde ich mir diese Produkte genauer anschauen.

Dabei interessieren mich unter anderem:

  • Welcher Index steckt dahinter? Was kaufe ich eigentlich?
  • Wie viele Unternehmen sind enthalten? 1.500 Unternehmen sind etwas anderes als 50.
  • Wie ist die Ländergewichtung?
  • Wie viel USA steckt beispielsweise tatsächlich darin?
  • Wie ist die Branchenverteilung?
  • Ist der ETF stark auf Technologie konzentriert?
  • Wie hoch ist die TER?
  • Wie groß ist der Fonds?
  • Wie lange existiert er?
  • Wie wird der Index repliziert?
  • Wie gut wurde der Index historisch abgebildet?
  • Wie hoch waren die maximalen Rückgänge?
  • Wie volatil war der ETF?
  • Gibt es eine vergleichbare Alternative?

Und genau an dieser Stelle wird justETF besonders interessant.

Die Ergebnislisten lassen sich unter anderem nach Fondsgröße und Kosten betrachten und enthalten zahlreiche weitere Kennzahlen wie Volatilität, Maximalverlust, Rendite-Risiko-Verhältnis, Positionen, Replikation und Auflagedatum.


6. Nicht auf die höchste Rendite hereinfallen

Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte. Stell Dir vor, Du sortierst die ETF-Liste nach der höchsten Rendite der vergangenen fünf Jahre. Ganz oben stehen plötzlich einige ETFs mit außergewöhnlich guter Performance.

Die Versuchung ist groß:

„Der ist am besten gelaufen – den nehme ich.“

Aber genau hier beginnt der Denkfehler.

Vielleicht ist dieser ETF:

  • auf eine einzelne Branche konzentriert,
  • auf ein einzelnes Land fokussiert,
  • stark technologieabhängig,
  • ein Themen-ETF,
  • deutlich volatiler als der Gesamtmarkt.

Dann kann die hohe historische Rendite schlicht das Ergebnis eines bestimmten Marktzyklus sein.

Für den Kern eines langfristigen Portfolios würde ich deshalb zuerst nach Breite, Struktur, Kosten und Qualität schauen.

Die Rendite kommt erst danach.


7. Der ETF sollte zu Deinem bestehenden Portfolio passen

Und damit sind wir wieder beim Thema aus unserem letzten Artikel:

Diversifikation.

Angenommen, Du besitzt bereits einen globalen Aktien-ETF. Dann bringt Dir ein weiterer ETF auf den S&P 500 nicht unbedingt besonders viel zusätzliche Diversifikation. Vielleicht möchtest Du den US-Anteil bewusst erhöhen. Das ist völlig legitim. Aber dann solltest Du wissen:

Du diversifizierst damit nicht unbedingt – Du gewichtest einen Teil Deines bestehenden Portfolios stärker.

Dasselbe gilt für einen Nasdaq-ETF.

Oder einen Technologie-ETF.

Oder einen KI-ETF.

Solche Produkte können als Satelliten interessant sein. Aber sie sollten nicht automatisch als zusätzliche Diversifikation verstanden werden.


8. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die ETF-Bestandteile

Ein häufig unterschätztes Werkzeug ist die Analyse der enthaltenen Unternehmen. Angenommen, Dein Welt-ETF enthält bereits große US-Technologiekonzerne. Dann kaufst Du zusätzlich einen Nasdaq-100-ETF. Anschließend noch einen KI-ETF. Und danach noch einen Technologie-ETF. Du besitzt vielleicht vier ETFs. Aber möglicherweise hast Du damit dieselben großen Unternehmen mehrfach übergewichtet.

Das Depot sieht dann auf den ersten Blick sehr diversifiziert aus.

Ist es aber nicht unbedingt.

Bei justETF lassen sich die Zusammensetzung und zahlreiche Kennzahlen eines ETFs detaillierter untersuchen. Auch die Entwicklung der Anlagestruktur eines Portfolios kann analysiert werden.


9. Ein einfacher Drei-Stufen-Ansatz

Wenn ich mit justETF nach einem neuen ETF suche, würde ich deshalb ungefähr so vorgehen:

Stufe 1: Grobe Auswahl

Was soll der ETF abbilden?

  • Welt
  • Europa
  • USA
  • Emerging Markets
  • Small Caps
  • Anleihen
  • Rohstoffe
  • bestimmtes Thema

Danach die Suche entsprechend einschränken.


Stufe 2: Qualitätsfilter

Jetzt kommen Kriterien wie:

  • Fondsgröße
  • Fondsalter
  • TER
  • Replikationsmethode
  • Ausschüttungsart
  • Sparplanfähigkeit

Ziel:

Aus 100 ETFs werden vielleicht 10 bis 20 interessante Kandidaten.


Stufe 3: Detailvergleich

Jetzt schaue ich mir die verbliebenen ETFs genauer an:

  • Index
  • Anzahl der Positionen
  • Länder
  • Branchen
  • Top-Positionen
  • historische Entwicklung
  • Volatilität
  • Max Drawdown
  • Tracking Difference
  • Fondsstruktur
  • Anbieter

Jetzt sollte aus zehn Kandidaten vielleicht eine kleine Shortlist von zwei bis fünf ETFs entstehen.

Und erst dann würde ich eine konkrete Kaufentscheidung treffen.


10. Mein persönlicher Filter für den Trading2Travel-Ansatz

Wenn wir den Gedanken aus unserem letzten Beitrag weiterführen, würde ich für einen langfristigen ETF-Kern zunächst folgende Kriterien verwenden:

1. Breit diversifizierter Aktienindex

Keine unnötige Konzentration auf einzelne Länder oder Branchen.

2. Mindestens mehrere hundert Unternehmen

Je nach Index natürlich unterschiedlich.

3. Fondsgröße mindestens 500 Mio. Euro

Als pragmatische Orientierung für die Vorauswahl.

4. Mindestens drei Jahre Historie

Besser mehr, wenn ansonsten vergleichbare Produkte vorhanden sind.

5. Niedrige laufende Kosten

TER als wichtiges, aber nicht einziges Kostenkriterium. TER > 0,5% versuche ich zu vermeiden.

6. Thesaurierend

Wenn der ETF ausschließlich dem langfristigen Vermögensaufbau dienen soll.

7. Physische Replikation

Als einfach verständliche Vorauswahl.

8. Sparplanfähig

Wenn regelmäßig investiert werden soll.

9. Keine unnötige thematische Spezialisierung

Der Kern soll breit sein. Themen-ETFs schneiden in der Regel langfristig schlechter ab als breite Index-ETFs, können aber als kleine Beimischung auch Rendite-Booster sein.

10. Geringe Überschneidung mit vorhandenen ETFs

Damit die Diversifikation tatsächlich steigt.

Das Ergebnis ist dann kein „bester ETF“.

Es ist ein ETF, der zu Deiner Strategie passt.


11. Was ich bei justETF nicht machen würde

So hilfreich ein ETF-Screener ist – man kann ihn auch falsch verwenden.

Ich würde beispielsweise nicht:

❌ ausschließlich nach der höchsten Rendite sortieren

❌ nur den billigsten ETF auswählen

❌ möglichst viele ETFs kaufen

❌ ausschließlich nach der justETF-Bewertung entscheiden

❌ einen ETF kaufen, dessen Index ich nicht verstehe

❌ historische Performance mit zukünftiger Rendite gleichsetzen

❌ einen neuen ETF kaufen, nur weil er gerade im Trend liegt

❌ einen ETF zusätzlich kaufen, ohne die Überschneidung mit dem bestehenden Depot zu prüfen

Der Screener liefert Informationen.

Die Entscheidung über die Portfoliofunktion bleibt bei Dir.


12. justETF als Werkzeug – nicht als Orakel

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis. justETF kann enorm dabei helfen, die unüberschaubare ETF-Auswahl zu strukturieren.

Die Plattform bietet umfangreiche Filter, Vergleichsmöglichkeiten und Informationen zu ETFs und kann damit einen guten Ausgangspunkt für die eigene Recherche darstellen.

Aber:

Ein ETF-Screener kann Dir nicht sagen, welcher ETF für Dich persönlich der richtige ist.

Das kannst nur Du – nachdem Du weißt, welches Ziel Du mit dem Investment verfolgst.

Und genau deshalb würde ich den Prozess immer in dieser Reihenfolge durchführen:

Ziel → Portfolio → Anlageklasse → Index → ETF-Auswahl → Vergleich → Kauf

Nicht:

„Welcher ETF ist gerade auf Platz 1?“


Fazit: Mit dem richtigen Filter wird der ETF-Dschungel überschaubar

Die große Auswahl an ETFs kann auf den ersten Blick erschlagend wirken.

Mit einem guten Screener lässt sich daraus aber Schritt für Schritt eine überschaubare Auswahl machen.

Für den langfristigen Vermögensaufbau würde ich zunächst nach einem breit diversifizierten ETF suchen und anschließend Kriterien wie Fondsgröße, Kosten, Alter, Ausschüttungsart, Replikationsmethode und Sparplanfähigkeit berücksichtigen.

Danach kommt die entscheidende Detailprüfung:

Was steckt tatsächlich im ETF?

Denn genau dort zeigt sich, ob der ETF wirklich zu Deinem bestehenden Portfolio passt.

Und das führt uns zurück zu einem Grundsatz aus dem vorherigen Trading2Travel-Beitrag:

Ein gutes Portfolio besteht nicht aus möglichst vielen Produkten, sondern aus sinnvoll miteinander kombinierten Risiken.

justETF kann Dir dabei helfen, diese Produkte zu finden.

Aber das Ziel sollte nicht sein, den perfekten ETF zu finden.

Das Ziel ist, einen ETF zu finden, der seine Aufgabe in Deinem Portfolio möglichst gut erfüllt.

Und wenn Du diese Denkweise einmal verinnerlicht hast, wird die ETF-Auswahl plötzlich sehr viel einfacher.


Hinweis

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlage-, Finanz- oder Steuerberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Wertpapiere dar. Auch die genannten Filter und Schwellenwerte sind als Beispiele für eine persönliche Vorauswahl zu verstehen und stellen keine Qualitätsgarantie dar. Vor einer Anlageentscheidung sollten die aktuellen Produktunterlagen, Kosten, steuerlichen Rahmenbedingungen und die individuelle Situation geprüft werden.

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs auf der Suche nach mehr Freiheit und mehr Norden.

Schreibe einen Kommentar

Du betrachtest gerade ETF-Auswahl leicht gemacht: So findest Du mit justETF passende ETFs für Dein Portfolio