Stabbursdalen Nationalpark: Unsere Wanderung zum Stabbursfossen

Der Stabbursdalen Nationalpark gehört zu den Nationalparks in Norwegen, an denen viele auf dem Weg zum Nordkap einfach vorbeifahren. Dabei beginnt nur wenige Kilometer abseits der E6 eine wunderschöne Wanderung durch einen der außergewöhnlichsten Kiefernwälder des hohen Nordens bis zum Stabbursfossen.

Wir sind die Tour selbst gelaufen und waren vor allem von der Abwechslung überrascht: knorrige alte Kiefern, offene Fjelllandschaft, Rentiere am Weg und schließlich der Stabbursfossen als Ziel.

Unsere Tour war rund 14 Kilometer lang und dauerte etwa vier bis fünf Stunden. Technisch fanden wir die Wanderung nicht schwierig, durch die Länge solltest Du sie aber auch nicht unterschätzen.

In diesem Beitrag zeigen wir Dir unsere Wanderung zum Stabbursfossen und geben Dir alle wichtigen Informationen zu Anfahrt, Parkplatz, Strecke und Wegbeschaffenheit für Deinen Besuch im Stabbursdalen Nationalpark.

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Stabbursdalen & Stabbursfossen: Das Wichtigste

📍 Lage

Der Stabbursdalen Nationalpark liegt in Finnmark westlich der E6 bei Porsanger.

🥾 Unsere Strecke

Wir sind auf unserer Tour rund 14 Kilometer hin und zurück gelaufen.

⏱️ Unsere Gehzeit

Für die Wanderung solltest Du ungefähr 4–5 Stunden inklusive kleiner Pausen einplanen.

💪 Schwierigkeit

Technisch überwiegend einfach bis moderat, durch die Länge aber nicht ganz zu unterschätzen.

🅿️ Start

Wanderparkplatz am Ende des Lompolaveien bei Njáhkájávri.

🌲 Besonderheit

Der Nationalpark schützt unter anderem einen Teil des weltweit nördlichsten natürlichen Kiefernwaldes.

💦 Ziel

Stabbursfossen beziehungsweise der Bereich Fossekulpen am Stabburselva.

🦌 Tierwelt

Wir haben bereits auf der Anfahrt und während unserer Wanderung Rentiere gesehen.

Rentiere passieren die Straße zum Wanderparkplatz
Der Wanderparkplatz ist groß und einsam gelegen

Der Stabbursdalen Nationalpark

Der Stabbursdalen Nationalpark liegt in Finnmark und umfasst heute rund 749 Quadratkilometer. Geschützt werden hier unter anderem das Flusssystem des Stabburselva, alpine Landschaften und ein Teil des weltweit nördlichsten natürlichen Kiefernwaldes.

Genau dieser Wald war für uns eine der Überraschungen der Wanderung. So weit im Norden erwartet man eher kahle Fjelllandschaft und niedrige Birken – stattdessen läufst Du hier zwischen teilweise erstaunlich kräftigen und knorrigen Kiefern.

Später verändert sich die Landschaft deutlich. Der Wald wird lichter, das Gelände öffnet sich und die Berge rücken stärker ins Blickfeld.

Der Nationalpark ist außerdem eng mit der samischen Rentierhaltung verbunden. Dass wir während unserer Tour mehrfach Rentiere gesehen haben, war deshalb kein ungewöhnlicher Zufall – trotzdem ist es jedes Mal ein besonderes Erlebnis.

Der Stabbursfossen ist das Ziel der Wanderung

Der Stabbursfossen als Ziel unserer Wanderung

Ziel unserer Wanderung war der Stabbursfossen am Stabburselva. Nach mehreren Kilometern durch Wald und offene Landschaft hörten wir das Wasser bereits, bevor wir den Wasserfall tatsächlich sehen konnten.

Besonders schön fanden wir, dass der Stabbursfossen nicht direkt an einer Straße oder einem großen Besucherparkplatz liegt. Du musst ihn Dir tatsächlich erwandern – und genau dadurch fühlt sich das Ankommen am Wasserfall auch wie ein richtiges Ziel an.

Rund um den Wasserfall beziehungsweise Fossekulpen gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Fluss und die Landschaft zu erleben. Bei Nässe solltest Du in Wassernähe auf den Felsen entsprechend vorsichtig sein.

Anreise zum Stabbursdalen Nationalpark

Lage und Erreichbarkeit

Der Nationalpark liegt etwa 20 Kilometer nordöstlich von Lakselv westlich der Europastraße E6, der „Rennstrecke zum Nordkap“. Die Anreise ist unkompliziert und eignet sich ideal als Zwischenstopp auf einer Reise durch Nordnorwegen. Falls geöffnet, ist ein Besuch im Nationalparkzentrum vor der Wanderung empfehlenswert.

Hier findest Du:

  • Informationen zur Region und Tierwelt
  • Sanitäranlagen
  • Kartenmaterial
  • Sitzgelegenheiten

Ein kurzer Besuch lohnt sich, um sich auf die Wanderung einzustimmen und aktuelle Hinweise zu Wetter oder Wegzustand zu erhalten.

Anfahrt und Parkplatz für die Stabbursfossen-Wanderung

Der wichtigste Ausgangspunkt für Wanderungen in diesen Teil des Stabbursdalen Nationalparks liegt am Ende des Lompolaveien bei Njáhkájávri. Auch die Nationalparkverwaltung bezeichnet diesen Parkplatz als wichtigsten Zugang zum Gebiet.

Von der E6 führt der Lompolaveien in Richtung Westen ins Tal. Wir sind die Zufahrt mit unserem Wohnmobil gefahren. Die letzten Kilometer führen über eine Schotterstraße bis zum Wanderparkplatz.

Bei unserem Besuch war die Strecke problemlos fahrbar. Da sich der Zustand von Schotterstraßen aber ändern kann, würden wir daraus keine allgemeine Garantie für jedes Fahrzeug und jede Jahreszeit ableiten.

Am Parkplatz beginnt der markierte Weg in Richtung Stabbursfossen und Fossekulpen.

Wichtig: Das Stabbursnes Naturhus und Museum an der E6 ist nicht der Startpunkt dieser Wanderung. Wenn Du Dich über den Nationalpark informieren möchtest, lohnt sich dort aber ein separater Stopp.

Startpunkt der Wanderung: Wandererparkplatz Stabbursdalen Nationalpark

Die Wanderung zum Stabbursfossen beginnt am Wanderparkplatz, der von der E6 über eine gut fahrbare Schotterpiste in ca. 20 Minuten erreichbar ist. Sie zweigt etwas südlich des Nationalparkzentrums von der E6 in westlicher Richtung ab. Auf dem Weg zum Wanderparkplatz  kannst Du mit Glück bereits erste Rentierherden beobachten.

Unsere Wanderung zum Stabbursfossen im Überblick

Strecke unserer Tour: ca. 14 km hin und zurück
Dauer: ca. 4–5 Stunden
Höhenmeter: gering
Schwierigkeit: technisch überwiegend einfach bis moderat
Untergrund: Waldwege und Pfade, teilweise größere Steine und unebene Abschnitte
Markierung: Weg ab dem Parkplatz in Richtung Stabbursfossen/Fossekulpen markiert
Start: Parkplatz Njáhkájávri am Ende des Lompolaveien

Die Strecke hat keine großen Steigungen und war für uns technisch nicht schwierig. Durch die Länge von rund 14 Kilometern solltest Du aber ausreichend Zeit einplanen.

Unsere Kilometerangabe bezieht sich auf unsere tatsächlich gelaufene Tour. Je nachdem, welchen Punkt Du am Stabbursfossen beziehungsweise Fossekulpen ansteuerst und wie Du Dich vor Ort bewegst, kann Deine Strecke davon abweichen.

ℹ️ Was beim Übernachten außerhalb von Camping- und Stellplätzen erlaubt ist, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Freistehen in Norwegen mit dem Wohnmobil.

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Der Weg zum Stabbursfossen – Schritt für Schritt

1. Abschnitt: Entlang des Stabburselva

Vom Parkplatz führt der Weg zunächst durch lichten Birken- und Kiefernwald. Der Pfad ist breit, eben und gut markiert. Schon nach wenigen Minuten hörst Du das Rauschen des Stabburselva, der Dich fast die gesamte Wanderung begleitet.

Du überquerst den Fluß über eine schöne Hängebrücke und siehst in der Ferne schon die ersten Berge.

Zu Beginn der Wanderung führt der Weg über große Steine

2. Abschnitt: Durch den Kiefernwald

Der Weg führt weiter durch den charakteristischen Kiefernwald des Stabbursdalen. Die Bäume sind niedriger und knorriger als weiter südlich, was der Landschaft eine besondere Atmosphäre verleiht.

Der Weg führt immer noch über große Steine, ist aber breit und gut gehbar. Mit etwas Glück kannst Du hier Vögel beobachten oder Rentiere entdecken, die in der Umgebung grasen.

Zunächst ist der Wald noch dicht, öffnet sich aber bald für mehr Aussicht.
Der Weg ist gut gehbar und die Kiefern sind sehr imposant.
Die knorrigen Kiefern sind das Markenzeichen des Nationalparks

3. Abschnitt: Offene Landschaft mit weiten Ausblicken

Du verläßt den Kiefernwald und gehst über leicht hügeliges Gelände Richtung West-Südwest auf gut markiertem Weg bis zu einem Viehgatter. Auch hier haben wir Rentiere gesichtet, ebenso wie vereinzelte Adler.

Die Landschaft öffnet sich und gibt das herrliche Panorama frei
Das leicht hügelige Gelände ist gut gehbar und der Weg liegt klar vor einem.

4. Abschnitt: Nochmals durch lockeren Kiefernwald bis zum nächsten Viehgatter

Nach Passage des ersten Viehgatters zunächst über offenes, hügeliges Gelände, dann wieder durch lockeren Kiefernwald. Hier zwitschern viele Vögel und langsam kommt das Rauschen des Wasserfalls näher. Die Berge im Hintergrund sind eine Freude fürs Auge. Nun muss ein zweites Viehgatter leicht kletternd überquert werden – Du hast den Wasserfall fast erreicht.

Auf dem federnden Tundraboden zu wandern ist immer wieder ein Erlebnis!
Das Gelände bleibt offen und locker zum wandern.

5. Abschnitt: Annäherung an den Wasserfall

Kurz nach dem zweiten Viehgatter erreichst Du ein Lager mit Brennholz. Hier wird alles vorgehalten: Säge, Axt, Birkenholz, Bock. Und nichts davon ist verschmiert und zerstört! Klasse und Daumen hoch! Auch eine Feuerstelle ist vorbereitet und mehrere Zeltplätze im Gelände darum verteilt.

Von hier sind es nur noch 10 Minuten zum Wasserfall. Je näher Du dem Stabbursfossen kommst, desto lauter wird das Rauschen des Wassers. 

Kurz vor dem Ziel teilt sich der Pfad und führt zu mehreren Aussichtspunkten. Diese ermöglichen unterschiedliche Perspektiven auf den Wasserfall – ideal für Fotos.

Der Weg führt nun durch ein gedrungenen Birkenwäldchen
So etwas wäre in Deutschland unvorstellbar und sofort durch Vandalismus zerstört.

Der Stabbursfossen – Ankommen und Staunen

Am Aussichtspunkt angekommen, bietet sich ein beeindruckender Blick auf den Stabbursfossen. Das Wasser stürzt kraftvoll in die Tiefe und wirbelt Gischt in die Luft. Besonders an sonnigen Tagen entstehen kleine Regenbögen im Sprühnebel.

Eine Holzplattform sorgt für sicheren Stand und lädt dazu ein, innezuhalten und die Natur zu genießen. Viele Wanderer verweilen hier länger, um dem Wasser zuzuhören und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

Pause am Stabbursfossen

Beste Zeit für die Wanderung

Wir würden die Wanderung in der schnee- und eisfreien Zeit unternehmen. Wann die Strecke vollständig frei ist, kann in Finnmark von Jahr zu Jahr deutlich variieren.

Im Sommer hast Du lange Tage und entsprechend viel Zeit für die Tour. Im Spätsommer und Herbst können kühlere Temperaturen und die beginnende Herbstfärbung ihren eigenen Reiz haben.

Vor Deiner Wanderung solltest Du Wetter und Wegbedingungen aktuell prüfen. Gerade im hohen Norden können sich die Bedingungen schnell ändern.

Die knorrigen Kiefernwälder als absolutes Highlight des Parks!

Flora und Fauna im Stabbursdalen

Der Nationalpark ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere.

Typische Pflanzen

  • Kiefern und Birken
  • Moose und Flechten
  • Beerensträucher (Blaubeeren, Krähenbeeren)

Tierwelt

  • Rentiere
  • Elche
  • Füchse
  • Schneehühner
  • Greifvögel

Bitte halte ausreichend Abstand zu Wildtieren und bleibe auf den markierten Wegen.


Fotografieren am Stabbursfossen

Der Stabbursfossen ist ein Paradies für Landschaftsfotografen. Besonders empfehlenswert:

  • Weitwinkel für die Gesamtansicht
  • ND-Filter für Langzeitbelichtungen
  • Früher Morgen oder später Abend für weiches Licht

Ein Stativ kann hilfreich sein, ist aber nicht zwingend notwendig.


Praktische Tipps für Deine Wanderung

  • Festes Schuhwerk tragen
  • Mückenschutz im Sommer mitnehmen
  • Wetterfeste Kleidung einpacken
  • Ausreichend Wasser dabeihaben
  • Müll wieder mitnehmen

Was wir für die Wanderung mitnehmen würden

Für die Tour empfehlen wir feste Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung, ausreichend Wasser und Proviant. Im Sommer gehört für uns in Finnmark außerdem ein guter Mücken- und Knottschutz in den Rucksack.

ℹ️ Unsere komplette Ausrüstung für längere Wanderungen im Norden findest Du in unserem Beitrag Hiking im hohen Norden – was muss mit?

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Ist die Wanderung für Kinder geeignet?

Technisch fanden wir die Wanderung nicht besonders schwierig. Mit rund 14 Kilometern ist unsere Tour für kleinere Kinder aber trotzdem lang.

Ob sie für Deine Familie passt, hängt deshalb weniger von schwierigen Passagen als von Kondition und Wandererfahrung ab. Gerade rund um den Wasserfall und auf unebenem Gelände sollten Kinder entsprechend beaufsichtigt werden.

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Unser Fazit zum Stabbursdalen Nationalpark und Stabbursfossen

Die Wanderung zum Stabbursfossen war für uns eine der überraschend schönen Touren in Finnmark.

Dabei ist der Wasserfall nur ein Teil des Erlebnisses. Besonders gut gefallen haben uns der ungewöhnliche Kiefernwald, die offene Landschaft und die Rentiere, die wir unterwegs beobachten konnten.

Mit rund 14 Kilometern war unsere Tour lang genug, um wirklich das Gefühl zu bekommen, im Stabbursdalen unterwegs zu sein, ohne technisch besonders anspruchsvoll zu werden.

Wenn Du auf der E6 Richtung Nordkap unterwegs bist und nicht nur Kilometer machen möchtest, lohnt sich der Abstecher deshalb aus unserer Sicht sehr.

Plane ein paar Stunden mehr ein, als Du für einen normalen Zwischenstopp benötigen würdest – der Stabbursdalen Nationalpark verdient es, dass Du die E6 für eine Weile hinter Dir lässt.

ℹ️ Weitere selbst gewanderte Touren und Naturziele findest Du in unserem Bereich Norwegen Outdoor.

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Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs auf der Suche nach mehr Freiheit und mehr Norden.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Maier Rosemarie

    Eine Traumwanderung sehr professionell beschrieben!

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