Manchmal sind es nicht die großen und bekannten Sehenswürdigkeiten, die uns auf unseren Reisen durch Norwegen besonders neugierig machen. Trollholmsund am Porsangerfjord ist so ein Ort. Hier stehen bizarre helle Felssäulen in einer ansonsten offenen Landschaft und erinnern mit etwas Fantasie tatsächlich an eine Gruppe versteinerter Gestalten.
Wir haben Trollholmsund im Sommer 2026 besucht und unser Fahrzeug am Parkplatz bei 70.299075, 25.161222 abgestellt. Von dort führt eine kurze und einfache Wanderung zu den ungewöhnlichen Dolomitformationen. Wenn Du auf der E6 zwischen Lakselv und dem Nordkap unterwegs bist, lässt sich Trollholmsund deshalb hervorragend als Zwischenstopp einbauen.
Trollholmsund – Trolle aus Stein am Porsangerfjord
Trollholmsund liegt auf der westlichen Seite des Porsangerfjords in der Finnmark. Von der E6 führt eine schlaglochreiche Nebenstraße mehrere Kilometer hinaus in die offene Küstenlandschaft. Schon die Umgebung unterscheidet sich deutlich von vielen anderen Gegenden Nordnorwegens: Statt dichter Vegetation bestimmen niedriger Bewuchs, helle Felsen und der weite Fjord das Bild.
Bekannt ist Trollholmsund vor allem wegen einer Gruppe ungewöhnlicher Dolomitformationen. Einzelne Felssäulen stehen frei in der Landschaft und besitzen teilweise erstaunlich bizarre Formen. Sie werden in Norwegen als Rauken bezeichnet – stehen gebliebene Felspartien, während das weichere umgebende Gestein über lange Zeit durch Erosion abgetragen wurde.
Die norwegische geologische Behörde beschreibt Trollholmsund als geologisch bemerkenswerten Ort, dessen heutige Formen unter anderem durch Eis und Wellen herausgearbeitet wurden. Genau diese Kombination aus Geologie und Landschaft macht Trollholmsund sehenswert.
Die Sage von den versteinerten Trollen
Natürlich wäre Norwegen nicht Norwegen, wenn es zu solch ungewöhnlichen Felsen nicht auch eine Trollgeschichte gäbe. Mit den Dolomitsäulen von Trollholmsund ist eine alte samische Sage verbunden.
Der Überlieferung nach war eine Gruppe Trolle mit einer Kiste voller Gold und Silber unterwegs. Als sie die Küste erreichten, konnten sie ihren Weg nicht fortsetzen. Gleichzeitig rückte der Sonnenaufgang näher und die Trolle suchten verzweifelt nach einem Ort, an dem sie sich vor dem Tageslicht verstecken konnten.
Doch sie fanden keinen geeigneten Unterschlupf. Die Sonne ging auf – und die Trolle erstarrten zu Stein.
Wenn Du später zwischen den Felsformationen stehst, braucht es tatsächlich nicht viel Fantasie, um in einigen der Säulen versteinerte Gestalten zu erkennen. Die Sage passt damit erstaunlich gut zu der ohnehin ungewöhnlichen Landschaft.
Unser Parkplatz für die Trollholmsund-Wanderung
Wir sind im Sommer 2026 mit unserem Fahrzeug bis zum Wanderparkplatz bei
70.299075, 25.161222
gefahren. Von der E6 sind es noch einige Kilometer bis hierher. Die Zufahrt führt immer weiter hinaus Richtung Porsangerfjord, sodass Du Trollholmsund nicht direkt an der Europastraße siehst.
Vom bei unserem Besuch gut gefüllten Parkplatz beginnt der markierte Wanderweg zu den Felsformationen. Große Vorbereitungen brauchst Du für diese Tour nicht. Trollholmsund ist vielmehr eine dieser kleinen Wanderungen, die sich hervorragend in einen Reisetag integrieren lassen.
Gerade wenn Du auf dem Weg Richtung Nordkap bist oder vom Nordkap wieder nach Süden fährst, ist das praktisch: Du musst keinen kompletten Wandertag einplanen und bekommst trotzdem einen Ort zu sehen, der sich deutlich von den klassischen Aussichtspunkten entlang der E6 unterscheidet.
Unsere Wanderung nach Trollholmsund
Vom Parkplatz führt der Weg zunächst durch die offene Landschaft der Halbinsel. Die Wanderung ist beschildert, weitgehend unkompliziert und weist nur geringe Höhenunterschiede auf. Als Orientierung dienen Markierungen entlang der Strecke.
Für den üblichen Weg vom Parkplatz zu den Felsformationen und zurück werden etwa 2,4 Kilometer und nur rund 34 Höhenmeter angegeben. Damit gehört Trollholmsund zu den einfacheren Wanderungen, die wir auf unseren Reisen durch Nordnorwegen unternommen haben.
Trotz der kurzen Strecke lohnt es sich, nicht einfach möglichst schnell zum Ziel zu laufen. Rundherum öffnet sich immer wieder der Blick auf die Landschaft am Porsangerfjord. Gerade die Kombination aus weitem Himmel, karger Vegetation und hellen Felsen hat hier ihren eigenen Reiz.
Die ersten Trolle tauchen auf
Das eigentliche Ziel kündigt sich schließlich durch die immer auffälligeren Felsen an. Und dann stehen sie plötzlich vor Dir: die steinernen Trolle von Trollholmsund.
Die einzelnen Dolomitsäulen unterscheiden sich deutlich in Form und Größe. Manche wirken kompakt und massiv, andere schmal und beinahe wie Figuren. Je nachdem, von welcher Seite Du sie betrachtest, verändert sich ihr Aussehen.
Genau deshalb würden wir hier nicht nur kurz ein Foto machen und wieder umdrehen. Es lohnt sich, etwas Zeit zwischen den Formationen zu verbringen und sie aus unterschiedlichen Perspektiven anzusehen. Gleichzeitig solltest Du die empfindlichen Felsen respektieren und nicht auf die Säulen klettern oder Gestein abbrechen.
Wie sind die Felsformationen von Trollholmsund entstanden?
Hinter den Trollen steckt natürlich keine Magie, sondern eine spannende geologische Geschichte. Das Gebiet rund um Trollholmsund ist von Dolomitgestein geprägt. Dolomit besteht hauptsächlich aus dem Mineral Dolomit und kann ähnlich wie Kalkstein durch natürliche Prozesse vergleichsweise stark verändert und ausgewaschen werden.
Über sehr lange Zeit wirkten unterschiedliche Erosionsprozesse auf das Gestein ein. Eis und Wasser trugen weniger widerstandsfähige Bereiche ab, während härtere Partien stehen blieben. So entstanden die freistehenden Säulen und bizarren Formen, die Du heute in Trollholmsund sehen kannst.
Die Gesteinsformationen werden auf ein Alter von ungefähr 700 Millionen Jahren zurückgeführt. Die heutigen Formen sind allerdings wesentlich jünger: Sie entstanden erst durch die viel später einsetzende Erosion des ursprünglich zusammenhängenden Gesteins.
Eine besondere Landschaft mit kalkliebenden Pflanzen
Der Dolomit beeinflusst nicht nur das Aussehen der Felsen. Der kalkreiche Untergrund sorgt auch dafür, dass rund um Trollholmsund Pflanzen wachsen können, die auf solche Bodenverhältnisse spezialisiert sind.
Eine der Besonderheiten der Region ist die Lappland-Alpenrose (Rhododendron lapponicum). Anders als viele bekannte Rhododendren bevorzugt diese kleine arktische Art kalkhaltige Standorte. Sie bleibt sehr niedrig und kann deshalb zwischen der übrigen Vegetation leicht übersehen werden.
Trollholmsund gehört außerdem zum Kulturlandschaftsgebiet Goarahat og Sandvikhalvøya. Die Region ist nicht nur geologisch interessant, sondern besitzt auch eine lange samische Kulturgeschichte. Spuren menschlicher Besiedlung in diesem Gebiet reichen bis weit in die Zeit nach der letzten Eiszeit zurück.
Wie schwierig ist die Trollholmsund-Wanderung?
Die Wanderung würden wir als leicht einstufen. Große Steigungen gibt es nicht und die Strecke ist mit rund 2,4 Kilometern überschaubar. Wenn Du regelmäßig zu Fuß unterwegs bist, stellt der Weg normalerweise keine große Herausforderung dar.
Wie fast überall in der Finnmark solltest Du das Wetter trotzdem nicht unterschätzen. Regen kann den Untergrund nass und rutschig machen, während Wind die gefühlte Temperatur selbst im Sommer deutlich senkt. Wir würden deshalb auch bei dieser kurzen Tour feste Schuhe und eine winddichte Jacke empfehlen.
Für Familien kann Trollholmsund ebenfalls ein interessantes Ziel sein. Gerade die Geschichte von den versteinerten Trollen macht die Wanderung sicherlich spannender, als wenn am Ende lediglich eine gewöhnliche Felsformation warten würde.
Wie viel Zeit solltest Du für Trollholmsund einplanen?
Rein von der Gehzeit ist die Wanderung schnell erledigt. Vom Parkplatz werden ungefähr 15 Minuten bis zu den Felsformationen angegeben. Wenn Du direkt hin- und zurückgehst, brauchst Du deshalb nicht viel Zeit.
Wir würden Trollholmsund trotzdem nicht unter Zeitdruck besuchen. Die eigentliche Sehenswürdigkeit besteht schließlich nicht nur darin, die Felsen einmal gesehen zu haben. Du möchtest zwischen den Formationen herumlaufen, fotografieren und die Aussicht über die Landschaft genießen.
Für einen entspannten Besuch würden wir deshalb etwa ein bis zwei Stunden einplanen. Damit bleibt genügend Zeit für den Weg und einen ausgiebigen Aufenthalt bei den Trollen.
Trollholmsund als Zwischenstopp auf dem Weg zum Nordkap
Besonders interessant ist Trollholmsund aufgrund seiner Lage an einer Route, die viele Nordlandcamper ohnehin fahren. Der Abzweig liegt an der E6 nördlich von Lakselv, wenn Du entlang des Porsangerfjords Richtung Nordkap unterwegs bist.
Von Lakselv sind es auf der Straße ungefähr 35 Kilometer bis zum Abzweig in Richtung Trollholmsund. Anschließend fährst Du noch rund fünf Kilometer von der E6 zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Damit eignet sich Trollholmsund hervorragend für einen längeren Zwischenstopp während eines Fahrtages. Statt lediglich Kilometer Richtung Nordkap zu machen, kannst Du Dir für ein oder zwei Stunden die Beine vertreten und gleichzeitig eine der ungewöhnlicheren Felsformationen der Finnmark entdecken.
Trollholmsund oder Trollholmen – wie heißt der Ort eigentlich?
Bei der Recherche wirst Du sowohl auf Trollholmsund als auch gelegentlich auf Trollholmen stoßen. Für die Sehenswürdigkeit und die Wanderung ist Trollholmsund die gebräuchliche norwegische Bezeichnung. Unter diesem Namen findest Du den Ort auch in norwegischen Wander- und Geologieinformationen.
Deshalb verwenden wir in diesem Beitrag hauptsächlich Trollholmsund. Wenn Du unterwegs nach dem Ziel suchst oder die Wanderung auf einer norwegischen Karte finden möchtest, ist das ebenfalls der sinnvollere Suchbegriff.
Lohnt sich Trollholmsund?
Wenn Du ohnehin am Porsangerfjord unterwegs bist, würden wir den kleinen Abstecher auf jeden Fall einplanen. Die Wanderung ist kurz, einfach und trotzdem wartet am Ende etwas, das Du nicht an jeder Ecke Norwegens findest.
Uns hat vor allem gefallen, dass hier Landschaft, Geologie und samische Überlieferung zusammenkommen. Ohne die Sage wären die Dolomitsäulen bereits sehenswert. Mit der Geschichte der Trolle, die vom Sonnenlicht überrascht und zu Stein verwandelt wurden, bekommt der Ort aber noch einmal einen ganz eigenen Charakter.
Dazu kommt die geringe Entfernung vom Parkplatz. Trollholmsund ist deshalb kein Ziel, für das Du Deinen kompletten Reiseplan umstellen musst, sondern ein idealer Zwischenstopp auf einer Fahrt durch die Finnmark.
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Unser Fazit zur Trollholmsund-Wanderung
Unsere Wanderung nach Trollholmsund im Sommer 2026 war kurz, aber definitiv lohnenswert. Gerade auf längeren Fahrtagen mögen wir solche Ziele: Auto abstellen, Wanderschuhe anziehen und nach kurzer Zeit mitten in einer ungewöhnlichen Landschaft stehen.
Die steinernen Trolle sind dabei natürlich das Highlight. Aber auch die offene Landschaft am Porsangerfjord und die interessante Geologie machen den Abstecher sehenswert.
Wenn Deine Route entlang der E6 zwischen Lakselv und dem Nordkap führt, würden wir Trollholmsund deshalb nicht einfach links liegen lassen. Für uns ist es ein kleines, ungewöhnliches Highlight am Porsangerfjord, das sich mit sehr wenig Aufwand entdecken lässt.
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