Polarlichter in Norwegen: Wann und wo Du sie sehen kannst
Polarlichter über einer norwegischen Winterlandschaft gehören zu diesen Erlebnissen, bei denen selbst die besten Fotos nur einen Teil der tatsächlichen Stimmung wiedergeben können. Wenn sich plötzlich ein grüner Bogen über den Himmel zieht, daraus immer neue Strukturen entstehen und die Aurora schließlich über den gesamten Himmel tanzt, ist es schwer, den Blick wieder abzuwenden.
Gerade Nordnorwegen gehört zu den besten Regionen Europas, um Polarlichter zu beobachten. Trotzdem ist eine Reise in den hohen Norden keine Garantie dafür, dass Du sie auch tatsächlich zu sehen bekommst.
Die richtige Jahreszeit ist nur der Anfang. Du brauchst Dunkelheit, möglichst wenig Bewölkung, entsprechende Polarlichtaktivität und manchmal schlicht etwas Geduld.
Mit dem Camper kommt allerdings ein großer Vorteil dazu: Du bist flexibel.
Statt mehrere Nächte am gleichen Hotelstandort auf einen klaren Himmel zu hoffen, kannst Du Deine Route an das Wetter anpassen und bei schlechten Bedingungen nach einer besseren Region suchen.
In diesem Artikel zeigen wir Dir, wann und wo Du in Norwegen besonders gute Chancen auf Polarlichter hast und worauf wir bei der Suche mit dem Camper achten.
Wann kann man Polarlichter in Norwegen sehen?
Polarlichter entstehen unabhängig von Jahreszeiten. Theoretisch können sie deshalb auch im Sommer auftreten.
Das Problem ist nur: Du kannst sie dann im hohen Norden nicht sehen.
Rund um die Sommersonnenwende wird es in Nordnorwegen nachts nicht ausreichend dunkel. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne während der Mitternachtssonne zeitweise überhaupt nicht unter.
Erst wenn die Nächte gegen Ende des Sommers wieder dunkler werden, beginnt die für uns interessante Zeit.
Als grobe Orientierung kannst Du für Nordnorwegen mit einer Polarlichtsaison vom frühen Herbst bis zum beginnenden Frühjahr rechnen. Je nach Breitengrad können ausreichend dunkle Nächte bereits Ende August bzw. im September beginnen und bis Ende März oder teilweise in den April hineinreichen.
Für eine gezielt geplante Polarlichtreise würden wir uns aber nicht ausschließlich an diesen Randdaten orientieren.
Entscheidend ist, was Du neben den Polarlichtern erleben möchtest und ob Du mit dem Camper unterwegs bist.
Welcher Monat ist für Polarlichter in Norwegen am besten?
Den einen besten Monat gibt es unserer Meinung nach nicht.
Für die reine Polarlichtbeobachtung brauchst Du vor allem ausreichend Dunkelheit, einen möglichst wolkenfreien Himmel und entsprechende Aktivität. Für eine Reise kommen aber noch Temperaturen, Straßenverhältnisse, Tageslicht und Deine übrigen Aktivitäten hinzu.
Deshalb haben Herbst, tiefer Winter und das beginnende Frühjahr jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile.
Polarlichter im September und Oktober
September und Oktober sind interessant, wenn Du eine Polarlichtreise mit einem klassischen Roadtrip durch Nordnorwegen verbinden möchtest.
Die Nächte sind wieder dunkel genug, gleichzeitig hast Du tagsüber noch deutlich mehr Licht als mitten im Winter. Auch die Temperaturen sind häufig weniger extrem.
Gerade für eine Reise mit dem Camper kann das angenehm sein.
Allerdings solltest Du den Herbst im Norden nicht unterschätzen. Das Wetter kann schnell wechseln und an der Küste spielen Wind und Bewölkung eine große Rolle. Mit fortschreitendem Herbst können außerdem Schnee und Eis zunehmend zum Thema werden.
Für uns ist diese Zeit besonders interessant, wenn Fotografie, Roadtrip und Polarlichtbeobachtung miteinander kombiniert werden sollen.
Polarlichter im November, Dezember und Januar
Im tiefen Winter werden die Tage in Nordnorwegen extrem kurz.
In einem Teil der Region steigt die Sonne während der Polarnacht für einige Zeit überhaupt nicht über den Horizont. Das bedeutet allerdings nicht, dass es rund um die Uhr stockdunkel ist. Rund um die Mittagszeit gibt es je nach Standort noch mehrere Stunden Dämmerlicht und teilweise fantastische Lichtstimmungen.
Für Polarlichtbeobachtungen stehen Dir dafür sehr lange dunkle Zeiträume zur Verfügung.
Mit dem Camper ist diese Jahreszeit allerdings deutlich anspruchsvoller.
Schnee, vereiste Straßen, starker Wind und niedrige Temperaturen gehören dann zur Reise dazu. Wer im Dezember mit dem Wohnmobil durch Nordnorwegen fährt, sollte deshalb nicht nur seine Kamera, sondern vor allem sein Fahrzeug auf echte Winterbedingungen vorbereitet haben.
Polarlichter im Februar und März
Februar und März sind für uns ein besonders interessanter Kompromiss.
Die Nächte sind in Nordnorwegen noch dunkel genug für Polarlichtbeobachtungen, gleichzeitig kehrt tagsüber immer mehr Licht zurück.
Dadurch kannst Du die Reise leichter mit anderen Aktivitäten kombinieren und bekommst wieder längere Zeitfenster für Landschaftsfotografie, Wanderungen oder einfach die Weiterfahrt mit dem Camper.
Winterliche Straßenverhältnisse musst Du natürlich weiterhin einkalkulieren.
Wer eine echte Winterreise erleben möchte, aber nicht fast den gesamten Tag in Dämmerung und Dunkelheit verbringen will, sollte sich diesen Zeitraum deshalb genauer ansehen.
Planst Du eine Reise nach Skandinavien?
Von Anreise, Maut und Fähren bis zu Freistehen, Internet und Gesundheit: Wir haben die wichtigsten Punkte aus unseren Reisen nach Norwegen, Schweden und Finnland für Dich zusammengestellt.
Wo kann man in Norwegen Polarlichter sehen?
Grundsätzlich können Polarlichter bei entsprechend starker geomagnetischer Aktivität auch weit im Süden Norwegens sichtbar werden.
Wenn Du allerdings gezielt wegen der Polarlichter nach Norwegen reist, würden wir uns darauf nicht verlassen.
Deutlich bessere und regelmäßigere Chancen hast Du in Nordnorwegen. Große Teile der Region liegen günstig zum sogenannten Polarlichtoval – dem Bereich rund um die magnetische Polarregion, in dem Polarlichter besonders häufig auftreten.
Das bedeutet gleichzeitig:
Du musst nicht zwangsläufig zum nördlichsten erreichbaren Punkt Norwegens fahren.
Auch auf den Lofoten oder rund um Tromsø können hervorragende Polarlichter auftreten. Entscheidend ist vielmehr die Kombination aus Standort, Aktivität, Dunkelheit und Wetter.
Polarlichter auf den Lofoten
Die Lofoten gehören für uns zu den landschaftlich interessantesten Regionen für Polarlichtfotografie.
Der Grund ist nicht unbedingt, dass dort mehr Polarlichter auftreten als einige hundert Kilometer weiter nördlich.
Es ist vielmehr die Kulisse.
Steile Berge, Fjorde, Strände und kleine Fischerdörfer bieten fantastische Möglichkeiten, die Aurora nicht einfach nur als grünen Himmel zu fotografieren, sondern zusammen mit der Landschaft in Szene zu setzen.
Dazu kommen zahlreiche Stellen mit freiem Blick über das Meer.
Gerade auf den Lofoten zeigt sich aber auch das vielleicht größte Problem einer Polarlichtreise an die norwegische Küste: Wolken.
Die Wetterlage kann sich schnell verändern. Ein hoher Kp-Wert hilft Dir wenig, wenn eine geschlossene Wolkendecke über den Inseln liegt.
Deshalb schauen wir bei der Planung einer Polarlichtnacht hier mindestens genauso intensiv auf die Bewölkung wie auf die eigentliche Aurora-Vorhersage.
Mit dem Camper hast Du dabei einen großen Vorteil. Wenn die Bedingungen an Deinem Standort schlecht sind, kannst Du versuchen, eine Region mit größeren Wolkenlücken zu erreichen.
Allerdings solltest Du gerade im Winter nicht jeden abgelegenen Parkplatz als möglichen Fotospot betrachten. Schnee, Eis und nicht geräumte Zufahrten können aus einem vermeintlich perfekten Platz schnell eine schlechte Idee machen.
Wenn Du die Inselgruppe mit dem Wohnmobil oder Camper bereisen möchtest, findest Du in unserem Ratgeber Lofoten mit dem Camper ausführliche Informationen zu Route, Camping- und Stellplätzen und unseren Erfahrungen vor Ort.
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Polarlichter rund um Tromsø
Tromsø liegt deutlich nördlich des Polarkreises und mitten in einer für Polarlichter sehr interessanten Region.
Der große Vorteil ist die Kombination aus guter Erreichbarkeit, touristischer Infrastruktur und zahlreichen Möglichkeiten, die Stadt für die Beobachtung zu verlassen.
Denn mitten im hell erleuchteten Zentrum würden wir nicht auf Polarlichtjagd gehen.
Interessanter sind dunklere Standorte außerhalb der Stadt. Durch die Fjorde und Berge kann sich das Wetter regional unterscheiden. Genau deshalb fahren auch organisierte Polarlichttouren teilweise größere Strecken, um klaren Himmel zu finden.
Für Camper gilt das gleiche Prinzip:
Nicht der berühmteste Fotospot ist automatisch der beste Platz für die Nacht. Ein unspektakulärer Parkplatz unter klarem Himmel kann wesentlich besser sein als eine spektakuläre Kulisse unter Wolken.
Alta und Finnmark
Noch weiter im Norden liegen Alta und die Finnmark.
Hier befindest Du Dich über lange Zeiträume der dunklen Jahreszeit in einer geografisch sehr günstigen Region für Polarlichtbeobachtungen.
Im Vergleich zur Küste rund um die Lofoten können sich Wetter und Temperaturen allerdings deutlich unterscheiden. Gerade weiter im Landesinneren musst Du im Winter mit sehr niedrigen Temperaturen rechnen.
Das macht eine Reise nicht schlechter – aber die Anforderungen an Fahrzeug, Kleidung und Ausrüstung steigen.
Wer mehrere Tage in der Region verbringt, verbessert gleichzeitig seine Chancen erheblich. Denn auch im hohen Norden kann Dir eine mehrtägige Schlechtwetterlage sämtliche Polarlichter verstecken.
Polarlichter am Nordkap
Das Nordkap klingt zunächst nach dem logischen Ziel für eine Polarlichtreise: möglichst weit nach Norden fahren und damit automatisch die besten Chancen bekommen.
Ganz so einfach ist es nicht.
Für Polarlichter musst Du nicht bis zum Nordkap fahren. Große Teile Nordnorwegens liegen bereits sehr günstig zum Polarlichtoval.
Eine Fahrt zum Nordkap kann im Winter trotzdem ein außergewöhnliches Erlebnis sein. Sie sollte aber nicht mit der Erwartung verbunden werden, dass Du dort zwangsläufig mehr oder bessere Polarlichter siehst als beispielsweise auf den Lofoten oder rund um Tromsø.
Im Winter kommt außerdem die Erreichbarkeit hinzu. Wetter, Schnee, Wind und Straßenbedingungen bestimmen dann wesentlich stärker Deine Reiseplanung als im Sommer.
Für uns wäre das Nordkap deshalb ein Reiseziel, an dem wir gerne Polarlichter erleben würden – aber kein Ort, den wir ausschließlich wegen vermeintlich besserer Polarlichtchancen anfahren würden.
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Muss man für Polarlichter nördlich des Polarkreises sein?
Nein.
Bei stärkerer geomagnetischer Aktivität können Polarlichter auch deutlich südlich des Polarkreises auftreten. Unter außergewöhnlichen Bedingungen sind sie sogar in Deutschland sichtbar.
Das bedeutet aber nicht, dass Süd- und Nordnorwegen für eine gezielte Polarlichtreise gleichwertig sind.
Je weiter Du Dich in eine für das Polarlichtoval günstige Region bewegst, desto weniger bist Du darauf angewiesen, dass besonders starke geomagnetische Bedingungen herrschen.
Genau deshalb ist Nordnorwegen für eine geplante Polarlichtreise so interessant.
Du brauchst dort nicht zwangsläufig einen spektakulär hohen Kp-Index, damit sich der Blick nach draußen lohnt.
Wie hoch muss der Kp-Index in Norwegen sein?
Eine feste Antwort wie „Für Tromsø brauchst Du Kp 2 und für die Lofoten Kp 3“ halten wir für wenig sinnvoll.
Der Kp-Index beschreibt die globale geomagnetische Aktivität. Er sagt Dir nicht zuverlässig voraus, ob in dieser Nacht genau über Deinem Camper Polarlichter sichtbar sein werden.
Gerade in Nordnorwegen kann bereits bei relativ niedrigen Kp-Werten eine interessante Aurora auftreten.
Deshalb betrachten wir den Kp-Index nur als einen Teil der Vorhersage.
Wenn Du genauer wissen möchtest, wie die Skala funktioniert und warum wir keine festen Kp-Werte für einzelne Städte verwenden, findest Du alle Details in unserem Ratgeber Kp-Index für Polarlichter: Bedeutung & richtige Werte.
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Wie finden wir heraus, ob heute Polarlichter zu sehen sind?
Auf Reisen interessiert uns weniger, ob der kommende Monat statistisch gut für Polarlichter ist.
Wir wollen wissen:
Lohnt es sich heute Abend, die Kamera aufzubauen?
Dafür schauen wir uns mehrere Dinge an.
Zuerst prüfen wir die Bewölkung. Ist der Himmel voraussichtlich komplett bedeckt, bringt uns selbst starke Polarlichtaktivität an diesem Standort wenig.
Danach betrachten wir die aktuelle Polarlichtaktivität und das Polarlichtoval. Zusätzlich können Sonnenwinddaten und die Entwicklung des interplanetaren Magnetfelds Hinweise darauf geben, wie interessant die kommenden Stunden werden könnten.
Der Kp-Index gehört ebenfalls dazu, ist für uns aber nicht die einzige Entscheidungsgrundlage.
Und irgendwann kommt der wichtigste Schritt:
Handy weg und nach draußen schauen.
Keine App kann Dir besser zeigen, was gerade über Deinem Kopf passiert.
Unseren kompletten Ablauf und die wichtigsten Werte erklären wir in unserem Ratgeber Polarlicht-Vorhersage: So findest Du heraus, wann Du Polarlichter sehen kannst.
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Polarlichter mit dem Camper in Norwegen
Mit dem Camper hast Du bei der Polarlichtsuche einen Vorteil, den eine feste Unterkunft nicht bieten kann:
Du kannst Deinen Standort verändern.
Das bedeutet allerdings nicht, dass wir für jede Wolkenlücke nachts 200 Kilometer über verschneite Straßen fahren würden.
Vielmehr können wir bereits bei der Tagesplanung berücksichtigen, wo am Abend die besseren Bedingungen erwartet werden.
Zeigt die Wettervorhersage beispielsweise an der Küste eine geschlossene Wolkendecke, während weiter im Landesinneren größere klare Bereiche erwartet werden, kann das unsere Route für diesen Tag beeinflussen.
Genau diese Flexibilität macht eine Polarlichtreise mit dem Camper so interessant.
Du musst nicht jeden Morgen wissen, wo Du am Abend übernachtest.
Im Winter hat diese Freiheit allerdings Grenzen.
Winterreifen und Straßenverhältnisse ernst nehmen
Nordnorwegen im Winter ist keine normale Wohnmobilreise mit etwas Schnee am Straßenrand.
Straßen können verschneit oder vereist sein und das Wetter kann sich schnell verändern. Gerade Wind kann in Verbindung mit Schnee problematisch werden.
Deine Bereifung muss deshalb nicht nur gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen, sondern tatsächlich zu den Bedingungen passen.
In Nordland, Troms und Finnmark gelten für die Winterperiode besondere zeitliche Vorgaben für die Mindestprofiltiefe. Außerdem bleibt der Fahrer unabhängig vom Kalender dafür verantwortlich, dass das Fahrzeug ausreichend Haftung besitzt.
Für schwerere Wohnmobile gelten teilweise zusätzliche Anforderungen.
Wenn Du eine Winterreise planst, solltest Du deshalb die aktuellen norwegischen Vorschriften vor der Abfahrt noch einmal prüfen und Dich nicht auf Informationen aus älteren Reiseberichten verlassen.
Nicht jedem vermeintlichen Polarlichtspot hinterherfahren
Google Maps und Stellplatz-Apps zeigen Dir unzählige kleine Straßen, Parkplätze und Buchten.
Im Sommer kann ein solcher Platz problemlos erreichbar sein.
Im Winter möglicherweise nicht.
Eine ungeräumte Zufahrt, eine vereiste Steigung oder eine kleine Parkbucht mit tiefem Schnee kann mit einem schweren Wohnmobil schnell zum Problem werden.
Für eine Polarlichtnacht ist uns deshalb ein sicher erreichbarer, geräumter Platz lieber als der theoretisch perfekte Fotospot am Ende einer fragwürdigen Nebenstraße.
Den richtigen Standort für eine Polarlichtnacht finden
Unser idealer Platz muss gar nicht spektakulär sein.
Wichtiger sind einige praktische Voraussetzungen.
Der Himmel sollte möglichst wenig durch künstliches Licht aufgehellt werden. Gleichzeitig möchten wir freie Sicht in möglichst viele Richtungen haben.
Direkt unter einer Straßenlaterne zu stehen ist entsprechend ungünstig.
Für die Fotografie kommt ein weiterer Punkt hinzu: der Vordergrund.
Ein Foto wird für uns wesentlich interessanter, wenn neben dem Polarlicht auch etwas von der Landschaft zu sehen ist.
Auf den Lofoten können das beispielsweise Berge, ein Strand oder ein Fjord sein. An einem anderen Standort kann unser Camper selbst zum Motiv werden.
Dabei sollte die Suche nach dem perfekten Bild aber nie wichtiger werden als die Sicherheit.
Wenn der schönste Vordergrund nur über eine vereiste Böschung oder einen nicht geräumten Weg erreichbar ist, suchen wir uns lieber eine andere Perspektive.
Muss man immer nach Norden schauen?
Nein.
Der häufige Tipp, bei der Polarlichtsuche grundsätzlich nur nach Norden zu schauen, ist zu pauschal.
Wenn Du weiter südlich vom Polarlichtoval stehst, kann die Aurora zunächst tatsächlich am nördlichen Horizont auftauchen.
In Nordnorwegen kann die Situation ganz anders aussehen.
Befindest Du Dich günstig zum Polarlichtoval, können Polarlichter direkt über Dir stehen oder sich über große Teile des Himmels ziehen. Bei entsprechender Aktivität können Strukturen in nahezu jeder Himmelsrichtung sichtbar sein.
Wir würden deshalb nicht eine Stunde lang ausschließlich den Nordhorizont beobachten.
Schau regelmäßig über den gesamten Himmel.
Kann man Polarlichter mit bloßem Auge sehen?
Ja – aber sie sehen nicht immer so aus wie auf Fotos.
Eine Kamera kann bei schwacher Aurora durch längere Belichtung deutlich mehr Farbe erfassen als unser Auge. Was auf dem Kameradisplay bereits kräftig grün erscheint, kann am Himmel zunächst eher wie eine helle oder leicht grünliche Struktur wirken.
Bei einer starken Aurora sieht das völlig anders aus.
Dann können Farbe, Bewegung und Strukturen auch mit bloßem Auge eindrucksvoll sichtbar sein. Besonders faszinierend wird es, wenn sich die Polarlichter schnell verändern und innerhalb weniger Sekunden neue Formen entstehen.
Wenn wir uns nicht sicher sind, ob eine schwache Struktur am Himmel eine Wolke oder bereits Polarlicht ist, machen wir deshalb manchmal einfach ein Testfoto.
Die Kamera liefert häufig sehr schnell die Antwort.
Polarlichter in Norwegen fotografieren
Norwegen bietet für die Polarlichtfotografie einen riesigen Vorteil:
Die Landschaft liefert den Vordergrund gleich mit.
Ein grüner Himmel allein ist beeindruckend. Richtig spannend werden die Bilder für uns aber erst, wenn Berge, Wasser, Strand oder der Camper Teil der Aufnahme werden.
Bei den Kameraeinstellungen gibt es keine Einstellung, die für jede Aurora funktioniert.
Schwache, relativ statische Polarlichter erlauben längere Belichtungszeiten. Bewegt sich eine starke Aurora dagegen schnell, versuchen wir deutlich kürzer zu belichten, damit die feinen Strukturen nicht zu einer grünen Fläche verschwimmen.
Auch moderne Smartphones sind mittlerweile erstaunlich leistungsfähig.
Wir haben deshalb Systemkamera, iPhone, GoPro und Insta360 bei der Polarlichtaufnahme miteinander verglichen.
Unsere konkreten Startwerte und Erfahrungen findest Du im Ratgeber Polarlichter fotografieren: DSLR, Handy, GoPro & Insta360 im Vergleich.
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Unsere Tipps für Deine Polarlichtreise nach Norwegen
Wenn Polarlichter ein wichtiges Ziel Deiner Norwegenreise sind, würden wir nicht nur eine einzige Nacht dafür einplanen.
Du kannst hervorragende geomagnetische Bedingungen erwischen und trotzdem nichts sehen, weil es regnet oder schneit.
Mit mehreren Nächten verteilst Du dieses Wetterrisiko.
Außerdem würden wir unsere Route nicht ausschließlich um möglichst hohe Kp-Werte herum planen. Gerade in Nordnorwegen lohnt sich auch bei niedrigerer Aktivität der Blick nach draußen.
Mindestens genauso wichtig ist für uns die Bewölkung.
Mit dem Camper nutzen wir unsere Flexibilität und berücksichtigen bereits tagsüber, wo am Abend klarere Bedingungen möglich sind. Dabei fahren wir aber nicht blind jeder kurzfristigen Vorhersage hinterher.
Und schließlich solltest Du nicht vergessen, warum Du überhaupt dort bist.
Wenn die Aurora beginnt, verbringen wir nicht die komplette Zeit damit, Kameraeinstellungen zu verändern und auf das Display zu schauen.
Manchmal bleibt die Kamera einfach ein paar Minuten stehen.
Denn das beste Polarlichtfoto ersetzt nicht den Moment, in dem Du selbst unter diesem Himmel stehst.
Fazit: Lohnt sich Norwegen für eine Polarlichtreise?
Wenn Du Polarlichter erleben möchtest, gehört Nordnorwegen für uns zu den spannendsten Reisezielen überhaupt.
Nicht nur wegen der guten geografischen Voraussetzungen.
Es ist die Kombination, die den besonderen Reiz ausmacht: dunkle Nächte, Berge, Fjorde, Strände und die Möglichkeit, mit dem Camper flexibel auf Wetter und Bedingungen zu reagieren.
Dabei musst Du weder zwangsläufig bis zum Nordkap fahren noch auf einen extrem hohen Kp-Index warten.
Viel wichtiger ist, dass Du Dir genügend Zeit gibst, das Wetter im Blick behältst und in einer Region unterwegs bist, in der regelmäßig Polarlichter auftreten können.
Wenn Du Deine Reise noch planst, starte am besten mit unserem Überblick Polarlichter in Skandinavien. Dort findest Du auch unsere weiteren Ratgeber zu Vorhersage, Kp-Index und Polarlichtfotografie.
Und wenn Du bereits irgendwo in Nordnorwegen mit dem Camper stehst?
Dann prüfe die Wolken, schau auf die Vorhersage – und vergiss nicht, zwischendurch einfach die Tür aufzumachen und nach oben zu schauen.






