Wer mit dem Wohnmobil länger durch Norwegen, Schweden oder Finnland reist, sollte sich vorab Gedanken über die Gasversorgung machen. Denn während eine deutsche Gasflasche zuhause problemlos getauscht wird, funktionieren die Systeme in Skandinavien teilweise anders.
Noch wichtiger ist die Frage, welches Gassystem Du überhaupt im Wohnmobil nutzt.
Eine klassische deutsche 5- oder 11-kg-Gasflasche wird anders versorgt als eine wiederbefüllbare LPG-Tankflasche. Und ein fest eingebauter Gastank funktioniert wiederum wie ein richtiges Tanksystem mit Außenbetankung.
Dazu kommen unterschiedliche Flaschenanschlüsse und verschiedene LPG-Füllkupplungen.
Die gute Nachricht: Mit etwas Vorbereitung ist die Gasversorgung auch auf längeren Reisen durch Norwegen, Schweden und Finnland gut machbar.
Stand: September 2026
Gasversorgung in Skandinavien: Das Wichtigste auf einen Blick
Deutsche Gasflaschen lassen sich in Skandinavien normalerweise nicht einfach tauschen. Spezialisierte Füllstationen können je nach Flasche und Anschluss eine Befüllung ermöglichen.
Eine echte Tankflasche besitzt ein dafür vorgesehenes Füllsystem und einen automatischen Füllstopp. Sie ist nicht mit einer normalen Camping-Gasflasche gleichzusetzen.
Fest eingebaute LPG-Tanks werden über einen Außenfüllanschluss betankt. Das ist besonders auf langen Reisen und beim Wintercamping komfortabel.
Für Flaschen und LPG-Tanks werden unterschiedliche Adapter benötigt. Bei LPG-Füllanschlüssen begegnen Dir unter anderem DISH, ACME, Bajonett und Euronozzle.
Propan eignet sich deutlich besser für niedrige Temperaturen als Butan und ist deshalb für Reisen durch Skandinavien die sinnvollere Wahl.
Lose Gasflaschen dürfen nicht einfach selbst an einer Autogas-Zapfsäule befüllt werden. Dafür solltest Du spezialisierte Flaschenfüllstationen nutzen.
In Schweden gibt es spezialisierte Gasfüllstationen, die auch für Camper interessant sind. Ob eine deutsche Flasche befüllt werden kann, solltest Du vorab prüfen.
Aktuell gibt es nur eine bekannte LPG-Füllstation für Wohnmobile in ganz Finnland. Sie liegt in Lohja westlich von Helsinki. Mit Gastank solltest Du Deine Reichweite deshalb entsprechend planen.
Drei Gassysteme, die Du unterscheiden solltest
Bevor wir uns die einzelnen Länder ansehen, lohnt sich eine klare Trennung.
Klassische Gasflasche
Das ist die typische deutsche graue 5- oder 11-kg-Flasche oder beispielsweise eine entsprechende Aluminiumflasche.
Sie wird normalerweise:
- getauscht oder
- an einer dafür zugelassenen Füllanlage durch Fachpersonal befüllt.
Eine solche Flasche ist keine LPG-Tankflasche und sollte nicht einfach an einer Autogas-Zapfsäule selbst gefüllt werden.
Wiederbefüllbare LPG-Tankflasche
Eine LPG-Tankflasche sieht äußerlich teilweise wie eine normale Gasflasche aus, ist aber technisch als wiederbefüllbares System konstruiert.
Solche Systeme besitzen typischerweise:
- einen getrennten Füllanschluss
- einen automatischen Füllstopp
- dafür vorgesehene Armaturen
- häufig einen Außenfüllanschluss am Fahrzeug
Sie werden ähnlich wie ein Gastank an einer geeigneten LPG-Füllstation betankt.
Fest eingebauter Gastank
Ein fest eingebauter LPG-Tank befindet sich beispielsweise unter dem Fahrzeug oder fest im Aufbau.
Er wird über einen fest installierten Außenfüllanschluss betankt und bietet meist ein deutlich größeres Volumen als eine einzelne Gasflasche.
Für Langzeitreisen oder Winterreisen kann so ein System besonders praktisch sein.
Warum deutsche Gasflaschen in Skandinavien nicht einfach getauscht werden können
Das deutsche Gasflaschensystem ist kein europaweit einheitliches Tauschsystem.
Eine deutsche Eigentums- oder Tauschflasche kannst Du deshalb in Norwegen, Schweden oder Finnland normalerweise nicht einfach gegen eine dortige volle Flasche tauschen.
Die skandinavischen Länder verwenden eigene Flaschenformen, Anbieter und vor allem teilweise andere Ventilanschlüsse.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Deine deutsche Flasche unterwegs wertlos wird.
In Norwegen und Schweden gibt es spezialisierte Füllbetriebe, die auch unterschiedliche Flaschentypen befüllen können. Ob Deine konkrete deutsche Flasche angenommen wird, solltest Du trotzdem vorher beim jeweiligen Anbieter klären.
Neben dem Ventil spielen nämlich auch:
- gültige Prüfkennzeichnung
- Zustand der Flasche
- zulässige Flaschenart
- vorhandene Fülladapter
eine Rolle.
Gasflaschen in Norwegen
Norwegen ist für Camper vergleichsweise interessant, weil es spezialisierte Propan-Füllstellen gibt.
Eine klassische lose Gasflasche darf dort allerdings nicht einfach selbst an einer LPG-Zapfsäule befüllt werden.
Das Befüllen von Propanflaschen darf nur an Anlagen erfolgen, die dafür vorgesehen sind. Die Flasche wird vor dem Füllen unter anderem auf Beschädigungen, Ventilzustand und gültige Prüfung kontrolliert.
Einzelne spezialisierte Betriebe verfügen über Anschlüsse für zahlreiche internationale Flaschenarten.
So gibt es norwegische Füllbetriebe, die neben norwegischen Click-on- und POL-Anschlüssen ausdrücklich auch den deutschen DIN-Anschluss verarbeiten können.
Norwegische Gasflasche am deutschen Wohnmobil
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, für einen längeren Aufenthalt eine norwegische Gasflasche zu kaufen beziehungsweise zu nutzen.
Dann brauchst Du allerdings einen passenden Anschluss an Dein deutsches Gassystem.
Norwegische Flaschen können unterschiedliche Ventile besitzen. Deshalb würden wir keinen einzelnen Adapter pauschal als „Norwegen-Adapter“ bezeichnen.
Wenn Du diese Lösung planst, solltest Du den verwendeten Flaschentyp vorher kennen und einen dazu passenden Hochdruckanschluss beziehungsweise Adapter verwenden.
Weitere praktische Informationen für Deine Reise findest Du in unseren Tipps für Norwegen mit Wohnmobil und Wohnwagen.
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Gasflaschen in Schweden
Schweden besitzt ein gut entwickeltes Netz spezialisierter Gasbetriebe.
Besonders interessant für Camper sind Anbieter, bei denen Gasflaschen nicht nur getauscht, sondern nach Gewicht wieder aufgefüllt werden.
Beim Befüllen wird die Flasche kontrolliert und gewogen. Anschließend wird lediglich die fehlende Gasmenge ergänzt.
Gasolfyllarna betreibt beispielsweise mehrere Füllstationen in Schweden und befüllt dort Gasflaschen nach diesem Prinzip.
Auch hier gilt:
Nicht jede Verkaufsstelle für Gasflaschen ist automatisch eine Füllstation für ausländische Flaschen.
Wer mit einer deutschen Gasflasche reist, sollte deshalb gezielt nach einer echten Füllstation suchen und vorher nachfragen, ob der deutsche Anschluss unterstützt wird.
Schwedische Flaschen haben andere Anschlüsse
Schwedische Gasflaschen sind häufig mit POL-Anschlüssen oder anderen skandinavischen Ventilsystemenausgestattet.
Für den Anschluss einer schwedischen Gasflasche an ein deutsches Wohnmobil gibt es spezielle Adapter.
Umgekehrt existieren ebenfalls Adapter, mit denen eine deutsche DIN-Gasflasche an schwedischer Gastechnik betrieben werden kann.
Damit ist wichtig:
Flaschenadapter und LPG-Tankadapter sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Ein Adapter für eine schwedische POL-Flasche hilft Dir nicht automatisch beim Befüllen eines Gastanks an einer LPG-Zapfsäule.
Gasflaschen in Finnland
Auch Finnland verwendet eigene Gasflaschensysteme.
Die finnische Sicherheitsbehörde unterscheidet bei Flüssiggasflaschen mehrere Ventilarten.
Für Wohnmobile und Wohnwagen ist insbesondere das dort verbreitete Schraubventil relevant. Daneben gibt es unter anderem Click-on-Ventile sowie besondere Ventile für industrielle beziehungsweise motorische Anwendungen.
Gerade in Finnland sollte deshalb niemals nur nach dem äußeren Erscheinungsbild einer Flasche entschieden werden.
Eine falsche Flasche kann technisch völlig ungeeignet sein.
Vorsicht mit finnischem „Motorgas“
Finnland unterscheidet ausdrücklich zwischen normalen Flüssiggasflaschen und speziellen Gasflaschen für motorbetriebene Geräte.
Bei diesen sogenannten Motorgas-Flaschen wird das LPG teilweise flüssig entnommen.
Eine solche Flasche darf nicht einfach als normale Camping-Gasflasche an Heizung, Kühlschrank oder Kochstelle angeschlossen werden.
Für Camper ist daher wichtig:
Nicht jede Propanflasche mit scheinbar passendem Gewinde eignet sich für das Gassystem des Wohnmobils.
Propan oder Butan in Skandinavien?
Für Wohnmobile wird im Norden überwiegend Propan verwendet.
Das hat einen einfachen praktischen Vorteil:
Propan bleibt auch bei sehr niedrigen Temperaturen verdampfungsfähig.
Butan verliert dagegen bereits rund um den Gefrierpunkt deutlich an Verdampfungsleistung.
Wer auch im Herbst, Winter oder Frühjahr durch Skandinavien fährt, ist deshalb mit Propan wesentlich besser aufgestellt.
Gerade beim Wintercamping sollte allerdings zusätzlich berücksichtigt werden, dass auch die Verdampfungsleistung einer Propanflasche von:
- Außentemperatur
- Flaschengröße
- Füllstand
- gleichzeitig benötigter Gasmenge
abhängt.
LPG-Tankflaschen in Skandinavien
Eine echte wiederbefüllbare LPG-Tankflasche ist für lange Reisen deutlich komfortabler als ständig wechselnde nationale Flaschensysteme.
Voraussetzung ist allerdings, dass die Anlage für eine Betankung mit LPG konstruiert und zugelassen ist.
Wichtig ist dabei insbesondere ein automatischer Füllstopp.
Dieser verhindert, dass der Tank vollständig mit Flüssiggas gefüllt wird. Ein ausreichender Gasraum muss erhalten bleiben, damit sich das Flüssiggas bei Temperaturänderungen ausdehnen kann.
Eine normale deutsche Gasflasche wird durch einen eingeschraubten Adapter nicht automatisch zu einer Tankflasche.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Gastank im Wohnmobil
Noch unkomplizierter ist ein fest eingebauter LPG-Tank.
Ein solcher Tank wird ähnlich wie ein Kraftstofftank über einen Außenanschluss befüllt.
Gerade für:
- Langzeitreisen
- häufiges Heizen
- Wintercamping
- große Wohnmobile
kann das sehr komfortabel sein.
Allerdings gibt es in Skandinavien deutlich weniger öffentliche LPG-Autogasstationen als beispielsweise in Deutschland, Polen oder den Niederlanden.
Du solltest Deine Versorgung deshalb trotzdem planen und nicht davon ausgehen, dass an jeder normalen Tankstelle auch LPG verfügbar ist.
Wenn Du neben LPG auch wissen möchtest, was Dich an skandinavischen Tankstellen bei Diesel, Benzin, HVO100 oder der Kartenzahlung erwartet, findest Du alle wichtigen Informationen in unserem Ratgeber zum Tanken in Skandinavien.
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LPG in Norwegen
In Norwegen gibt es Autogas beziehungsweise LPG, das Netz ist aber deutlich dünner als das klassische Benzin- und Dieselnetz.
Gerade entlang Deiner Route solltest Du deshalb vorab prüfen, welche Stationen tatsächlich noch LPG anbieten.
Mit einem Gastank oder einer Tankflasche kann Norwegen grundsätzlich gut bereist werden, sofern Du die nächste Füllmöglichkeit rechtzeitig einplanst.
Die für das Befüllen verwendete Kupplung kann je nach Station unterschiedlich sein.
Deshalb würden wir uns nicht darauf verlassen, mit einem einzigen landesspezifischen Adapter jede Station nutzen zu können.
LPG in Schweden
Auch in Schweden gibt es LPG-Füllstationen, teilweise bei spezialisierten Gasbetrieben.
Das Netz ist aber ebenfalls erheblich kleiner als das normale Tankstellennetz.
Ein Vorteil ist, dass einige spezialisierte Stationen sehr gut auf Wohnmobile eingestellt sind und teilweise mehrere Adaptertypen unterstützen.
Gerade im Süden und in größeren Ballungsräumen ist die Versorgung vergleichsweise einfacher als auf sehr abgelegenen Routen im Norden.
LPG in Finnland: Aktuell nur eine Füllstation
Finnland ist bei einem fest eingebauten Gastank oder einer LPG-Tankflasche der schwierigste Teil einer Skandinavienreise.
Nach aktuellem Stand gibt es in ganz Finnland nur eine bekannte und aktuell bestätigte LPG-Füllstation für Wohnmobile. Sie befindet sich beim Presso Center von Oy Interenergy in Lohja, rund 50 bis 60 Kilometer westlich von Helsinki.
Dort können Wohnmobile mit einem Außenfüllanschluss LPG tanken. Auch bestimmte wiederbefüllbare Gasflaschen können vor Ort befüllt werden. Die Betankung erfolgt durch Personal und verschiedene Adapter sind vorhanden.
Wenn Du anschließend weiter nach Mittel- oder Nordfinnland fährst, solltest Du deshalb nicht damit rechnen, Deinen Gastank unterwegs noch einmal auffüllen zu können.
Nur mit vollem Gastank nach Finnland
Gerade bei einer längeren Finnlandreise oder im Winter ist das wichtig: Fülle Deinen Gastank möglichst in Lohja vollständig auf und plane Deine Gasreichweite für den weiteren Reiseverlauf entsprechend.
Alternativ kannst Du bei einem geeigneten Gassystem auf finnische Tauschflaschen zurückgreifen. Das ist allerdings ein anderes Versorgungssystem und erfordert den passenden Flaschenanschluss beziehungsweise Adapter.
Da sich eine einzelne Füllmöglichkeit jederzeit ändern kann, würden wir vor der Anfahrt unbedingt noch einmal über eine aktuelle LPG-Datenbank prüfen, ob die Station weiterhin in Betrieb ist.
LPG-Tankstellen finden: myLPG.eu als App und Webseite
Gerade in Skandinavien würden wir uns nicht darauf verlassen, eine LPG-Station spontan an jeder größeren Tankstelle zu finden. Besonders in Finnland und in abgelegenen Regionen kann das Netz deutlich dünner sein.
Für die Planung nutzen viele Reisende myLPG.eu. Der Dienst ist sowohl als Webseite als auch als App für Android und iOS verfügbar.
Dort kannst Du Dir LPG-Stationen auf einer Karte anzeigen lassen und gezielt nach Stationen in Deiner Nähe oder entlang einer geplanten Route suchen.
Besonders praktisch sind die Filtermöglichkeiten. Je nach hinterlegten Daten kannst Du unter anderem nach:
- Stationen für Wohnmobile
- 24-Stunden-Verfügbarkeit
- Autobahnnähe
- verschiedenen LPG-Anschlüssen
- aktuellen Öffnungszeiten
filtern.
Viele wertvolle Hinweise auf myLPG.eu
Zu vielen Stationen findest Du außerdem Hinweise zu Preisen, Anschlussarten und dazu, wann eine Station zuletzt von Nutzern bestätigt wurde.
Das ist gerade bei LPG wichtig, weil einzelne Stationen ihren Betrieb einstellen, vorübergehend kein Gas haben oder nur bestimmte Fahrzeugtypen beziehungsweise Anschlüsse bedienen.
Besonders wichtig ist die Recherche in Finnland. myLPG.eu listet aktuell nur eine einzige LPG-Füllstation im ganzen Land. Sie befindet sich in Lohja westlich von Helsinki. Gerade bei solchen dünnen Versorgungsnetzen solltest Du vor der Anfahrt prüfen, wann eine Station zuletzt bestätigt wurde.
Wir würden deshalb vor einer längeren Etappe nicht nur schauen, wo eine Station liegt, sondern auch, wann sie zuletzt bestätigt wurde und welchen Anschluss sie verwendet.
Die Webseite findest Du unter myLPG.eu; alternativ gibt es die entsprechende App für Android und iOS.
ℹ️ Wenn Du generell nach hilfreichen digitalen Werkzeugen für unterwegs suchst, findest Du weitere Empfehlungen in unserem Beitrag zu den besten Apps für Reisen durch Skandinavien.
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Welche LPG-Adapter braucht man in Skandinavien?
In Europa sind mehrere Füllkupplungen verbreitet.
Die vier wichtigsten Systeme sind:
DISH
Der relativ flache tellerförmige Adapter ist in vielen europäischen Ländern verbreitet und wird auch an Stationen in Skandinavien verwendet.
ACME
Ein Schraubsystem, das besonders aus Mitteleuropa bekannt ist, aber ebenfalls an einzelnen skandinavischen LPG-Anlagen vorkommen kann.
Bajonett
Hier wird die Zapfpistole über eine Bajonettverbindung verriegelt.
Euronozzle
Ein weiteres europäisches Füllsystem, das vor allem aus Südwesteuropa bekannt ist.
Welcher Adapter für Norwegen, Schweden und Finnland?
Wir würden bewusst keine starre Tabelle nach dem Motto „Norwegen = Adapter A, Schweden = Adapter B“ verwenden.
In der Praxis können Füllkupplungen von Station zu Station unterschiedlich sein.
Das gilt besonders bei spezialisierten LPG-Betrieben.
Für Reisen mit Gastank oder LPG-Tankflasche ist deshalb ein komplettes europäisches Adapterset sinnvoll.
Darin sollten mindestens enthalten sein:
- DISH
- ACME
- Bajonett
- Euronozzle
Vor dem Kauf musst Du natürlich prüfen, welches Gewinde Dein eigener Außenfüllanschluss besitzt.
Viele europäische Systeme arbeiten beispielsweise mit einem Anschluss auf Basis von W21,8 – das ist aber keine Garantie für jede Anlage.
Flaschenadapter sind etwas anderes als LPG-Fülladapter
Das ist wahrscheinlich die wichtigste Adapter-Frage des gesamten Themas.
Es gibt zwei völlig unterschiedliche Arten von Adaptern.
Adapter für Gasflaschen
Diese verbinden eine ausländische Gasflasche mit dem deutschen Gassystem.
Beispiel:
Schwedische POL-Flasche → deutsche Gasanlage.
Solche Adapter gehören zwischen Gasflasche beziehungsweise Hochdruckschlauch und die Fahrzeuganlage.
LPG-Fülladapter
Diese befinden sich beim Betanken zwischen:
LPG-Zapfpistole → Außenfüllanschluss des Gastanks
DISH, ACME, Bajonett und Euronozzle gehören in diese Kategorie.
Sie sind nicht dafür gedacht, eine normale Camping-Gasflasche an der Autogas-Zapfsäule zu befüllen.
Brauche ich ein Euro-Flaschenadapterset?
Wenn Du ausschließlich mit ausreichend deutschen Gasflaschen reist und diese nicht ersetzen musst, benötigst Du im normalen Betrieb zunächst keinen Adapter.
Für längere Reisen ist ein Euro-Flaschenadapterset trotzdem praktisch.
Damit kannst Du je nach System:
- ausländische Flaschen an Deine deutsche Gasanlage anschließen
- beziehungsweise eine deutsche Flasche an einer dafür zugelassenen Füllanlage anschließen lassen
Wichtig ist, dass Du beim Kauf genau auf den Verwendungszweck achtest.
Ein Flaschen-Fülladapterset ist nicht dasselbe wie ein LPG-Autogas-Adapterset.
Darf ich meine deutsche Gasflasche selbst mit LPG auffüllen?
Bei einer klassischen Camping-Gasflasche lautet unsere Empfehlung klar:
Nein.
Eine normale lose Gasflasche sollte nicht einfach mit einem Adapter an der Autogas-Zapfsäule gefüllt werden.
In Norwegen ist das Befüllen loser LPG-Flaschen an normalen Kraftstoff-Füllanlagen ausdrücklich nicht erlaubt. Propanflaschen dürfen dort nur an speziell dafür eingerichteten Anlagen gefüllt werden, und Selbstbedienung ist beim Flaschenfüllen nicht zulässig.
Auch unabhängig von nationalen Vorschriften fehlt einer normalen Camping-Gasflasche das Tanksystem mit automatischem Füllstopp, das eine Tankflasche besitzt.
Wenn Du eine klassische deutsche Gasflasche auffüllen lassen möchtest, fahre deshalb zu einer professionellen Flaschenfüllanlage.
Planst Du eine Reise nach Skandinavien?
Von Anreise, Maut und Fähren bis zu Freistehen, Internet und Gesundheit: Wir haben die wichtigsten Punkte aus unseren Reisen nach Norwegen, Schweden und Finnland für Dich zusammengestellt.
Wie voll darf eine LPG-Tankflasche werden?
LPG-Tanks und Tankflaschen werden nicht bis zum Rand mit Flüssigkeit gefüllt.
Sie benötigen einen Expansionsraum.
Dafür verfügen dafür vorgesehene Systeme über einen automatischen Füllstopp.
Du solltest niemals versuchen, diesen Füllstopp zu umgehen oder durch wiederholtes Nachtanken mehr Gas in den Behälter zu bekommen.
Das gilt sowohl für fest eingebaute Gastanks als auch für zugelassene wiederbefüllbare Tankflaschen.
Gasflaschen im Winter
Gerade im Winter kann der Gasverbrauch erheblich steigen.
Während im Sommer vor allem Kochen, Kühlschrank und Warmwasser Gas benötigen, läuft bei niedrigen Temperaturen möglicherweise über viele Stunden die Heizung.
Dazu kommt:
Je leerer und kälter eine Gasflasche wird, desto begrenzter kann ihre Verdampfungsleistung sein.
Für Winterreisen würden wir deshalb großzügiger planen als im Sommer.
Wer dauerhaft mit Gas heizt, sollte die nächste Versorgungsmöglichkeit nicht erst suchen, wenn die letzte Flasche fast leer ist.
Wenn Du mit einer ALDE-Heizung unterwegs bist, findest Du in unserem Beitrag zu Problemen mit der ALDE 3020 außerdem unsere Erfahrungen mit Luftpolstern, Boiler und Heizung.
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Gasflaschen sicher anschließen
Unabhängig vom Reiseland solltest Du nach jedem Flaschenwechsel kontrollieren, ob der Anschluss dicht ist.
Achte dabei besonders auf:
- unbeschädigte Dichtungen
- saubere Anschlüsse
- korrekt befestigte Hochdruckschläuche
- den richtigen Druckregler
- korrekten Sitz des Adapters
Wenn Du Gas riechst, solltest Du die Gaszufuhr sofort schließen, offene Flammen vermeiden und das Fahrzeug gut belüften.
Bei Veränderungen an einer fest installierten Gasanlage gehört die Arbeit in fachkundige Hände.
Ein Adapter darf niemals dazu dienen, unterschiedliche Systeme technisch irgendwie passend zu machen, wenn Druck, Ventil oder Verwendungszweck nicht übereinstimmen.
Unsere Empfehlung für die Gasversorgung in Skandinavien
Welche Lösung am besten zu Dir passt, hängt vor allem von Reisedauer und Jahreszeit ab.
Für den normalen Sommerurlaub
Mit zwei vollen deutschen Gasflaschen kommen viele Wohnmobile bereits sehr weit.
Wenn Deine Reise nur wenige Wochen dauert und Du wenig heizt, ist das oft die einfachste Lösung.
Für längere Reisen
Hier wird eine Nachfüllmöglichkeit interessanter.
Du kannst entweder spezialisierte Flaschenfüllstationen nutzen oder auf eine lokale Gasflasche wechseln und diese mit einem passenden Adapter an Deine Gasanlage anschließen.
Für Langzeit- und Winterreisen
Eine zugelassene LPG-Tankflasche oder ein fest eingebauter Gastank ist komfortabler.
Du musst dann keine nationalen Tauschflaschen verwenden und kannst geeignete LPG-Füllstellen nutzen.
Allerdings ist besonders in Finnland und in abgelegenen Regionen Skandinaviens eine gewisse Vorausplanung nötig.
Das würden wir vor der Reise einpacken
Wenn Dein Wohnmobil klassische Gasflaschen verwendet:
- volle deutsche Gasflaschen
- gegebenenfalls passendes Euro-Flaschenadapterset
- Ersatzdichtungen
- eventuell zweiten Hochdruckschlauch
- Lecksuchspray
Wenn Du mit Gastank oder LPG-Tankflasche reist:
- vollständiges LPG-Europa-Adapterset
- DISH
- ACME
- Bajonett
- Euronozzle
- Informationen über Deinen eigenen Füllanschluss
- aktuelle Liste beziehungsweise App mit LPG-Füllstationen
So bist Du deutlich flexibler, wenn eine Station unterwegs einen anderen Anschluss verwendet als erwartet.
Fazit: Gasversorgung in Skandinavien ist kein Problem – wenn Du Dein System kennst
Gas in Norwegen, Schweden und Finnland zu bekommen, ist grundsätzlich kein großes Problem.
Du solltest aber wissen, mit welchem System Du unterwegs bist.
Eine klassische deutsche Gasflasche ist kein Gastank. Eine Tankflasche ist keine normale Tauschflasche. Und ein Flaschenadapter ist etwas anderes als ein LPG-Fülladapter.
Wenn Du diese Unterschiede kennst und die passenden Adapter dabei hast, lässt sich die Gasversorgung in Skandinavien gut planen.
Für kurze Sommerreisen reichen häufig bereits die mitgebrachten deutschen Flaschen.
Wer dagegen mehrere Monate unterwegs ist oder im skandinavischen Winter viel heizt, profitiert deutlich stärker von einer flexiblen Nachfülllösung oder einem festen LPG-Tank.
Unsere Essentials für Skandinavien
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