Eggum gehört für uns zu den Orten auf den Lofoten, bei denen nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit im Mittelpunkt steht. Vielmehr ist es die Lage zwischen Bergen und offenem Meer, die diesen kleinen Ort an der Nordküste von Vestvågøya besonders macht. Wir waren im Sommer 2026 mit unserem Wohnmobil in Eggum und haben dort auf dem Stellplatz unmittelbar an der Küste übernachtet.
Der Platz war für uns aber nicht nur ein schöner Übernachtungsort. Direkt von unserem Wohnmobil aus konnten wir zu einer Küstenwanderung Richtung Unstad Beach aufbrechen. Die Tour führt zunächst relativ entspannt am Meer entlang, wird im weiteren Verlauf jedoch deutlich anspruchsvoller und zeigt eine ganz andere Seite der Lofoten als die bekannten Gipfelwanderungen.
Wenn Du auf Deiner Lofotenreise einen Stellplatz direkt am Meer mit einer abwechslungsreichen Wanderung verbinden möchtest, ist Eggum deshalb einen genaueren Blick wert.
Wo liegt der Wohnmobilstellplatz in Eggum?
Eggum liegt an der Nordküste von Vestvågøya und damit auf der dem offenen Meer zugewandten Seite der Lofoten. Wenn Du der E10 über Vestvågøya folgst, musst Du die Hauptstraße verlassen und einen Abstecher nach Norden fahren. Eggum liegt nicht an einer Durchgangsstraße – wer hierherkommt, hat den kleinen Küstenort normalerweise ganz bewusst als Ziel gewählt.
Der von uns genutzte Wohnmobilstellplatz liegt bei 68.3072, 13.6514 am westlichen Ende von Eggum. Hinter dem Stellplatz endet die mit dem Fahrzeug nutzbare Strecke schon bald und die Küstenlandschaft setzt sich zu Fuß fort.
Gerade diese Lage hat uns gefallen. Während die E10 auf den Lofoten stellenweise ziemlich belebt sein kann, fühlt sich Eggum deutlich stärker wie ein Ziel am Ende einer Nebenstraße an. Vor dem Wohnmobil liegt das Meer, dahinter ragen die Berge von Vestvågøya auf.
Unser Stellplatz in Eggum im Sommer 2026
Wir haben Eggum im Sommer 2026 mit unserem Wohnmobil besucht und hier übernachtet. Der Stellplatz lebt für uns in erster Linie von seiner außergewöhnlichen Lage unmittelbar an der Küste.
Am offiziellen Rast- und Aussichtspunkt von Eggum gibt es Toiletten, die normalerweise während der Sommersaison geöffnet sind. Eine Entsorgung der Wohnmobiltoilette ist hier dagegen nicht möglich. Wenn Du länger auf den Lofoten unterwegs bist, solltest Du Deine Ver- und Entsorgung deshalb unabhängig von Eggum planen.
ℹ️ Ver- und Entsorgung auf den Lofoten: Wenn Du mit dem Wohnmobil unterwegs bist, solltest Du Frischwasser und Entsorgungsmöglichkeiten rechtzeitig einplanen. Unsere Erfahrungen und Tipps dazu findest Du in unserem Beitrag [Ver- und Entsorgung mit dem Wohnmobil in Norwegen].
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Wer längere Zeit mit dem Wohnmobil durch Norwegen reist und dabei gerne frei steht, muss sich früher oder später um...
Eggum und die Mitternachtssonne
Ein Grund, warum Eggum gerade im Sommer beliebt ist, ist seine Lage an der offenen Nordküste. Während hohe Berge an anderen Orten der Lofoten die tief stehende Sonne verdecken können, öffnet sich von Eggum der Blick weit hinaus aufs Meer.
Damit ist der Ort besonders interessant, wenn Du die Mitternachtssonne auf den Lofoten erleben möchtest. Bei klarem Himmel kannst Du hier in den Wochen rund um die Sommersonnenwende noch sehr spät am Abend beziehungsweise nachts die tief stehende Sonne über dem Meer beobachten.
Natürlich gibt es dafür auf den Lofoten keine Garantie. Wolken, Nebel und schnell wechselndes Wetter gehören auch im Sommer dazu. Gerade deshalb würden wir bei einer Lofotenreise nicht versuchen, einen einzelnen Abend für die Mitternachtssonne fest einzuplanen.
Eggum ist Teil der Norwegischen Landschaftsroute Lofoten
Eggum ist einer der offiziellen Abstecher der Norwegischen Landschaftsroute Lofoten. Die Hauptroute folgt weitgehend der E10, führt Reisende aber gezielt auch zu mehreren Orten abseits der Europastraße. Eggum gehört ebenso dazu wie beispielsweise Unstad, Uttakleiv, Nusfjord und Henningsvær.
Genau so haben auch wir die Lofoten bereist. Die E10 war für uns der rote Faden, von dem wir immer wieder für Wanderungen, Strände und Küstenorte abgebogen sind. Eggum passt hervorragend in diese Art des Roadtrips, weil der Abstecher nicht nur zu einem Aussichtspunkt führt, sondern gleichzeitig Ausgangspunkt für eine besondere Küstenwanderung ist.
ℹ️ Unsere Traumstraße über die Lofoten: Eggum ist einer der Abstecher auf unserem Roadtrip von Å Richtung Norden. Die komplette Strecke mit unseren Wanderungen, Stränden und weiteren Stopps findest Du in unserem Beitrag [E10 auf den Lofoten: Unsere Traumstraße von Å bis Fiskebøl].
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Kaum eine Straße verbinden wir so sehr mit den Lofoten wie die E10. Sie führt über Brücken und durch Tunnel,...
Der Aussichtspunkt von Eggum
Unmittelbar an der Küste befindet sich der bekannte Rast- und Aussichtspunkt von Eggum. Die Anlage ist halbkreisförmig in die Landschaft integriert und wirkt dadurch ein wenig wie ein kleines Amphitheater mit Blick auf das Meer.
Direkt hier befinden sich auch die saisonal geöffneten Toiletten. Der Rastplatz ist damit nicht nur ein Fotostopp, sondern ein guter Ausgangspunkt, um die Umgebung zu Fuß zu erkunden.
Oberhalb des Geländes erinnern außerdem Überreste einer ehemaligen deutschen Radarstellung an den Zweiten Weltkrieg. Die exponierte Lage an der offenen Küste machte Eggum während der Besatzungszeit strategisch interessant.
ℹ️ Zweiter Weltkrieg in Norwegen: Auf unseren Reisen haben wir zahlreiche ehemalige Küstenbatterien, Bunker und andere Relikte der deutschen Besatzungszeit besucht. Eine Übersicht findest Du in unserem Beitrag [Zweiter Weltkrieg in Norwegen: Bunker, Küstenbatterien & historische Orte].
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Wer mit offenen Augen durch Norwegen reist, begegnet immer wieder den Spuren des Zweiten Weltkriegs. Bunker liegen auf abgelegenen Landzungen,...
Die Skulptur „Hode“ an der Küste
Wenn Du vom Rastplatz nach Westen wanderst, erreichst Du bereits nach einem kurzen Stück eine ungewöhnliche Skulptur unmittelbar an der Küste. Das Kunstwerk „Hode“ des Schweizer Künstlers Markus Raetz zeigt einen Kopf, dessen Erscheinung sich je nach Blickwinkel verändert.
Die Skulptur gehört zum Kunstprojekt Skulpturlandskap Nordland und fügt sich ziemlich unauffällig in die Landschaft ein. Wer nur auf den Weg vor sich schaut, könnte fast daran vorbeilaufen.
Für uns ist sie vor allem ein schöner erster Zwischenpunkt auf der Wanderung. Bis hierher ist der Weg noch vergleichsweise einfach – danach verändert sich der Charakter der Tour zunehmend.
Küstenwanderung von Eggum Richtung Unstad
Der große Vorteil des Stellplatzes war für uns, dass wir direkt am Wohnmobil zu unserer Wanderung starten konnten. Wir folgten der Küste von Eggum aus nach Westen in Richtung Unstad.
Zu Beginn ist die Tour noch relativ gemütlich. Der Weg führt durch die offene Küstenlandschaft und das Meer bleibt ständig in Sichtweite. Auf der anderen Seite steigen die Berge steil auf und begrenzen den schmalen Landschaftsstreifen entlang der Küste.
Je weiter wir Richtung Unstad kamen, desto anspruchsvoller wurde die Wanderung allerdings. Aus dem einfachen Küstenweg wird stellenweise ein deutlich schmalerer und felsigerer Pfad. Genau deshalb würden wir die Verbindung zwischen Eggum und Unstad nicht als einfachen Strandspaziergang einordnen.
Zwischen Bergen und offenem Meer
Was uns an dieser Wanderung besonders gefallen hat, ist die ungewöhnliche Perspektive auf die Lofoten. Bei vielen bekannten Touren geht es möglichst schnell nach oben, um anschließend von einem Gipfel auf Fjorde und Berge zu schauen. Zwischen Eggum und Unstad bleiben wir dagegen lange unmittelbar an der Küste.
Auf der einen Seite liegt das offene Meer, auf der anderen steigen die Berge von Vestvågøya auf. Dazwischen verläuft der Pfad durch eine weitgehend unbebaute Küstenlandschaft.
Gerade nach mehreren Gipfelwanderungen empfanden wir diese Tour als schöne Abwechslung. Die fehlenden großen Höhenmeter bedeuten allerdings nicht, dass die komplette Strecke automatisch leicht ist.
Der Weg wird Richtung Unstad anspruchsvoller
Im weiteren Verlauf wird der Untergrund felsiger und der Weg teilweise weniger deutlich. Rund um die felsigen Küstenabschnitte können einzelne Passagen bei Nässe unangenehm und rutschig werden.
Gute Wanderschuhe würden wir deshalb auch für diese vermeintliche Küstenwanderung unbedingt empfehlen. Bei Regen oder starkem Wind solltest Du zusätzlich berücksichtigen, dass Du hier an einer ausgesprochen exponierten Küste unterwegs bist.
Für die komplette Verbindung zwischen Eggum und Unstad solltest Du deshalb deutlich mehr Zeit einplanen, als ein kurzer Blick auf die Karte zunächst vermuten lässt. Die Tour ist keine technisch extreme Bergwanderung, verlangt in den schwierigeren Abschnitten aber Trittsicherheit und Aufmerksamkeit.
Unstad Beach – das Ziel unserer Küstenwanderung
Nach dem Küstenabschnitt erreichen wir schließlich Unstad. Der Strand liegt eindrucksvoll in einer von steilen Bergen eingerahmten Bucht und ist weit über die Lofoten hinaus als Surfspot bekannt.
Gerade nach der Wanderung entlang der offenen Küste wirkt die breite Bucht wie ein natürlicher Abschluss der Tour. Statt Unstad einfach mit dem Fahrzeug anzufahren, haben wir uns dem Strand zu Fuß von Eggum aus genähert.
Das verändert für uns die Wahrnehmung eines Ortes erheblich. Nach mehreren Stunden zu Fuß fühlt sich das Erreichen einer solchen Bucht einfach anders an als ein kurzer Stopp auf einem Parkplatz.
Ein Problem der Streckenwanderung: zurück nach Eggum
Wenn Du die komplette Wanderung von Eggum nach Unstad gehst, solltest Du Dir vorher Gedanken über den Rückweg machen. Beide Orte liegen zwar auf derselben Seite von Vestvågøya, die Straßenverbindung verläuft jedoch nicht einfach parallel zum Wanderweg entlang der Küste.
Eine Möglichkeit ist deshalb, die Küstenroute wieder zurückzugehen. Dadurch wird aus der ohnehin längeren Verbindung eine entsprechend umfangreiche Tagestour. Alternativ kannst Du die Wanderung mit zwei Fahrzeugen oder einer vorher organisierten Abholung planen.
Welche Variante am besten passt, hängt von Deiner Reiseplanung ab. Wichtig ist nur, den Rückweg nicht erst dann zu bedenken, wenn Du bereits in Unstad angekommen bist.
Wie schwierig ist die Wanderung Eggum–Unstad?
Wir würden die Küstenwanderung von Eggum nach Unstad als mittelschwer bis anspruchsvoll einordnen. Der erste Teil kann einen deutlich einfacheren Eindruck vermitteln, als es der weitere Verlauf tatsächlich ist.
Entscheidend sind weniger große Höhenunterschiede als der teilweise felsige Untergrund, schmalere Passagen und die exponierte Lage. Bei trockenem Wetter sind diese Stellen wesentlich angenehmer als bei nassen Felsen.
Für erfahrene Wanderer ist die Strecke gut machbar. Wenn Du dagegen hauptsächlich einfache Spazierwege suchst oder Dich auf schmalen und felsigen Pfaden unwohl fühlst, würden wir eher nur einen Teil der Küste von Eggum aus erkunden und anschließend umkehren.
Eggum Naturreservat – unterwegs in geschützter Landschaft
Ein Teil der Küstenlandschaft bei Eggum steht als Eggum Naturreservat unter Schutz. Das Schutzgebiet wurde insbesondere wegen seiner geologischen und botanischen Bedeutung eingerichtet. Gerade deshalb solltest Du hier besonders darauf achten, vorhandene Pfade zu nutzen und die Vegetation nicht unnötig zu beschädigen.
Für Camper ist außerdem wichtig, zwischen dem dafür vorgesehenen Wohnmobilstellplatz und dem eigentlichen Naturreservat zu unterscheiden. Zelten ist innerhalb des Naturreservats ausdrücklich verboten. Auch motorisierter Verkehr außerhalb der dafür vorgesehenen Wege ist dort nicht erlaubt.
Die geschützte Landschaft ist schließlich genau das, was den Reiz der Wanderung ausmacht. Zwischen Eggum und Unstad solltest Du deshalb möglichst wenig Spuren hinterlassen und Deinen Müll selbstverständlich wieder mitnehmen.
Was solltest Du für die Küstenwanderung mitnehmen?
Auch wenn die Tour am Meer entlangführt, würden wir sie wie eine richtige Wanderung behandeln. Feste Wanderschuhe sind für die felsigeren Abschnitte wesentlich angenehmer als einfache Freizeitschuhe. Eine wind- und wasserdichte Jacke gehört für uns auf den Lofoten ohnehin in den Rucksack.
Zusätzlich würden wir ausreichend Getränke und etwas Proviant mitnehmen. Bei Sonnenschein solltest Du außerdem bedenken, dass große Teile der Route kaum Schutz bieten. Gleichzeitig kann sich das Wetter auf der exponierten Küste schnell verändern.
Für die Navigation ist eine Offline-Karte sinnvoll. Gerade dort, wo der Pfad über felsigeren Untergrund führt, ist der Weg nicht überall so offensichtlich wie am Anfang der Tour.
Lohnt sich der Wohnmobilstellplatz in Eggum?
Für uns hat sich die Übernachtung in Eggum vor allem wegen der Kombination aus Stellplatz und Naturerlebnis gelohnt. Wir konnten das Wohnmobil direkt an der Küste abstellen und am nächsten Tag ohne zusätzliche Anfahrt zu unserer Wanderung Richtung Unstad starten.
Wer einen Campingplatz mit Strom, Duschen und umfangreicher Ver- und Entsorgung sucht, ist in Eggum falsch. Der Reiz liegt hier nicht in einer umfangreichen Ausstattung, sondern in der Lage. Meerblick, Mitternachtssonne bei entsprechendem Wetter und die Küstenwanderung direkt vor der Tür sind für uns die eigentlichen Argumente für diesen Platz.
ℹ️ Noch mehr Stellplätze auf den Lofoten: Eggum ist nur einer der Plätze, die wir auf unseren Reisen mit dem Camper genutzt haben. Weitere Stellplätze sowie unsere Erfahrungen zur Reiseplanung findest Du in [Lofoten mit dem Camper: Stellplätze, Camping & unsere Tipps].
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Unser Fazit zu Eggum
Eggum war für uns im Sommer 2026 weit mehr als nur ein Wohnmobilstellplatz. Die Lage unmittelbar an der offenen Nordküste von Vestvågøya macht den Ort schon für sich zu einem schönen Zwischenstopp auf einer Reise über die Lofoten.
Besonders gefallen hat uns aber, dass wir direkt vom Wohnmobil zu unserer Küstenwanderung Richtung Unstad Beach aufbrechen konnten. Anfangs führt die Route entspannt am Meer entlang, später wird der Weg felsiger und anspruchsvoller. Damit bietet die Wanderung deutlich mehr Abwechslung, als wir von einem einfachen Küstenweg erwarten würden.
Wenn Du auf den Lofoten mit dem Wohnmobil unterwegs bist und einen Stellplatz mit einer richtigen Wanderung verbinden möchtest, ist Eggum für uns deshalb eine sehr interessante Kombination. Und selbst wenn Du nicht bis Unstad laufen möchtest, lohnt sich bereits ein kürzerer Spaziergang entlang der offenen Küste.
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