Hamningberg ist nicht nur das Ende der spektakulären Straße entlang der Varanger-Halbinsel. Vom Wohnmobilstellplatz kannst Du direkt zu Fuß weiterziehen und der wilden Küste der Barentssee folgen. Zwischen Felsen und grobem Geröll verstecken sich dort die Überreste eines Walskeletts und etwas weiter eine kleine Höhle.
Wir sind diese Küstenwanderung im Sommer 2026 gegangen. Unser Ziel waren zunächst die Walknochen bei 70.541056, 30.556572 und anschließend die kleine Höhle Ovn bei 70.538681, 30.555721. Landschaftlich hat uns die Tour sehr gut gefallen, einfach zu laufen ist sie allerdings nicht: Große Teile führen über loses, teilweise sehr grobes Geröll. Und kurz vor der Höhle wartete noch eine Überraschung auf uns, mit der wir an der windigen Küste der Barentssee überhaupt nicht gerechnet hatten.
Vom Wohnmobilstellplatz entlang der Küste
Ausgangspunkt unserer Wanderung war der große Wohnmobilstellplatz am Ortseingang von Hamningberg. Von dort machten wir uns zu Fuß auf den Weg in westlicher Richtung und folgten der Küste. Das erste Ziel war ein Walskelett, dessen Überreste zwischen den Felsen und dem Geröll am Ufer liegen.
Schon die Umgebung macht diese Tour besonders. Auf der einen Seite begleitet Dich die Barentssee, auf der anderen bestimmen Felsen und die niedrige Vegetation der Finnmark das Bild. Bebauung gibt es kaum noch und mit zunehmender Entfernung vom Stellplatz wird die Landschaft immer einsamer.
Wenn Du noch nicht in Hamningberg warst, findest Du Anfahrt, Wohnmobilstellplatz und unsere Erfahrungen mit der spektakulären Straße in unserem ausführlichen Beitrag:
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Die Straße von Vardø nach Hamningberg gehört für uns zu den außergewöhnlichsten Strecken im Norden Norwegens. Auf den letzten rund...
Eine Wanderung über grobes Geröll
Auf der Karte sieht die Strecke zunächst ziemlich harmlos aus. Große Höhenunterschiede gibt es nicht und das Gelände verläuft überwiegend unmittelbar entlang der Küste. Trotzdem solltest Du die Wanderung nicht unterschätzen.
Große Teile der Strecke führen über loses und teilweise sehr grobes Geröll. Statt entspannt auf einem Wanderweg zu laufen, mussten wir uns immer wieder unseren Weg zwischen und über die Steine suchen. Jeder Schritt verlangt Aufmerksamkeit und das ständige Balancieren auf den teilweise beweglichen Felsen macht die Tour deutlich anstrengender, als es Entfernung und Höhenprofil vermuten lassen.
Für uns war deshalb nicht die Kondition der entscheidende Faktor, sondern die Beschaffenheit des Untergrunds. Feste Schuhe und Trittsicherheit würden wir für diese Wanderung unbedingt empfehlen. Wer Probleme mit Knien oder Sprunggelenken hat oder sich auf losem Geröll unsicher fühlt, sollte das bei der Tourenplanung berücksichtigen.
Das Walskelett von Hamningberg
Nach dem Weg entlang der Küste erreichten wir bei 70.541056, 30.556572 die Stelle, an der die Überreste eines Wals liegen. Das Skelett ist inzwischen auch auf verschiedenen Wanderkarten als Ziel verzeichnet.
Falls Du aufgrund älterer Fotos ein nahezu vollständiges Walskelett erwartest, wirst Du heute allerdings wahrscheinlich enttäuscht sein. Bei unserem Besuch im Sommer 2026 war davon nicht mehr viel übrig. Zwischen den vielen Steinen lagen nur noch einzelne erkennbare Knochen.
Das scheint ein fortschreitender Prozess zu sein. Schon in den Jahren vor unserem Besuch berichteten Wanderer, dass immer weniger Knochen sichtbar waren und Teile zunehmend zwischen Geröll verschwanden. Wind, Wellen, Eis und die Bewegung der Steine verändern diese exponierte Küste ständig.
Gerade deshalb würden wir das Walskelett heute weniger als eigentliche Sehenswürdigkeit betrachten. Es ist vielmehr ein interessantes Ziel für eine Küstenwanderung, bei der vor allem die Landschaft und der Weg selbst das Erlebnis ausmachen.
Koordinaten Walskelett:70.541056, 30.556572
Von den Walknochen weiter zur Höhle Ovn
Vom Walskelett gingen wir noch ein Stück weiter entlang der Küste. Unser zweites Ziel war eine kleine Höhle bei 70.538681, 30.555721, die als Ovn bezeichnet wird.
Die Höhle liegt unmittelbar in der felsigen Küstenlandschaft und ist nicht mit einer großen erschlossenen Schauhöhle vergleichbar. Sie ist vielmehr eine natürliche Öffnung beziehungsweise ein kleiner Hohlraum im Felsen. Gerade in Verbindung mit der einsamen Umgebung fanden wir sie trotzdem interessant genug, um den Weg vom Walskelett noch ein Stück fortzusetzen.
In der Umgebung der Höhle finden sich außerdem viel Treibgut und weitere Spuren, die das Meer an dieser exponierten Küste hinterlässt. Die Barentssee bestimmt hier sichtbar die Landschaft. Auch ein schon in Teilen verwesendes Rentier (oder ein Schaf) gammelt in der Nähe des Höhleneingangs vor sich hin.
Koordinaten Höhle Ovn:70.538681, 30.555721
Der Mückenangriff vor der Höhle
Mit einer Sache hatten wir an diesem Ort allerdings überhaupt nicht gerechnet: Mücken.
Direkt vor der Höhle gerieten wir plötzlich in regelrechte Mückenschwärme. Innerhalb kürzester Zeit waren die Tiere überall und an einen längeren Aufenthalt war für uns nicht mehr zu denken. Also traten wir ziemlich schnell den Rückweg an.
Damit war die Sache allerdings noch nicht erledigt. Die Mücken begleiteten uns hartnäckig weiter und verfolgten uns tatsächlich einen großen Teil des Weges bis zurück zum Wohnmobilstellplatz.
Ausgerechnet an der offenen und häufig windigen Küste der Barentssee hatten wir mit einem solchen Mückenproblem nicht gerechnet. Unser Erlebnis zeigt aber ziemlich deutlich, dass Du auch hier im Sommer Mückenschutz im Rucksack haben solltest. Wir hätten ihn an diesem Tag jedenfalls gut gebrauchen können.
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Mücken gehören zu einer Sommerreise durch Norwegen und Schweden einfach dazu – allerdings längst nicht überall und nicht zu jeder...
Zurück nach Hamningberg
Von der Höhle nahmen wir wieder Kurs auf Hamningberg und folgten im Wesentlichen derselben Küste zurück. Auch auf dem Rückweg blieb das grobe Geröll der anstrengendste Teil der Tour.
Das ist ein Punkt, den wir bei dieser Wanderung besonders hervorheben möchten. Andere Tourenbeschreibungen können aufgrund der geringen Höhenmeter schnell den Eindruck einer sehr einfachen Küstenwanderung vermitteln. Nach unserer Erfahrung trifft das auf den Untergrund nicht zu. Technisch schwierig im Sinne von Klettern oder ausgesetzten Passagen ist die Tour zwar nicht, das lange Gehen über lose große Steine kann aber mühsam sein.
Dafür bekommst Du eine Küstenlandschaft zu sehen, die hervorragend zu Hamningberg passt: rau, weitgehend unberührt und von der Barentssee geprägt.
Walskelett oder Landschaft – lohnt sich die Wanderung noch?
Wenn Du ausschließlich wegen eines beeindruckenden Walskeletts losgehen möchtest, würden wir die Erwartungen deutlich reduzieren. Bei unserem Besuch im Sommer 2026 waren nur noch wenige Überreste vorhanden. Es ist gut möglich, dass in Zukunft noch weniger davon zu erkennen sein wird.
Für die Wanderung selbst würden wir uns trotzdem wieder entscheiden. Das eigentliche Erlebnis ist für uns die Küste. Der Weg führt durch eine wilde Landschaft abseits des kleinen Ortes und zeigt noch einmal eine völlig andere Seite von Hamningberg als die historischen Holzhäuser und der Wohnmobilstellplatz.
Das Walskelett und die Höhle geben der Tour zwei konkrete Ziele. Sie sind aber eher der Anlass für die Wanderung als deren eigentlicher Höhepunkt.
Was Du für die Wanderung mitnehmen solltest
Noch eine Wanderung über Hamningberg
Wenn Du historische Orte genauso spannend findest wie wilde Küstenlandschaften, gibt es direkt bei Hamningberg noch eine zweite kurze Tour. Auf dem Harbakken oberhalb des Ortes liegen die Überreste der ehemaligen deutschen Küstenbatterie HKB 3/448.
Wir haben auch diese Anlage im Sommer 2026 erkundet. Dort findest Du noch ehemalige Geschützstellungen und Bunker – dazu kommt ein weiter Blick über Hamningberg und die Barentssee.
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Hoch über dem kleinen Fischerdorf Hamningberg liegen auf dem Hügel Harbakken die Überreste einer deutschen Küstenbatterie aus dem Zweiten Weltkrieg....
Unser Fazit zur Wanderung zum Walskelett
Unsere Hamningberg Wanderung zum Walskelett und zur Höhle Ovn war anders, als wir sie zunächst erwartet hatten. Vom eigentlichen Walskelett war im Sommer 2026 nicht mehr viel übrig und das grobe Geröll machte das Vorankommen deutlich anstrengender, als es die nahezu ebene Strecke vermuten lässt. Der Mückenangriff an der Höhle sorgte schließlich noch für ein ziemlich unerwartetes Finale.
Trotzdem hat sich die Tour für uns gelohnt. Entscheidend war weniger das Walskelett als die Wanderung selbst: die einsame Küste, das offene Meer und die raue Landschaft rund um Hamningberg. Wenn Du ohnehin bis ans Ende der Landschaftsroute Varanger fährst und gerne abseits der Straße zu Fuß unterwegs bist, ist diese Tour eine schöne Möglichkeit, Hamningbergs Umgebung noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.
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