Muddus Nationalpark: Wanderung zum Muddusfallet

Alte Wälder, weite Moore und mittendrin ein 42 Meter hoher Wasserfall: Der Muddus Nationalpark gehört zu den ursprünglicheren Wandergebieten im Norden Schwedens.

Wir haben den Nationalpark im Sommer 2026 besucht. Unser Ziel war der Muddusfallet, der tief im Park liegt und nur zu Fuß erreichbar ist.

Vom Haupteingang bei Skájdde sind es rund sieben Kilometer bis zum Wasserfall. Da wir auf demselben Weg zurückwanderten, kamen am Ende etwa 14 Kilometer zusammen.

Gerade der lange Weg durch die weitgehend unberührte Landschaft gehört für uns zum Erlebnis. Der Muddusfallet ist kein Wasserfall, an dem Du direkt mit dem Wohnmobil vorfahren kannst – Du musst ihn Dir erwandern.

Muddus Nationalpark – die wichtigsten Fakten

📍 Lage

Norrbotten zwischen Jokkmokk und Gällivare im Norden Schwedens

🌲 Nationalpark

Gegründet 1942, rund 49.340 Hektar groß

🌍 UNESCO-Welterbe

Seit 1996 Teil der Natur- und Kulturlandschaft Laponia

💦 Muddusfallet

42 Meter hoher Wasserfall am Canyon Gähppogårsså

🥾 Unsere Wanderung

Vom Eingang Skájdde rund 7 km zum Muddusfallet und auf demselben Weg zurück

📏 Strecke

Insgesamt etwa 14 km für Hin- und Rückweg

🚐 Ausgangspunkt

Parkplatz am Haupteingang Skájdde, erreichbar über eine Schotterstraße

🌿 Landschaft

Alte Nadelwälder, Moore, Feuchtgebiete, Flüsse und tiefe Schluchten

👟 Schwierigkeit

Technisch moderat, aber durch die Länge und teilweise feuchte Wege nicht zu unterschätzen

🗓️ Unser Besuch

Sommer 2026

Muddus oder Muttos Nationalpark?

Wenn Du nach dem Nationalpark suchst, wirst Du auf zwei Namen stoßen. Muddus ist die schwedische Bezeichnung, Muttos der samische Name. Offiziell wird er heute als Muddus/Muttos Nationalpark bezeichnet.

Auch der Wasserfall wird als Muddusfallet beziehungsweise Muttosfallet bezeichnet. Sein samischer Name lautet Muddusagahtjaldak.

Muddus Nationalpark – die wichtigsten Fakten

Der Muddus/Muttos Nationalpark liegt in Norrbotten und erstreckt sich über die Gemeinden Jokkmokk und Gällivare. Mit einer Fläche von 49.340 Hektar schützt er eine riesige Landschaft aus alten Nadelwäldern, Mooren, Feuchtgebieten und Flüssen.

Gegründet wurde der Nationalpark 1942. Seit 1996 gehört Muddus außerdem zum UNESCO-Welterbe Laponia.

Anders als viele Nationalparks im schwedischen Fjäll wird Muddus nicht von hohen Bergen geprägt. Alte Wälder und ausgedehnte Moorlandschaften bestimmen hier das Bild.

UNESCO-Welterbe Laponia

Muddus ist Teil von Laponia, einer großen Natur- und Kulturlandschaft im Norden Schwedens. Dazu gehören unter anderem auch die Nationalparks Sarek, Padjelanta und Stora Sjöfallet.

Das Gebiet ist seit Jahrtausenden Lebensraum der samischen Bevölkerung und wird bis heute für die Rentierhaltung genutzt. Bei Begegnungen mit Rentieren solltest Du deshalb ausreichend Abstand halten und die Tiere nicht stören.

Anfahrt zum Muddus Nationalpark

Für unsere Wanderung zum Muddusfallet nutzten wir den Haupteingang Skájdde im Süden des Nationalparks.

Von der E45 zwischen Jokkmokk und Porjus führt eine Schotterstraße vom Ort Aspudden nach 12km zum Eingang. Dort endet die Fahrt, anschließend geht es ausschließlich zu Fuß weiter.

Die Zufahrtsstraße kann insbesondere während der Schneeschmelze vorübergehend gesperrt werden, wenn der Untergrund zu weich ist. Vor einer Reise im Frühjahr oder Frühsommer solltest Du deshalb den aktuellen Straßenzustand prüfen.

Die Koordinaten für den Parkplatz sind bei 66.7711, 20.1111

Parkplatz am Eingang Skájdde

Am Eingang Skájdde gibt es einen Parkplatz mit grundlegender Infrastruktur, Informationen über den Nationalpark, Toilette und Feuerstellen.

Vom Parkplatz liegen etwa sieben Kilometer bis zum Muddusfallet vor Dir. Für Hin- und Rückweg solltest Du also mit rund 14 Kilometern rechnen.

Unsere Wanderung zum Muddusfallet

Direkt am Eingang Skájdde beginnt die Wanderung durch den Nationalpark.

Große Steigungen gibt es zunächst nicht. Stattdessen führt der Weg kilometerweit durch alten nordschwedischen Wald. Trockene Abschnitte wechseln sich mit Mooren und feuchteren Bereichen ab.

Es ist herrlich, durch diesen typisch nordschwedischen Wald in völliger Einsamkeit zu wandern, den Duft der Natur in sich aufzusaugen und die absolute Stille zu genießen.

Einige der alten Kiefern im Muddus Nationalpark haben mehrere Jahrhunderte überstanden. An anderen Stellen sind Spuren früherer Waldbrände zu erkennen. Auch Feuer gehört zur natürlichen Entwicklung dieser Landschaft.

Wo der Untergrund besonders nass ist, führen teilweise Holzstege durch die Moorlandschaft. Je nach Witterung können andere Abschnitte trotzdem matschig sein.

Gute Wanderschuhe würden wir deshalb auch bei trockenem Wetter empfehlen.

Der Muddusfallet

Nach rund sieben Kilometern erreichst Du den Muddusfallet.

Der Kontrast zur bisherigen Landschaft ist beeindruckend: Nach kilometerlangen Wald- und Moorpassagen stürzt das Wasser plötzlich 42 Meter in die Tiefe. Unterhalb des Wasserfalls fließt der Fluss durch den schmalen Canyon Gähppogårsså weiter.

Am Wasserfall befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem Du auf den Fall und die Schlucht blicken kannst. Wir würden hier ausreichend Zeit für eine Pause einplanen – schließlich liegen anschließend noch einmal sieben Kilometer Rückweg vor Dir.

In der Umgebung gibt es außerdem eine Feuerstelle und eine Trockentoilette.

Übernachten am Muddusfallet

Etwas entfernt vom Wasserfall befindet sich die Muddusagahtjaldakstugan, auch Fallstugan genannt. Sie gehört zu den einfachen Übernachtungshütten im Nationalpark.

Damit kannst Du den Muddusfallet auch in eine mehrtägige Wanderung integrieren. In der Umgebung besteht zudem die Möglichkeit zu zelten.

Für unsere Tour war das nicht notwendig. Wir sind als Tageswanderung vom Eingang Skájdde zum Wasserfall und anschließend wieder zurückgelaufen.

Wie schwierig ist die Wanderung zum Muddusfallet?

Technisch ist die Tour nicht besonders anspruchsvoll. Große Höhenunterschiede oder ausgesetzte Bergpassagen gibt es nicht.

Unterschätzen solltest Du die Wanderung trotzdem nicht. Hin und zurück kommen etwa 14 Kilometer zusammen, zudem können Wald- und Moorabschnitte je nach Wetter nass sein.

Wir waren etwa 6 Stunden unterwegs, haben uns aber auch für Pausen und Fotostopps Zeit genommen und ein Picknick dabei gehabt.

Für die komplette Tour solltest Du einen Tag Zeit einplanen, um den Park auch in Ruhe genießen zu können.

Mücken im Muddus Nationalpark

Wald, Moore und Feuchtgebiete bieten im Sommer gute Bedingungen für Mücken.

Bei unserer Wanderung im Sommer 2026 wurden wir von den kleinen Plagegeistern ständig begleitet, waren aber darauf dank unserer Ausrüstung gut vorbereitet.

Wie stark Mücken und Knott auftreten, hängt von Wetter, Jahreszeit und Standort ab. Besonders der Zeitraum von Ende Juni und August ist ein Paradies für die Mücken. Mückenschutz würden wir bei einer Sommerwanderung in Muddus grundsätzlich einpacken.

ℹ️ Unsere Erfahrungen mit verschiedenen Mitteln und Strategien findest Du in unserem Ratgeber über Mücken und Knott in Skandinavien.

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Was solltest Du für die Wanderung mitnehmen?

Für die Tour würden wir feste Wanderschuhe, wetterangepasste Kleidung, ausreichend Verpflegung und Mückenschutz einpacken. Eine Regenjacke/Poncho gehört im Norden für uns ohnehin in den Rucksack.

Genügend Trinkwasser beziehungsweise eine Möglichkeit zur sicheren Wasseraufbereitung solltest Du ebenfalls einplanen.

Da Du mehrere Stunden abseits der Straße unterwegs bist, gibt es unterwegs keine Möglichkeit, Verpflegung nachzukaufen.

Auch ein Erste-Hilfe-Set gehört in den Wanderrucksack.

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Regeln im Muddus Nationalpark

In einem Nationalpark gelten besondere Schutzbestimmungen. Informiere Dich deshalb vor Deiner Wanderung über die aktuell geltenden Regeln.

Abfälle nehmen wir grundsätzlich wieder mit. Pflanzen, Totholz und andere Bestandteile der Natur bleiben dort, wo sie sind.

Besondere Rücksicht solltest Du auf die samische Rentierhaltung nehmen. Muddus ist nicht nur geschützte Natur, sondern gleichzeitig eine seit langer Zeit genutzte Kulturlandschaft.

Muddus Nationalpark mit dem Wohnmobil

Für Wohnmobilreisende ist der Eingang Skájdde ein guter Ausgangspunkt für die Wanderung zum Muddusfallet.

Die letzten Kilometer führen über eine Schotterstraße. Mit einem Wohnmobil/Kastenwagen ist die Straße aber gut fahrbar und stellt kein besonderes Problem dar.

Gerade mit einem größeren Wohnmobil solltest Du vor der Anfahrt aber den aktuellen Zustand der Zufahrtsstraße prüfen. Während der Schneeschmelze kann sie zeitweise gesperrt sein.

Ab Skájdde geht es ohnehin nur noch zu Fuß weiter.

Lohnt sich die Wanderung zum Muddusfallet?

Wenn Du alte Wälder, einsame Landschaften und längere Wanderungen magst, ist der Muddusfallet ein lohnendes Ziel.

Die Tour unterscheidet sich deutlich von vielen Wanderungen im Fjäll. Große Bergpanoramen gibt es hier nicht. Stattdessen wanderst Du kilometerweit durch Wald und Moor, bevor am Ende plötzlich der 42 Meter hohe Wasserfall vor Dir liegt.

Unser Fazit zum Muddusfallet

Unsere Wanderung zum Muddusfallet war eine Tour, die wir sehr genossen haben.

Vom Eingang Skájdde liegen rund sieben Kilometer zwischen Parkplatz und Wasserfall. Der Weg führt durch alte Wälder und Moorlandschaften, bevor das Wasser schließlich 42 Meter in den Canyon Gähppogårsså stürzt.

Anschließend geht es auf demselben Weg zurück.

Rund 14 Kilometer durch den Muddus Nationalpark und der Muddusfallet als Höhepunkt – für uns eine Wanderung, für die sich der Abstecher von der E45 gelohnt hat.

ℹ️ Du magst wilde Flüsse und Stromschnellen? Dann schau Dir auch unsere Touren zum Storforsen und Trollforsen am Piteälven an. Während der Storforsen mit seinen mächtigen Stromschnellen beeindruckt, haben wir den ruhigeren Trollforsen auf einer rund 8 Kilometer langen Rundwanderung erkundet.

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Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs auf der Suche nach mehr Freiheit und mehr Norden.

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