Manche Sehenswürdigkeiten in Norwegen benötigen weder eine lange Wanderung noch einen ganzen Urlaubstag. Der Kannesteinen bei Måløy gehört genau in diese Kategorie. Der ungewöhnlich geformte Felsen steht unmittelbar an der Küste und erinnert mit etwas Fantasie an einen großen Kelch oder einen Pilz.
Wir haben den Kannesteinen auf unserer Reise entlang der norwegischen Westküste besucht und einige schöne Fotos mitgebracht. Da der Abstecher nicht besonders viel Zeit benötigt, lässt sich der Felsen hervorragend mit anderen Zielen in der Region verbinden. Wenn Du ohnehin zwischen Måløy, Stadlandet und dem Vestkapp unterwegs bist, bietet sich ein Besuch geradezu an.
Wo liegt der Kannesteinen?
Der Kannesteinen befindet sich bei Oppedal auf der Insel Vågsøy, rund 10 Kilometer von Måløy entfernt. Er steht direkt im Uferbereich und wird bei entsprechendem Wasserstand teilweise vom Meer umspült. Gerade die Lage zwischen Wasser, Felsen und der grünen Küstenlandschaft macht den Kannesteinen zu einem schönen Fotomotiv.
Die Umgebung gehört zur rauen Küstenlandschaft rund um das Stadhavet. Wenn Du vom Vestkapp beziehungsweise von Stadlandet kommst, liegt der Kannesteinen nicht unmittelbar an der Hauptroute. Der zusätzliche Abstecher ist aber überschaubar und lässt sich gut in einen Reisetag durch die Region integrieren.
Wie ist der Kannesteinen entstanden?
Seine ungewöhnliche Form verdankt der Kannesteinen nicht menschlicher Bearbeitung. Über Jahrtausende haben Wasser, Wellen und mitgeführtes Gestein den Felsen bearbeitet. Dabei wurde der untere Bereich stärker abgetragen als der obere Teil, sodass nach und nach die heutige schmale Form entstand.
Mit einer Höhe von ungefähr drei Metern ist der Kannesteinen in Wirklichkeit kleiner, als manche Fotos vermuten lassen. Seine besondere Form und die freistehende Lage am Wasser sorgen dennoch dafür, dass der Felsen sofort ins Auge fällt.
Je nach Wasserstand verändert sich außerdem das Motiv. Bei höherem Wasser wirkt der Kannesteinen stärker vom Meer umgeben, während bei niedrigem Wasser mehr vom felsigen Untergrund sichtbar wird.
Anfahrt zum Kannesteinen
Die Anfahrt ist unkompliziert. Von Måløy fährst Du auf der Fv. 601 in Richtung Oppedal. Die Strecke führt an der Westseite der Region entlang und bringt Dich schließlich zum Kannesteinen. Von Måløy sind es ungefähr zehn Kilometer.
Die Straße ist typisch für die norwegische Küste und abschnittsweise schmal. Mit dem Wohnmobil solltest Du deshalb wie üblich vorausschauend fahren und bei Gegenverkehr die vorhandenen Ausweichmöglichkeiten nutzen. Eine besondere fahrerische Herausforderung wie manche Berg- oder Passstraße ist die Anfahrt zum Kannesteinen jedoch nicht.
In der Nähe des Felsens gibt es einen Parkplatz. Von dort ist es nur noch ein kurzer Weg hinunter zum Wasser und zum Kannesteinen. Eine eigentliche Wanderung musst Du für den Besuch also nicht einplanen.
Unser Besuch am Kannesteinen
Wir haben für unseren Besuch keinen halben Tag eingeplant – und genau das würden wir auch nicht empfehlen. Der Kannesteinen ist für uns ein typisches Beispiel für eine kleine norwegische Sehenswürdigkeit, die man hervorragend mitnimmt, wenn sie ohnehin in die geplante Route passt.
Trotzdem lohnt es sich, nicht nur schnell ein Foto zu machen und wieder ins Wohnmobil zu steigen. Je nach Perspektive und Wasserstand verändert sich die Wirkung des Felsens deutlich. Mit der Küstenlandschaft im Hintergrund ergeben sich außerdem wesentlich schönere Motive als bei einer reinen Nahaufnahme.
Gerade wenn Du gerne fotografierst, lohnt es sich deshalb, ein wenig umherzugehen und verschiedene Blickwinkel auszuprobieren. Bei unserem Besuch entstanden so einige schöne Bilder, obwohl der eigentliche Aufenthalt relativ kurz war.
Darf man auf den Kannesteinen klettern?
Auch wenn seine Form geradezu dazu einzuladen scheint, solltest Du nicht auf den Kannesteinen klettern. Der Felsen ist ungefähr drei Meter hoch und ein Sturz auf den felsigen Untergrund kann entsprechend unangenehme Folgen haben. Die Felsen um den Kannesteinen sind extrem schmierig und rutschig!
Hinzu kommt, dass der Kannesteinen geschützt ist. Die offizielle Tourismusinformation rät deshalb ausdrücklich davon ab, den Felsen zu besteigen. Das ungewöhnliche Naturdenkmal sollte schließlich auch zukünftigen Besuchern in seiner heutigen Form erhalten bleiben.
Für gute Fotos ist das Klettern ohnehin vollkommen unnötig. Durch seine charakteristische Form wirkt der Kannesteinen gerade dann besonders gut, wenn Du ihn vollständig zusammen mit seiner Umgebung fotografierst.
Wie viel Zeit solltest Du für den Kannesteinen einplanen?
Für den eigentlichen Besuch reichen normalerweise 30 bis 60 Minuten vollkommen aus. Der Weg vom Parkplatz ist kurz und das Gelände rund um den Felsen überschaubar. Wer ausgiebig fotografieren möchte, kann natürlich etwas länger bleiben.
Die zusätzliche Fahrzeit solltest Du bei Deiner Planung ebenfalls berücksichtigen. Gerade mit dem Wohnmobil dauert eine Strecke auf den schmaleren norwegischen Nebenstraßen häufig etwas länger, als die reine Kilometerzahl vermuten lässt.
Wir würden den Kannesteinen deshalb nicht als großes Tagesziel planen. Als kurzer Abstecher auf einer Reise durch die Region Måløy und Stadlandet passt er dagegen hervorragend.
Kannesteinen und Vestkapp miteinander verbinden
Wenn Du das Vestkapp besuchst und anschließend Deine Reise in Richtung Måløy fortsetzt, lassen sich beide Ziele gut miteinander kombinieren. Während das Vestkapp vor allem durch die gewaltige Aussicht über das Stadhavet beeindruckt, ist der Kannesteinen eine kleine Natursehenswürdigkeit direkt am Wasser.
Gerade dieser Unterschied macht die Kombination interessant. Für das Vestkapp solltest Du deutlich mehr Zeit einplanen, während der Kannesteinen problemlos als zusätzlicher Stopp in den Tagesablauf passt.
Unsere Erfahrungen mit der Auffahrt und dem Besuch auf dem fast 500 Meter hohen Plateau findest Du in unserem ausführlichen Beitrag über das Vestkapp in Norwegen.
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Fast 500 Meter über dem offenen Meer stehen und den Blick über eine der rauesten Küstenlandschaften Norwegens schweifen lassen: Genau...
Wenn Du noch mehr Zeit auf Vågsøy verbringen möchtest, findest Du rund um Måløy weitere Ziele. Unter anderem liegen der historische Handelsplatz Vågsberget, mehrere Leuchttürme und verschiedene Strände in der Region. Vågsberget befindet sich auf derselben Zufahrtsroute und liegt ungefähr fünf Kilometer vom Kannesteinen entfernt.
Lohnt sich der Kannesteinen?
Wenn Du ohnehin in der Region unterwegs bist, würden wir den Kannesteinen mitnehmen. Der Felsen ist schnell erreicht, der Aufenthalt benötigt nicht viel Zeit und mit etwas Glück bei Wetter und Licht bekommst Du einige wirklich schöne Fotomotive.
Eine lange Anfahrt ausschließlich wegen des Kannesteinen würden wir dagegen nicht einplanen. Dafür ist die Sehenswürdigkeit schlicht zu klein. In Kombination mit Måløy, Vågsøy oder dem Vestkapp ergibt der Abstecher aber absolut Sinn.
Genau solche kleinen Ziele mögen wir auf unseren Norwegenreisen: Sie müssen nicht immer spektakulär oder weltbekannt sein. Manchmal reicht ein ungewöhnlicher Felsen am Meer, ein kurzer Spaziergang und etwas Zeit für ein paar schöne Fotos.
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