Unser Ziel ist eigentlich eine Kanutour. Doch schon die Anfahrt in die Jyltingsmarka östlich des Femund wird für uns zu einem kleinen Roadtrip. Statt auf den größeren Straßen der Region zu bleiben, fahren wir einen Teil der Strecke über lange Gravel Roads durch die norwegische Berg- und Waldlandschaft.
Mit unserem 4×4-Wohnmobil ist das genau die Art von Strecke, die wir mögen. Unser Fahrzeug ist allerdings auch dafür ausgelegt: 6,80 Meter lang, 3,70 Meter hoch und mit Allradantrieb. Gerade auf den letzten Kilometern zum Kanueinstieg wird das wichtig, denn dort wird die Straße einspurig und deutlich enger.
Unser Ziel liegt am Glen in der Jyltingsmarka. Hier können wir direkt am Wasser übernachten, am nächsten Morgen das Kanu einsetzen und zu unserer Halbtagestour starten.
Unsere Route zur Jyltingsmarka
Wir kommen aus südlicher Richtung und verlassen die Straße 26 an dieser Abzweigung:
Koordinaten Abzweigung von der Straße 26:
📍 61.5257, 12.0845
Von hier folgen wir der Fv581 nach Westen. Schon dieser erste Abschnitt unterscheidet sich deutlich von den großen norwegischen Verbindungsstraßen. Die Route führt durch eine einsame, gebirgige Landschaft und über längere Gravel-Abschnitte.
Die Fv581 ist dabei keine Offroad-Piste. Die Strecke wird regional als Schotterstraße genutzt und gehört zum normalen Straßennetz. Trotzdem vermittelt sie mit wenig Verkehr, Schotter unter den Reifen und der umgebenden Landschaft bereits das Gefühl, deutlich abseits der Hauptstrecken unterwegs zu sein. Dieser Teil der Strecke ist unserer Meinung nach durchaus mit einem normalen Wohnmobil fahrbar.
Über die Fv581 durch die Berge
Wir folgen der Fv581 über die Gravel Roads bis zu diesem Punkt:
Koordinaten Ende unseres ersten Gravel-Abschnitts:
📍 61.8062, 11.7069
Die Strecke führt weit nach Westen, bevor unsere Route anschließend wieder in Richtung Femund und Jyltingsmarka schwenkt. Mit unserem Wohnmobil kommen wir auf diesem Abschnitt problemlos zurecht.
Wie bei allen Gravel Roads in Norwegen gilt für uns trotzdem: Wir fahren deutlich defensiver als auf Asphalt. Schlaglöcher, loser Schotter und ausgewaschene Stellen können sich nach Regen, Frost oder Straßenarbeiten verändern. Die Bedingungen, die wir erlebt haben, sind deshalb immer nur eine Momentaufnahme.
Nach diesem ersten Gravel-Abenteuer geht es zunächst auf normalen Straßen weiter.
Zurück nach Osten Richtung Femund
Unsere weitere Route führt uns schließlich zu diesem Punkt:
Koordinaten Abzweigung von der Hauptstraße:
📍 61.8771, 12.1490
Hier verlassen wir die größere Straße wieder und wechseln erneut auf Gravel.
Die Landschaft wird zunehmend einsamer. Gleichzeitig nähern wir uns jetzt der Jyltingsmarka – einem Gebiet nordöstlich von Drevsjø mit mehreren dicht beieinanderliegenden Seen und kurzen Wasserläufen. Ein Netz aus Waldstraßen erschließt Teile dieser Region und ermöglicht den Zugang zu verschiedenen Gewässern.
Genau deshalb sind wir hier: Am nächsten Morgen wollen wir eines dieser Gewässersysteme mit unserem Kanu erkunden.
Die letzten Kilometer werden deutlich schmaler
Zunächst lässt sich die Gravel Road noch entspannt fahren. An der nächsten Abzweigung ändert sich der Charakter der Zufahrt jedoch.
Koordinaten Abzweigung Richtung Kanueinstieg:
📍 61.9333, 12.1334
Hier biegen wir nach Nordwesten ab. Ab jetzt wird die Straße für große Wohnmobile wesentlich interessanter.
Die letzten Kilometer sind einspurig und besitzen nur wenige Möglichkeiten zum Ausweichen. Kommt Gegenverkehr, kann es deshalb notwendig werden, bis zu einer geeigneten Stelle zurückzusetzen. Gerade mit einem langen Wohnmobil sollte man das berücksichtigen, bevor man hier hineinfährt.
Mit unserem 6,80 Meter langen und 3,70 Meter hohen 4×4-Wohnmobil kommen wir gut durch. Trotzdem würden wir die letzten Kilometer nicht pauschal für jedes Reisemobil empfehlen. Besonders mit sehr langen Fahrzeugen oder einem Wohnmobil mit großem Hecküberhang wird das Rangieren bei Gegenverkehr schnell unangenehm.
Auch für ein Gespann mit Wohnwagen ist diese Zufahrt aus unserer Sicht keine gute Wahl.
Braucht man für die Strecke einen 4×4?
Auf den langen Gravel-Abschnitten der Fv581 ist ein Allradfahrzeug nach unserer Erfahrung nicht grundsätzlich erforderlich. Es handelt sich um eine reguläre Schotterstraße und nicht um eine Offroad-Piste.
Anders bewerten wir die letzten Kilometer zum Kanueinstieg. Auch hier ist Allrad bei trockenen und guten Bedingungen nicht unbedingt notwendig. Entscheidend sind aber Fahrzeuggröße, Bodenfreiheit, Wetter und der aktuelle Zustand der Straße.
Wir sind mit unserem 4×4 entspannt unterwegs und haben ausreichend Reserven. Das bedeutet aber nicht, dass jedes große Wohnmobil diese Strecke problemlos fahren kann. Bei Nässe, ausgewaschenen Passagen oder Gegenverkehr kann sich die Situation deutlich verändern.
Angekommen am Kanueinstieg
Schließlich erreichen wir unser Ziel direkt am Wasser.
Koordinaten Kanueinstieg:
📍 61.9572, 12.1060
Der Platz liegt am Glen und bietet einen sehr guten Zugang zum Wasser. Die Jyltingsmarka besteht aus mehreren kleineren Seen und kurzen verbindenden Wasserläufen und eignet sich deshalb besonders gut zum Paddeln. Die regionalen Informationen nennen Glen ebenfalls ausdrücklich als Ausgangspunkt für Kanutouren. Destinasjon Femund Engerdal
Für uns endet der Fahrtag hier. Wir bleiben am Einbootpunkt über Nacht und können deshalb am nächsten Morgen ohne weitere Anfahrt direkt mit dem Kanu starten.
Beim Übernachten gilt für uns wie immer: Wir achten auf die aktuelle Beschilderung und darauf, ob das Abstellen beziehungsweise Übernachten mit dem Wohnmobil an der jeweiligen Stelle zulässig ist. Aus einem geeigneten Parkplatz machen wir außerdem keinen Campingplatz – Markise, Möbel und ähnliches bleiben eingepackt.
Am nächsten Morgen geht es aufs Wasser
Nach der Nacht am Glen tauschen wir Lenkrad gegen Paddel. Direkt vom Übernachtungsplatz setzen wir unser Kanu ins Wasser und starten zu unserer Halbtagestour durch die Jyltingsmarka.
Dabei paddeln wir über kleine Seen und durch schmale Wasserläufe, passieren eine kleine Stromschnelle und erreichen schließlich eine kleine Insel, die wir für unser Picknick nutzen. Dort endet unsere Tour allerdings mit einem ziemlich teuren Missgeschick: Beim Anlegen kentern wir und meine Canon EOS R6 verschwindet mitsamt Speicherkarte im Wasser.
Die komplette Route mit allen Koordinaten findest Du hier:
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Die Gegend rund um den Femund gehört für uns zu den schönsten Regionen Norwegens für Touren in der Natur. Wer...
Unser Fazit zur Gravel-Route in die Jyltingsmarka
Die Anfahrt in die Jyltingsmarka ist für uns weit mehr als nur der Weg zum Start einer Kanutour. Schon die Fv581 bringt uns über lange Gravel-Abschnitte durch eine einsame Landschaft, bevor wir uns später über immer kleinere Straßen unserem Ziel am Glen nähern.
Die letzten Kilometer sollte man mit einem großen Wohnmobil allerdings nicht unterschätzen. Die Straße wird einspurig, Ausweichmöglichkeiten sind selten und bei Gegenverkehr kann Rangieren notwendig werden. Mit unserem 6,80 Meter langen 4×4 kommen wir gut durch, für deutlich längere Reisemobile und Wohnwagengespanne würden wir diese letzte Zufahrt nicht wählen.
Die Kombination macht die Tour für uns besonders: erst Gravel Roads durch die norwegische Landschaft, direkt am Wasser übernachten und am nächsten Morgen mit dem Kanu weiter. Genau für solche Erlebnisse sind wir mit unserem Wohnmobil unterwegs.
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