Der Färnebofjärden Nationalpark lässt sich zu Fuß erkunden, doch für uns zeigt er seinen eigentlichen Charakter erst vom Wasser aus. Zwischen bewaldeten Inseln, kleinen Kanälen und den weiten Wasserflächen des Dalälven bekommst Du vom Kanu aus einen völlig anderen Eindruck von dieser besonderen Flusslandschaft.
Wir haben hier eine schöne Halbtagestour mit unseren Kanus unternommen. Unsere Runde beginnt an einer kleinen Einsetzstelle westlich des Nationalparks, führt zunächst nach Osten, durch einen schmaleren Kanal und anschließend nach Süden zu einem überdachten Rastplatz. Nach unserer Picknickpause paddeln wir in nordwestlicher Richtung zurück zum Ausgangspunkt.
Die Tour ist nicht besonders lang und lässt genügend Zeit für Pausen. Genau das gefällt uns: Statt möglichst viele Kilometer zurückzulegen, können wir die Landschaft vom Wasser aus in Ruhe genießen.
Die Streckenlänge ist eine Näherung anhand unserer Route und kein Wert aus einem aufgezeichneten GPS-Track.
Färnebofjärden mit dem Kanu erleben
Der Färnebofjärden ist wie geschaffen dafür, ihn vom Wasser aus zu entdecken. Der Nationalpark liegt am Nedre Dalälven und umfasst eine außergewöhnliche Fluss- und Seenlandschaft mit mehr als 200 Inseln und Schären.
Vom Ufer aus bekommst Du davon nur einen Teil zu sehen. Im Kanu bewegst Du Dich dagegen mitten durch diese Landschaft und kannst kleine Wasserwege nutzen, an bewaldeten Inseln vorbeipaddeln und Dir immer wieder Zeit für eine Pause nehmen.
Wir haben den Färnebofjärden inzwischen auch zu Fuß rund um Gysinge kennengelernt. Unsere kurze Rundwanderung, die alten Eisenbahnbrücken und die Stromschnellen zeigen eine Seite des Gebietes. Die Kanutour vermittelt dagegen einen ganz anderen Eindruck von der Größe und dem Wasserreichtum der Landschaft.
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Der Färnebofjärden Nationalpark gehört für uns zu den Nationalparks in Schweden, die man leicht unterschätzen kann. Es gibt hier keine...
Unser Einstieg für die Kanutour
Wir starten nicht an einem der großen Nationalpark-Eingänge, sondern an einer kleinen Stelle am Wasser, die sich für unsere Tour gut eignet.
Koordinaten Einstieg:
📍 60.2535, 16.7941
Hier gibt es nur begrenzten Platz. Nach unserer Erfahrung können etwa ein bis zwei Fahrzeuge abgestellt werden. Gerade deshalb würden wir den Einstieg nicht als großen offiziellen Parkplatz bezeichnen.
Für unsere Kanus war die Stelle praktisch, weil das Ufer hier flach genug zum Einsetzen ist. Wir können die Boote direkt ans Wasser bringen, beladen und ohne große Umstände lospaddeln.
Wenn Du die Tour nachfahren möchtest, solltest Du besonders darauf achten, dass Zufahrten nicht blockiert werden und sich die Situation vor Ort seit unserem Besuch verändert haben kann.
Etappe 1: Vom Einstieg nach Osten
Vom Startpunkt paddeln wir zunächst in östlicher Richtung. Schon dieser erste Abschnitt zeigt, warum uns Kanufahren im Färnebofjärden so gut gefällt.
Statt einer klassischen Flusstour mit klar definiertem Flussbett bewegen wir uns durch eine Landschaft, in der Wasser, Ufer und Inseln ineinandergreifen. Dadurch wirkt die Tour abwechslungsreicher, obwohl die Entfernungen überschaubar bleiben.
Unser erster Orientierungspunkt liegt hier:
Koordinaten erster Orientierungspunkt:
📍 60.2498, 16.8178
Bis hierher sind es in direkter Linie vom Einstieg ungefähr 1,4 Kilometer. Beim Paddeln fällt die Strecke durch den tatsächlichen Verlauf natürlich etwas länger aus.
Etappe 2: Durch den Kanal
Anschließend kommt einer der Abschnitte, die uns bei dieser Runde besonders gefallen haben. Wir fahren weiter nach Osten und nutzen dabei einen schmaleren Kanal.
Unser nächster Orientierungspunkt ist:
Koordinaten Ende der Kanalpassage:
📍 60.2490, 16.8229
Gerade solche Passagen machen für uns den Reiz einer Kanutour aus. Auf den offenen Wasserflächen bekommst Du einen Eindruck von der Weite des Färnebofjärden, während sich die Atmosphäre in den kleineren Wasserwegen komplett verändert.
Du solltest Dich bei solchen Passagen allerdings nie ausschließlich auf unsere Koordinaten verlassen. Wasserstand, Vegetation und andere Bedingungen können sich verändern. Eine aktuelle Karte beziehungsweise Offline-Karte gehört für uns deshalb immer mit ins Boot.
Etappe 3: Nach Süden zum Rastplatz
Nach dem Kanal ändern wir die Richtung und paddeln nach Süden. Unser nächstes Ziel ist ein überdachter Rastplatz am Wasser.
Koordinaten Rastplatz:
📍 60.2385, 16.8145
Der Platz eignet sich hervorragend für eine längere Pause. Es gibt eine überdachte Schutz- beziehungsweise Übernachtungsmöglichkeit und eine vorbereitete Feuerstelle.
Wir haben hier unsere Picknickpause gemacht. Bei einer Halbtagestour würden wir ohnehin nicht versuchen, möglichst schnell wieder am Ausgangspunkt anzukommen. Ein solcher Platz am Wasser gehört für uns zum Erlebnis dazu.
Dass hier eine Feuerstelle vorhanden ist, bedeutet nicht automatisch, dass Du jederzeit Feuer machen darfst. Bei Trockenheit können zusätzliche Einschränkungen gelten.
Etappe 4: Zurück zum Ausgangspunkt
Nach unserer Pause machen wir uns auf den Rückweg. Vom Rastplatz paddeln wir in nordwestlicher Richtung zurück zur Einsetzstelle.
Dieser letzte Abschnitt schließt die Runde, sodass wir kein zweites Fahrzeug benötigen und auch keinen Rücktransport der Kanus organisieren müssen. Gerade für eine spontane Tagestour finden wir Rundtouren deshalb besonders praktisch.
Am Ende erreichen wir wieder unseren kleinen Einstieg bei:
Koordinaten Start und Ziel:
📍 60.2535, 16.7941
Für die gesamte Runde solltest Du ungefähr einen halben Tag einplanen. Die reine Paddelzeit ist natürlich kürzer. Wir würden aber genügend Zeit für die Picknickpause und kleinere Stopps unterwegs vorsehen.
Unsere Ausrüstung fürs Kanufahren
Auch bei einer kurzen Tour macht die richtige Ausrüstung das Paddeln deutlich entspannter. Neben Schwimmweste und wasserdichter Aufbewahrung gehören bei uns einige Dinge inzwischen auf jede Kanutour – von Kleidung und Verpflegung bis zur Sicherheitsausrüstung. Was wir tatsächlich mitnehmen und was sich bei unseren Touren bewährt hat, findest Du in unserer Kanu-Packliste mit unserer kompletten Ausrüstung.
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Eine Kanutour durch Skandinavien ist für uns eine der schönsten Möglichkeiten, den hohen Norden abseits der Straßen zu erleben. In...
Wie schwierig ist unsere Kanutour?
Die Distanz beträgt ca- 5-6 Kilometer. Strömung und möglicher Gegenwind können die Tour jedoch deutlich anspruchsvoller gestalten, als es die reine Kilometerzahl vermuten läßt.
Bei ruhigen Bedingungen ist die überschaubare Distanz ein Vorteil. Trotzdem befindest Du Dich auf einem großen Gewässersystem. Wind kann offene Wasserflächen deutlich unangenehmer machen, und im Färnebofjärden gibt es Bereiche mit kräftiger Strömung und Stromschnellen.
Wir waren etwa einen halben Tag unterwegs und haben die Tour als mittelschwer empfunden.
Was nehmen wir auf eine Halbtagestour mit?
Auch bei einer relativ kurzen Tour gehen wir nicht völlig unvorbereitet aufs Wasser. Eine Schwimmweste gehört für uns selbstverständlich dazu. Smartphone und andere empfindliche Gegenstände verstauen wir wasserdicht.
Zusätzlich nehmen wir Getränke, etwas zu essen und je nach Wetter passende Kleidung mit. Gerade auf dem Wasser kann es kühler und windiger sein als am geschützten Ufer. Ein zweiter Satz wasserdicht verpackter Kleidung und Schuhe mit gepolsterter Sohle sind für uns essentiell.
Eine Offline-Karte auf dem Smartphone ist ebenfalls sinnvoll. Die vielen Inseln und Wasserarme können dafür sorgen, dass die Orientierung vom Kanu aus weniger eindeutig ist, als die Karte zunächst vermuten lässt.
Vogelschutzgebiete unbedingt beachten
Wenn Du im Färnebofjärden paddelst, solltest Du Dich vor Deiner Tour über die aktuellen Schutzbereiche informieren. Teile des Nationalparks sind wichtige Brutgebiete für Vögel.
Zwischen 1. Januar und 31. Juli gilt deshalb in bestimmten gekennzeichneten Bereichen ein Zutrittsverbot. Das betrifft nicht nur das Betreten der Inseln. Bei entsprechend geschützten Inseln darfst Du Dich in dieser Zeit auch auf dem Wasser nicht bis auf weniger als 100 Meter nähern.
Vor Ort weisen Schilder und während der Schutzperiode auch Markierungen auf dem Wasser auf entsprechende Bereiche hin. Für uns gehört deshalb neben Wetter und Wind auch die aktuelle Nationalparkkarte zur Tourvorbereitung.
Ohnehin ist es im Färnebofjärden Nationalpark kaum möglich, durch die breiten Schilfgürtel und Sumpfbereiche, vom Boot ans Ufer zu kommen. Plane Deine Pausen daher gut vor.
Feuer und Übernachten im Färnebofjärden
Im Nationalpark darfst Du nicht einfach an beliebiger Stelle ein Lagerfeuer machen. Feuer ist nur an den dafür vorgesehenen Feuerstellen erlaubt. Das gilt auch dann, wenn Du mit dem Kanu problemlos an vielen Uferstellen anlanden könntest.
Ähnliches gilt für Übernachtungen. Zelten beziehungsweise das Errichten eines Windschutzes ist nur an ausgewiesenen Stellen gestattet. Im Nationalpark gibt es dafür verschiedene Rastplätze, Windschutzhütten und Übernachtungsmöglichkeiten.
Unser Rastplatz bei 60.2385, 16.8145 wäre daher auch für eine längere Tour interessant. Wir haben ihn auf dieser Runde allerdings ausschließlich für unsere Picknickpause genutzt.
➡️ Wenn Du mehrere Tage am Färnebofjärden verbringen möchtest, kannst Du die Region auch von einem Campingplatz aus erkunden. Wir haben selbst auf der Schwedenpause am Färnebofjärden übernachtet, die direkt am Dalälven liegt und sich besonders für Reisende eignet, die gerne auf dem Wasser unterwegs sind.
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Direkt am Dalälven und nur einen Katzensprung vom Färnebofjärden Nationalpark entfernt liegt ein Campingplatz, an den wir uns auch viele...
Wann würden wir die Tour fahren?
Für unsere Runde würden wir einen Tag mit möglichst wenig Wind wählen. Gerade weil Teile der Strecke über offenere Wasserflächen führen, macht das einen deutlichen Unterschied.
Auch den Wasserstand würden wir berücksichtigen. In einem Flusssystem wie dem Dalälven verändern Hoch- und Niedrigwasser nicht nur die Strömung, sondern können auch kleinere Durchfahrten beeinflussen.
Wenn die Bedingungen nicht passen, dann such Dir lieber eine andere Freizeitbeschäftigung für den Tag aus. Der große Vorteil am Färnebofjärden ist schließlich, dass es genügend Alternativen gibt. Rund um Gysinge kannst Du beispielsweise wandern und die alten Brücken über den Dalälven erkunden.
Unser Fazit zur Kanutour im Färnebofjärden
Unsere Halbtagestour ist für uns eine schöne Möglichkeit, den Färnebofjärden abseits der Wanderwege kennenzulernen. Sie ist überschaubar genug, um daraus keinen sportlichen Tagesmarathon zu machen, führt aber trotzdem durch unterschiedliche Bereiche der Flusslandschaft.
Besonders gefallen hat uns die Kombination aus offenerem Wasser, der schmaleren Kanalpassage und dem überdachten Rastplatz. Dort eine Picknickpause einzulegen und anschließend in einer Runde zum Ausgangspunkt zurückzupaddeln, macht die Tour für uns besonders entspannt.
Wenn Du den Färnebofjärden Nationalpark besuchst und ein eigenes Kanu oder Kajak dabeihast, ist das Wasser für uns eine der schönsten Möglichkeiten, die Landschaft zu erleben. Für einen ersten Eindruck eignet sich unsere Halbtagestour gut – vorausgesetzt, Wetter, Wasserstand und die aktuellen Schutzbestimmungen passen.
Wenn Du den Nationalpark zusätzlich zu Fuß kennenlernen möchtest, findest Du in unserem Färnebofjärden-Nationalpark-Artikel unsere Erfahrungen rund um Gysinge mit Wohnmobilstellplätzen, einer kurzen Wanderung und den alten Eisenbahnbrücken.
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