Der Sonfjället Nationalpark im schwedischen Härjedalen ist für zwei Dinge bekannt: seine einsame Fjälllandschaft und seine Braunbären. Tatsächlich gehört das Gebiet zu den Regionen Schwedens, in denen Du besonders gute Chancen hast, zumindest Spuren der Tiere zu entdecken.
Wir sind vom Haupteingang bei Nyvallen zu einer Rundwanderung in den Nationalpark gestartet. Dabei ging es durch alte Wälder und hinauf ins Fjäll – immer mit dem Wissen, dass irgendwo in dieser Landschaft Braunbären unterwegs sein können.
In diesem Beitrag zeigen wir Dir unsere Wanderung im Sonfjället Nationalpark, erklären die Anfahrt nach Nyvallen und geben Dir Tipps für Deine Tour. Außerdem erfährst Du, wie realistisch es tatsächlich ist, im Sonfjället einen Bären zu sehen.
Sonfjället Nationalpark: Die wichtigsten Fakten
Im Nationalpark gibt es mehrere markierte Wanderwege – von kurzen Touren bis zu anspruchsvolleren Tageswanderungen.
Nyvallen ist im Sommer der wichtigste Ausgangspunkt und Startpunkt mehrerer Wanderwege.
Im Sonfjället leben Braunbären. Spuren sind deutlich leichter zu entdecken als die Tiere selbst.
Im Herbst können die Chancen auf eine Sichtung in guten Beerenjahren steigen. Garantieren lässt sich eine Begegnung natürlich nicht.
Nyvallen erreichst Du im Sommer von Hedeviken aus über eine rund 16 Kilometer lange Zufahrtsstraße.
Die Straße nach Nyvallen wird im Winter nicht geräumt. Dann ist Nysätern der bessere Ausgangspunkt.
Bei Nyvallen befindet sich Naturinformation Sonfjället mit Informationen über Natur, Tiere und Nationalpark.
Weitere Zugänge zum Nationalpark gibt es bei Nysätern, Dalsvallen und Valmen.
Fakten zum Sonfjället Nationalpark: Einer der ältesten in Europa
Bergmassiv Sonfjället
Die Geologie
Flora und Fauna: Im Revier der schwedischen Braunbären
Bären und Beeren
Besonders faszinierend ist jedoch die Tierwelt des Gebiets. Der Park ist über die Landesgrenzen hinaus für seine hohe Dichte an Braunbären bekannt. Es wird geschätzt, dass nirgendwo sonst in Schweden die Population dieser großen Raubtiere dichter ist als rund um dieses Bergmassiv. Im späten Sommer und im Herbst ziehen die Bären aus den dichten Wäldern hinauf an die Berghänge. Der Grund dafür ist das immense Angebot an Beeren. Die Hänge sind dann übersät mit Blaubeeren und Krähenbeeren, die den Tieren dabei helfen, sich die nötigen Fettreserven für den Winterschlaf anzufressen.
Obwohl die Population groß ist, gehören Bären zu den scheuen Tieren. Die Wahrscheinlichkeit, auf einer Wanderung tatsächlich einen Bären zu Gesicht zu bekommen, ist relativ gering, da sie menschliche Geräusche früh wahrnehmen und meistens das Weite suchen. Dennoch verleiht das Wissen um ihre Präsenz jeder Tour einen gewissen Hauch von Abenteuer. Wir empfehlen, sich während des Gehens normal zu unterhalten, um Tiere nicht zu überraschen.
Elche, Luchse und Vielfraße
🚐 Anfahrt und Parkplatz am Sonfjället bei Nyvallen
Nyvallen ist der Haupteingang des Sonfjället Nationalparks und für die meisten Besucher der beste Ausgangspunkt zum Wandern.
Von Hedeviken führt eine rund 16 Kilometer lange Straße bis zur Nyvallens fäbod. Am Ende der Straße findest Du den Parkplatz, die Naturinformation Sonfjället und die Ausgangspunkte mehrerer Wanderwege.
Wir sind ebenfalls mit dem Wohnmobil nach Nyvallen gefahren und von hier zu unserer Rundwanderung gestartet.
Direkt am Parkplatz gibt es außerdem einen Rastplatz mit Feuerstelle. Die Informationshütte ist normalerweise von Mittsommer bis Ende September geöffnet.
Wichtig für Touren außerhalb des Sommers: Die Straße nach Nyvallen wird im Winter nicht geräumt und ist meist erst wieder ein Stück weit im Juni befahrbar, wenn Schnee und Tauperiode vorbei sind. Für Wintertouren ist Nysätern der geeignetere Zugang.
Gravelroad nach Nyvallen
Übernachten am Ausgangspunkt
Absolute Stille und kühle Bergluft
Unsere Wanderung im Sonfjället Nationalpark
Der Auftakt an der historischen Almhütte
Hinauf in die Zone der Fjällbirken
Auf das Bermassiv
Unterwegs auf dem alpinen Plateau
Mittagspause
Der Abstieg über Geröllfelder ins Beerenparadies
Vorsicht beim Abstieg!
Lockerer Weg zurück
Ausrüstung und Tourenplanung für den Nationalpark
- Festes Schuhwerk: Aufgrund des hohen Anteils an grobem Geröll und feuchten Wurzelwegen sind knöchelhohe, wasserdichte Bergstiefel hier absolute Pflicht. Leichte Trailrunner geraten in diesem Gelände schnell an ihre Grenzen.
- Wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip: Selbst im Juli kann die Temperatur auf dem Plateau bei starkem Wind in den einstelligen Bereich fallen. Eine wind- und wasserdichte Hardshell-Jacke gehört ebenso in den Rucksack wie eine wärmende Isolationsschicht.
- Ausreichende Proviant- und Wasserversorgung: Es gibt keine Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke. Wasser lässt sich zwar an klaren, schnell fließenden Gebirgsbächen oberhalb der Baumgrenze nachfüllen, ein Basisvorrat von zwei Litern sollte beim Start jedoch vorhanden sein.
- Kartenmaterial und Navigation: Verlasse Dich nicht ausschließlich auf digitale Karten, da der Handyempfang im Park sehr lückenhaft ist. Ein GPS-Gerät mit Offline-Karten oder eine klassische topografische Karte der Region sind essenziell. Bei Nebel bist Du zweiter Sieger!
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Verhaltensregeln im Sonfjället-Nationalpark
- Bleib auf markierten Wegen, besonders in empfindlichen Bereichen oberhalb der Baumgrenze; so schützt Du Vegetation und reduzierst Erosion.
- Nimm sämtlichen Müll wieder mit, auch organische Reste; was „biologisch“ wirkt, verändert dennoch das Verhalten von Wildtieren.
- Begegne Wildtieren mit Abstand und Ruhe; im bärenreichen Gebiet bedeutet das: nicht anschleichen, keine Tiere füttern, keine Essensreste offen liegen lassen.
- Mach Dich bemerkbar, wenn die Sicht schlecht ist (Wind, dichter Wald); normales Sprechen hilft, Tiere nicht zu überraschen.
- Nutze vorhandene Infrastruktur: Am Startpunkt Nyvallen gibt es Basis-Einrichtungen wie Trockentoiletten und eine ausgewiesene Feuerstelle, die Du respektvoll und nur gemäß Beschilderung nutzt.
- Halte die Nacht am Parkplatz/Startpunkt möglichst „low impact“: keine laute Musik, keine großflächigen Camps, und am Morgen den Platz so verlassen, als wärst Du nie da gewesen.
- Respektiere das absolute Drohnenverbot im Nationalpark!
- Hunde müssen an die Leine.
✅ Unser Fazit zum Sonfjället Nationalpark
Der Sonfjället Nationalpark hat uns vor allem wegen seiner ruhigen, ursprünglichen Fjälllandschaft gefallen. Vom Haupteingang bei Nyvallen kannst Du direkt zu verschiedenen Wanderungen starten und schon nach kurzer Zeit bist Du mitten in einer Landschaft aus Wald, Fjäll und weiten Hochflächen unterwegs.
Natürlich macht auch das Wissen, dass hier Braunbären leben, die Wanderung besonders. Eine Sichtung solltest Du aber nicht erwarten – schon Bärenspuren unterwegs zu entdecken, gehört für uns zum Erlebnis Sonfjället.
Wenn Du im Härjedalen unterwegs bist und gerne wanderst, würden wir den Nationalpark auf jeden Fall einplanen.
ℹ️ Wenn Du weitere Wanderungen und Naturerlebnisse suchst, findest Du sie in unserem Outdoor-Guide für Schweden.
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