Die Gegend rund um den Femund gehört für uns zu den schönsten Regionen Norwegens für Touren in der Natur. Wer mit dem Kanu unterwegs ist, muss dabei nicht unbedingt auf den großen Femund hinaus. Östlich des Sees liegt mit der Jyltingsmarka eine Landschaft aus kleineren Seen und Wasserläufen, die sich hervorragend mit dem Kanu erkunden lässt.
Wir haben hier eine abwechslungsreiche Halbtagestour unternommen, bei der wir mehrere Gewässer über kleine Bachläufe und Kanäle miteinander verbunden haben. Unterwegs gibt es eine kleine Stromschnelle, einen Abschnitt gegen die Strömung und eine kleine Insel, die sich perfekt für eine Pause eignet. Genau dort nahm unsere Tour allerdings eine ziemlich unerwartete Wendung: Seitdem liegt meine Canon EOS R6 mitsamt Speicherkarte irgendwo im Wasser vor der Insel.
Kanufahren in der Jyltingsmarka bei Femund
Die Jyltingsmarka liegt östlich des Femund und ist eine interessante Alternative zum Paddeln auf den großen Seen der Region. Statt langer Strecken über offene Wasserflächen besteht die Landschaft hier aus kleineren Seen und miteinander verbundenen Wasserläufen. Auch die regionale Tourismusorganisation empfiehlt das Gebiet für kürzere Kanu- und Familientouren.
Uns gefällt gerade dieser Wechsel. Mal paddeln wir über eine offene Wasserfläche, wenig später wird das Kanu durch einen schmalen Bachlauf gesteuert. Unsere Halbtagestour nutzt mehrere dieser natürlichen Verbindungen und lässt sich auf demselben Weg wieder zurückpaddeln.
Einstieg in unsere Kanutour
Unser Kanu setzen wir an einer Stelle ein, an der das Ufer einen unkomplizierten Zugang zum Wasser ermöglicht.
Koordinaten Einstieg:
📍 61.9572, 12.1060
Die Anfahrt bis hierher ist allerdings ein eigenes Thema. Deshalb beschreiben wir sie ausführlich in einem separaten Beitrag und konzentrieren uns hier ausschließlich auf die Kanutour.
Nach dem Einsetzen paddeln wir zunächst in nordöstlicher Richtung. Die erste Etappe über das ruhige Wasser ist kurz. Schon bald erreichen wir den Beginn eines kleinen Bachlaufs.
Durch den ersten Bachlauf und die kleine Stromschnelle
Der erste schmale Wasserlauf beginnt an dieser Stelle:
Koordinaten Beginn des Bachlaufs:
📍 61.9598, 12.1106
Gleich am Anfang wartet eine kleine Stromschnelle. Auf dem Hinweg folgen wir hier der Fließrichtung. Danach führt uns der Bach weiter leicht flussabwärts durch die Landschaft.
Gerade dieser Abschnitt macht die Tour für uns interessanter als eine reine Runde auf einem See. Der Wasserlauf ist klein, die Umgebung wirkt deutlich enger und ursprünglicher und das Paddeln bekommt durch die leichte Strömung einen ganz anderen Charakter.
Der Bach mündet schließlich in den nächsten See.
Koordinaten Mündung in den See:
📍 61.9649, 12.1180
Spätestens hier sollte man sich auch den Rückweg vor Augen halten. Was auf dem Hinweg entspannt flussabwärts geht, muss später in umgekehrter Richtung wieder bewältigt werden. Wir paddeln den Bach auf dem Rückweg gegen die leichte Strömung zurück.
Die kleine Stromschnelle fahren wir flussaufwärts nicht mit dem Kanu hoch. Dort steigen wir aus und tragen das Kanu an der kurzen Passage vorbei.
Über den See zum nächsten Kanal
Nach der Mündung des Bachs öffnet sich die Landschaft wieder und wir überqueren den See in nordöstlicher Richtung. Am gegenüberliegenden Bereich erreichen wir den nächsten schmalen Wasserlauf.
Koordinaten Beginn des zweiten Kanals:
📍 61.9687, 12.1306
Hier verändert sich die Tour erneut. Vom offenen See geht es wieder in einen schmaleren Kanal und leicht flussabwärts weiter. Solche Übergänge zwischen See und Wasserlauf machen für uns den besonderen Reiz dieser Tour aus.
Die Strömung ist gleichzeitig ein guter Hinweis darauf, dass der Rückweg etwas mehr Kraft kostet als der Hinweg. Schließlich müssen alle Abschnitte, die wir jetzt flussabwärts paddeln, später wieder in Gegenrichtung bewältigt werden.
Picknick auf einer kleinen Insel
Unser Ziel ist eine kleine Insel, die sich gut für eine Pause eignet.
Koordinaten Picknickinsel:
📍 61.9672, 12.1414
Hier legen wir an, ziehen das Kanu aus dem Wasser und machen Pause. Für eine Halbtagestour ist die Insel für uns ein idealer Wendepunkt: Bis hierher bietet die Strecke genügend Abwechslung, ohne dass daraus gleich eine ganztägige Unternehmung wird.
Etwas zu essen und ausreichend zu trinken nehmen wir natürlich mit. Gerade bei Outdoor-Touren verlassen wir uns nicht darauf, unterwegs problemlos geeignetes Trinkwasser zu finden oder aufzubereiten.
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Skandinaviens Gewässer wirken wie aus einem Traum: glasklare Fjällseen, eiskalte Bergbäche und endlose Schären mit türkisfarbenem Wasser. Viele Wanderer greifen...
Und dann versenke ich meine Canon EOS R6
An diese Insel werde ich mich vermutlich noch sehr lange erinnern – allerdings nicht nur wegen unseres Picknicks.
Beim Ablegen kentern wir mit dem Kanu aufgrund einer unbedachten Bewegung: Beim Abstossen vom Ufer bekamen wir das Übergewicht (das Boot hatte etwas Luft verloren). Dabei fällt meine Canon EOS R6 ins Wasser. Besonders ärgerlich: In der Kamera steckt eine gefüllte Speicherkarte mit unseren Bildern.
Die Kamera sinkt unmittelbar im ufernahen Bereich vor der Insel. Obwohl ich anschließend nach ihr suche, kann ich sie im Wasser nicht mehr finden. Und so liegt meine Canon EOS R6 vermutlich noch heute irgendwo dort auf dem Grund.
Koordinaten der Insel:
📍 61.9672, 12.1414
Falls Du diese Tour irgendwann selbst paddelst und beim Anlegen tatsächlich eine Canon EOS R6 im Wasser findest, würde ich mich riesig über eine Nachricht freuen. Die Kamera dürfte nach der langen Zeit unter Wasser kaum noch interessant sein – die Speicherkarte und vor allem die darauf gespeicherten Bilder hätte ich aber sehr gerne zurück.
Vielleicht liest diesen Beitrag irgendwann genau die richtige Person und die Speicherkarte findet auf ziemlich ungewöhnlichem Weg doch noch zu uns zurück.
Genaue Koordinaten der Kenterung:
📍 61.967225, 12.141414
Welche Ausrüstung nehmen wir mit?
➡️ Der Vorfall hat uns wieder gezeigt, wie wichtig die richtige Ausrüstung bei solchen Unternehmungen im Norden ist. Wir waren sehr froh, über unser zweites Set trockener Kleidung, die wir wasserdicht verpackt immer mitführen. Auch ein Lagerfeuer war in diesem Fall sehr hilfreich. Was wir sonst noch auf Kanutouren dabei haben, kannst Du in diesem Beitrag nachlesen:
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Eine Kanutour durch Skandinavien ist für uns eine der schönsten Möglichkeiten, den hohen Norden abseits der Straßen zu erleben. In...
Und ja: Eine teure Kamera würden wir nach dieser Tour erst recht nicht mehr ungesichert im Kanu transportieren.
Der Rückweg: Jetzt geht es gegen die Strömung
Nach der Pause paddeln wir auf derselben Strecke zurück. Einen Rundkurs gibt es bei unserer Tour nicht.
Zunächst geht es durch den schmalen Kanal zurück und anschließend wieder über den See. Danach erreichen wir die Mündung des ersten Bachlaufs bei 61.9649, 12.1180. Von hier paddeln wir flussaufwärts zurück Richtung Ausgangspunkt.
Der Rückweg erfordert dadurch etwas mehr Kraft als der Hinweg. Vor der kleinen Stromschnelle steigen wir aus und tragen das Kanu an der Passage vorbei. Danach ist es nur noch ein kurzes Stück zurück zum Einstieg.
Für wen eignet sich unsere Jyltingsmarka Kanutour?
Die Tour gefällt uns vor allem wegen ihrer Abwechslung. Statt mehrere Stunden über denselben großen See zu paddeln, wechseln sich offene Wasserflächen mit kleinen Bachläufen und schmalen Kanälen ab. Gleichzeitig lässt sich die Strecke gut als Halbtagestour unternehmen.
Etwas Erfahrung beim Steuern eines Kanus ist dennoch hilfreich. Strömung, Wasserstand und Wetter können die Bedingungen verändern, und spätestens auf dem Rückweg muss ein Teil der Strecke gegen die Strömung gepaddelt werden. Die kleine Stromschnelle umgehen wir auf dem Rückweg durch Umtragen.
Unser Fazit zur Kanutour in der Jyltingsmarka
Unsere Tour durch die Jyltingsmarka zeigt, dass es rund um den Femund nicht immer die großen Seen sein müssen. Kleine Gewässer, schmale Bachläufe und die kurze Stromschnelle sorgen auf relativ überschaubarer Strecke für viel Abwechslung. Die kleine Insel eignet sich hervorragend als Ziel für eine Pause, bevor es auf demselben Weg zurückgeht.
Für uns bleibt diese Halbtagestour allerdings auch wegen unseres unfreiwilligen Badestopps unvergesslich. Vielleicht liegt meine Canon EOS R6 noch viele Jahre vor der kleinen Insel – vielleicht findet sie aber irgendwann tatsächlich jemand. Falls das ausgerechnet Du bist: Bitte melde Dich bei uns.
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Der Färnebofjärden Nationalpark lässt sich zu Fuß erkunden, doch für uns zeigt er seinen eigentlichen Charakter erst vom Wasser aus....

Schweden und Kanufahren gehören für uns einfach zusammen. Zwischen Wäldern, kleinen Inseln und unzähligen Seen findest Du gerade abseits der...
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