Vøringsfossen in Norwegen: Wasserfall an der Hardangervidda

Der Vøringsfossen gehört zu den bekanntesten Wasserfällen Norwegens – und spätestens wenn Du am Rand des Måbødalen stehst, verstehst Du auch warum. Das Wasser des Bjoreio stürzt von der Hardangervidda in eine gewaltige Schlucht, während sich rund um den Wasserfall mehrere Aussichtspunkte verteilen. Inzwischen kannst Du den Vøringsfossen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erleben und sogar über eine spektakuläre Treppenbrücke oberhalb des Wasserfalls gehen.

Für uns ist dabei nicht nur der Wasserfall selbst sehenswert. Die gesamte Landschaft bildet hier einen beeindruckenden Übergang zwischen der weiten Hardangervidda und den tief eingeschnittenen Tälern Westnorwegens. Wenn Du auf der Rv7 zwischen Eidfjord und der Hardangervidda unterwegs bist, solltest Du deshalb genügend Zeit für einen Stopp einplanen.

Vøringsfossen auf einen Blick
RegionHardangervidda, Vestland
GemeindeEidfjord
Gesamthöhe182 Meter
Freier Fall145 Meter
FlussBjoreio
StraßeRv7 / Landschaftsroute Hardangervidda
AussichtsbereicheFossli und Fossatromma
Treppenbrücke47 Meter Spannweite und 99 Stufen
WegeMehr als 1 km gesicherte Wege
BesuchTeile der Anlage im Winter geschlossen

Wo liegt der Vøringsfossen?

Der Vøringsfossen liegt oberhalb des Måbødalen in der Gemeinde Eidfjord. Wenn Du vom Hardangerfjord auf der Rv7 hinauf zur Hardangervidda fährst, überwindest Du auf relativ kurzer Strecke einen enormen Höhenunterschied. Unten erwarten Dich Fjord und grüne Talhänge, wenig später befindest Du Dich bereits in der deutlich kargeren Landschaft der Hardangervidda.

Genau an diesem Übergang liegt der Vøringsfossen. Der Fluss Bjoreio kommt von der Hardangervidda und stürzt hier 182 Meter in Richtung Måbødalen hinunter. Davon entfallen 145 Meter auf den freien Fall.

Die Lage macht den Wasserfall besonders interessant für einen Roadtrip. Er liegt unmittelbar an der Norwegischen Landschaftsroute Hardangervidda, sodass Du keinen großen Umweg einplanen musst.

Vøringsfossen ist mehr als ein einzelner Aussichtspunkt

Falls Du den Vøringsfossen von einer früheren Norwegen-Reise kennst, wirst Du die Umgebung heute möglicherweise kaum wiedererkennen. Rund um den Wasserfall ist in mehreren Bauabschnitten eine umfangreiche Besucheranlage mit gesicherten Wegen, Aussichtspunkten und Brücken entstanden.

Insgesamt kannst Du heute mehr als einen Kilometer gesicherte Wege nutzen. Die beiden wichtigsten Bereiche heißen Fossli und Fossatromma. Dazwischen liegen verschiedene Aussichtspunkte, von denen Du sowohl den Wasserfall als auch die tiefe Schlucht des Måbødalen aus unterschiedlichen Winkeln sehen kannst.

Die Anlage wurde bewusst in die felsige Landschaft integriert. Statt eines einzelnen großen Aussichtsbalkons verteilen sich Wege und Plattformen entlang der Schluchtkante. Dadurch lohnt es sich, nicht nur zum ersten Aussichtspunkt zu gehen und anschließend wieder zum Wohnmobil zurückzukehren.

Aussichtspunkt Fossli

Der obere Bereich Fossli liegt in der Nähe des historischen Fossli Hotels. Von hier bekommst Du einen besonders guten Blick auf den Vøringsfossen und die gegenüberliegenden Felswände. Mehrere Plattformen führen nah an den Rand der Schlucht heran, sind aber entsprechend gesichert.

Gerade hier wird deutlich, wie tief sich das Måbødalen in die Landschaft eingeschnitten hat. Von oben blickst Du nicht nur auf den Wasserfall, sondern weit hinunter in das Tal. Je nach Wasserführung ist das Rauschen des Vøringsfossen schon aus einiger Entfernung deutlich zu hören.

Fossli eignet sich deshalb gut als Ausgangspunkt, wenn Du nicht nur einen schnellen Blick auf den Wasserfall werfen möchtest. Von hier kannst Du weiter zur Treppenbrücke und in Richtung Fossatromma laufen.

Fossatromma direkt an der Rv7

Mit Fossatromma gibt es inzwischen einen zweiten großen Ausgangspunkt. Der Bereich liegt näher an der Rv7 und wurde zuletzt umfassend ausgebaut. Seit Abschluss der Arbeiten 2024 findest Du dort einen großen Parkplatz, öffentliche Toiletten und weitere Aussichtspunkte.

Gerade mit dem Wohnmobil ist Fossatromma interessant, weil die Anlage auf viele Besucher ausgelegt wurde und deutlich mehr Platz bietet als mancher kleine Parkplatz an norwegischen Natursehenswürdigkeiten.

Von Fossatromma kannst Du zu Fuß in Richtung Fossli laufen. Damit musst Du Dich nicht für einen einzigen Aussichtspunkt entscheiden, sondern kannst beide Bereiche miteinander verbinden.

Die spektakuläre Treppenbrücke am Vøringsfossen

Eines der auffälligsten Bauwerke am Vøringsfossen ist die Treppenbrücke über den Bjoreio. Sie wurde 2020 eröffnet und verbindet die beiden Seiten oberhalb des Wasserfalls miteinander.

Die Brücke besitzt eine Spannweite von 47 Metern und 99 Stufen. Zwischen ihren beiden Enden liegen rund 16 Höhenmeter. Dabei verläuft sie etwa 50 Meter über den Stromschnellen des Bjoreio und nur wenige Dutzend Meter von der Stelle entfernt, an der das Wasser schließlich in Richtung Måbødalen hinabstürzt.

Wenn Du nicht schwindelfrei bist, kann dieser Weg durchaus Überwindung kosten. Die offene Konstruktion und der Blick in die felsige Landschaft sorgen dafür, dass sich die Brücke wesentlich spektakulärer anfühlt als eine normale Fußgängerbrücke.

Für uns ist sie inzwischen fast genauso charakteristisch für einen Besuch am Vøringsfossen wie der eigentliche Wasserfall. Trotzdem bleibt sie Teil des Weges und nicht bloß eine Fotokulisse – von ihr aus kannst Du Deine Runde zwischen Fossli und Fossatromma fortsetzen.

Zu Fuß zwischen Fossli und Fossatromma

Wenn Du genügend Zeit hast, würden wir uns nicht auf einen der beiden Bereiche beschränken. Fossli und Fossatromma lassen sich zu Fuß miteinander verbinden, wobei Du zwischen verschiedenen Wegabschnitten wählen kannst.

Der Weg über die Treppenbrücke ist ungefähr 500 Meter lang. Alternativ gibt es den alten Saumpfad, der auf rund 525 Metern einen Höhenunterschied von etwa 65 Metern überwindet. Damit lässt sich aus dem kurzen Aussichtsstopp problemlos ein kleiner Spaziergang machen.

Die Wege sind allerdings nicht überall gleich beschaffen. Einige Abschnitte wurden komfortabel und weitgehend barrierearm ausgebaut, andere führen natürlicher durch das Gelände. Festes Schuhwerk ist deshalb eine gute Idee, besonders wenn es zuvor geregnet hat oder die Temperaturen bereits niedrig sind.

Die Aussicht auf das Måbødalen

Beim Vøringsfossen lohnt es sich, den Blick zwischendurch vom Wasserfall abzuwenden. Das Måbødalen gehört für uns genauso zu diesem Ort wie das herabstürzende Wasser.

Die steilen Felswände zeigen eindrucksvoll, welchen Übergang Du auf der Fahrt zwischen Eidfjord und Hardangervidda überwindest. Unten liegt die üppigere Landschaft Westnorwegens, während oberhalb bereits die weitläufige Hochebene beginnt.

Gerade deshalb würden wir nicht nur schnell den Wasserfall fotografieren. Von den verschiedenen Plattformen verändert sich die Perspektive auf das Tal immer wieder, und manche Aussichtspunkte wirken ohne den Wasserfall im Mittelpunkt mindestens genauso beeindruckend.

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Mit dem Wohnmobil zum Vøringsfossen

Mit dem Wohnmobil lässt sich der Vøringsfossen sehr unkompliziert besuchen. Die Rv7 führt direkt durch die Region und sowohl bei Fossli als auch bei Fossatromma gibt es größere Parkmöglichkeiten. Bei Fossatromma stehen außerdem Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge zur Verfügung.

Öffentliche Toiletten gibt es ebenfalls in beiden Bereichen. Sie sind normalerweise ungefähr von Anfang April bis November geöffnet, wobei die tatsächliche Öffnung von Schnee und Wetter abhängen kann.

Wichtig für Wohnmobilreisende: Die Toilettenanlagen sind keine Entsorgungsstation für Wohnmobiltoiletten. Dafür musst Du eine geeignete Ver- und Entsorgungsstation nutzen; eine entsprechende Möglichkeit gibt es in Øvre Eidfjord.

Wie viel Zeit solltest Du für den Vøringsfossen einplanen?

Für einen sehr kurzen Besuch kannst Du Dir einen der Aussichtspunkte ansehen und nach etwa 30 Minuten weiterfahren. Das wäre für uns inzwischen allerdings fast zu schade, denn durch die neuen Wege gibt es deutlich mehr zu entdecken als nur einen klassischen Blick auf den Wasserfall.

Wenn Du Fossli, die Treppenbrücke, mehrere Aussichtspunkte und Fossatromma miteinander verbinden möchtest, würden wir mindestens 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Mit Fotostopps und längeren Pausen kann daraus problemlos mehr werden.

Gerade bei schönem Wetter lohnt es sich, keinen engen Zeitplan zu haben. Der Vøringsfossen ist kein Ort, an dem Du unbedingt möglichst viele Kilometer wandern musst – vielmehr macht es Spaß, die unterschiedlichen Perspektiven entlang der Schlucht zu entdecken.

Wann ist die beste Zeit für den Vøringsfossen?

Für die meisten Wohnmobilreisenden ist die Zeit zwischen spätem Frühjahr und Herbst am interessantesten. Wann die Wege tatsächlich vollständig zugänglich sind, hängt allerdings von Schnee und Wetter ab. Du befindest Dich hier bereits auf ungefähr 700 Metern Höhe und solltest die Bedingungen nicht mit denen unten am Hardangerfjord vergleichen.

Selbst im Frühjahr und Herbst kann es am Vøringsfossen kalt, windig und ungemütlich werden. Wetterfeste Kleidung und vernünftige Schuhe gehören deshalb für uns auch dann ins Wohnmobil, wenn unten in Eidfjord angenehme Temperaturen herrschen.

Im Winter sind die Treppenbrücke, Aussichtspunkte und Teile des Wegesystems geschlossen. Bei viel Schnee können selbst die Sicherungen an den Aussichtspunkten eingeschneit sein. Einen winterlichen Besuch solltest Du deshalb nicht einfach wie einen normalen Sommerstopp planen.

Wie viel Wasser führt der Vøringsfossen?

Wie eindrucksvoll der Wasserfall wirkt, hängt natürlich auch von der Wasserführung ab. Bei großen Wassermengen ist das Rauschen enorm und der Vøringsfossen dominiert die gesamte Schlucht. Bei geringerer Wasserführung tritt dagegen die Struktur der Felswände stärker hervor.

Der Bjoreio gehört zum regulierten Sima-Wasserkraftsystem. Für den Vøringsfossen gelten während der touristischen Hauptsaison Vorgaben für eine Mindestwasserführung, sodass der Wasserfall auch im Sommer als solcher erhalten bleibt.

Für Deinen Besuch ist letztlich aber weniger eine bestimmte Zahl entscheidend. Wetter, Niederschläge und Jahreszeit sorgen dafür, dass der Vøringsfossen nicht bei jedem Besuch gleich aussieht.

Ein Wasserfall mit langer Geschichte als Reiseziel

Der Vøringsfossen ist keine Sehenswürdigkeit, die erst mit dem modernen Straßenverkehr bekannt wurde. Bereits im frühen 19. Jahrhundert kamen Reisende in die Region, um den Wasserfall und die dramatische Landschaft des Måbødalen zu erleben.

Die heutige Besucheranlage ist dagegen vergleichsweise jung. 2009 gewann der norwegische Architekt Carl-Viggo Hølmebakk den Wettbewerb für die Neugestaltung des Gebietes. Die ersten Bauarbeiten begannen 2015, anschließend entstanden in mehreren Etappen neue Aussichtspunkte, Wege und die Treppenbrücke.

Mit der Fertigstellung des Bereichs Fossatromma wurde das Gesamtprojekt 2024 abgeschlossen. Dadurch lässt sich der Vøringsfossen heute wesentlich sicherer und aus deutlich mehr Perspektiven erleben als noch vor einigen Jahren.

Vøringsfossen und die Landschaftsroute Hardangervidda

Schon die Anfahrt gehört zu den schönsten Teilen dieses Reiseziels. Die Norwegische Landschaftsroute Hardangervidda verbindet die Fjordlandschaft im Westen mit der großen Hochebene weiter östlich.

Von Eidfjord führt die Straße durch das enge Måbødalen steil hinauf. Anschließend verändert sich die Landschaft innerhalb kurzer Zeit und geht in die offene, karge Hardangervidda über. Genau an diesem Übergang liegt der Vøringsfossen.

Wenn Deine Reise ohnehin über die Rv7 führt, würden wir deshalb genügend Zeit für die gesamte Strecke einplanen. Der Wasserfall ist zwar eines ihrer bekanntesten Ziele, aber längst nicht der einzige Grund, hier nicht einfach nur Kilometer zu machen.

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Ist der Vøringsfossen barrierefrei?

Teile der Anlage wurden so gestaltet, dass sie auch mit eingeschränkter Mobilität gut zugänglich sind. Es gibt relativ flache Wegabschnitte und entsprechend erreichbare Aussichtsmöglichkeiten. Die gesamte Anlage ist allerdings nicht durchgehend barrierefrei.

Spätestens bei der Treppenbrücke mit ihren 99 Stufen ist das offensichtlich. Auch einige natürlichere Wegabschnitte eignen sich nicht für jeden Besucher.

Wenn Barrierefreiheit für Deinen Besuch wichtig ist, solltest Du Dich deshalb auf die entsprechend ausgebauten Bereiche konzentrieren.

Sicherheit am Vøringsfossen

Heute sind die wichtigsten Aussichtspunkte und Wege gut gesichert. Trotzdem befindest Du Dich an einer tiefen Schlucht in alpinem Gelände. Absperrungen und markierte Wege haben hier einen guten Grund.

Besonders bei Nässe, Eis oder Schnee solltest Du Dich nicht darauf verlassen, dass ein Weg genauso unkompliziert ist wie im Hochsommer. Das Wetter kann sich auf der Hardangervidda schnell verändern und die Bedingungen am Wasserfall unterscheiden sich deutlich von denen unten am Fjord.

Lohnt sich der Vøringsfossen?

Für uns gehört der Vøringsfossen zu den Orten, bei denen nicht nur der Wasserfall selbst das Erlebnis ausmacht. Natürlich ist der 182 Meter hohe Fall beeindruckend, doch mindestens genauso spannend sind das tiefe Måbødalen, die Lage am Rand der Hardangervidda und die unterschiedlichen Aussichtspunkte.

Durch den Ausbau der vergangenen Jahre ist daraus fast ein kleiner Rundgang durch die Landschaft geworden. Du kannst den Wasserfall von verschiedenen Seiten betrachten, über die Treppenbrücke gehen und immer wieder neue Perspektiven auf die Schlucht entdecken.

Wenn Du auf der Rv7 zwischen Eidfjord und der Hardangervidda unterwegs bist, würden wir deshalb nicht nur einen kurzen Fotostopp einplanen. Nimm Dir ein oder zwei Stunden Zeit und erkunde die Anlage zu Fuß. Es lohnt sich!

Unser Fazit zum Vøringsfossen

Der Vøringsfossen ist touristisch erschlossen und gehört zu den bekanntesten Naturzielen Norwegens. Wer an einsame Wasserfälle am Ende eines Wanderwegs denkt, findet hier also etwas völlig anderes.

Die Kombination aus dem 182 Meter hohen Wasserfall, der gewaltigen Schlucht des Måbødalen und der kargen Landschaft am Rand der Hardangervidda ist beeindruckend. Dazu kommen inzwischen hervorragend angelegte Aussichtspunkte und die außergewöhnliche Treppenbrücke über den Bjoreio.

Mit dem Wohnmobil lässt sich der Besuch zudem sehr einfach in eine Fahrt über die Hardangervidda integrieren. Für uns ist der Vøringsfossen deshalb nicht einfach nur ein kurzer Wasserfall-Stopp, sondern eines der Highlights entlang der Rv7.

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Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs auf der Suche nach mehr Freiheit und mehr Norden.

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