Rund um Sommarøy gibt es einige Wanderungen, bei denen Du für vergleichsweise wenig Höhenmeter mit einer fantastischen Aussicht belohnt wirst. Eine davon führt auf den Nordkollen auf Hillesøya, den höchsten Punkt der kleinen Insel unmittelbar westlich von Sommarøy.
Mit rund 214 Metern ist der Nordkollen kein hoher Berg. Der direkte Aufstieg ist allerdings überraschend steil und führt teilweise über felsiges Gelände. An den schwierigeren Stellen helfen fest installierte Seile beziehungsweise Handläufe beim Aufstieg. Oben wartet neben dem weiten Blick über die Inselwelt auch der markante Kystradar Hillesøy.
Wir sind im Sommer 2026 nicht auf dem direkten Weg zurückgegangen, sondern haben unsere Wanderung zu einer kleinen Rundtour erweitert. Vom Radar folgten wir dem Bergrücken nach Süden und stiegen anschließend auf der anderen Seite wieder hinunter. Gerade diese Variante hat uns besonders gut gefallen.
Nordkollen oder Hillesøytoppen?
Wenn Du nach der Wanderung suchst, wirst Du auf beide Bezeichnungen stoßen. Der Berg beziehungsweise höchste Punkt der Insel wird als Nordkollen bezeichnet, während Du insbesondere in touristischen Informationen auch auf den Namen Hillesøytoppen triffst.
Das Ziel ist dasselbe: der markante Bergrücken oberhalb des kleinen Ortes Hillesøy. Von unten wirkt der Berg zunächst eher unscheinbar. Erst beim Aufstieg merkst Du, wie steil seine Flanken teilweise zum Meer abfallen.
Genau diese Lage macht den Nordkollen für uns so interessant. Du musst keine große Höhe erreichen, um weit über die flachen Inseln, weißen Strände und das offene Meer blicken zu können.
Ausgangspunkt unserer Nordkollen-Wanderung
Wir starteten unsere Rundwanderung auf einem Parkplatz auf Hillesøya bei:
69.6396, 17.9865
Von dort ist der Berg kaum zu übersehen. Der bekannte Aufstieg beginnt in unmittelbarer Nähe und führt zunächst in Richtung des felsigen Hangs.
Die Wanderung startet praktisch auf Meereshöhe. Dadurch relativiert sich die geringe Gipfelhöhe etwas: Die gut 200 Höhenmeter musst Du tatsächlich fast vollständig hinaufsteigen.
Bereits kurz nach dem Start wird deutlich, dass der Nordkollen trotz seiner geringen Höhe kein gemütlicher Spazierhügel ist.
Steiler Aufstieg auf den Nordkollen
Der Weg steigt ziemlich direkt über den felsigen Hang an. Statt langer Serpentinen geht es abschnittsweise ordentlich bergauf.
An mehreren Stellen befinden sich fest installierte Seile beziehungsweise Handläufe, die beim Aufstieg helfen. Diese sind insbesondere an den steileren Felspassagen praktisch. Bei trockenen Bedingungen fanden wir den Aufstieg gut machbar, trotzdem solltest Du trittsicher sein.
Bei Regen würden wir die Tour deutlich vorsichtiger angehen. Nasser Fels kann schnell rutschig werden und gerade beim späteren Abstieg unangenehm sein.
Festes Schuhwerk gehört für uns deshalb auf dieser Tour unbedingt dazu. Die Wanderung ist zwar kurz, aber technisch anspruchsvoller als viele ähnlich hohe Aussichtshügel.
Schon beim Aufstieg fantastische Aussicht auf Sommarøy
Ein großer Vorteil des steilen Weges: Du gewinnst sehr schnell an Höhe. Entsprechend verändert sich die Aussicht schon nach kurzer Zeit.
Unter Dir liegen Hillesøya und Sommarøy mit ihren kleinen Buchten und hellen Sandstränden. Das Wasser wechselt je nach Licht zwischen tiefem Blau und fast türkisen Farbtönen, während sich dahinter die deutlich höheren Berge der Region erheben.
Gerade diese Kontraste machen die Gegend rund um Sommarøy für uns so besonders. Du blickst auf eine Landschaft, die stellenweise fast karibisch wirkt, und befindest Dich gleichzeitig weit nördlich des Polarkreises.
Mit jedem Höhenmeter wird das Panorama größer. Dadurch lohnt es sich, beim Aufstieg immer wieder stehen zu bleiben und zurückzuschauen.
Der Kystradar Hillesøy
Oben auf dem Nordkollen fällt sofort die technische Anlage des Kystradar Hillesøy ins Auge. Sie gehört zur Geschichte der norwegischen Küstenüberwachung.
Norwegen begann Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre mit dem Aufbau eines Netzes von Küstenradarstationen. Die nördliche Radarkette wurde 1960 eingerichtet und umfasste acht Stationen – darunter auch Hillesøy.
Die Anlagen dienten dazu, den Schiffsverkehr entlang der norwegischen Küste zu erfassen und zu überwachen. Durch die exponierte Lage hoch über dem Meer bot sich der Nordkollen dafür natürlich hervorragend an.
Die Radarstation prägt den Gipfelbereich bis heute. Für uns stand bei der Wanderung allerdings weniger die technische Anlage als vielmehr die Aussicht im Mittelpunkt.
Falls Du vor Ort auf Hinweisschilder, Absperrungen oder Einschränkungen triffst, solltest Du diese selbstverständlich beachten.
Aussicht vom Nordkollen
Spätestens oben wird klar, warum sich die Wanderung trotz der gerade einmal gut 200 Meter Höhe lohnt. Der Blick reicht in nahezu alle Richtungen über eine beeindruckende Inselwelt.
Besonders schön ist die Perspektive auf Sommarøy und Hillesøya. Die kleinen Inseln, Brücken, weißen Strände und das klare Wasser wirken von oben fast wie eine Miniaturlandschaft.
In der Ferne kannst Du außerdem Richtung Senja sowie auf weitere Inseln vor der Küste blicken. Je nach Wetter verschwinden die Berge am Horizont teilweise im Dunst oder heben sich scharf vom Meer ab.
Für uns gehört der Nordkollen damit zu diesen typisch nordnorwegischen Bergen, bei denen die Höhe kaum etwas über die Qualität der Aussicht aussagt. Die unmittelbare Nähe zum Meer sorgt dafür, dass schon wenige hundert Höhenmeter für ein beeindruckendes Panorama reichen.
Unsere Rundtour über den Bergrücken
Die meisten kurzen Tourenbeschreibungen führen vom Nordkollen anschließend auf demselben Weg wieder hinunter. Wir haben uns im Sommer 2026 für eine andere Variante entschieden.
Vom Bereich des Kystradars gingen wir weiter in südlicher Richtung über den Bergrücken. Damit wurde aus dem klassischen Auf- und Abstieg eine kleine Rundwanderung.
Diese Variante würden wir wieder wählen. Nach dem relativ direkten und steilen Aufstieg verändert sich der Charakter der Tour deutlich. Statt sofort wieder abzusteigen, kannst Du noch eine Weile oben über die offene Landschaft laufen und die Aussicht genießen.
Unser südlicher Punkt lag ungefähr bei:
69.6348, 17.9711
Von dort führte unsere Route wieder hinunter und schließlich zurück zum Ausgangspunkt.
Abstieg vom Nordkollen
Der südliche Abstieg ersparte uns gleichzeitig, die steilen Passagen des Aufstiegs komplett in umgekehrter Richtung bewältigen zu müssen.
Trotzdem bleibt auch hier Trittsicherheit wichtig. Das Gelände ist offen und felsig und ein kleiner Berg an der norwegischen Küste sollte nicht allein wegen seiner Höhe unterschätzt werden.
Besonders bei Nässe oder starkem Wind würden wir prüfen, ob die Rundtour unter den aktuellen Bedingungen sinnvoll ist. Das Wetter kann auf einem exponierten Bergrücken unmittelbar am Meer schnell unangenehm werden.
Bei guten Bedingungen ist die Runde dagegen eine schöne Möglichkeit, den Nordkollen nicht nur als Aussichtspunkt, sondern als kleine Bergtour zu erleben.
Wie schwierig ist die Nordkollen-Wanderung?
Wir würden unsere Rundtour insgesamt als mittelschwer einstufen. Konditionell ist sie aufgrund der geringen Höhe überschaubar, technisch verlangt insbesondere der direkte Aufstieg aber etwas mehr Aufmerksamkeit.
Die steilen Felspassagen und Seilsicherungen solltest Du nicht unterschätzen. Wer regelmäßig wandert und trittsicher ist, dürfte damit bei trockenen Bedingungen gut zurechtkommen.
Für kleine Kinder, Menschen mit ausgeprägter Höhenangst oder bei nassem und rutschigem Fels würden wir die Tour dagegen nicht als einfachen Spaziergang einstufen.
Auch Wanderstöcke sind nicht überall hilfreich. In den Passagen, in denen Du die Hände für die Seile beziehungsweise zum Abstützen benötigst, können sie eher stören. Für den weiteren Verlauf und den Abstieg können sie dagegen angenehm sein.
Wie lang ist unsere Rundwanderung?
Unsere Rundtour betrug lediglich 3 Kilometer, ist also für norwegische Verhältnisse erfreulich kurz. Wir waren mit Pausen insgesamt etwa 2 Stunden unterwegs.
Nordkollen und Sommarøy miteinander verbinden
Wenn Du ohnehin nach Sommarøy fährst, lässt sich die Wanderung hervorragend in einen längeren Aufenthalt integrieren. Hillesøya liegt unmittelbar neben Sommarøy und ist über eine Brücke mit der benachbarten Insel verbunden.
Sommarøy ist vor allem für seine hellen Strände, das klare Wasser und die Lage zwischen zahlreichen kleinen Inseln bekannt. Genau diese Landschaft kannst Du vom Nordkollen aus von oben betrachten.
Deshalb würden wir die Tour möglichst bei guter Sicht unternehmen. Die Aussicht ist für uns eindeutig der Hauptgrund für den Aufstieg.
Im Sommer bietet sich aufgrund der Lage nördlich des Polarkreises außerdem eine Wanderung am späten Abend an. Bei passenden Bedingungen kannst Du die Landschaft rund um Sommarøy während der Zeit der Mitternachtssonne in einem ganz besonderen Licht erleben.
Was solltest Du für den Nordkollen mitnehmen?
Für die kurze Tour brauchst Du keine umfangreiche Bergausrüstung. Gute Wanderschuhe mit griffiger Sohle halten wir wegen des felsigen und teilweise steilen Untergrunds allerdings für wichtig.
Zusätzlich gehört eine wind- und regendichte Jacke in den Rucksack. Der Nordkollen liegt völlig offen an der Küste und bietet kaum Schutz vor Wetterumschwüngen.
Etwas Wasser und eine kleine Brotzeit würden wir ebenfalls mitnehmen. Gerade bei schönem Wetter wäre es schade, oben nur kurz ein Foto zu machen und sofort wieder abzusteigen.
Lohnt sich die Nordkollen-Wanderung?
Für uns eindeutig ja. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Aussicht ist auf dem Nordkollen außergewöhnlich gut. Nach einem kurzen, aber durchaus steilen Aufstieg stehst Du bereits über einer Landschaft aus Inseln, Stränden, Bergen und offenem Meer.
Besonders gut hat uns unsere Variante als Rundwanderung über den südlichen Bergrücken gefallen. Dadurch mussten wir nicht einfach denselben Weg zurückgehen und konnten noch mehr von Hillesøya erleben.
Wenn Du rund um Sommarøy eine kurze Bergtour suchst und mit steilen Felspassagen zurechtkommst, ist der Nordkollen deshalb eine sehr schöne Wahl.
Unser Fazit zum Nordkollen auf Hillesøya
Der Nordkollen zeigt ziemlich eindrucksvoll, dass ein Berg nicht besonders hoch sein muss, um eine großartige Wanderung zu bieten. Die knapp über 200 Höhenmeter sind schnell überwunden, der direkte Aufstieg über die felsigen Passagen sorgt trotzdem für echtes Bergtour-Gefühl.
Oben wartet eine fantastische Aussicht über Hillesøya, Sommarøy und die nordnorwegische Inselwelt. Dazu kommt mit dem Kystradar ein ungewöhnlicher Orientierungspunkt, der eng mit der Geschichte der norwegischen Küstenüberwachung verbunden ist.
Wir würden auch beim nächsten Mal wieder die Rundtour wählen: steil hinauf zum Kystradar, anschließend nach Süden über den Bergrücken und von dort zurück zum Ausgangspunkt. So wird aus dem kurzen Aufstieg auf den Nordkollen eine abwechslungsreiche kleine Bergtour, die für uns zu den schönsten kurzen Wanderungen rund um Sommarøy gehört.
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