Gränna in Schweden: Besuch in der Stadt der Polkagrisar

Wer durch Schweden reist, begegnet ihnen früher oder später: den rot-weiß gestreiften Polkagrisar. Ihre Heimat ist Gränna, eine kleine Stadt am Ostufer des Vättern, in der sich bis heute zahlreiche Geschäfte und Manufakturen ganz den berühmten Zuckerstangen widmen.

Wir haben Gränna mit dem Wohnmobil besucht und direkt am Vättern auf dem Gränna Camping übernachtet. Von dort konnten wir bequem zu Fuß in den Ort laufen, uns durch die Polkagris-Geschäfte treiben lassen und anschließend noch eine ganz andere Seite von Gränna kennenlernen: Im Polarmuseum dreht sich alles um die dramatische Andrée-Expedition zum Nordpol.

Gerade diese ungewöhnliche Mischung hat uns an Gränna gefallen. Der Ort ist deutlich mehr als nur ein Zwischenstopp zum Süßigkeitenkaufen.

Gränna auf einen Blick
RegionSmåland, Schweden
LageOstufer des Vättern
Stadtgründung1652
Bekannt fürPolkagrisar
Polkagris-Traditionseit 1859
ErfinderinAmalia Eriksson
SehenswertPolkagris-Manufakturen & Polarmuseum
CampingFirst Camp Gränna – Vättern
AusflugInsel Visingsö
Fähre nach Visingsöca. 25 Minuten

Gränna – kleine Stadt am Vättern

Gränna liegt zwischen dem Vättern und dem dahinter steil ansteigenden Grännaberget. Der langgezogene Ortskern mit seinen niedrigen Häusern, kleinen Geschäften und Cafés lässt sich problemlos zu Fuß erkunden.

Die Stadt wurde 1652 von Per Brahe dem Jüngeren gegründet. Heute ist es aber weniger die Stadtgeschichte aus dem 17. Jahrhundert, die Besucher nach Gränna zieht. Der Ort ist untrennbar mit einer Süßigkeit verbunden, die in Schweden wohl fast jeder kennt.

Schon beim Spaziergang durch die Hauptstraße ist kaum zu übersehen, worum sich hier vieles dreht. Polkagrisar gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Geschmacksrichtungen, dazu Bonbons und jede Menge andere Süßigkeiten. Wer mit Kindern unterwegs ist, dürfte es entsprechend schwer haben, Gränna ohne einen gut gefüllten Beutel wieder zu verlassen.

Polkagrisar – die berühmten Zuckerstangen aus Gränna

Die klassischen Polkagrisar sind rot-weiß gestreifte Zuckerstangen mit Pfefferminzgeschmack. Inzwischen ist die Auswahl allerdings wesentlich größer. In den Geschäften von Gränna findest Du unzählige Farben, Formen und Geschmacksrichtungen.

Das Besondere ist, dass die Polkagrisar hier nicht einfach nur verkauft werden. In mehreren Manufakturen kannst Du durch große Scheiben bei der Herstellung zuschauen. Die noch warme Zuckermasse wird bearbeitet, gezogen, gerollt und schließlich zu den charakteristischen Stangen geformt.

Wir haben uns bei unserem Besuch mehrere der Geschäfte angesehen. Auch wenn sich das Angebot teilweise ähnelt, macht es Spaß, einfach durch den Ort zu schlendern und in die verschiedenen Läden hineinzuschauen. Die Polkagrisar gehören hier so selbstverständlich zum Stadtbild, dass Gränna ohne seine bunten Süßigkeiten wahrscheinlich kaum vorstellbar wäre.

Amalia Eriksson und die Geschichte der Polkagrisar

Hinter den Polkagrisar steckt die Geschichte von Amalia Eriksson. Die verwitwete Mutter erhielt 1859 von der Stadt Gränna die Erlaubnis, mit der Herstellung und dem Verkauf von Backwaren und Polkagrisar ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aus ihrem kleinen Gewerbe entwickelte sich eine Tradition, die Gränna bis heute prägt.

Das ursprüngliche Rezept steht für die klassischen rot-weißen Stangen mit Pfefferminzgeschmack. Der erste Teil des Namens wird mit der damals populären Polka in Verbindung gebracht. Warum ausgerechnet das schwedische Wort „gris“, also Schwein, Bestandteil des Namens wurde, ist dagegen nicht eindeutig überliefert.

Mittlerweile ist die Verbindung zwischen Gränna und seinen Polkagrisar sogar rechtlich geschützt. Seit 2022 besitzen die Äkta Gränna Polkagrisar den EU-Schutz als geschützte geografische Angabe. Entsprechend dürfen nicht irgendwelche andernorts produzierten Zuckerstangen unter dieser geschützten Bezeichnung verkauft werden.

Mehr als Süßigkeiten: das Polarmuseum in Gränna

Nach den Polkagris-Geschäften haben wir das Gränna Museum besucht. Und plötzlich geht es nicht mehr um bunte Süßigkeiten, sondern um eine der bekanntesten und tragischsten schwedischen Polarexpeditionen.

Das Museum beschäftigt sich ausführlich mit Salomon August Andrée, der 1854 in Gränna geboren wurde. Sein Plan war für das Ende des 19. Jahrhunderts spektakulär: Gemeinsam mit Nils Strindberg und Knut Frænkel wollte er den Nordpol in einem Wasserstoffballon erreichen.

1897 starteten die drei Männer mit dem Ballon Örnen von Danskøya im Spitzbergen-Archipel. Die Expedition entwickelte sich jedoch völlig anders als geplant.

Die Andrée-Expedition zum Nordpol

Der Ballon ließ sich nicht so kontrollieren, wie Andrée es vorgesehen hatte. Nach weniger als drei Tagen in der Luft musste die Expedition auf dem Packeis landen. Damit begann für die drei Männer ein mühsamer Marsch über das arktische Eis.

Sie versuchten mit Schlitten und Booten einen sicheren Ort zu erreichen. Schließlich gelangten sie zur abgelegenen Insel Kvitøya. Dort verloren sich ihre Spuren.

Erst 33 Jahre später, im Jahr 1930, wurde das Lager der Expedition entdeckt. Neben den sterblichen Überresten der drei Männer fanden sich Ausrüstung, Tagebücher und Fotografien. Dadurch konnte der Verlauf der Expedition später in weiten Teilen rekonstruiert werden.

Gerade dieser Teil hat das Museum für uns besonders interessant gemacht. Wenn Du vorher nur weißt, dass in Gränna die berühmten schwedischen Zuckerstangen hergestellt werden, erwartest Du hier nicht unbedingt eine Ausstellung über eine gescheiterte Expedition in die Arktis.

Unser Besuch im Polarmuseum

Das Museum macht die Geschichte der Expedition wesentlich greifbarer, als es eine kurze Beschreibung könnte. Karten, Fotografien und Ausrüstungsgegenstände vermitteln einen Eindruck davon, unter welchen Bedingungen Andrée, Strindberg und Frænkel unterwegs waren.

Besonders spannend fanden wir den Kontrast zu unserem vorherigen Spaziergang durch Gränna. Draußen bestimmen bunte Polkagrisar, Geschäfte und Besucher das Bild – und wenig später beschäftigt man sich mit Ballonfahrt, Packeis und dem Schicksal dreier Polarforscher.

Wenn Du Dich auch nur ein wenig für Expeditionen, Arktis oder historische Entdeckungsreisen interessierst, solltest Du für das Museum deshalb ausreichend Zeit einplanen.

  • All Posts
  • Aktien
  • Aktienauswahl
  • Apps
  • Ausrüstung
  • Baden
  • Beleuchtung
  • Besichtigung
  • Bike
  • Buchvorstellung
  • Campingplatz
  • Checkliste
  • CMT
  • Depotverwaltung
  • Draisine
  • Drohne
  • EcoFlow
  • Erste Hilfe
  • ETF
  • Fähre
  • Finnland
  • Fjell
  • Fluss
  • Fotografie
  • Funkmast
  • Gedankensplitter
  • Gletscher
  • Highlight
  • Internet
  • Iveco Daily 4x4
  • Jedermannsrecht
  • Kanu
  • Kosten
  • Küste
  • Lazerlamps
  • Leitertec
  • Lightbar
  • Lofoten
  • Maut
  • Mitternachtssonne
  • Mücken
  • Multimedia
  • Nationalpark
  • Naturreservat
  • Navigation
  • Norwegen
  • Optionshandel
  • Outlet
  • Packraft
  • Polarlichter
  • Produkttest
  • Raspberry Pi
  • Reisekosten
  • Roadtrip
  • Schärenküste
  • Schweden
  • See
  • Server
  • Software
  • Solar
  • Stellplatz
  • Strom
  • Technik
  • Tierbeobachtung
  • Traumstraße
  • TravelMed
  • Trinkwasser
  • Twitterbot
  • Vanlife
  • Video
  • Wanderung
  • Wasserfall
  • Webcam
  • Winter
  • Zoll

Mit dem Wohnmobil in Gränna

Wir haben während unseres Besuchs auf dem First Camp Gränna – Vättern übernachtet. Für die Erkundung des Ortes ist die Lage ausgesprochen praktisch: Der Campingplatz liegt direkt am Vättern im Bereich des Hafens und nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt.

Dadurch konnten wir das Wohnmobil einfach stehen lassen und Gränna komplett zu Fuß erkunden. Gerade bei einem Stadtbesuch finden wir das wesentlich angenehmer, als mit dem Camper einen Parkplatz im Zentrum suchen zu müssen.

Der Campingplatz ist ziemlich groß und bietet unterschiedliche Stellplätze, darunter Plätze mit Strom sowie Varianten mit Strom und Wasser. Dazu kommen die üblichen Serviceeinrichtungen eines größeren Campingplatzes. Einige Stellplätze bieten einen schönen Blick in Richtung Vättern.

Für uns war aber vor allem die Lage entscheidend. Du kannst vom Wohnmobil aus in den Ort laufen, die Polkagris-Geschäfte und das Museum besuchen und später wieder zu Fuß zum Campingplatz zurückkehren.

Hafen von Gränna und Fähre nach Visingsö

Direkt beim Campingplatz liegt auch der Hafen von Gränna. Von hier starten die Fähren zur Insel Visingsö, die mitten im Vättern liegt. Die Überfahrt ist mit rund 6,2 Kilometern relativ kurz und dauert etwa 25 Minuten.

Wir haben Visingsö bei diesem Aufenthalt nicht besucht. Wenn Du mehr Zeit in Gränna verbringst, bietet sich die Insel aber als zusätzlicher Tagesausflug an. Ich würde dafür genügend Zeit einplanen, anstatt Gränna und Visingsö in wenige Stunden zu quetschen.

Auch ohne die Überfahrt lohnt sich ein Spaziergang am Hafen. Gerade wenn Du auf dem Campingplatz übernachtest, liegt der Vättern ohnehin direkt vor der Tür.

Lohnt sich ein Besuch in Gränna?

Gränna gehört für uns zu den Orten, die sich wunderbar in einen Roadtrip durch Südschweden einbauen lassen. Du brauchst keine lange Liste mit Sehenswürdigkeiten abzuarbeiten und kannst trotzdem problemlos einen abwechslungsreichen Tag verbringen.

Natürlich gehören die Polkagrisar dazu. Durch die Geschäfte zu schlendern und bei der Herstellung der bunten Zuckerstangen zuzusehen, ist einfach Teil eines Besuchs in Gränna. Gleichzeitig fanden wir es spannend, mit dem Polarmuseum noch eine vollkommen andere Seite des Ortes kennenzulernen.

Mit dem Wohnmobil ist Gränna zudem unkompliziert. Wir konnten direkt am Vättern übernachten und den Ort von unserem Campingplatz aus zu Fuß erkunden. Genau diese Kombination aus kleinem Stadtbummel, einer besonderen regionalen Tradition und dem überraschend interessanten Museum hat Gränna für uns zu einem lohnenden Zwischenstopp auf unserer Reise durch Schweden gemacht.

  • All Posts
  • Aktien
  • Aktienauswahl
  • Apps
  • Ausrüstung
  • Baden
  • Beleuchtung
  • Besichtigung
  • Bike
  • Buchvorstellung
  • Campingplatz
  • Checkliste
  • CMT
  • Depotverwaltung
  • Draisine
  • Drohne
  • EcoFlow
  • Erste Hilfe
  • ETF
  • Fähre
  • Finnland
  • Fjell
  • Fluss
  • Fotografie
  • Funkmast
  • Gedankensplitter
  • Gletscher
  • Highlight
  • Internet
  • Iveco Daily 4x4
  • Jedermannsrecht
  • Kanu
  • Kosten
  • Küste
  • Lazerlamps
  • Leitertec
  • Lightbar
  • Lofoten
  • Maut
  • Mitternachtssonne
  • Mücken
  • Multimedia
  • Nationalpark
  • Naturreservat
  • Navigation
  • Norwegen
  • Optionshandel
  • Outlet
  • Packraft
  • Polarlichter
  • Produkttest
  • Raspberry Pi
  • Reisekosten
  • Roadtrip
  • Schärenküste
  • Schweden
  • See
  • Server
  • Software
  • Solar
  • Stellplatz
  • Strom
  • Technik
  • Tierbeobachtung
  • Traumstraße
  • TravelMed
  • Trinkwasser
  • Twitterbot
  • Vanlife
  • Video
  • Wanderung
  • Wasserfall
  • Webcam
  • Winter
  • Zoll

Hinweise: In diesem Artikel werden teilweise KI-generierte Bilder zur Illustration verwendet.

Matthias

Nordlandverrückt und gerne draußen unterwegs. Hat Spaß am Fotografieren, Wandern, Packrafting und Mountainbiking. Ab 2026 Vollzeit im Reisemobil unterwegs auf der Suche nach mehr Freiheit und mehr Norden.

Schreibe einen Kommentar

Du betrachtest gerade Gränna in Schweden: Besuch in der Stadt der Polkagrisar