Die Lofoten sind eine Inselgruppe vor der norwegischen Küste, die aus etwa 80 Inseln bestehen. Die Lage knapp nördlich des Polarkreises im Atlantik garantiert häufig wechselndes Wetter mit Sturm, Wind. Regen und Sonnenschein. Die wichtigsten Inseln sind mittlerweile durch Brücken und Tunnel miteinander verbunden und auch ohne Fähre vom Festland aus erreichbar. Die Lofoten ragen steil bis über 1200 Meter aus dem Atlantik, haben alpinen Character und bieten bereits von weitem ein imposantes Bild, das man so schnell nicht vergessen wird. Auch Nordlichter lassen sich auf den Lofoten prima beobachten.

Etwas nördlich der Lofoten liegt die Inselgruppe der Vesterålen. Sie liegen etwa 300 Kilometer nördlich des Polarkreises auf derselben Höhe wie Grönland. Landschaftlich äußerst reizvoll schließen sich schroffe Gebirgslandschaften an weißen Sandstränden an, unterbrochen von Fjorden, Schären, Flüssen und Seen. Auch die Vesteralen ragen bis über 1200 Meter aus dem Meer. Durch den Golfstrom herrscht auf den Vesterålen allerdings ein sehr mildes Klima vor. Auf die Vesterålen gelangt man über die Lofoten ohne Fährverbindung. Lohnenswert ist die Fahrt mit dem Wohnmobil bis nach Andenes (Pottwalsafaris!), dann das Übersetzen mit der Fähre von dort aufs Festland mit anschließender Weiterfahrt Richtung Tromso.

Die Anreise auf die Lofoten ist am einfachsten über die Fährverbindung nach Moskenes von Bodø aus zu bewerkstelligen. Kurz vor Bodø kann dann auch noch der Saltstraumen, der mächtigste Malstrom der Welt, quasi “im Vorbeiflug” besichtigt werden (Vorher unbedingt die Gezeitentermine checken, denn der Saltstraumen ist vor allem zu Zeiten der maximalen Tide sehr imposant). Von Moskenes aus ist es dann nur noch ein Katzensprung nach A, dem Dorf  mit dem kürzesten Namen der Welt am südwestlichsten Ende der Lofoten. Die Überfahrt mit der Fähre dauert ca. 3,5 Stunden. Bei unserer Reise war es leider sehr stürmisch und nebelig, so dass wir das schöne Lofotenpanorama auf der Anreise nicht sehen konnten. Im Halbdunkel erreichte die Fähre Moskenes und wir konnten in A noch ein kleines Plätzchen für die Übernachtung ergattern.

Ein Spaziergang durch A ist sehr lohnenswert, es gibt viele schöne kleine Häuschen zu besichtigen. Auch kann man überall auf den Lofoten Spuren der Haupteinnahmequelle der Region erblicken, den Lofotfischfang. Von Mitte Januar bis Mitte April wird vor allem Kabeljau gefangen, der dann als Klipp- oder Stockfisch weiterverarbeitet wird. Die Holzgestelle auf denen der Fisch dann aufgehängt wird und an der Luft trocknet sind allgegewärtig. Ein weiteres Markenzeichen der Lofoten sind die alten roten Fischerhütten der früheren Lofotfischer, die sog. “Rorbuer”, die zumeist restauriert wurden und nun als teure Unterkünfte für Urlauber verwendet werden.

In A beginnt dann die Europastraße 10, auf der man bis aufs Festland aussichtsreich mit Wohnmobil oder Wohnwagen weiterreisen kann. Auf den folgenden Bildern ein paar Impressionen dieser wundervollen Straße. Leider hat das Wetter manchmal nicht so ganz mitgespielt…

Sehenswerte Orte, die wir auf den Lofoten besucht haben

Vogelfelsen

Zumindest aus der Ferne lassen sich die Vogelfelsen kostenlos besichtigen. Ein Wanderweg beginnt in A und führt zum Ende der Landzunge, wovon man dann einen prima Blick auf die Vogelfelsen im Atlantik (Insel Rost) und die steilen Lofotenfelsen hat, die sich direkt vor der Landzunge auftürmen. Auf dieser Vogelinsel nistet etwa ein Viertel der norwegischen Meeresvögel. Natürlich kann man auch Überfahrten buchen um sich alles aus der Nähe anzusehen, was wir aber nicht getan haben (das Wetter hatte uns einen Strich durch die Rechnung gemacht…).

Das Fischerdorf Nusfjord

Das malerische Fischerdörfchen hat einen einzigartigen Charakter und wurde in einheitlicher Holzbauweise gebaut. In Ausgrabungen stießen Archäologen auf Spuren menschlicher Besiedelung schon aus dem fünften Jahrhundert. Die farbenfrohen Häuschen sind um einen klitzekleinen Hafen postiert, der sich in einer kleinen Bucht zwischen hoch aufragenden Felsen einschmiegt. Bei Nusfjord befindet sich ein kleiner Parkplatz, auf dem auch Wohnmobile gut Platz finden (etwas steile Auffahrt). Natürlich gibt es auch den obligatorischen Laden mit Krimskrams und ein Café.

Das Nordlicht

Auf den Lofoten lassen sich Polarlichter mit am besten auf der ganzen Welt beobachten. Der Grund ist das milde Winterklima und das die Lofoten kreuzende Aurora-Oval. In Laukvik gibt es sogar ein Polarlichtzentrum.

Das Lofotr Wikingermuseum in Borg

Hier kann man das mit 83 Meter Länge größte Wikinger-Langhaus der Welt besichtigen! Es soll einer der größten Wikingerhäuptlinge Norwegens in dem Langhaus gelebt haben. Sogar ein Wikingerschiff kann man im Sommer rudern und Aktivitäten wie Axtwerfen und Bogenschießen werden angeboten.

Das Lofotaquarium

Sehr interessantes Meerwasseraquarium in Kabelvåg, das seit 1931 besteht. Hier können Seehunde, Fischotter und allerlei anderes Meeresgetier besichtigt werden. Für die Kinder gibt es viel zum Anfassen und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Zur Website des Aquariums geht es hier.

Tipps für die Vesterålen

Fahrt nach Andenes

Wir sind auf den Vesterålen nicht über die direkte Route (82) nach Andenes gefahren, sondern mit dem Wohnmobil über die kleine Straße Fv974 an der westlichen Küste. Die Aussicht ist gigantisch. Das Sträßchen ist aber sehr schmal und für einen Wohnwagen eher nicht geeignet.

Übernachtung bei Andenes

In Andenes gibt es einen Campingplatz, den man gut nutzen kann und der sich auch in der Ortschaft befindet. Wir haben wenige Kilometer vor Andenes einen kleinen Parkplatz direkt am Meer gefunden, auf dem es sich wunderbar übernachten lässt. Natürlich gibt es hier keinerlei Infrastruktur 🙂

Nun noch ein paar Impressionen von der Fahrt an der Westküste der Vesterålen bis nach Andenes.

 

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