Der Riksväg 17 – Alternativroute in den Norden

Mit dem Wohnmobil über den Riksväg 17 von Steinkjer bis Mo i Rana

Die Route

Der Riksväg 17, der „Kystriksveien“, ist eine alternative Route zur Europastraße 6, die rasch nach Norden strebend von Trondheim nach Bodø zieht. Nur wenig nördlich von Trondheim bietet sich die Möglichkeit, der schnelllebigen E6 zu entkommen und zur grandiosen Westküste Nordnorwegens vorzustoßen. Insgesamt 6 Fährpassagen von denen eine den Polarkreis überquert und viel Natur bietet diese Alternativroute. Aber man benötigt mehr Geld und mehr Geduld. Wer nur schnell mal ans Nordkapp will, hat für diesen Abstecher sicherlich keine Zeit – aber eine Menge verpaßt.

Eine Gratissbroschüre über den RV17 kann man hier anfordern.

Auf dieser Website stehen die Fährzeiten der einzelnen Fähren.

Steinkjer

Kurz nach Steinkjer an der E6 (in nördlicher Richtung) biegen wir Richtung Nordwesten von der Hauptroute ab. In der örtlichen Touristeninformation findet man viele Informationen über den RV17 und angeblich kann man auch ein vergünstigtes Ticket für alle 6 Fährpassagen zusammen kaufen. Als wir vor Ort waren, hatte die TI leider geschlossen, so dass wir dazu wenig sagen können. Direkt vor der TI ist jedoch ein großer Parkplatz auf dem auch Gespanne reichlich Platz zum Parken finden.

Der Weg bis zur Küste

Der erste Teil der Strecke ist gleichzeitig der langweiligste. Zunächst muß man ein paar Stunden weite Wälder und Felder durchqueren wobei die Landschaft nur wenig Abwechslung bietet. Hin und wieder grasen Kühe am Straßenrand, gelegentlich kommt ein Parkplatz zum Rasten. Die Straße ist gut ausgebaut und ausreichend breit um entspanntes Fahren zu gewährleisten.
Schließlich wird die Landschaft etwas offener, man passiert langgezogene Seen und kommt in bergigeres Gelände. Hier bieten sich zunehmend schöne Fotomotive bis man schließlich die erste Fährpassage und damit das Meer erreicht.

Die erste Fährpassage Holm-Vennesund

An einem schönen Tag hat man vom Fähranleger in Holm aus einen herrlichen Blick auf das still daliegende Meer. Von einem kleinen Felsenhügel neben dem Anleger aus lassen sich wunderschöne Bilder machen. Bereits von Weitem kann man der nahenden Fähre entgegensehen und sich auf das Kommende freuen. Der Atlantik ist glasklar und eiskalt. Auch ein kleines Toilettenhäuschen kann hier von innen besichtigt werden.
Die Fährfahrt dauert ca. 20-30 Minuten. Beeindruckt blicken wir vom Aussichtsdeck zu den hohen Bergen um uns herum und genießen den Wind, der uns an Deck um die Ohren weht, während wir uns von der Sonne wärmen lassen, die sich im spiegelglatt vor uns liegenden Ozean reflektiert. Leider ist die Überfahrt viel schneller zu Ende als uns lieb ist – bei dem herrlichen Wetter hätten wir es gerne noch etwas länger „ausgehalten“.

Wanderung in Brønnøysund

Wir folgen dem Rv17 weiter bis Brønnøysund. Von dort aus führt ein schmales Strässchen in südöstlicher Richtung bis zum „End of the Road“ nach Torghatten Camping. Der Campingplatz liegt wunderschön unter dem bekannten „Fels mit dem Loch“ am Meer mit grandioser Aussicht auf Selbiges und einem kleinen Badesee, der sich prima für Kinder zum Bootfahren eignet. Die Schiffe der Hurtigrute fahren direkt hier vorbei und lassen sich vor wunderbarem Panorama ablichten.
Vom Campingplatz aus läßt sich unkompliziert in ca. 45 Minuten das „Loch im Fels“ erwandern. Dabei handelt es sich um ein großes Loch, durch welches man von einer Seite des Berges, der über dem Campingplatz thront, bis auf die anderen Seite hindurchwandern kann. Das Loch ist riesig und der sich dahinter eröffnende Gang mehrere hundert Meter lang. Am anderen Ende eröffnet sich ein weites Panorama über die tief unter uns liegenden Schäreninseln. Scheint die Sonne, ist die Aussicht gigantisch. Trittsicherheit sollte man allerdings schon besitzen, der Weg führt über einige lange Treppen und schmalere Steige. Ein Ausflug, der sich vor allem mit Kindern au jeden Fall lohnt!

Die zweite Fährpassage Andalsvågen-Horn

Nur wenig nördlich von Brønnøysund beginnt in Horn die zweite Fährpassage, die nach kurzer Fahrt in östlicher Richtung schon wieder vorbei ist. Der Rv17 endet etwa 15 Kilometer weiter nördlich mal wieder an einer Fährstation am Handelsstedet Jorvik AS. Hier kann man schön in der Sonne sitzen, am Anleger die Aussicht genießen und einen Kaffee schlürfen. Auch die „Sieben Schwestern“, die bekannteste Bergkette der Region, kommt vom Anleger aus das erste Mal in Sicht.

Die dritte Fährpassage Forvik-Tjøtta

Diese etwas längere Passage (ca. 60 Minuten Fährdauer) bietet einen schönen Blick auf die umliegenden Berge. Wer Fähren liebt, der wird an einem schönen Tag hier viel Spaß haben! Zunächst tuckert man nach Norden um schließlich einen Bogen nach Osten zu beschreiben und am Fähranleger in Tjøtta anzulegen.
Der Rv17 führt nun wieder über eine längere Strecke nach Nordosten, vorbei an Sandnessjøen über Leland bis zum Fähranleger in Levang. Kurz zuvor bietet sich eine gute Übernachtungsmöglichkeit am Campingplatz „Sjøbakken fiske-camping“, der über eine wenige Kilometer lange Kiesstraße, die kurz vor Levang abzweigt, auch mit Wohnwagen gut erreicht werden kann. Der Campingplatz liegt dann direkt vis-a-vis vom Fähranleger, ist sehr gepflegt und man wird herzlich empfangen. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Von einem langen Steg, der weit ins kalte Meer führt, kann man prima angeln!

Die vierte Fährpassage Levang-Nesna

Am nächsten Morgen genießen wir die für uns letzte Fährpassage auf dem Rv17, die bereits nach kurzer Fahrt wieder vorbei ist. Leider hat das Wetter umgeschlagen, es regnet in Strömen und wir haben beschlossen, nach Nordosten Richtung Mo i Rana abzubiegen um rasch wieder auf die E6 zu kommen. Den zweiten Teil dieser herrlichen Route haben wir uns für einen späteren Zeitpunkt aufgespart.

Fazit

Der RV17 ist eine aussichtsreiche Alternativroute zur „Autobahn“ E6, die zumindest in Teilen am Meer entlangführt und viele Möglichkeiten zum Wandern und andere Erlebnisse bietet. Allerdings sollte man über genügend Zeit (optimalerweise 4-6 Tage) und Geld verfügen, da die Überfahrten mit den 6 Fähren vor allem mit langen Gespannen schnell einige hundert Euro verschlingen. Außerdem sollte man die Fahrt vom Wetter abhängig machen: Bei Regen und schlechter Sicht kann man sich den Abstecher schlicht schenken – schade um Zeit und Geld.

Wahrt Ihr auch schon auf dieser Route unterwegs und habt noch einen guten Tipp? Dann freuen wir uns über Eure Kommentare!

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