Schutz vor Insektenstichen

Nordland – das Land der Wälder und Seen. Überall gibt es Wasser. Das ist toll. Leider gibt es dadurch auch viele Mücken und anderes stichwütiges Getier, die einem den Urlaub ganz schön vermiesen können. Die meisten Mücken kommen im Landesinneren, an Seeufern, in Wald- und den reichlich vorhanden Sumpfgebieten vor. In Bergregionen, Fjorden und an der windigen Meeresküste hat man vor Stechgetier weitgehend seine Ruhe. Mücken mögen es gerne feucht und windstill. Stechende Insekten benötigen 1-2x/Woche Blut von Säugetieren oder dem Menschen, um Eier für die Fortpflanzung zu produzieren. Viele saugen auch Blütennektar, deshalb werden sie von bunten Farben angezogen. Insekten haben abhängig von der Art Aktivitätsspitzen oft um die Mittagszeit, häufiger aber mit Einbruch der Dämmerung.

Die Tigermücke gibt es in Skandinavien zum Glück nicht – aber blutdürstig sind die Mücken dort allemal!

Mit ein paar Tipps kann man sich jedoch gut vor dem „Zugriff“ der lästigen Viecher schützen. Wie das geht, erfährst Du hier:

Welche Mücken gibt es in Skandinavien?

Die „normale“ Mücke

Die gibt es in Skandinavien vor allem im Sommer in Massen. Sie sitzen gerne an der Außenhaut des Wohnwagens und nutzen den Moment, wenn ein unvorsichtiger Mensch die Tür öffnet um (meist gleich zu mehreren) hineinzuschlüpfen. Glücklicherweise fliegen sie meist sehr langsam und man kann sie rasch erwischen. In den letzten Jahren haben wir die „elektrische Fliegenklatsche“ auf unseren Skandinavientripps sehr zu schätzen gelernt! Hochsaison für die Mücken ist der Sommer. Ende August und im September läßt die Mückenplage merklich nach, was einer der Gründe für uns ist, die Reisezeit dorthin zu verlegen.

Kriebelmücken

Die sogenannten „Knott“ sind klitzekleine Mücken, die oft selbst durch Mückenschutznetze hindurch passen. Man hört und sieht sie kaum, bemerkt aber plötzlich einen leicht schmerzhaften Stich, gefolgt von einer kleinen mückenstichtypischen Rötung und Juckreiz. Während wenige dieser Knott kein Problem darstellen, kann eine große Meute (in der sie meist vorkommen) ein fluchtartiges Verlassen des Grillplatzes am Wasser nach sich ziehen.

Bremsen

Die „bromsar“ kommen auch in Skandinavien und dort – logischerweise – in Wassernähe vor.

Können die skandinavischen Mücken Krankheiten übertragen?

Glücklicherweise ist das Klima hier viel zu rau. Daher kommen Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber in Skandinavien nicht vor. Mückenstiche sind also per se harmlos.

Tipps für das eigene Verhalten zur Vermeidung von Insektenstichen

Mücken mögen keinen Lagerfeuerrauch. Grillgeruch zieht Mücken aber an. Achte darauf, Dir den Rücken ausreichend zu schützen. Mückenstichsichere Outdoorkleidung wirkt Wunder, da etwa 40% der Insektenstiche durch die Kleidung gehen! Gut hilft auch ein Imprägnieren der Kleidung z.B. mit Pyrethroid.

Wenn Du beim Sport stark schwitzt, ist die Wirkdauer der Mückenschutzmittel verkürzt.

Mücken mögen Frauen! Bei gleichem Insektenschutz haben sie für Insekten die höheren Attraktivität. Dagegen kann man zwar nichts machen – aber nice to know!

Was nachweislich nichts hilft (wissenschaftlich erwiesen!)

  • akustische Geräte zur Mückenvertreibung
  • wirkstoffhaltige Kleber und Armbänder
  • UV-Lampen/Lichtfallen
  • Vitamin-B1-/Knoblauchtabletten
 SinnvollNicht sinnvoll
Reisegebietwindige Regionen, Küste, MeerÜbernachten nahe stehenden Gewässern oder in Sumpfgebieten
Kleidunghell und einfarbig. Lange Kleidung, ggfs. "Moskitosicher" und imprägniertbunte Kleidung, dunkle Kleidung, eng anliegend, dünn
KörperhygieneNeutrale Seifen/Deo-Stifte/SonnencremesParfüm und duftende Hygieneartikel
Sonnencreme und MückenschutzSonnencreme ca. 20 Minuten vor Mückenschutz auftragen

Welche Mückenabwehrmittel sind sinnvoll?

DEET

Es existieren langjährige Erfahrungen mit dem Wirkstoff, der in Konzentrationen von 5-50% verfügbar ist. Die Wirkdauer der Substanz wird mit etwa 2-6 Stunden angegeben. Es gibt Produkte um Kleidung, Schlafzeug und die unbedeckte Haut zu behandeln. Ein Schleimhaut- und Augenkontakt ist unbedingt zu vermeiden (brennt ordentlich). Da es bei der Anwendung von sehr großen Körperarealen nervenschädigend wirken kann, sollte man es nur für kleinere Körperregionen wie Gesicht, Hände und Unterschenkel verwenden. Weiterhin ist es für Schwangere, Stillende und Kinder unter 8 Jahren prinzipiell nicht geeignet! Ungünstig ist, dass DEET Kunststoffoberflächen (z.B. von Handys und Sonnenbrillen) angreift. Typische Produktnamen sind z.B. „Care Plus DEET 40%“ oder „Anti Brumm“.

Piperidine (Icaridin)

Ist rein zur Imprägnierung der unbedeckten Haut geeignet. Die Hautverträglichkeit ist sehr gut. Die Wirkdauer ist etwas kürzer als DEET, dafür wirkt es aber besser gegen Zecken. Hinsichtlich der Nebenwirkungen sollte der Substanz in Regionen, in denen Malaria u.ä. nicht vorkommt, der Vorzug gegenüber DEET gegeben werden. Es ist bei Kindern ab zwei Jahren verwendbar. Kunststoffe werden von der Substanz nicht angegriffen. Typische Produktnamen sind z.B. „Autan active“ oder „Nobite sensitive“.

Ätherische Öle

Ätherische Öle schützen nicht so effektiv wie synthetische Substanzen. Sie verdampfen schnell und müssen regelmäßig neu aufgetragen werden. Daher können sie Hautreizungen und Allergien hervorrufen – vor allem wenn sie unter Sonneneinstrahlung benutzt werden. Typische Vertreter sind z.B. Lavendel und Citronella. Ein Produktname ist z.B. „Nobite Haut Botanic“

Was tun nach einem Insektenstich?

Meist sind Insektenstiche ja glücklicherweise nur lästig. Leider nehmen Häufigkeit und Ausmaße der allergischen Reaktionen immer mehr zu. Wenn es doch mal zu verstärkten Lokalreaktionen kommt, helfen diese Tipps:

akut

  • Falls sichtbar – Stachel entfernen (enthält Insektenspeichel)
  • Bei starker Rötung/Schwellung: 30 Min. örtliche Kühlung (kaltes Wasser, Eiswürfelwasser)
  • Hochlagerung der Extremität
  • Die Behandlung mit Hitze für Mutige: Da die Proteine des Mückengifts durch Hitze bei ca. 40°C zerstört werden, kann mit einem heißen Löffel (den man z.B. in ein Glas heißes Wasser gehalten hat) die Haut über dem Stich durch draufdrücken behandelt werden (Vorsicht! Nur soviel Hitze wie Du verträgst und nur bei Dir selber durchführen – keine Verbrennung setzen!). Eventuell am nächsten Tag nochmal wiederholen.

innerhalb der folgenden 6 Stunden (je nach Beschwerden)

  • Kühlung fortsetzen (Kalte Umschläge, Quarkwickel etc.)
  • Cremes zur Abschwellung /Juckreizlinderung z.B. Soventol Hydrocort 0,5%®, Fenistil-Creme® (Soventol Hydrocort ist kortisonhaltig)
  • abschwellende Medikamente (z.B. Ibuprofen 400 3×1/Tag, Cetirizin-Tabletten) nur gelegentlich nötig
  • Kinder: bei anhaltendem Juckreiz Fingernägel kurzschneiden, um Aufkratzen und eine bakterielle Infektion des Mückenstichs zu verhindern.

innerhalb der ersten 24h

  • Vor allem bei Infektionszeichen: Überprüfen des Tetanusschutzes, ggf. Auffrischimpfung (letzte Impfung sollte nicht länger als 10 Jahre her sein)

Infizierte Insektenstiche = bakterielle Superinfektion meist durch Staphylokokken/Streptokokken

  • gelblich eitrige Auflagerungen an der Einstichstelle oder schmerzhaft pralle Rötung der Unterhaut
  • in der Regel ab dem 5. Tag nach Stich auftretend
  • Dies sollte sich der Arzt ansehen und ggfs. eine antibiotische Therapie einleiten
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